Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin http://www.diw.de/de/diw_02.c.288763.de Nachrichten und Pressemitteilungen de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin http://diw.de/ Holger Lüthen has sucessfully defended his dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537231.de Holger Lüthen has sucessfully defended his dissertation on June 22nd at the Free University of Berlin. 

Prof. Dr. Gerd G. Wagner and Prof. Dr. Helmut Lütkepohl congratulate him on his success!


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Tue, 28 Jun 2016 01:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537231.de
Neue Chancen mit dem Brexit http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537225.de Der Gastbeitrag von Marcel Fratzscher ist am 28. Juni 2016 im Handelsblatt erschienen.

Der Franzose Jean Monnet, einer der Gründungsväter des heutigen Europas, schrieb, der europäische Einigungsprozess werde sich “in Krisen vollziehen”. Die Brexit- Entscheidung ist eine Katastrophe für alle Europäerinnen und Europäer. Sie verursacht hohe politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten. Aber sie ist auch eine dieser Krisen, die Europa eindeutig stärker machen kann - wenn die Politik, allen voran die Bundesregierung, sie als solche erkennt und nutzt. Das Positive ist, dass diese Krise eine “Krise mit Ansage” ist. Sie gibt der Politik die Chance, proaktiv und präventiv zu handeln. Dazu benötigt Europa einen Post-Brexit-Plan. Vier Elemente sind besonders wichtig: Als Erstes muss eine Finanzmarktpanik verhindert werden. Die Zentralbanken, allen voran die in Deutschland viel gescholtene EZB, haben bereits Versprechen abgegeben, ihren Beitrag zur Stabilisierung zu leisten. Die Politik muss nun dringend nachziehen und verbindlich zusagen, alle zur Stützung der Wirtschaft notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Sie darf nicht den Fehler wiederholen und abwarten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Das zweite Element dieses Post-Brexit-Plans sollte ein gemeinsames europäisches Fiskalpaket sein, bei dem sich alle EU-Mitgliedsländer zu einer Investitionsoffensive für Bildung, Infrastruktur und Innovation über die kommenden zwei Jahre verpflichten, beispielsweise in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Damit könnte nicht nur der Rückgang des Handels und der Investitionen kompensiert, sondern auch ein dringend notwendiger Wachstumsimpuls für Europa gesetzt werden. Südeuropa steckt nach wie vor tief in der Krise. Deshalb überrascht es wenig, dass der Einbruch der Aktienmärkte in Südeuropa noch stärker war als in Großbritannien und dass der Euro an einem Tag fast drei Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet hat.

Wichtig bei dieser Investitionsoffensive ist, dass sich alle EU-Länder - allen voran Deutschland - beteiligen und diese Ausgaben die öffentlichen und privaten Investitionen ankurbeln. Dann stärken sie das Wachstum in Europa auch langfristig.

Ziel des dritten Elements sollte das Bekämpfen der sozialen Ungleichheit sein. Bei dem britischen Referendum ging es weniger um Europa als um Angst und die von vielen als zu hoch empfundene soziale Ungleichheit. Das Problem der sozialen Ungleichheit gibt es nicht nur in Großbritannien, sondern in praktisch allen europäischen Ländern. Die Furcht vor Altersarmut, schlechter sozialer Absicherung und prekärer Beschäftigung ist groß - auch in Deutschland. Um dies zu adressieren, ist nicht nur eine mehr Chancengleichheit schaffende Investitionsoffensive für Bildung notwendig, sondern auch eine Arbeitsmarktpolitik, die mehr Menschen die Chance gibt, mit der eigenen Arbeit für sich sorgen zu können, und eine Steuerpolitik, die vor allem der immer stärker belasteten Mittelschicht Luft verschafft.

Das vierte Element des Plans muss eine Reform Europas und seiner Institutionen sein. Die wichtigsten Argumente der EU-Gegner in Großbritannien - soziale Ungleichheit, Integration von Immigranten und unzureichende soziale Leistungen - haben wenig mit Europa zu tun, sondern liegen in der Verantwortung der britischen Regierung. Europa braucht eine stärkere Identität, und seine Institutionen müssen transparenter und zugänglicher werden. Europa darf sich nicht immer stärker in die Angelegenheiten Einzelner einmischen, sondern muss das Prinzip der Subsidiarität verinnerlichen. Europa muss sozialer werden, so dass Solidarität sowohl innerhalb als auch zwischen Mitgliedsländern wirklich gelebt wird. Kurzum: Europa benötigt eine gemeinsame Soziale Marktwirtschaft.

Bei aller Sorge und allen Risiken ist die Brexit- Entscheidung eine Chance, die Europa beherzt ergreifen sollte. Europa steht an einem Wendepunkt, an dem sich entscheidet, ob der Kontinent wieder in streitende Nationalstaaten zerfällt oder ob ein stärkeres, sozialeres Europa entsteht. Deutschland kommt als größtes, wirtschaftlich starkes und politisch stabiles Land eine besondere Verantwortung zu. Die Bundesregierung sollte auf ihre Partner mit einem konkreten Plan zugehen. Dies erfordert Mut und birgt hohe politische Risiken, aber es ist die einzige Chance, um Europas und Deutschlands Wohlstand und Zukunftschancen zu sichern.


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Tue, 28 Jun 2016 12:19:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537225.de
Christopher Boortz has sucessfully defended his dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537141.de Christopher Boortz has sucessfully defended his dissertation on June 21st at the Free University of Berlin. Prof. Dr. Gerd G. Wagner and Prof. Dr. Helmut Lütkepohl congratulate him on his success!


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Fri, 24 Jun 2016 12:18:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537141.de
Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung "Die griechische Wirtschaftskrise: drei Reformpakete und kein Ende in Sicht" erschienen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537075.de Griechenland befindet sich seit dem Einbruch der Finanzmärkte im Jahr 2008, also seit mehr als sieben Jahren, im Krisenmodus. Auch 2016 wird Griechenlands Wirtschaft wohl wieder nicht substantiell wachsen. Seit 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um knapp 30 Prozent zurückgegangen, die Arbeitslosigkeit verharrt bei 25 Prozent. Und die griechischen Haushalte? Laut MacroPolis (2016) nennen mehr als 50 Prozent aller Haushalte Renteneinkünfte und nur knapp 40 Prozent Lohn- und Gehaltszahlungen als wichtigste Einkommensquelle.

Was geschah in diesen sieben Jahren? Die sogenannte Troika (bestehend aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds) hat diese Krise bislang in erster Linie als Staatsschuldenkrise behandelt und sich entsprechend als wichtigstes Ziel vorgenommen, den griechischen Staatshaushalt zu sanieren. Das führte zu verschiedenen Versuchen zur Erhöhung der Staatseinnahmen, aber vor allem zu massiven Ausgabenkürzungen: Absenkung der staatlichen Löhne um 30 Prozent ebenso wie der privaten Mindestlöhne, Reduzierung der Zahl der Staatsangestellten sowie Absenkung von Renten und Sozialleistungen. Auch die Arbeitsmärkte wurden stark reformiert und gehören seither zu den flexibelsten in Europa. In dieser Hinsicht haben die griechischen Regierungen die Vorgaben der Troika zu einem großen Teil umgesetzt.

Die Beiträge in dieser Ausgabe der Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung analysieren zum einen den bisherigen Reformprozess. Diese Analysen beschränken sich nicht nur auf die unmittelbaren Folgen der Wirtschaftspolitik der letzten Jahre im Hinblick auf makroökonomische Kenngrößen in Griechenland, sondern stellen auch die Folgen der bisherigen Reformbemühungen in einzelnen Bereichen wie den Gesundheits- und Bildungssystemen oder den Arbeits- und Produktmärkten dar. Zum anderen werden Reformoptionen diskutiert, die Wege zur Beendigung dieser nun schon viel zu lang andauernden Krise aufzeigen. Die sieben Beiträge in dieser Ausgabe spiegeln dabei die Meinungen der jeweiligen Autoren wider, die teilweise auf konträren Konzepten basieren.

zum Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung 4/2015


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Thu, 23 Jun 2016 10:01:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537075.de
Nicht die Vergangenheit konservieren http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537071.de Die Energiewende ist allen Unkenrufen zum Trotz eine Erfolgsgeschichte. Der Versuch, die Vergangenheit zu konservieren, wäre ineffizient und teuer.

Dieser Gastbeitrag von DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert ist am 21. Juni 2016 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen.

Über die Energiewende in Deutschland zu schimpfen, ist en vogue. Sie ist wie das Wetter immer ein willkommener Gegner, um sich gegen ihre Unbill zu verbrüdern. Doch bei aller Kritik: Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte. Sie hat eine Transformation des Energiesystems eingeleitet, die – wie der deutsche Wirtschaftsminister es formuliert hat – «nicht mehr aufzuhalten» ist und früher oder später sowieso nötig wäre. Im Artikel «Die Entzauberung der Energiewende» will Autor Christoph Eisenring mit Mythen aufräumen (NZZ, 15. 6. 16); seine Argumente erweisen sich bei genauer Ansicht selbst als Mythen.

So simpel wie wahr ist dieser Fakt: Erneuerbare Energien haben schon in erheblichem Umfang konventionelle Kraftwerke ersetzt. Nur deshalb könnten heute ohne Gefahr eines Blackouts alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Fakt ist auch: Konventionelle Kraftwerke sind zunehmend unrentabel. Das beweisen die Strompreise an der Börse präzise. Eben deshalb ist Deutschland als unrühmlicher «Strom-Export-Weltmeister» in der Kritik.

Statt dass konventionelle Kraftwerke abgeregelt werden, werden die von ihnen produzierten Überschüsse zu Dumpingpreisen ins Ausland verkauft. Das mag die Stromabnehmer in der Schweiz freuen, die Kraftwerkbetreiber jammern. Dies ist klar ein Versäumnis der Politik: Der europäische CO2-Preis gibt zu schwache klimapolitische Signale, um den Anteil von Kohlestrom in Deutschland zu senken.

Fakt ist zudem: Konventionelle, insbesondere Kohle-, Kraftwerke werden nicht mehr benötigt. Der Mythos vom «grundlastfähigen» Strom aus konventionellen Energien wird überall dort widerlegt, wo man schon heute mit deutlich höheren Anteilen erneuerbarer Energien komplett auf konventionelle Kraftwerke verzichtet. Zum Beispiel in Dänemark oder in Portugal. Alle Studien zu 100-Prozent-erneuerbare-Energie-Szenarien belegen: Wenn ausreichend Kapazitäten der erneuerbaren Energien ausgebaut werden, sind konventionelle Kraftwerke überflüssig.

Nächster Fakt: Der Ausbau erneuerbarer Energien hilft – allen Unkenrufen zum Trotz – dem Weltklima. In Deutschland werden (überwiegend im Stromsektor, aber auch im Wärme- und Verkehrssektor) mit dem Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien laut Umweltbundesamt über 140 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Das ist etwa dreimal mehr, als die Schweiz pro Jahr ausstösst. Noch ein Fakt: Das Zeitalter der fossilen Energienutzung ist vorbei. Genau das ist gedanklicher Ausgangs- und faktischer Endpunkt der Energiewende. Wer weiterhin ein altes, auf konventioneller Energie basierendes System aufrechtzuerhalten versucht, investiert in ein sinkendes Schiff – und verursacht immense Kosten: Wir halten unrentable fossile Kraftwerke künstlich am Leben und benötigen mehr Stromleitungen. Je früher wir uns vom konventionellen System verabschieden, desto rentabler und billiger wird das neue System. Natürlich nicht überstürzt, sondern Schritt für Schritt.

Unbestreitbar ist Deutschland globaler Vorreiter der Energiewende. Dank den deutschen Investitionen sind weltweit die Kosten erneuerbarer Energien massiv gesunken. Inzwischen fliessen global mehr Investitionen in erneuerbare als in fossile Energien. Selbst in Texas hat kürzlich eine Solaranlage den Wettbewerb gegen ein konventionelles Kraftwerk gewonnen. Dadurch sind die CO2-Vermeidungs-Kosten massiv gesunken: Bei Photovoltaik beispielsweise sind sie von ehemals 400 Euro auf weniger als die Hälfte, nämlich gegenwärtig etwa 130 Euro pro vermiedene Tonne CO2, gesunken. Selbst die EU-Statistiken kommen da oftmals nicht nach und weisen noch immer viel zu hohe Kosten der erneuerbaren Energien aus.

Dass die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende hoch sind, ist ebenfalls Fakt: Allein in der Branche der erneuerbaren Energien sind über 350 000 Arbeitsstellen entstanden, fünfmal so viel, wie in der Kohleindustrie derzeit überhaupt arbeiten. Viele klassische Industrieunternehmen profitieren von den Investitionen in die Energiewende; etwa der Maschinen- und Anlagenbau. Durch Innovationen werden nicht nur Energiekosten vermindert, sondern es entstehen auch Wettbewerbsvorteile. Die Investitionen in Energieeffizienz-Technologien generieren zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

All diesen Tatsachen ins Auge zu schauen, fällt denen schwer, die noch mit dem herkömmlichen Energiesystem ihr Geld verdienen. Für sie ist es bitter, aber Fakt bleibt: Je länger wir versuchen, die Vergangenheit zu konservieren, desto ineffizienter und teurer wird es. Die Kosten der Energiewende sinken und werden weiter sinken. Genau deswegen ist diese unaufhaltbar. Tatsache.


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Wed, 22 Jun 2016 05:07:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537071.de
Spotlight: Gender Pay Gap http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537064.de Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei rund 21 Prozent. Elke Holst, Forschungsdirektorin Gender Studies am DIW Berlin, zählt verschiedene Gründe auf, warum Frauen im Schnitt immer noch weniger verdienen als Männer: "Ursachen können Erwerbserfahrung und Bildung sein, aber auch ob jemand in Teilzeit oder Vollzeit arbeitet oder jemand eine Führungsposition innehat oder nicht."

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Wed, 22 Jun 2016 12:06:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.537064.de
Livestream: BCCP Conference and Policy Forum 2016 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536575.de Regulatorische Herausforderungen in digitalen Märkten: Datenschutz -

Das Bundeskartellamt hat ein wettbewerbsrechtliches Verfahren gegen Facebook eröffnet, die EU-Kommission geht gegen Google vor und die EU-Gerichte überprüfen die Speicherung persönlicher Daten bei Facebook. Stehen datenbasierte Dienstleister im Fokus, gewinnt neben ihrer vermeintlichen Marktmacht zunehmend der Datenschutz an Bedeutung – ein Thema, das durch die neu beschlossene US-EU-Datenschutzvereinbarung Privacy Shield neuen Aufwind bekommt. Die Vereinbarung tritt im Juni 2016 in Kraft und hat Auswirkungen auf VerbraucherInnen und Unternehmen. Aber was bedeutet das? Nutzen Konzerne ihre marktbeherrschende Stellung aus, um Datenschutzrichtlinien zu umgehen? Was passiert mit Daten der europäischen NutzerInnen? Welche Neuerungen beinhaltet Privacy Shield im Gegensatz zu seinem Vorgänger Safe Harbor? Kann das Abkommen den Schutz europäischer Daten bei zertifizierten US-amerikanischen Unternehmen sicherstellen? Wird es durch die Umsetzung sichtbare Veränderungen für die VerbraucherInnen geben? Welche wirtschaftliche Bedeutung für deutsche/europäische Unternehmen hat der Datenaustausch mit den USA?

Diese und andere Fragen werden auf der Jahreskonferenz des Berlin Centre for Consumer Policies (BCCP) – unter anderem mit Susan Athey (Stanford University), Hal Varian (Google), Paul Nemitz (EU-Kommission), Julie Brill (ehem. US Federal Trade Commission) und Gerd Billen (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) unter dem Titel „Regulatory Challenges in Digital Markets: Privacy“ – diskutiert.

Das BCCP wird von der Leibniz-Gemeinschaft als Leibniz-WissenschaftsCampus gefördert. Weiterführende Informationen über das interdisziplinäre Netzwerk finden Sie auf der Website des BCCP: www.bccp-berlin.de.

Verfolgen Sie die Veranstaltung in unserem Livestream.

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Thu, 16 Jun 2016 01:54:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536575.de
Deutsche Wirtschaft wächst stabil – Brexit würde Wachstum kosten http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536453.de Prognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,7 und im nächsten Jahr um 1,4 Prozent steigen – Konsumausgaben stützen das Wachstum, nehmen aber nicht mehr so stark zu wie zuletzt – Weltwirtschaft kommt nicht in Fahrt – Brexit würde das Wachstum deutlich schwächen

Gestützt von einer soliden Binnenkonjunktur folgt die deutsche Wirtschaft ihrem Aufwärtstrend und dürfte in diesem Jahr um 1,7 Prozent wachsen. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Seine Vorhersage für das laufende Jahr hebt das Institut gegenüber dem Frühjahr um einen Zehntel-Prozentpunkt an. Grund dafür ist der überraschend kräftige Jahresauftakt: Die Industrieproduktion stieg unerwartet stark, zudem kommen immer mehr Menschen in Arbeit und die Löhne steigen merklich, so dass die Konsumausgaben kräftig zulegen. Allerdings dämpfen die inzwischen wieder anziehenden Energiepreise die Realeinkommen. Weil deutlich weniger Geflüchtete nach Deutschland kommen als bislang in den Prognosen unterstellt, dürften die mit der Flüchtlingsmigration zusammenhängenden positiven konjunkturellen Impulse vor allem im kommenden Jahr kleiner ausfallen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts dürfte sich dann auf 1,4 Prozent abschwächen, vor allem aber, weil es weniger Arbeitstage als in diesem Jahr geben wird.


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Wed, 15 Jun 2016 10:22:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536453.de
Weiterhin Überschüsse in öffentlichen Haushalten – Spielräume werden aber kleiner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536446.de Ausgaben für Unterbringung und Integration Geflüchteter steigen weniger stark als noch zuletzt erwartet – Steuereinnahmen sprudeln dank guter Arbeitsmarktlage – Handlungsspielräume werden jedoch enger – Wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik sollte im Vordergrund stehen

Die öffentlichen Ausgaben steigen zwar etwas schneller als die Einnahmen, aber unter dem Strich steht weiterhin ein Plus: Der Gesamthaushalt in Deutschland – also die Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen – wird auch in diesem und im nächsten Jahr jeweils mit einem Überschuss abschließen. Das ergeben Berechnungen der Finanzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Kristina van Deuverden, auf Basis der aktuellen Konjunkturprognose des DIW Berlin. „Die Spielräume in den öffentlichen Haushalten werden aber kleiner“, sagt van Deuverden. Das trifft insbesondere auf den Bundeshaushalt zu: Zum einen werden die Ausgaben für die Versorgung und Integration der nach Deutschland gekommenen Geflüchteten weiter steigen, wenn auch – aufgrund der seit Jahresbeginn gesunkenen Zahl neuer Asylbewerberinnen und Asylbewerber – weniger stark als noch im Frühjahr erwartet. Zum anderen profitierte der Bundeshaushalt in den vergangenen Jahren von zwei Sonderfaktoren: Die demografische Entwicklung entlastete vorübergehend vor allem die gesetzliche Rentenversicherung und damit auch den Bund, der diese bezuschusst. Zudem waren die Zinsen auf die deutschen Staatsschulden außerordentlich niedrig. Solche Effekte werden künftig an Bedeutung verlieren.


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Wed, 15 Jun 2016 10:13:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536446.de
"Der Brexit würde das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich dämpfen": Sieben Fragen an Ferdinand Fichtner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536426.de Herr Fichtner, die Konjunktur in Deutschland zeigte zuletzt einen moderaten Aufschwung. Ist in Zukunft mit einer größeren Dynamik zu rechnen?

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist insgesamt sehr stabil. Dem sehr starken Jahresauftakt folgte ein eher schwaches zweites Quartal. Ab der zweiten Jahreshälfte 2016 erwarten wir ein insgesamt stetiges moderates Wachstum und eine sehr ausgeglichene Entwicklung der deutschen Wirtschaft. [...]

Das Interview mit Ferdinand Fichtner ist dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 24+25/2016 entnommen. Es steht sowohl als pdf-Dokument zur Verfügung als auch als Podcast.

Weitere Podcasts (www.diw.de/interview)

Weitere Wochenberichte


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Wed, 15 Jun 2016 09:49:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536426.de
Fußball-EM: Auswahlmannschaft des DFB ist einer von mehreren Favoriten. Kommentar von Gert G. Wagner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536436.de

Vor der Fußball-Europameisterschaft (EM) wurde in Deutschland die Auswahlmannschaft des Deutschen Fußballbundes (DFB) zum Favoriten auf den Gewinn des Titels ausgerufen. Das Ergebnis des ersten Spiels gibt auch Anlass, dies zu glauben. Wer eher mäßig spielt, aber trotzdem zu Null gewinnt, kann in einem Turnier weit kommen.

Scheinbar werden die vielfach angestellten Prognosen – oder sollte man besser Hoffnungen sagen? –, die das DFB-Team als kommenden Europameister sehen, durch eine Modellrechnung gestützt, die der Soziologe Jürgen Gerhards (FU Berlin), der Sportsoziologe Michael Mutz (Universität Gießen) und der Autor dieser Zeilen im Vorfeld der WM veröffentlicht haben. Doch dies ist zu kurz gedacht.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 24+25/2016

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Wed, 15 Jun 2016 09:45:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536436.de
DAX-30-Unternehmen erreichen erstmals 30 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten - In den Vorständen hingegen herrscht Stagnation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536128.de In den ersten fünf Monaten nach Einführung der Geschlechterquote ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten deutlich gestiegen (von 26,8 auf 30,2 Prozent) – 18 der DAX-30-Unternehmen erfüllen die 30-Prozent-Quote bereits

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotieren Unternehmen des Landes ist seit Einführung der Geschlechterquote um mehr als drei Prozentpunkte gestiegen. Anfang Juni lag er bei 30,2 Prozent. Das zeigt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach überschritten die DAX-30-Unternehmen insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke bei den Frauenanteilen in den Aufsichtsräten. Einzeln betrachtet erfüllen bereits 18 der 30 Unternehmen die gesetzliche Quote, die für den Großteil dieser DAX-Unternehmen seit Januar 2016 gilt. „Dieser Anstieg ist ein vergleichsweise deutlicher Schritt in die richtige Richtung und könnte ein Anzeichen für die Wirkung der Quote sein“, sagt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies.


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Fri, 10 Jun 2016 11:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.536128.de
Nuclear power and the uranium market: are reserves and resources sufficient? http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535933.de The increase of the use of atomic power in some emerging economies, in particular South Korea and China, has revitalized a discussion regarding the availability of uranium resources. Despite the fact that global uranium resources are more than sufficient to supply reactor-related demand for the rest of the century, some voices in the nuclear community expect a supply shortage for the upcoming decades, and the risk of prices tippling in the next 20 years. They argue with delayed construction times, untimely mining expansion and unfavorable market conditions. This Roundup takes a closer look at the arguments of the debate.


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Thu, 09 Jun 2016 02:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535933.de
SOEP-Konferenz: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Zukunftschancen der Kinder? http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535892.de Auf der 12. interdisziplinären SOEP-Nutzerkonferenz am 22. und 23. Juni in Berlin präsentieren Forschende aus aller Welt aktuelle Ergebnisse auf Basis der SOEP-Daten


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Thu, 09 Jun 2016 11:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535892.de
Ausländische Unternehmen investieren in Deutschland weniger in Forschung und Entwicklung http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535770.de Studie des DIW Berlin: Anteil auslandskontrollierter Unternehmen an FuE-Aktivitäten sinkt – Insgesamt sind die FuE-Ausgaben aber gestiegen, weil heimische Unternehmen deutlich mehr Geld ausgeben – Auslandskontrollierte Unternehmen investieren stärker in Spitzentechnologien und zuletzt vermehrt in mittelgroße Unternehmen

Die Investitionen privater Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE) sind zwischen 2011 und 2013 weiter gestiegen. Dabei investierten Unternehmen, die mehrheitlich vom Ausland aus kontrolliert werden, weniger in FuE als in den Jahren zuvor. Heimische Unternehmen gaben demgegenüber allerdings mehr Geld für FuE aus und stockten dafür auch ihr Personal auf. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Für ihre Analyse haben Heike Belitz und Alexander Eickelpasch aus der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin Daten der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbands und die Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass forschende Unternehmen produktiver sind: „Die Produktivität der forschenden Unternehmen überstieg die der nicht-forschenden im Jahr 2010 um etwa 60 Prozent“, so Eickelpasch.


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Wed, 08 Jun 2016 09:41:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535770.de
"Deutschland bleibt für ausländische Unternehmen ein wichtiger Forschungsstandort": Fünf Fragen an Alexander Eickelpasch http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535768.de Herr Eickelpasch, Sie haben die Beteiligung ausländischer Unternehmen an der Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland untersucht. Wie haben sich diese Beteiligungen in den letzten Jahren entwickelt?

Im Jahr 2013 sind gegenüber dem Jahr 2011 die FuE-Ausgaben um zehn Prozent auf 11,9 Milliarden Euro zurückgegangen. Ähnliches gilt auch für die Entwicklung des FuE-Personals, also der Beschäftigten, die mit Forschung und Entwicklung betraut sind. Auch dort ist das Volumen um knapp ein Zehntel geringer geworden. Damit ist auch der Anteil der auslandskontrollierten Unternehmen an den Forschungsaktivitäten in der gesamten Wirtschaft in Deutschland auf knapp 23 Prozent zurückgegangen, 2011 waren es noch 26 Prozent. [...]

Das Interview mit Alexander Eickelpasch ist dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 23/2016 entnommen. Es steht sowohl als pdf-Dokument zur Verfügung als auch als Podcast.

Weitere Podcasts (www.diw.de/interview)

Weitere Wochenberichte


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Wed, 08 Jun 2016 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535768.de
Bedingungsloses Grundeinkommen: unmögliches Schlaraffenland. Kommentar von Karl Brenke http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535774.de

Seit jeher gilt, dass grundsätzlich jeder, der arbeitsfähig ist, für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen habe – sei es als Einzelner oder als Teil einer größeren Gemeinschaft. Leistung dient nicht nur dem Broterwerb, sondern auch der Selbstbestätigung und sozialen Anerkennung. Durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) würde das Nichtstun zum Normalfall erklärt. Nicht der Einzelne sorgt mehr für sich und seine Kinder, der Staat soll es für ihn tun. Die Verantwortung wird der Obrigkeit übertragen, der Bürger macht sich zum Untertan – vielleicht ist das BGE gerade deshalb in Deutschland so beliebt.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 23/2016

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Wed, 08 Jun 2016 08:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535774.de
Arbeitskreis unterstützt zeithistorische Forschung bei Nutzung von Statistiken und Erhebungen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535569.de Für Zeithistoriker sind amtliche Statistiken und Datenerhebungen von zunehmendem wissenschaftlichem Interesse. Bislang werden diese Quellen vornehmlich von Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern analysiert. Die Sozialwissenschaften beziehen wiederum zunehmend historische Perspektiven in ihre Forschung ein. Diese Entwicklungen greift eine neue Kooperation zwischen der Universität Trier, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und der Werner Reimers Stiftung auf. Der interdisziplinäre Arbeitskreis „Archiv sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Erhebungen und amtlicher Statistiken Deutschlands nach 1945“ nimmt jetzt seine Arbeit auf.


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Mon, 06 Jun 2016 09:24:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535569.de
Elisabeth Bügelmayer has succesfully defended her dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535472.de Elisabeth Bügelmayer has sucessfully defended her dissertation on May 23rd at the Free University of Berlin.

Prof. Dr. Gerd G. Wagner and Prof. Dr. Helmut Lütkepohl congratulate her on her success!


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Fri, 03 Jun 2016 12:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535472.de
Ein Jahr nach Inkrafttreten: Mietpreisbremse wirkt nicht wie erhofft http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535261.de DIW-Studie vergleicht Mieten, Wohnungspreise und Bautätigkeit in Bezirken mit und ohne Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse hat bisher die Hoffnung nicht erfüllt, den Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten zu verlangsamen und so den Zugang von BezieherInnen kleiner und mittlerer Einkommen zum Wohnungsmarkt zu verbessern. Es gibt vielmehr Hinweise darauf, dass sie sogar teilweise das Gegenteil bewirkt und den Preisanstieg in den betroffenen Städten kurzfristig eher noch beschleunigt hat, weil insbesondere kurz vor der Einführung der Mietpreisbremse die Mieten gezielt erhöht wurden. Zudem erwarten Investoren offenbar auch zukünftig keine Beeinträchtigungen ihrer Mieteinnahmen. Dies kann aus dem nur geringen Einfluss der Mietpreisbremse auf die Wohnungspreise geschlossen werden. Damit sind auch die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen, die Mietpreisbremse würde die dringend benötigte Bautätigkeit erheblich hemmen, nicht eingetreten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Das Gesetz hat seine gewünschte Wirkung bisher nicht entfaltet. Vielmehr gibt es Möglichkeiten, sich nicht an die Vorgaben der Mietpreisbremse zu halten“, sagt DIW-Ökonom Claus Michelsen. So seien die Sanktionen bei Verstößen relativ lax. Außerdem sei es für MieterInnen schwierig, an die relevanten Informationen zu kommen und ihr Recht durchzusetzen. Nicht zuletzt deshalb hätten VermieterInnen vor Inkrafttreten des Gesetzes die Mieten teilweise kräftig angehoben.


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Wed, 01 Jun 2016 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.535261.de