Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin http://www.diw.de/de/diw_02.c.288763.de Nachrichten und Pressemitteilungen de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin http://diw.de/ „Shopping for a better World“ funktioniert nur bedingt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542788.de Kauf aus reinen Imagegründen kann sogar die Standards senken

Ob der Einkauf von ökologischen und fair gehandelten Produkten tatsächlich für bessere Produktionsstandards oder nur für ein gutes Gewissen sorgt, hängt davon ab, mit welcher Motivation diese Produkte gekauft werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Der steigende Absatz von nachhaltig gelabelten Produkten allein führt nicht automatisch zu höheren Produktionsstandards“, sagt Jana Friedrichsen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Wettbewerb und Verbraucher am DIW Berlin. Nur wenn ein echtes Interesse an alternativen Produktionsprozessen hinter der Kaufentscheidung steht und der Hersteller darauf reagiert, verbessern sich auch die Produktionsbedingungen. Wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch mit dem Kauf nachhaltiger Produkte nur an ihrem „grünen“ beziehungsweise sozialen Image interessiert sind, wird der Hersteller darauf reagieren – und nicht unbedingt seine Produktionsbedingungen verbessern. Im ungünstigsten Fall kann der Einkauf von nachhaltigen Produkten sogar dazu beitragen, dass die Produktpalette weniger nachhaltig wird. Die Studie liefert somit wichtige Hinweise für die Gestaltung von Maßnahmen zur Förderung nachhaltigen Konsums.


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Fri, 23 Sep 2016 09:53:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542788.de
"Das steigende Interesse an nachhaltigen Produkten führt nicht automatisch zu höheren Produktionsstandards": fünf Fragen an Jana Friedrichsen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542857.de Frau Friedrichsen, immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen zu ökologischen und fair gehandelten Produkten. Sorgt das tatsächlich für bessere Produktionsstandards oder nur für ein gutes Gewissen?

Das hängt davon ab, mit welcher Motivation die Produkte tatsächlich gekauft werden. Man kann sich vorstellen, dass einige Verbraucherinnen und Verbraucher wirklich daran interessiert sind, die Produktionsbedingungen zu verbessern. Wenn das tatsächlich die Motivation ist und der Hersteller darauf reagiert, werden sich auch die Produktionsbedingungen verbessern. Wenn aber die Verbraucherinnen und Verbraucher im Wesentlichen an einem nachhaltigen Image interessiert sind, um anderen Leuten zu signalisieren, dass sie sich für eine bessere Welt interessieren, dann ist anzunehmen, dass der Hersteller auch darauf reagieren wird und dem Kunden dieses Image verkauft und nicht seine Produktionsbedingungen verbessert. Das steigende Interesse an nachhaltigen Produkten führt also nicht automatisch zu höheren Produktionsstandards. [...]

Das Interview mit Jana Friedrichsen ist dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 38/2016 entnommen. Hier gibt es das Interview als pdf-Dokument und als Podcast.

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Fri, 23 Sep 2016 08:45:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542857.de
Die AfD: mehr als eine Protestpartei: Kommentar von Alexander Kritikos http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542859.de

Die Alternative für Deutschland (AfD) fährt derzeit einen Wahlerfolg nach dem anderen ein. Sachsen-Anhalt 24 Prozent, Baden-Württemberg 15 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern 21 Prozent, Berlin 14 Prozent. Vor der Flüchtlingskrise lag die AfD im Westen noch bei rund fünf Prozent, im Osten bei rund zehn Prozent.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 38/2016

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Fri, 23 Sep 2016 08:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542859.de
Anleihekaufprogramme der EZB heben Inflationserwartungen im Euroraum http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542863.de In Anbetracht drohender Deflation hat die EZB verschiedene Anleihekaufprogramme umgesetzt, um ihr Mandat für Preisstabilität zu erfüllen. Ein wesentliches Ziel dieser Programme ist die Anhebung der Inflationserwartungen, da diese sich maßgeblich auf die tatsächliche Inflation auswirken. In der vorliegenden Studie wird empirisch untersucht, wie effektiv die jüngsten unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen zur Steigerung der Inflationserwartungen waren. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Ankündigung der EZB-Anleihekaufprogramme die Inflationserwartungen im Euroraum signifikant angehoben haben; allerdings in eher bescheidenem Umfang. Insgesamt stiegen die Inflationserwartungen um 20 bis 30 Basispunkte.

Der gesamte Wochenbericht von Malte Rieth und Lisa Gehrt in: DIW Wochenbericht 38/2016


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Fri, 23 Sep 2016 08:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542863.de
C. Katharina Spieß in den erweiterten Vorstand des Vereins für Socialpolitik gewählt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542800.de Die Bildungs- und Familienökonomin C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professorin für Familien- und Bildungsökonomie an der Freien Universität Berlin, ist in den erweiterten Vorstand des Vereins für Socialpolitik (VfS) gewählt worden. Spieß wird dem erweiterten Vorstand ab 1. Januar 2017 für einen Zeitraum von vier Jahren angehören. „Die Berufung ist in erster Linie eine hervorragende Auszeichnung für die wissenschaftliche Arbeit von Frau Spieß, aber auch ein Beleg für die Relevanz des DIW Berlin in der wirtschaftspolitischen Beratung und Forschung“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher.


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Wed, 21 Sep 2016 01:40:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542800.de
Ausbau der ganztägigen Kindertagesbetreuung kann zur Zufriedenheit von Müttern beitragen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542392.de Eltern mit Kindern, die noch nicht zur Schule gehen, stehen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor besonderen Herausforderungen. Um diese Eltern besser zu unterstützen, hat die Politik sowohl den Ausbau von Plätzen in der öffentlichen Kindertagesbetreuung (Kita) forciert als auch ein bedarfsorientiertes Angebot an Ganztagsplätzen gesetzlich verankert. Der vorliegende Beitrag untersucht auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und der Stichprobe „Familien in Deutschland“ (FiD) für den Zeitraum der Ausbauphase zwischen 2007 und 2012, ob Mütter in Regionen mit besserem Zugang zu ganztägiger Kindertagesbetreuung zufriedener mit dem Familienleben waren. Den Ergebnissen zufolge waren vollzeiterwerbstätige Mütter in Paarhaushalten mit ihrem Familienleben zufriedener, wenn sie in westdeutschen Kreisen mit größerem Ganztagsangebot lebten. In Ostdeutschland ging die steigende regionale Verfügbarkeit von Ganztagsplätzen unabhängig vom Erwerbsstatus mit einer höheren Zufriedenheit einher. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Ausbau der Ganztagsbetreuung in den Jahren 2007 bis 2012 zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigetragen haben könnte.

Der gesamte Wochenbericht von Juliane F. Stahl und Pia S. Schober in: DIW Wochenbericht 37/2016


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Wed, 14 Sep 2016 04:17:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542392.de
Chancen auf eine hohe Führungsposition: Im Finanzsektor ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern am größten http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542360.de Die Möglichkeit zur Vollzeitarbeit ist in allen Branchen immer noch eine zentrale Voraussetzung für den Aufstieg

Frauen haben in Deutschland deutlich schlechtere Chancen auf eine hohe Führungsposition als Männer, im Geschlechtervergleich lagen sie im Finanzsektor am meisten zurück. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für die Jahre 2001 bis 2014. Obwohl es in der Finanzbranche vergleichsweise viele hohe Führungspositionen gibt, profitierten hiervon hauptsächlich Männer. Eine der größten Karrierehemmnisse für Frauen ist Forschungsdirektorin Elke Holst zufolge die Teilzeitarbeit. „Unternehmen präferieren nach wie vor Vollzeitkräfte in Führungspositionen“, so Holst und führt fort, „wenn flexible Arbeitszeitmodelle in der Rushhour des Lebens nicht als Karrierekiller enden sollen, ist ein Umdenken notwendig“.


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Wed, 14 Sep 2016 02:29:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542360.de
"Bessere Aufstiegschancen von Frauen tragen zur Reduzierung des Gender Pay Gap bei": neun Fragen an Elke Holst http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542258.de Frau Holst, der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist in Deutschland seit Jahren deutlich geringer als der der Männer. Haben sich die Chancen der Frauen, eine Führungsposition zu besetzen, mittlerweile ver­bessert?

Im Beobachtungszeitraum von 2001 bis 2014 haben sich die Chancen der Frauen im Vergleich zum Ausgangsjahr zumindest nicht statistisch signifikant verbessert. Bei den Männern waren sie, außer in den letzten beiden Jahren, stets besser als im Ausgangsjahr. [...]

Das Interview mit Elke Holst ist dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 37/2016 entnommen. Es steht sowohl als pdf-Dokument zur Verfügung als auch als Podcast.

Weitere O-Töne (www.diw.de/interview)

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Wed, 14 Sep 2016 11:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542258.de
Und jährlich grüßt der Steuerrekord: Kommentar von Stefan Bach http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542260.de

„Die Überbesteuerung ist nicht ein Zwischenfall, sondern vielmehr Prinzip“, schrieb Altmeister Karl Marx 1867 in seinem Hauptwerk „Das Kapital“. Nicht erst heute ist die Steuerbelastung hoch. In früheren Zeiten waren die Steuern auch bei geringeren Belastungsquoten meist noch viel drückender, denn die Menschen hatten geringe Realeinkommen, viele nicht einmal genug zum Leben. Gemessen daran leben wir heute im Paradies.

Trotzdem berichten die Medien ständig von Rekordsteuereinnahmen – wohl, um das Unbehagen an der hohen Steuerbelastung der Mittelschichten zu artikulieren. Gemeint sind damit die absoluten Steuereinnahmen in Euro pro Jahr.


Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 37/2016

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Wed, 14 Sep 2016 09:48:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542260.de
Jahresbericht 2015 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542021.de 2015 war ein wirtschaftlich wie politisch ereignisreiches Jahr, das wir im DIW Berlin intensiv sowohl analytisch als auch beratend begleitet haben. Für unser Institut war es darüber hinaus ein besonderes Jahr, da das DIW Berlin 90-jähriges Jubiläum gefeiert und strategische Grundlinien für die kommenden Jahre beschlossen hat.

Über diese und viele weitere Arbeitsschwerpunkte des DIW Berlin in Forschung, Politikberatung, Infrastrukturbereitstellung/SOEP und Nachwuchsförderung informiert Sie unser Jahresbericht 2015, den wir Ihnen zum Download in verschiedenen Formaten zur Verfügung stellen.

Jahresbericht 2015

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Fri, 09 Sep 2016 10:52:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542021.de
3. BIEN-Jahrestagung http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542176.de Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) richtet am 12. und 13. September 2016 die dritte Jahrestagung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten „Berlin Interdisciplinary Education Research Network“ (BIEN) aus. Zwei Tage lang präsentieren 36 Nachwuchsbildungsforscherinnen und Nachwuchsbildungsforscher aus Berlin und Brandenburg ihre Forschungsprojekte und diskutieren diese mit über 80 Bildungsforschern aus unterschiedlichen Disziplinen.

Das Thema der Tagung lautet „Bildungswege – Mechanismen der Selektion und Selbstselektion.“ Ziel der Tagung ist es auch in diesem Jahr, innovative Ansätze der Bildungsforschung zusammenzutragen und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu vernetzen.

In die Tagung führt der Bildungsökonom Prof. Dr. Hessel Oosterbeek, von der University of Amsterdam mit einem Vortrag zu methodischen Entwicklungen in der Bildungsökonomie ein.  

Prof. Dr. Hans Anand Pant von der Humboldt Universität und Geschäftsführer der deutschen Schulakademie schließt die Tagung mit der zweiten Keynote-Rede zum Thema „Welche Leistung zählt? - Leistungsvergleiche aus gesellschaftlicher Perspektive“.

Im Rahmen zweier Workshops spricht Prof. Dr. Petra Stanat (HU Berlin/IQB) mit den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern über die Forschungsförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG); Dr. Sabine Müller von der Leibniz Gemeinschaft zeigt ihnen verschiedene Karrieremöglichkeiten in der Wissenschaft sowie die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen auf.

Initiatorin des seit Oktober 2013 bestehenden Netzwerks ist Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am DIW Berlin. Mehr Informationen zur Tagung erhalten Sie per Anfrage von der BIEN Koordinatorin Vaishali Zambre  (bien-edu@diw.de).

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf der Projekt-Hompage von BIEN.

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Bild: DIW Berlin, BIEN-Tagung 2015


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Fri, 09 Sep 2016 10:51:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542176.de
Erbschaftsteuer: Nutzung der Firmenprivilegien hat Minderjährige zu Multimillionären gemacht http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542146.de Hohe Vorzieheffekte bei Unternehmensübertragungen – 90 Kinder, die 2011 bis 2014 mindestens 20 Millionen Euro steuerfrei übertragen bekamen, erhielten im Schnitt 327 Millionen Euro

Mit Blick auf die bevorstehende Erbschaftsteuerreform sind in den vergangenen Jahren erhebliche Unternehmensvermögen steuerfrei übertragen worden. Wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, haben davon in erster Linie Kinder unter 14 Jahren profitiert. Berechnungen des DIW-Steuerexperten Stefan Bach zufolge erhielten Minderjährige in den Festsetzungsjahren 2011 bis 2014 insgesamt 37,3 Milliarden Euro und damit mehr als ein Viertel aller steuerfreien Übertragungen, für die Altersangaben vorliegen. 29,4 Milliarden Euro davon gingen an 90 Kinder im Alter von unter 14 Jahren, denen jeweils ein Vermögen von mindestens 20 Millionen Euro übertragen wurde – das entspricht durchschnittlich 327 Millionen Euro pro Kind. „Offenbar haben vieler Unternehmerfamilien die günstigen erbschaftsteuerlichen Rahmenbedingungen seit dem Jahr 2009 genutzt, um Unternehmen oder Unternehmensanteile ungewöhnlich frühzeitig an die sehr junge Nachwuchsgeneration weiterzugeben“, so Bach. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Mertz hat er im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Daten der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik nach dem Alter und nach dem Geschlecht der Empfängerinnen und Empfänger ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass Frauen in den Jahren 2011 bis 2014 nur halb so viel Unternehmensvermögen steuerfrei geschenkt bekamen wie Männer. Auch bei hohen Erbschaften waren Frauen benachteiligt.


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Thu, 08 Sep 2016 11:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542146.de
Deutsche Wirtschaft schaltet vorübergehend einen Gang zurück http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542123.de Konjunkturprognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt in Deutschland steigt 2016 um 1,9 Prozent, 2017 um 1,0 Prozent und 2018 um 1,6 Prozent – Folgen des Brexit-Votums belasten das Wachstum vorübergehend – Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, Lohnzuwächse schwächen sich aber ab – Öffentliche Kassen in allen drei Jahren mit Überschüssen

Der deutsche Konjunkturmotor dürfte vorübergehend etwas ins Stottern geraten: Laut der aktuellen Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wird das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr nach einem unerwartet kräftigen Jahresauftakt zwar noch um voraussichtlich 1,9 Prozent zunehmen und damit sogar etwas stärker als im Juni vom DIW Berlin prognostiziert. Im Winterhalbjahr dürfte dann aber das Brexit-Votum seine Spuren hinterlassen und das deutsche Wirtschaftswachstum belasten. Auch deshalb wird die deutsche Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um lediglich 1,0 Prozent zunehmen. Außerdem macht sich bemerkbar, dass es im kommenden Jahr drei Arbeitstage weniger gibt als in diesem Jahr – dies allein dämpft das Wachstum um vier Zehntel-Prozentpunkte.


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Thu, 08 Sep 2016 11:06:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542123.de
Steuereinnahmen bleiben hoch – Schätzung für 2017 muss nach unten korrigiert werden http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542109.de Die Steuereinnahmen werden in diesem Jahr laut aktueller DIW-Schätzung kräftiger zunehmen als in den Haushalten von Bund, Ländern und Gemeinden angesetzt – Einnahmen bleiben auch künftig hoch, aber konjunkturelle Abflachung dämpft Entwicklung in den kommenden Jahren

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden werden in diesem Jahr nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) um 3,6 Prozent auf 697,7 Milliarden Euro steigen – deutlich mehr, als noch im Mai von der amtlichen Steuerschätzung prognostiziert (691,2 Milliarden Euro). Für 2017 und 2018 dürften die Steuereinnahmen jedoch  hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben.


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Thu, 08 Sep 2016 10:41:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542109.de
Brexit-Verhandlungen nicht überfrachten: Kommentar von Karl Brenke http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542151.de Elf Wochen sind es nunmehr her, dass sich die Wähler des Vereinigten Königreichs für einen Austritt ihres Landes aus der EU entschieden haben. Da das Votum überraschte, kam es zu einem wilden Auf und Ab auf den Aktienmärkten. Schnell legte sich die Aufregung aber wieder. Das britische Pfund wertete nach der Entscheidung deutlich ab, zuletzt erholte sich der Wechselkurs aber wieder etwas. Offenbar wird auch im Falle des Brexit nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wurde.

Da sich die einmal mehr hyperaktiven Finanzmärkte beruhigt haben, sollte es der Politik umso leichter fallen, nun die Weichen so zu stellen, dass sich der Schaden der anstehenden EU-Verkleinerung für alle Beteiligten in möglichst engen Grenzen hält. Die zweifellos größte Gefahr besteht in einer Behinderung und einer sich daraus ergebenden Einschränkung des Waren- und Dienstleistungsaustauschs zwischen der EU und UK.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 36/2016


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Thu, 08 Sep 2016 09:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542151.de
"Brexit-Votum ist Gift für die Investitionstätigkeit in Deutschland": sieben Fragen an Ferdinand Fichtner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542149.de Herr Fichtner, die wirtschaftliche Entwicklung in  Deutschland zeigte sich zuletzt insgesamt stabil. Wird  das auch in Zukunft so bleiben?

Im Vergleich zum Sommer mussten wir unsere Prognose für nächstes Jahr deutlich zurücknehmen, weil wir davon ausgehen, dass die Brexit-Entscheidung ganz maßgeblich das Wachstum dämpfen wird. Dieses Jahr weisen wir eine etwas höhere  Wachstumsrate aus, weil wir mit etwas mehr Schwung ins Jahr 2016 gestartet sind, aber nächstes Jahr 2017 müssen wir die Wachstumsrate von 1,4 Prozent im Sommer zurücknehmen auf ein Prozent. [...]

Das Interview mit Ferdinand Fichtner ist aus dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 36/2016. Hier gibt es das Interview als pdf-Dokument und als Podcast.

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Thu, 08 Sep 2016 09:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.542149.de
Studie zu früherer Fluchtzuwanderung zeigt Ansatzpunkte für Integration aktuell Geflüchteter http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541848.de Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des DIW Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin untersuchten Integration Geflüchteter, die vor allem in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen – Befragungsdaten deuten auf schwierige Startbedingungen hin, mit der Zeit konnten Geflüchtete bei Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt aber gegenüber anderen MigrantInnen aufholen

Wie kann die Integration der vor allem in den Jahren 2014 und 2015 zahlreich nach Deutschland geflüchteten Menschen gelingen? Eine Gruppe von Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Humboldt-Universität zu Berlin haben einen Blick in die jüngere Vergangenheit geworfen, um zur Beantwortung dieser Frage beitragen zu können. Ihre zentrale Erkenntnis: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnten Geflüchtete, die in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen, bei ihren Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen MigrantInnen aufholen.


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Thu, 01 Sep 2016 11:21:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541848.de
"Vielzahl der Maßnahmen und Initiativen lässt auf schnellere Integration aktuell Geflüchteter hoffen": fünf Fragen an Martin Kroh http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541824.de Herr Kroh, das DIW Berlin hat die Befragungsdaten von Geflüchteten analysiert, die überwiegend in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen. Wie viele der damals Geflüchteten haben in Deutschland eine Arbeit gefunden?

In unserer Untersuchungsgruppe berichten etwa zwei Drittel aller geflüchteten Männer, dass sie in den ersten fünf Jahren ihres Aufenthalts in Deutschland eine Stelle gefunden haben. Bei Frauen liegt der Anteil deutlich niedriger. Nur jede vierte Frau hat in diesem Zeitraum eine Arbeit gefunden. Insgesamt liegt die Erwerbslosenzahl auch Jahre nach der Ankunft in Deutschland etwas höher als bei anderen Zuwanderern. [...]

Das Interview mit Martin Kroh ist aus dem Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 35/2016. Hier gibt es das Interview als pdf-Dokument und als Podcast.

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Thu, 01 Sep 2016 10:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541824.de
Viele Geflüchtete brachten Berufserfahrung mit, aber nur ein Teil einen Berufsabschluss http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541842.de Schulische und berufliche Qualifikationen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Geflüchtete und andere MigrantInnen erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Welche Qualifikationen haben MigrantInnen bereits im Herkunftsland erworben, welche in Deutschland? Und in welchem Maße können im Ausland erworbene Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden? Mithilfe der IAB-SOEP-Migrationsbefragung lässt sich zeigen, dass der Großteil der in diesem Bericht untersuchten Gruppen von MigrantInnen die schulische Bildung im Ausland abschloss und dort bereits berufliche Erfahrungen sammelte. Nur ein Teil kann jedoch auch formale Berufsabschlüsse vorweisen. Ein Drittel der Geflüchteten und anderer MigrantInnen beantragt die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, wobei die Anerkennungsquote aber insbesondere unter den Geflüchteten gering ist. Für MigrantInnen, die ihre Qualifikationen im Herkunftsland erwarben, ist mit Blick auf eine Arbeitsaufnahme in Deutschland entscheidend, dass sie über eine Qualifikation verfügen, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachgefragt wird. Grundsätzlich sollten sie einerseits die deutsche Sprache erlernen und in andere Bildungsmaßnahmen investieren und andererseits – sofern möglich – ihre schulischen und beruflichen Zertifikate in Deutschland anerkennen lassen.

Der gesamte Wochenbericht von Elisabeth Liebau und Zerrin Salikutluk in: DIW Wochenbericht 35/2016


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Thu, 01 Sep 2016 10:57:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541842.de
Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund nutzen freiwillige Bildungsangebote seltener – mit Ausnahme der Schul-AGs http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541837.de Nicht verpflichtende Bildungsangebote wie die Teilnahme an Schul-AGs, der Besuch von Kindertageseinrichtungen (Kitas) und die Nutzung von non-formalen Bildungsangeboten wie außerschulische Sport- oder Musikaktivitäten spielen eine wichtige Rolle bei der Integration in eine Gesellschaft. Doch inwieweit nehmen Kinder und deren Familien die freiwilligen Angebote auch in Anspruch? Dieser Frage geht der vorliegende Bericht auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und der gemeinsamen Migrationsbefragung des SOEP und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstmals speziell für solche Kinder nach, die einen Fluchthintergrund haben. Die Studie zeigt, dass Kinder von Geflüchteten einzelne freiwillige Angebote wie Schul-AGs genauso häufig oder sogar häufiger in Anspruch nehmen als andere Kinder. Allerdings besuchen sie, insbesondere wenn sie jünger als drei Jahre sind, seltener eine Eltern-Kind-Gruppe oder eine Kita. Im Schulalter nehmen sie sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe zudem seltener an sportlichen Aktivitäten außerhalb der Schule teil. Integrationsbemühungen sollten daher auch diese außerschulischen Aktivitäten in den Fokus nehmen und zielgerichtet Kinder, Jugendliche und deren Familien adressieren. Bei den schulischen Arbeitsgemeinschaften wurde schon viel erreicht – dieses Potential gilt es zu nutzen und weiterhin zu fördern.

Der gesamte Wochenbericht von C. Katharina SpießFranz Westermaier und Jan Marcus in: DIW Wochenbericht 35/2016


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Thu, 01 Sep 2016 10:54:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.541837.de