Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin http://www.diw.de/de/diw_02.c.288763.de Nachrichten und Pressemitteilungen de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin http://diw.de/ 4,3 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen sind Muslime http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582774.de Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet in ihrer heute erschienenen Ausgabe unter dem Titel „Wie viele Muslime leben in Deutschland?“ über Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin. Demnach lebten im Jahr 2016 in Deutschland 2,7 Millionen erwachsene Muslime – ein Anteil von 4,3 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung. Zur Einordnung der Zahlen erklärt SOEP-Forscher Jannes Jacobsen:

„Die SOEP-Zahlen zur Anzahl der Muslime in Deutschland beinhalten aus methodischen Gründen nur die erwachsene Bevölkerung, während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch Minderjährige in seine Zahl einrechnet. Berücksichtigt man diesen Unterschied in der Erhebung, liegt zwischen der SOEP- und BAMF-Zahl vermutlich kein wirklich großer Unterschied, der die Aussage verschiedener Medienberichte, in Deutschland lebten deutlich weniger Muslime als gedacht, rechtfertigen würde.“


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Thu, 19 Apr 2018 02:22:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582774.de
Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2018: Konjunkturforscher heben Prognose leicht an http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582552.de Pressemitteilung der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung


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Thu, 19 Apr 2018 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582552.de
Sozialwesen in Deutschland: Niedrige Löhne in einem rasant wachsenden Wirtschaftszweig http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582391.de Wirtschaftsleistung und Beschäftigung im Sozialwesen sind in den vergangenen Jahren enorm gewachsen Löhne liegen allerdings weit unter dem Durchschnitt, gleichzeitig fehlt es an qualifiziertem Personal

Die Wirtschaftsleistung im Sozialwesen, zu dem insbesondere die ambulante und stationäre Altenpflege sowie die Kinder- und Jugendhilfe gehören, ist zwischen 1991 und 2015 überdurchschnittlich gestiegen:  um 140 Prozent. In der gesamten Wirtschaft waren es 40 Prozent.  Die Zahl der Beschäftigten hat sich in diesem Bereich seitdem fast verdoppelt, während sie in der gesamten Volkswirtschaft lediglich um elf Prozent stieg. Die Löhne im Sozialwesen erreichen indes nur etwa 60 Prozent des durchschnittlichen Lohnniveaus in Deutschland – und das, obwohl die Nachfrage nach qualifizierten Kräften vor allem im Bereich der Pflege wächst. Seit 2012 spiegelt sich dies nun auch in stärker steigenden Löhnen wider. Das sind die Hauptergebnisse einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) über die Entwicklung des Sozialwesens in Deutschland. Die DIW-Ökonomen Karl Brenke, Thore Schlaak und Leopold Ringwald haben zu diesem Zweck Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die Statistik der Arbeitnehmerverdienste sowie die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zusammengetragen und ausgewertet.


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Wed, 18 Apr 2018 09:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582391.de
„Die Löhne im deutschen Sozialwesen liegen weit unter dem Durchschnitt“: Interview mit Karl Brenke http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582518.de Herr Brenke, welche wirtschaftliche Bedeutung hat das Sozialwesen in Deutschland?

Das Sozialwesen hat keine große wirtschaftliche Bedeutung und trägt gerade einmal zwei Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Was aber interessant ist, ist die Entwicklung. Im Sozialwesen hat sich die Beschäftigung in den letzten 25 Jahren praktisch verdoppelt. Bei der Bruttowertschöpfung haben wir sogar einen Anstieg um 140 Prozent. Das ist sehr viel mehr als in der Gesamtwirtschaft, wo die Beschäftigtenzahlen im selben Zeitraum um elf Prozent gestiegen sind und die Wertschöpfung gerade einmal um 40 Prozent. Das Sozialwesen ist also ein boomender Bereich, und wenn man sich die Entwicklung ansieht, geht es eigentlich stetig aufwärts, von keinerlei Konjunktur beeinflusst. [...]

Das Interview mit Karl Brenke wurde im DIW Wochenbericht 16/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast


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Wed, 18 Apr 2018 09:29:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582518.de
Grundsteuerreform – Bodenwert statt Kostenwert oder Fläche: Kommentar von Stefan Bach und Claus Michelsen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582521.de Mit seinem Grundsteuer-Urteil beendet das Bundesverfassungsgericht endlich den Spuk der uralten Einheitswerte. Bis Ende 2019 muss die Grundsteuer reformiert werden – die neuen Besteuerungsgrundlagen müssen bis spätestens Ende 2024 eingeführt sein.

Das Urteil war so erwartet worden. Denn eine laufende Besteuerung von Vermögenswerten ist nur sinnvoll, wenn ihre Werte regelmäßig aktualisiert werden. Das Bewertungsgesetz schreibt zwar seit 1931 vor, alle sechs Jahre neue Einheitswerte festzustellen. Geklappt hat es seitdem aber nur zweimal: 1935 und 1964. Die Bewertungen waren aufwändig und kompliziert, taugten aber trotzdem nicht viel – es gab viele Einsprüche und Proteste. Nun müssen rund 35 Millionen Grundsteuer-Objekte neu bewertet werden. [...]

Der volständige Kommentar von Stefan Bach und Claus Michelsen aus dem DIW Wochenbericht 16/2018


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Wed, 18 Apr 2018 09:28:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582521.de
Wenn der Job zur Persönlichkeit passt, ist das Gehalt höher http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581765.de Wer in einem Job arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere. Vor allem Menschen, die genau das für ihre Arbeit erforderliche Maß an Offenheit für Neues mitbringen, werden besser bezahlt als ihre KollegInnen. Das belegt nun erstmals eine Studie auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin. Die Untersuchung wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.


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Thu, 12 Apr 2018 11:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581765.de
Ein zusätzliches Kita-Jahr beeinflusst die Persönlichkeit bis ins Jugendalter http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582019.de DIW-BildungsökonomInnen untersuchen längerfristige Effekte eines frühen Kita-Besuchs – Jugendliche, die ein Jahr eher einen Kita-Platz bekamen, sind durchsetzungsfähiger und gewissenhafter – Kita-Ausbau sollte noch mehr forciert werden, um Zugang für alle zu gewährleisten

Gehen Kinder ein Jahr früher in eine Kindertageseinrichtung (Kita) als andere, sind sie im Alter von etwa 15 Jahren kommunikativer, durchsetzungsfähiger und gewissenhafter. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor, die als eine der ersten für Deutschland die längerfristigen Auswirkungen eines frühen Kita-Eintritts auf die Persönlichkeitseigenschaften im Jugendalter untersucht. Dafür haben die DIW-BildungsökonomInnen Maximilian Bach, Josefine Koebe und Frauke Peter Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zu mehr als 4.500 NeuntklässlerInnen analysiert, die entweder ab 1997 oder 1998 eine Kita besuchten.


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Wed, 11 Apr 2018 09:36:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582019.de
„Jugendliche, die früher einen Kita-Platz bekamen, sind kommunikativer und durchsetzungsfähiger“: Interview mit Frauke Peter http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582041.de Frau Peter, Sie haben die langfristigen Wirkungen des Kita-Besuchs untersucht. Welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Im Vordergrund der Untersuchung standen das Eintrittsalter in die Kita und die daraus resultierende Auswirkung auf die nichtkognitiven Fähigkeiten von Jugendlichen in der neunten Schulklasse, also im Alter von ungefähr 15 Jahren. [...]

Das Interview mit Frauke Peter wurde im DIW Wochenbereicht Nr. 15/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und Podcast


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Wed, 11 Apr 2018 08:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582041.de
Mit einem sozialen Arbeitsmarkt die Eingliederung Langzeitarbeitsloser verbessern: Kommentar von Jürgen Schupp http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582044.de Das von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller vorgeschlagene solidarische Grundeinkommen stellt einem Alternative zum passiven Leistungsbezug all derjenigen dar, die langzeitarbeitslos sind, aber eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen. In der Bevölkerung stieß sein Vorschlag überwiegend auf breite Zustimmung und auch der neue Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil hat angekündigt, den Kern des Vorschlags umzusetzen. Langzeitarbeitslose sollen gesellschaftlich sinnvolle Aufgaben in Form von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen mit längerfristiger Perspektive angeboten werden. Vier Milliarden Euro umfasst das im Koalitionsvertrag verabredete Programm zur Schaffung eines „sozialen Arbeitsmarktes“. [...]

Der volständige Kommentar von Jürgen Schupp aus dem DIW Wochenbericht


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Wed, 11 Apr 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582044.de
Grundsteuerreform: Aufwändige Neubewertung oder pragmatische Alternativen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581851.de Die Grundsteuer wird noch immer nach den alten Einheitswerten erhoben. Das Bundesverfassungsgericht wird in seinem morgigen Urteil entscheiden, ob diese erneuert werden müssen. Eine verkehrswertnahe Neubewertung des gesamten Immobilienbestands ist zu aufwändig. Mit dem „Kostenwert-Modell“ hat die Mehrheit der Bundesländer ein pragmatisches Reformkonzept vorgelegt, bei dem Bodenrichtwerte und pauschale Baukosten der Gebäude zugrunde gelegt werden. Allerdings müssen hierfür Gebäudedaten aufwändig erhoben werden. Möglich wären auch rein flächenbezogene Ansätze nach Grundstücks- und Gebäudeflächen. Dabei würden jedoch die Bodenwerte vernachlässigt, was steuer- und wirtschaftspolitisch nachteilig wäre. Als Alternative bietet sich eine Bodenwertsteuer an, die sich auf Grundlage der Bodenrichtwerte relativ leicht umsetzen ließe und vor allem von StadtplanerInnen sowie Mieter- und Umweltverbänden unterstützt wird.


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Mon, 09 Apr 2018 04:23:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581851.de
Call for Papers – 5. BIEN Jahrestagung http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581760.de Das Berliner Netzwerk für interdisziplinäre Bildungsforschung (BIEN) freut sich, NachwuchswissenschaftlerInnen im Bereich der Bildungsforschung am 17. und 18. September 2018 zu seiner 5. Jahrestagung am DIW Berlin einzuladen.

Die Tagung steht unter dem Motto „Bildung im Wandel“. Aktuelle Entwicklungen wie die Digitalisierung, die zunehmende Privatisierung und Individualisierung von Bildung sowie Integrations- und Inklusionsbemühungen verändern die Rahmenbedingungen für alle beteiligten Akteure – von den Lehrenden und Lernenden, über die Bildungsadministration bis hin zur Bildungspolitik. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus auf individueller und institutioneller Ebene? Die Tagung dient als Forum, eigene Forschungsergebnisse zu diesen und ähnlichen Themen einem interdisziplinären Publikum zu präsentieren und mit NachwuchswissenschaftlerInnen und erfahrenen WissenschaftlerInnen zu diskutieren. Darüber hinaus bietet sich die Gelegenheit des interdisziplinären Austauschs und der Vernetzung von NachwuchswissenschaftlerInnen.

Einsendeschluss für die Beitragseinreichung ist der 17. Juni 2018.

Weitere Details zur Tagung und Einreichung finden Sie unter diesem Link.

Programmkomitee:
Annabell Daniel (FU Berlin)
Matthias Sandau (Uni Potsdam)
Pauline Schröter (IQB)
Vaishali Zambre (DIW Berlin)
Nicky Zunker (DIPF)

Call for Papers


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Mon, 09 Apr 2018 01:17:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581760.de
„Solidarisches Grundeinkommen“: Gute Idee mit falschem Namen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581657.de Dieser Gastbeitrag von Jürgen Schupp ist am 30. März 2018 bei „Fazit – das Wirtschaftsblog“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) erschienen.

Seitdem der Regierende Bürgermeister von Berlin unter dem Namen „solidarisches Grundeinkommen“ einen entsprechenden Vorschlag gemacht hat, wird die Idee einer Alternative zu Hartz IV eifrig diskutiert. Der Mechanismus soll Langzeitarbeitslosen helfen, sich wieder aktiv am Erwerbsleben zu beteiligen.

BezieherInnen eines solidarischen Grundeinkommens sollen zwar nur den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, könnten aber ohne Befristung in Vollzeit arbeiten und hätten damit rund 20 Prozent mehr in der Tasche, als wenn sie nur Leistungen empfangen – und ein ganzes Stück Würde und Selbstachtung obendrauf. Hier, in der Rückkehr von Langzeitarbeitslosen in die Erwerbstätigkeit, liegt der Pfiff des Vorschlags. Die Glücksforschung belegt, dass selbst schlecht bezahlte Jobs die Lebenszufriedenheit anheben – im Gegensatz zum Verlust des Arbeitsplatzes und dem Bezug von Hartz IV. Für Hartz IV schämen sich viele, und Stigma und Scham werden, das belegt auch die Forschung, an Kinder und Kindeskinder vererbt.

Ein Grundeinkommen ist das nicht

Ob der Begriff „Grundeinkommen“ glücklich gewählt ist, mag man allerdings bezweifeln. Denn es geht ja gerade nicht um ein Einkommen ohne Bedingungen und ohne Gegenleistung, sondern um vom Staat zur Verfügung gestellte niedrig bezahlte Jobs. Vielleicht wäre „solidarischer Beschäftigungssektor“ der treffendere Begriff.

Als Arbeitgeber würden die Kommunen im Grunde nur die gemäß dem neoliberalen Ideal eines schlanken Staats jahrelang abgebauten Stellen wieder aufbauen, vorwiegend im personenbezogenen Dienstleistungssektor, und sie Langzeitarbeitslosen anbieten. Die Einführung eines solchen Modells wäre seitens der Politik und der Gesellschaft das Eingeständnis, dass der freie Markt nicht alles regeln kann. Und dass die Bereitstellung steuerlich finanzierter Beschäftigungsverhältnisse einen wichtigen – und im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend wichtigen – Teil einer kommunalen Daseinsfürsorge darstellt.

Die Idee, vom passiven Leistungsbezug wegzukommen zugunsten einer aktiven Hilfe durch Erwerbstätigkeit ist alles andere als neu. Sie wird bereits in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg praktiziert, bislang ist aber die Finanzierungsfrage unbefriedigend geregelt.

Mindestens 5000 Euro Kosten pro Arbeitsplatz

Modellrechnungen des DIW Berlin haben ergeben, dass jede geschaffene „solidarische“ Stelle Nettozusatzkosten (also abzüglich der eingesparten Leistungen) von 5.000 bis 7.500 Euro pro Jahr bedeuten würde. Geht man von 100.000 Menschen aus, die in den Genuss der Maßnahme kommen – angesichts der aktuellen Arbeitsmarktverhältnisse eine realistische Zahl – kommt man auf eine Summe von bis zu 750 Millionen Euro. Der aktuelle Koalitionsvertrag sieht eh Mittel in Höhe von jährlich etwa einer Milliarde für Langzeitarbeitslose vor, sodass eine Umsetzung der „solidarischen Beschäftigung“ rasch realisierbar wäre.

Was passiert aber, wenn aus derzeit 100.000 Langzeitarbeitslosen bei der nächsten Wirtschaftskrise das Vielfache wird? Dann würden die Kosten in die Höhe schießen, monieren SkeptikerInnen. Aber genau weil es uns derzeit gut geht, müssen solche neuen Wege jetzt gegangen werden – mit der nötigen Analyse begleitet, damit man in der nächsten Krise weiß, was funktioniert und was nicht.

Als nächster Schritt muss eine konsensfähige „Positivliste“ an geförderten Tätigkeiten aufgestellt werden, auch um Befürchtungen über eine Konkurrenz mit dem regulären Arbeitsmarkt und einem Stellenabbau im öffentlichen Dienst zu zerstreuen. Es gibt jede Menge gesellschaftlich notwendige Tätigkeiten, etwa in der Kranken- oder Altenpflege, bei denen Fachkräfte Entlastung für einfache Arbeiten dringend nötig hätten. Vieles davon wurde früher von Zivildienstleistenden geleistet, die es nicht mehr gibt. In Alten- und Pflegeheimen hat das Personal keine Zeit, den PatientInnen einfach nur zuzuhören oder mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Aber es gibt keinen Grund, warum sich eine Gesellschaft hierfür ganz auf Familienangehörige oder Ehrenamtliche verlassen sollte. Die Übernahme solcher Dienstleistungen würde kein Lohndumping darstellen, keine reguläre Beschäftigung beeinträchtigen oder bedrohen. Für den Rentner, mit dem jemand spazieren geht, die Alleinerziehende, die für einige Stunden auf ein Babysitter zurückgreifen kann, verbessert sich das Leben. Ebenso für die ehemals Langzeitarbeitslosen, die dadurch wieder in ein bescheidenes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis kommen. Wenn dies noch die Sozialgerichte entlastet, die einer Flut von Hartz IV-Prozessen ausgesetzt sind, wäre das ein zusätzlicher erfreulicher Nebeneffekt.


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Wed, 04 Apr 2018 01:12:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581657.de
DIW Konjunkturbarometer März 2018: Hochkonjunktur hält an http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581436.de Die deutsche Wirtschaft dürfte im ersten Quartal kräftig um gut 0,7 Prozent gegenüber dem Schlussquartal zugelegt haben. Dies signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das von 113 auf 118 Punkte gestiegen ist. Damit liegt es weiterhin deutlich über der 100-Punkte-Marke, die für ein durchschnittliches Wachstum steht.


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Wed, 28 Mar 2018 10:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581436.de
Entlastungen bei den Sozialbeiträgen sind eine Alternative zu Steuersenkungen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581499.de DIW Berlin berechnet Effekte verschiedener Konzepte für Sozialbeitragsentlastungen – Im Koalitionsvertrag vorgesehene Maßnahmen bei Sozialbeiträgen mit nur geringer Verteilungswirkung – Statt die Sozialbeiträge zu senken, könnten diese auf die Einkommensteuer angerechnet werden, bis hin zu einer „Negativsteuer“ – Steuern, Sozialbeiträge und Sozialtransfers sollten besser aufeinander abgestimmt werden

Die Sozialbeiträge sind in Deutschland ein eigenes Abgabensystem neben dem Steuersystem. Mit einem Aufkommen von 531 Milliarden Euro im Jahr übertreffen sie das Aufkommen der Einkommen- und Unternehmensteuern deutlich. Gut die Hälfte davon wird von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gezahlt. Vor dem Hintergrund der Debatte um Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen betrachtet eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) die Verteilungswirkungen verschiedener Konzepte für Sozialbeitragsentlastungen. Zwei der untersuchten Konzepte sind dem Koalitionsvertrag entnommen, zwei wurden vom Deutschen Gewerkschaftsbund vorgeschlagen eins wird bereits in Österreich angewandt. Zusätzlich wird die Einführung eines Grundfreibetrags innerhalb der Sozialbeiträge betrachtet.


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Wed, 28 Mar 2018 09:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581499.de
SchülerInnen schneiden durch G8-Reform besser bei PISA-Tests ab http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581523.de BildungsforscherInnen analysieren PISA-Daten von mehr als 33.000 SchülerInnen – Insbesondere Leistungsstärkere erzielen durch G8-Reform bessere PISA-Ergebnisse in der neunten Klasse – Abiturnoten unter G8 im Durchschnitt aber etwas schlechter – Debatte sollte sich nicht nur um Länge der Gymnasialschulzeit, sondern verstärkt um Unterrichtsinhalte und deren Qualität drehen

Infolge der G8-Schulreform erreichen SchülerInnen in der neunten Klasse am Gymnasium bessere Ergebnisse bei den PISA-Tests. Das gilt insbesondere für leistungsstarke SchülerInnen, während leistungsschwächere kaum oder gar nicht profitieren. Die Abiturnoten haben sich durch die G8-Reform jedoch leicht verschlechtert. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), für die Mathias Huebener, Susanne Kuger und Jan Marcus PISA-Daten zu mehr als 33.000 GymnasiastInnen der neunten Jahrgangsstufe analysiert haben. „Der Kompetenzvorsprung in der neunten Klasse reicht offenbar nicht aus, um das wegfallende 13. Schuljahr vollständig zu kompensieren“, erklärt Jan Marcus, Bildungsökonom am DIW Berlin und Juniorprofessor an der Universität Hamburg.


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Wed, 28 Mar 2018 09:01:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581523.de
„Viel hängt davon ab, wofür zusätzliche Unterrichtszeit genutzt wird“: Interview mit Jan Marcus http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581490.de Herr Marcus, ein Großteil der Bundesländer in Deutschland hat zwischen 2001 und 2007 die sogenannte G8-Reform verabschiedet und damit die Anzahl der Schuljahre bis zum Abitur von 13 auf zwölf Jahre reduziert. Sie haben die Auswirkungen der G8-Reform wissenschaftlich untersucht. Worauf lag der Fokus Ihrer Untersuchung?

In unserer Untersuchung haben wir den Fokus auf Neuntklässlerinnen und Neuntklässler gelegt. Das Besondere daran ist, dass bei der G8-Reform nicht nur das letzte Schuljahr weggefallen ist, sondern dass in den verbleibenden Schuljahren die Unterrichtszeit erhöht worden ist, um diese  Wegfall zu kompensieren. Dadurch hatten Schülerinnen und Schüler bis zur neunten Klasse deutlich mehr Unterrichtszeit. Wir wollten herausfinden, ob sich die Kompetenzen in der neunten Klasse durch diese zusätzliche Unterrichtszeit verbessert haben. [...]

Das Interview mit Jan Marcus wurde im DIW Wochenbericht Nr. 13+14/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast.


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Wed, 28 Mar 2018 08:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581490.de
Baukindergeld löst nicht die Probleme auf dem Wohnungsmarkt: Kommentar von Claus Michelsen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581492.de Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt haben die Mitte der Gesellschaft erreicht. Angesichts immer weiter steigender Mieten und Immobilienpreise haben CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag das sogenannte Baukindergeld vereinbart, um die Wohneigentumsbildung zu fördern. Familien mit einem Bruttohaushaltseinkommen von maximal 75 000 Euro, plus 15 000 Euro für jedes Kind, sollen über zehn Jahre 1 200 Euro je Kind und Jahr bekommen, insgesamt also 12 000 Euro je Spross, wenn sie für den eigenen Bedarf bauen oder eine Immobilie kaufen. Rund 90 Prozent aller Haushalte könnten davon profitieren. Klingt erst mal gut, doch so verständlich das Anliegen der Politik, den Weg ins Eigenheim erleichtern zu wollen, auch ist – vier gewichtige Argumente sprechen gegen das Baukindergeld in seiner jetzt ausgehandelten Form. [...]

Der vollständige Kommentar von Claus Michelsen aus dem DIW Wochenbericht


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Wed, 28 Mar 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581492.de
Rückblick: DIW Europe Lecture mit Christine Lagarde http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581152.de Wie muss die Eurozone reformiert werden, um besser auf Krisen vorbereitet zu sein? Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat dazu klare Vorstellungen. Am Montag, den 26. März 2018 erläuterte sie ihre Reformideen im Rahmen der DIW Europe Lectures im mit 250 Gästen vollständig gefüllten Saal des Auditoriums Friedrichstraße.

Einen Rückblick auf die Veranstaltung mit Video finden Sie hier.

Die DIW Europe Lecture ist eine Veranstaltungsreihe mit führenden EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Wissenschaft zur Zukunft Europas. Ziel ist es, Debatten zu Kernfragen der europäischen Politik nach Berlin zu bringen. In der Reihe DIW Europe Lecture hielten bereits Mario Draghi, Präsident der EZB, Lawrence H. Summers, ehemaliger US-Finanzminister und Professor der Harvard Universität und Barry Eichengreen, Professor an der Universität Berkley, Vorträge.


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Tue, 27 Mar 2018 03:27:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581152.de
Deutschland und der Euroraum profitieren kurzzeitig von einer Zinserhöhung in den USA http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581036.de DIW Berlin: Kein Grund zu übertriebener Sorge vor einem wirtschaftlichen Dämpfer

Die Euromitgliedstaaten können von Zinserhöhungen in den USA kurzzeitig wirtschaftlich profitieren, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Dank der Abwertung des Euros steigen die Exporte und können so die wegen der höheren Zinsen geringere Nachfrage aus den USA überkompensieren. Dies gilt insbesondere für Deutschland. Mittelfristig folgen die Zinsen des Euroraums denen der USA und sorgen dann auch hierzulande wieder für einen Rückgang der Wachstumsraten. „Der positive Effekt besteht zwar nur temporär. Dennoch sollte dieses Ergebnis dazu beitragen, die Befürchtungen zu verringern, dass sich bei einer Anhebung des Leitzinses in den USA die wirtschaftliche Abschwächung auf den Euroraum überträgt“, sagt DIW-Ökonom Max Hanisch.


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Wed, 21 Mar 2018 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581036.de
„Die Eurozone als Ganzes ist weniger anfällig für Schocks von außen“: Interview mit Max Hanisch http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581019.de Herr Hanisch, seit gut zwei Jahren heben die USA schrittweise ihre Zinsen an und verabschieden sich langsam von der in der Finanzkrise eingeführten Niedrigzinspolitik. Was versprechen sich die USA von dieser Maßnahme?

Grundsätzlich sind Zinserhöhungen dazu da, überhöhten Preisdruck und zu starke wirtschaftliche Dynamik abzubremsen. Die USA befinden sich schon seit ein paar Jahren wieder auf einem relativ stabilen Wachstumspfad. Im Zuge dieser zunehmenden wirtschaftlichen Dynamik sollen diese Zinserhöhungen ein Stück weit vorbeugend wirken, um einen zu hohen Inflationsdruck in der Zukunft jetzt schon zu verhindern. Ein weiterer Aspekt ist, dass für zukünftige Krisen eine Art Puffer geschaffen werden soll, um dann die Zinsen, wenn es nötig sein sollte, wieder zu senken. [...]

Das Interview mit Max Hanisch wurde im DIW Wochenbericht Nr. 12/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast.

 


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Wed, 21 Mar 2018 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581019.de