Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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28.09.2016

In Deutschland hohe und stabile Solidaritätsbereitschaft mit notleidenden EU-Ländern

DIW-Studie zeigt: Fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland findet Hilfe für EU-Krisenländer richtig – Rund 30 Prozent  lehnen sie ab – Kürzungen von Sozialausgaben in den Krisenländern werden auch hierzulande kritisch bewertet

Entgegen dem oft propagierten Bild unterstützen viele Bürgerinnen und Bürger die deutschen Hilfen für finanziell in Not geratene EU-Länder. Im zweiten Halbjahr 2015 hielten es 48 Prozent der Erwachsenen für richtig, dass Deutschland anderen EU-Mitgliedsländern finanziell hilft. Rund 30 Prozent lehnten dies ab und etwa 20 Prozent waren indifferent. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Universität Leipzig auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Im Vergleich mit früheren Befragungen des Eurobarometer seit 2010 hat die Unterstützung der Bevölkerung nicht nachgelassen. „Obwohl sich die Krise in einigen südeuropäischen Ländern in dieser Zeit deutlich verschärft hat und bestimmte Jahre, etwa während der Griechenlandkrise, von negativen Schlagzeilen geprägt waren, ist die Bereitschaft zur Solidarität weiterhin hoch“, fassen die Autoren Holger Lengfeld, Professor für Soziologie der Universität Leipzig, und Martin Kroh, stellvertretender SOEP-Leiter, das Ergebnis der Studie zusammen.

28.09.2016

Wärmemonitor Deutschland 2015: Mit der Erfahrung kommt der Sanierungserfolg

Weiter sinkender Energiebedarf – Wohnungswirtschaft nimmt Vorreiterrolle ein – Kleinere Unternehmen und Private brauchen mehr Unterstützung

Der Trend zum sinkenden Energiebedarf in Deutschland setzt sich fort. Dies bestätigt der vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters ista Deutschland GmbH berechnete Wärmemonitor 2015. Demnach ist der Heizenergiebedarf von Mehrfamilienhäusern in Deutschland seit dem Jahr 2003 insgesamt um rund 18 Prozent gesunken. Die Auswertungen des Wärmemonitors zeigen, dass die Energiepreise je Kilowattstunde in der abgelaufenen Heizperiode 2015 im deutschlandweiten Durchschnitt abermals kräftig um gut sechs Prozent gegenüber der Vorperiode gesunken sind. Im Zweijahresvergleich  zahlten die privaten Haushalte im Jahr 2015 durchschnittlich gut 14 Prozent weniger an Heizkosten. Unterschiede beim Energiebedarf gibt es trotz einer allmählichen Annäherung nach wie vor zwischen den alten und neuen Ländern: In den alten Ländern lag der Heizenergiebedarf nach vorläufigen Berechnungen für die Heizperiode 2015 rund 6,5 Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauch in den neuen Ländern. Zuletzt ist auch das Gefälle zwischen den Bundesländern mit einem hohen durchschnittlichen Heizenergiebedarf im Norden und den Ländern im Süden etwas kleiner geworden.

28.09.2016

DIW Konjunkturbarometer September 2016: Deutsche Wirtschaft setzt Aufwärtsbewegung fort

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sinkt im September von 100 auf 98 Punkte. Damit signalisiert es nur noch knapp einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Vierteljahr. Diese Abschwächung dürfte allerdings die Entwicklung im dritten Quartal unterschätzen, denn sie ist wohl vor allem den deutlichen Rückgängen bei der Industrieproduktion und bei den Ausfuhren geschuldet. Diese dürften wiederum maßgeblich der frühen Lage der Werksferien bei einigen Unternehmen geschuldet sein – diese fanden dieses Jahr bereits im Juli statt. Es gibt bereits Anzeichen, dass die Ausfälle im August aufgeholt wurden.  Daher dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zu Ende gehenden dritten Quartal wohl unterm Strich mit einem Zuwachs von knapp 0,3 Prozent nur geringfügig schwächer ausfallen als im zweiten Quartal; in diesem war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent gestiegen. Die deutsche Wirtschaft folgt damit weiter ihrem stabilen Aufwärtstrend.

23.09.2016

„Shopping for a better World“ funktioniert nur bedingt

Kauf aus reinen Imagegründen kann sogar die Standards senken

Ob der Einkauf von ökologischen und fair gehandelten Produkten tatsächlich für bessere Produktionsstandards oder nur für ein gutes Gewissen sorgt, hängt davon ab, mit welcher Motivation diese Produkte gekauft werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Der steigende Absatz von nachhaltig gelabelten Produkten allein führt nicht automatisch zu höheren Produktionsstandards“, sagt Jana Friedrichsen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Wettbewerb und Verbraucher am DIW Berlin. Nur wenn ein echtes Interesse an alternativen Produktionsprozessen hinter der Kaufentscheidung steht und der Hersteller darauf reagiert, verbessern sich auch die Produktionsbedingungen. Wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch mit dem Kauf nachhaltiger Produkte nur an ihrem „grünen“ beziehungsweise sozialen Image interessiert sind, wird der Hersteller darauf reagieren – und nicht unbedingt seine Produktionsbedingungen verbessern. Im ungünstigsten Fall kann der Einkauf von nachhaltigen Produkten sogar dazu beitragen, dass die Produktpalette weniger nachhaltig wird. Die Studie liefert somit wichtige Hinweise für die Gestaltung von Maßnahmen zur Förderung nachhaltigen Konsums.

21.09.2016

C. Katharina Spieß in den erweiterten Vorstand des Vereins für Socialpolitik gewählt

Die Bildungs- und Familienökonomin C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professorin für Familien- und Bildungsökonomie an der Freien Universität Berlin, ist in den erweiterten Vorstand des Vereins für Socialpolitik (VfS) gewählt worden. Spieß wird dem erweiterten Vorstand ab 1. Januar 2017 für einen Zeitraum von vier Jahren angehören. „Die Berufung ist in erster Linie eine hervorragende Auszeichnung für die wissenschaftliche Arbeit von Frau Spieß, aber auch ein Beleg für die Relevanz des DIW Berlin in der wirtschaftspolitischen Beratung und Forschung“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

14.09.2016

Chancen auf eine hohe Führungsposition: Im Finanzsektor ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern am größten

Die Möglichkeit zur Vollzeitarbeit ist in allen Branchen immer noch eine zentrale Voraussetzung für den Aufstieg

Frauen haben in Deutschland deutlich schlechtere Chancen auf eine hohe Führungsposition als Männer, im Geschlechtervergleich lagen sie im Finanzsektor am meisten zurück. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für die Jahre 2001 bis 2014. Obwohl es in der Finanzbranche vergleichsweise viele hohe Führungspositionen gibt, profitierten hiervon hauptsächlich Männer. Eine der größten Karrierehemmnisse für Frauen ist Forschungsdirektorin Elke Holst zufolge die Teilzeitarbeit. „Unternehmen präferieren nach wie vor Vollzeitkräfte in Führungspositionen“, so Holst und führt fort, „wenn flexible Arbeitszeitmodelle in der Rushhour des Lebens nicht als Karrierekiller enden sollen, ist ein Umdenken notwendig“.

08.09.2016

Erbschaftsteuer: Nutzung der Firmenprivilegien hat Minderjährige zu Multimillionären gemacht

Hohe Vorzieheffekte bei Unternehmensübertragungen – 90 Kinder, die 2011 bis 2014 mindestens 20 Millionen Euro steuerfrei übertragen bekamen, erhielten im Schnitt 327 Millionen Euro

Mit Blick auf die bevorstehende Erbschaftsteuerreform sind in den vergangenen Jahren erhebliche Unternehmensvermögen steuerfrei übertragen worden. Wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, haben davon in erster Linie Kinder unter 14 Jahren profitiert. Berechnungen des DIW-Steuerexperten Stefan Bach zufolge erhielten Minderjährige in den Festsetzungsjahren 2011 bis 2014 insgesamt 37,3 Milliarden Euro und damit mehr als ein Viertel aller steuerfreien Übertragungen, für die Altersangaben vorliegen. 29,4 Milliarden Euro davon gingen an 90 Kinder im Alter von unter 14 Jahren, denen jeweils ein Vermögen von mindestens 20 Millionen Euro übertragen wurde – das entspricht durchschnittlich 327 Millionen Euro pro Kind. „Offenbar haben vieler Unternehmerfamilien die günstigen erbschaftsteuerlichen Rahmenbedingungen seit dem Jahr 2009 genutzt, um Unternehmen oder Unternehmensanteile ungewöhnlich frühzeitig an die sehr junge Nachwuchsgeneration weiterzugeben“, so Bach. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Mertz hat er im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Daten der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik nach dem Alter und nach dem Geschlecht der Empfängerinnen und Empfänger ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass Frauen in den Jahren 2011 bis 2014 nur halb so viel Unternehmensvermögen steuerfrei geschenkt bekamen wie Männer. Auch bei hohen Erbschaften waren Frauen benachteiligt.

08.09.2016

Deutsche Wirtschaft schaltet vorübergehend einen Gang zurück

Konjunkturprognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt in Deutschland steigt 2016 um 1,9 Prozent, 2017 um 1,0 Prozent und 2018 um 1,6 Prozent – Folgen des Brexit-Votums belasten das Wachstum vorübergehend – Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, Lohnzuwächse schwächen sich aber ab – Öffentliche Kassen in allen drei Jahren mit Überschüssen

Der deutsche Konjunkturmotor dürfte vorübergehend etwas ins Stottern geraten: Laut der aktuellen Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wird das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr nach einem unerwartet kräftigen Jahresauftakt zwar noch um voraussichtlich 1,9 Prozent zunehmen und damit sogar etwas stärker als im Juni vom DIW Berlin prognostiziert. Im Winterhalbjahr dürfte dann aber das Brexit-Votum seine Spuren hinterlassen und das deutsche Wirtschaftswachstum belasten. Auch deshalb wird die deutsche Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um lediglich 1,0 Prozent zunehmen. Außerdem macht sich bemerkbar, dass es im kommenden Jahr drei Arbeitstage weniger gibt als in diesem Jahr – dies allein dämpft das Wachstum um vier Zehntel-Prozentpunkte.

08.09.2016

Steuereinnahmen bleiben hoch – Schätzung für 2017 muss nach unten korrigiert werden

Die Steuereinnahmen werden in diesem Jahr laut aktueller DIW-Schätzung kräftiger zunehmen als in den Haushalten von Bund, Ländern und Gemeinden angesetzt – Einnahmen bleiben auch künftig hoch, aber konjunkturelle Abflachung dämpft Entwicklung in den kommenden Jahren

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden werden in diesem Jahr nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) um 3,6 Prozent auf 697,7 Milliarden Euro steigen – deutlich mehr, als noch im Mai von der amtlichen Steuerschätzung prognostiziert (691,2 Milliarden Euro). Für 2017 und 2018 dürften die Steuereinnahmen jedoch  hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben.

01.09.2016

Studie zu früherer Fluchtzuwanderung zeigt Ansatzpunkte für Integration aktuell Geflüchteter

Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des DIW Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin untersuchten Integration Geflüchteter, die vor allem in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen – Befragungsdaten deuten auf schwierige Startbedingungen hin, mit der Zeit konnten Geflüchtete bei Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt aber gegenüber anderen MigrantInnen aufholen

Wie kann die Integration der vor allem in den Jahren 2014 und 2015 zahlreich nach Deutschland geflüchteten Menschen gelingen? Eine Gruppe von Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Humboldt-Universität zu Berlin haben einen Blick in die jüngere Vergangenheit geworfen, um zur Beantwortung dieser Frage beitragen zu können. Ihre zentrale Erkenntnis: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnten Geflüchtete, die in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen, bei ihren Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen MigrantInnen aufholen.

31.08.2016

DIW Konjunkturbarometer August 2016: Brexit-Votum hinterlässt erste Spuren

Nachdem die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr um kräftige 0,4 Prozent höher ausgefallen war als zum Jahresauftakt, dürfte die hiesige Wirtschaft ihre Aufwärtsbewegung zwar fortsetzen, allerdings etwas an Schwung verlieren. Im laufenden Quartal wird das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten wohl noch um gut 0,3 Prozent zunehmen. Dies signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das im August die 100-Punkte-Marke knapp halten kann und damit ein Wachstum anzeigt, das dem langfristigen Durchschnitt entspricht.

24.08.2016

AfD bindet relativ viele NichtwählerInnen und Personen aus dem rechten Lager an sich

Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels: Die Alternative für Deutschland (AfD) findet zunehmend Zuspruch im rechten politischen Lager und bei NichtwählerInnen – AnhängerInnen geben an, unzufrieden mit der Demokratie zu sein und sich um Zuwanderung zu sorgen

Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht derzeit vor allem Männer, BürgerInnen in den neuen Bundesländern, Personen mit geringer und mittlerer Bildung, ArbeiterInnen und Arbeitslose sowie junge Personen unter 30 Jahren an. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor. DIW-Experte Martin Kroh hat dafür gemeinsam mit Karolina Fetz vom Berliner Institut für Empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität die im SOEP erfragte Parteibindung untersucht. Diese bildet längerfristige Trends in der Unterstützung von Parteien ab und ist nicht mit einer konkreten Wahlabsicht oder -entscheidung zu verwechseln, die auch auf kurzfristigen Einflüssen und Erwägungen beruhen kann. Kroh und Fetz fanden heraus, dass sich das Anhängerprofil der AfD seit der Parteigründung verändert hat. „Die AfD bindet der Befragung zufolge immer mehr frühere NichtwählerInnen und WählerInnen rechtsextremer Parteien an sich sowie Personen, die sich auch tatsächlich als politisch rechts oder sehr rechts verorten. Aber auch aus dem Kreis ehemaliger FDP- oder Linken-WählerInnen gewinnt sie AnhängerInnen“, sagt Fetz. „Zudem scheint sie zunehmend für jüngere Menschen attraktiv zu sein.“

10.08.2016

Die Auswirkung des Brexit-Votums auf die Konjunktur: Welche Rolle spielt die Unsicherheit?

DIW-Forscher zeigen, dass die durch das Brexit-Votum ausgelöste wirtschaftliche Unsicherheit der europäischen und deutschen Wirtschaft in beträchtlichem Maße schaden könnte und wohl auch zwei Jahre später noch bemerkbar sein wird – Deutsche Wirtschaft vor allem von sinkenden Unternehmensinvestitionen betroffen – Politik sollte auch daher stärkere Investitionsanreize setzen

Unsicherheit spielt in der Wirtschaft eine große Rolle. Doch was hat es genau für Folgen, wenn sich auf den Finanzmärkten, in Unternehmen und unter Konsumentinnen und Konsumenten mit einem Schlag große wirtschaftliche Unsicherheit breit macht? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist dieser Frage am Beispiel des Brexit-Votums nachgegangen und hat mithilfe einer kontrafaktischen Analyse den Effekt des mit dem Brexit-Votum induzierten Unsicherheitsschocks isoliert. Das Ergebnis: Der Effekt des überraschenden Brexit-Votums wirkt auch Monate später noch auf Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote und Verbraucherpreisindex. Insgesamt wird der Modellrechnung zufolge das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum durch diesen Schock acht Monate später rund 0,2 Prozent niedriger liegen. Die deutsche Wirtschaft ist durch ihre große Offenheit und Abhängigkeit vom Handel sogar noch stärker betroffen. Hier wird das BIP um 0,4 Prozent nach unten gedrückt. „Selbst nach zwei Jahren wird das Bruttoinlandsprodukt immer noch unter dem Niveau sein, das es ohne diesen Unsicherheitsschock erreicht hätte“, lautet das Fazit der Experten.

03.08.2016

Brexit-Entscheidung könnte in Deutschland im nächsten Jahr 0,3 Prozentpunkte Wachstum kosten

Brexit belastet weltweiten Handel und dämpft Investitionen – Auch in Deutschland wird Konjunktur wohl in Mitleidenschaft gezogen – Unsicherheit über die Exporte – Investitionszurückhaltung und weniger Dynamik bei Einkommen und Konsum

Aufgrund der Entscheidung für den EU-Austritt Großbritanniens dürfte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozentpunkte und im nächsten Jahr um 0,3 Prozentpunkte weniger wachsen als bisher erwartet. Zu diesem Ergebnis kommen die Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktualisierten Prognose, die auf  Ergebnissen des National Institute Of Economic and Social Research (NIESR) in London aufbaut. Die künftig wohl höheren Kosten im Handel und die Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung des Vereinigten Königreichs führen nach DIW-Einschätzung dazu, dass sich vielerorts Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Die damit verbundene geringere Nachfrage hemmt die deutsche Wirtschaft mit ihrer starken Ausrichtung auf Investitionsgüterexporte. Dies dürfte hierzulande die Investitionstätigkeit im Exportsektor zusätzlich dämpfen und wegen einer etwas schwächeren Einkommensentwicklung auch zu einer geringeren Dynamik beim Konsum führen. Weltweit wird die Wirtschaftsleistung durch die Brexit-Entscheidung wohl etwas gedämpft werden, neben Großbritannien dürfte vor allem der Euroraum in Mitleidenschaft gezogen werden. „Es herrscht Unsicherheit in vielfacher Hinsicht“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Diese Unsicherheit sorgt bereits jetzt für eine schwächere Wirtschaftsentwicklung – und nicht erst, wenn es tatsächlich zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union kommt.“

27.07.2016

DIW Konjunkturbarometer Juli 2016: Deutsche Wirtschaft trotz Brexit-Votum noch auf stabilem Aufwärtskurs

Die deutsche Wirtschaft dürfte ihren moderaten Aufwärtskurs fortsetzen. Hierauf weist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin, das sich im Sommerhalbjahr bei 100 Punkten hält und damit ein durchschnittliches Wachstum von etwa 0,3 Prozent sowohl für das zweite als auch das dritte Quartal jeweils gegenüber dem Vorquartal anzeigt. „Auf die Brexit-Entscheidung dürften heimische Unternehmen zwar – auch wegen der unklaren Absatzperspektiven auf dem britischen Markt – mit zurückhaltenden Investitionen reagieren“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner, „auf das deutsche Wachstum merklich durchschlagen wird die Entscheidung der britischen Bevölkerung für den EU-Ausstieg aber wohl vor allem erst im kommenden Jahr.“

27.07.2016

Gesetzliche Rentenversicherung: mehr Stabilität durch Einbeziehung von Selbständigen

Eine Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung auf bisher nicht obligatorisch versicherte Selbständige hätte positive Effekte auf die finanzielle Stabilität des Rentensystems. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. Dabei kommt es auch auf die zeitliche Umsetzung der Reform an: „Würde man morgen alle Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen, könnten die Beitragssätze sofort um über einen Prozentpunkt sinken“, sagt DIW-Ökonom Peter Haan. Im anderen untersuchten Extremfall wurden nur neue Selbständige in die Rentenversicherung einbezogen, mit der Folge, dass die Entlastungseffekte zunächst sehr klein sind und erst nach dem Jahr 2040 ihr Maximum erreichen. „Sinnvoll wäre eine Reformvariante, die zwischen diesen beiden untersuchten Extremfällen liegt. Damit könnte man die gesetzliche Rentenversicherung gezielt in den kritischen Jahren stärken, in denen die Babyboomer in Rente gehen.“ Allerdings wurden in der Studie Anpassungsreaktionen nicht berücksichtigt. Sofern sich die Betroffenen der Versicherungspflicht entziehen oder weniger Einkommen erzielen, überschätzt die vorgelegte Simulationsrechnung die Beitragssatzentlastung

26.07.2016

Veränderungen in der Familie können die Überzeugung von Jugendlichen verringern, selbst über ihr Leben zu bestimmen

Jugendliche, die mehrfach einen Partnerwechsel bei den Eltern erlebt haben, glauben später weniger als andere junge Erwachsene, über ihr Leben selbst bestimmen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die DIW-Forscherinnen Frauke Peter und C. Katharina Spieß auf der Basis von Daten der Langzeituntersuchung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) erstellt haben. „Vor allem Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren verlieren nach Veränderungen in der Familie eher an Vertrauen in sich selbst“, sagt die Bildungsökonomin Frauke Peter. Die für Deutschland repräsentative Studie wurde kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift B.E. Journal of Economic Analysis & Policy online veröffentlicht.

20.07.2016

Wirtschaft und Arbeitsmarkt Berlins: Gelingt der Sprung von der Start-up-City zur Wachstumsmetropole?

Umfassende Berlin-Studie über Arbeitsmarkt, Gründungen und öffentliche Investitionen zeigt Chancen auf und gibt Handlungsempfehlungen – Ergebnis: Gutes Potential, aber Produktivitätsschwäche und geringe Innovationskraft – Berlin braucht schnell wachsende Unternehmen

Hat Berlin die Trendwende geschafft? Nach einer langen Phase der Stagnation liegt die Stadt auf einem stabilen Wachstumskurs. Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und Bevölkerung steigen seit Jahren überdurchschnittlich, die Arbeitslosigkeit sinkt nach und nach. Allerdings liegt sie noch immer über dem Bundesdurchschnitt, zudem tritt die Stadt bei der Produktivität und damit verbunden bei den Einkommen auf der Stelle. „Berlin ist in Europa die einzige Hauptstadt, deren Produktivität und Pro-Kopf-Einkommen unter dem Landesdurchschnitt liegt“, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Berlin ist in den vergangenen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Es könnten goldene Jahrzehnte vor Berlin liegen – die Politik muss die Weichen aber richtig stellen, um das enorme Potential der Stadt besser zu nutzen.“ Dafür sind eine ganze Reihe an Maßnahmen nötig, wie der DIW-Regionalökonom Martin Gornig betont: „Unter anderem müssen die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen verbessert, das Fachkräftepotential im mittleren Ausbildungsbereich gestärkt und vor allem die anstehenden Infrastrukturausbauten realisiert werden.“ Diese und weitere Handlungsempfehlungen gehen aus mehreren Studien des DIW Berlin zur Wirtschaft und zum Arbeitsmarkt Berlins hervor, in deren Rahmen DIW-Wissenschaftler insbesondere die Bereiche Arbeitsmarkt, Gründungen und öffentliche Investitionen unter die Lupe genommen haben.

06.07.2016

Brexit-Entscheidung könnte Wirtschaftswachstum bereits kurzfristig dämpfen

Aufgrund der Brexit-Entscheidung könnte das Wachstum der deutschen Wirtschaft bereits im nächsten Jahr spürbar schwächer ausfallen als bisher erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Analyse. Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven für das Vereinigte Königreich ist im Nachgang des Referendums gestiegen. Das zeigt sich etwa an den höheren Preisen von Kreditausfallversicherungen für britische Staatsanleihen oder an starken Schwankungen an den Aktienmärkten. Die Unsicherheit dürfte dazu führen, dass sich die britischen Unternehmen zunächst mit Investitionen, aber auch mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zurückhalten, zumal sie vermutlich bereits jetzt schlechtere Finanzierungsbedingungen in Kauf nehmen müssen. Dies dürfte die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien und damit aber auch die Exportmöglichkeiten für deutsche Unternehmen dämpfen. „Vor diesem Hintergrund ist es auch in wirtschaftlicher Hinsicht im Interesse beider Seiten, die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven und insbesondere über das zukünftige Verhältnis Großbritanniens zur Europäischen Union so weit wie möglich zu reduzieren“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

06.07.2016

Stahl, Zement, Aluminium: EU-Emissionshandel könnte effektive Anreize zur CO2-Reduktion bei Grundstoffen setzen

Ein internationales Forscherkonsortium unter Beteiligung des DIW Berlin hat Reformmöglichkeiten des EU ETS geprüft – Ergebnis: Durch die Kombination aus dynamischer Zertifikatszuteilung und einer Verbrauchsabgabe können die Anreize des Emissionshandels wirksamer werden, ohne die Wettbewerbsposition der europäischen Grundstoffindustrie zu schwächen

Das europäische Emissionshandelssystem EU ETS könnte trotz international unterschiedlicher CO2-Preise wirksamere Anreize als gegenwärtig schaffen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase der Grundstoffindustrie zu reduzieren. Das zeigt die Untersuchung eines internationalen Forscherkonsortiums, an dem auch Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beteiligt sind. Gelingen könnte dies den Forschern zufolge durch die Kombination einer dynamischen Zertifikatszuteilung mit einer den Emissionshandel ergänzenden Verbrauchsabgabe auf CO2-intensive Grundstoffe wie Stahl, Zement und Aluminium.

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