Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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25.05.2016

80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger befürworten Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Deutschland

„Stimmungsbarometer zu Geflüchteten in Deutschland“ untersucht Einstellungen, Erwartungen und Befürchtungen der Bevölkerung – Großteil der Befragten befürwortet Aufenthaltsrecht gemäß EU-Recht und Genfer Flüchtlingskonvention – Mehrheit plädiert dafür, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Lage im Herkunftsland gebessert hat

Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland stimmt den geltenden Asylregeln zu. Das zeigt eine Befragung im Rahmen des im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) angesiedelten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Demnach finden es mehr als 80 Prozent der Befragten richtig, Menschen Zuflucht zu gewähren, die vor einem bewaffneten Konflikt aus ihrem Heimatland fliehen. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich auch für die Aufnahme von Flüchtlingen aus, die unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen. Allerdings variiert die Zustimmung je nach Fluchtursache: Menschen, die wegen ihres Kampfes für die Menschenrechte oder ihrer Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten verfolgt werden, können auf breitere Aufnahmebereitschaft hoffen als etwa verfolgte Gewerkschafter. Ebenfalls eine Mehrheit der befragten Bürgerinnen und Bürger (55 Prozent) sprach sich dafür aus, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Situation im Herkunftsland verbessert hat und die Fluchtursache erloschen ist.

19.05.2016

Private versus kommunale Energieversorger: Kein
genereller Trend zur Rekommunalisierung und keine Effizienzunterschiede

DIW Berlin untersucht in drei Studien Entwicklungen der Energie- und Wasserversorgung ­– Private Versorger arbeiten nicht effizienter als öffentliche – Konsolidierung der Trinkwasserbranche bringt kaum Vorteile

Immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland erzeugen und vertreiben wieder Strom, Gas und Wärme in Eigenregie: Die Zahl der öffentlichen Energieversorger ist in den Jahren 2003 bis 2012 um 17 Prozent gestiegen. Allerdings nahm die Zahl der privaten Versorger im selben Zeitraum um 49 Prozent zu und damit fast dreimal so stark. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. „Von einer Verdrängung privater Energieversorger durch Rekommunalisierungen kann keine Rede sein“, sagt Astrid Cullmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin. Gemeinsam mit ihren KollegInnen Maria Nieswand, Stefan Seifert und Caroline Stiel hat sie erstmals verfügbare Daten von Energiestatistiken, Jahresabschlüssen öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen sowie das Unternehmensregister ausgewertet. Auch die Umsatzentwicklung der Unternehmen liefert keine Anzeichen für einen Rekommunalisierungstrend. Im Gegenteil: Die öffentlichen Versorger haben weitere Umsatzanteile verloren. Sie erwirtschafteten im Jahr 2012 nur noch etwas mehr als ein Viertel der Umsätze im Energiesektor, obwohl sie die Mehrheit der Unternehmen stellen.

11.05.2016

US-amerikanische Schieferölproduktion schwächt Marktmacht der OPEC

DIW-Analyse: Flexibles Schieferölangebot setzt die Organisation erdölexportierender Länder unter Druck – Ölpreise könnten längere Zeit niedrig bleiben

Die Schieferölproduktion in den USA schränkt die Marktmacht der in der OPEC organisierten Ölförderländer zunehmend ein. Zu diesem Schluss kommen der Energieökonom Aleksandar Zaklan und Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), in einer aktuellen Analyse. Weil die unkonventionelle Ölförderung über das sogenannte Fracking flexibler sei als die konventionelle Ölförderung und zudem immer effizienter werde, könnten die OPEC-Staaten nicht mehr so leicht wie früher den Marktpreis beeinflussen, indem sie ihre Fördermengen strategisch anpassen.

11.05.2016

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in Deutschland kein Auslaufmodell

Bedeutung „normaler“ Arbeitsverhältnisse in Voll- oder Teilzeit ist gemessen an allen Erwerbsfähigen seit 1984 nicht gesunken – Zwar sind anteilig mehr Menschen als früher prekär beschäftigt, dafür aber weniger nicht-erwerbstätig – Ökonomen schlagen Maßnahmen für bessere Absicherung vor

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sind einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge in Deutschland nach wie vor die Regel. Gemessen an allen erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 67 Jahren war im Jahr 2013 mehr als die Hälfte der ArbeitnehmerInnen „normal“ beschäftigt. Dazu zählen Angestellte und BeamtInnen, die Vollzeit- und Teilzeitjobs ab 18 Stunden pro Woche ausüben, Auszubildende und Personen, die sich in Mutterschutz oder Elternzeit befinden. Im Vergleich zum Jahr 1984 ist ihr Anteil bis 2013 sogar um drei Prozentpunkte auf 54 Prozent gestiegen und dürfte heute noch höher liegen. „Zwar sind mehr Menschen prekär beschäftigt als noch vor der Jahrtausendwende, in Mini-Jobs oder als Solo-Selbständige“, sagt Gert G. Wagner, Vorstandsmitglied beim DIW Berlin. „Allerdings ging das nicht zulasten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“ Denn: Immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter sind auch tatsächlich berufstätig – der Anteil der Nicht-Erwerbstätigen ist von 32 Prozent im Jahr 1984 (Westdeutschland) auf 20 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Vor allem Frauen, die früher oft zu Hause blieben und sich überwiegend um Familie und Haushalt kümmerten, gehen heute häufiger einer bezahlten und statistisch auch erfassten Erwerbstätigkeit nach.

06.05.2016

Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA etwa gleich schnell

Bitte beachten Sie: Diese Pressemitteilung ist eine korrigierte Version.

Studie des DIW Berlin vergleicht die Anteile der BezieherInnen mittlerer Einkommen in den USA und in Deutschland im zeitlichen Verlauf – Die Anteile am Gesamteinkommen sinken in beiden Ländern – Auch die Höhe der mittleren Einkommen ist seit dem Jahr 2000 gesunken

In Deutschland und den USA schrumpfen die Mittelschichten. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Um mehr als fünf Prozentpunkte sank zwischen 1991 und 2013 in beiden Ländern der Anteil der Mittelschicht an der Gesamtbevölkerung. Zur Einkommensmittelschicht zählen alle Erwachsenen, deren gesamtes Haushaltseinkommen vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 67 und 200 Prozent des Medians beträgt. Der Median trennt die einkommensstärkere von der einkommensschwächeren Bevölkerungshälfte. In Deutschland zählten vor allem die ausländischen BürgerInnen zu den AbsteigerInnen aus der Mitte der Einkommensverteilung. In den USA waren es überwiegend aus Lateinamerika eingewanderte Menschen, die abstiegen. Weiße US-BürgerInnen schafften hingegen überdurchschnittlich oft den Sprung in die Gruppe der hohen Einkommen. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Beschäftigungsaufbau habe in Deutschland nicht zu einer Stabilisierung der mittleren Einkommen beigetragen, sagen die SOEP-Verteilungsexperten am DIW Berlin, Markus M. Grabka, Jan Goebel, Carsten Schröder und Jürgen Schupp.

06.05.2016

KORREKTUR | Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA etwa gleich schnell

Korrektur der Pressemitteilung vom 06.05.2016

Bitte beachten Sie: Bei der Anpassung der in Deutschland üblichen Bezugsgrößen an die in der amerikanischen Vergleichsstudie verwendete Methode ist uns im DIW Wochenbericht Nr. 18/2016 ein Fehler in der Berechnung unterlaufen, den wir hiermit berichtigen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

An den Kernaussagen des Berichtes ändert sich nichts: Die Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA in etwa gleichem Tempo. Bei den Niveaus ergeben sich jedoch teils deutliche Unterschiede.

Der Wortlaut der Pressemitteilung ist unverändert, die korrigierten Zahlen sind fett gedruckt. Zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Messverfahren finden Sie am Ende dieser Pressemitteilung zusätzliche Erläuterungen. Auch bei Verwendung des in Deutschland üblichen und in früheren DIW Wochenberichten verwendeten Konzepts zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Zum Vergleich finden Sie diese Werte ebenfalls in der Tabelle am Ende dieser Pressemitteilung.

28.04.2016

DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert in den Sachverständigenrat für Umweltfragen berufen

Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ist von der Bundesregierung in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen worden. Der Sachverständigenrat berät die Politik seit 1971 in wichtigen Umweltfragen und soll ihr umfassende und zielgerichtete Handlungsempfehlungen geben. „Die Berufung von Prof. Claudia Kemfert in den Sachverständigenrat für Umweltfragen des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ist eine Auszeichnung für ihre exzellente Arbeit und eine Bestätigung für den Fokus auf Themen der nachhaltigen Wirtschaftspolitik des DIW Berlin“, erklärt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

27.04.2016

DIW Konjunkturbarometer April 2016: Moderates Wachstum, aber Konjunkturrisiken bleiben hoch

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden zweiten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Darauf deutet das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin. Damit fällt das Wachstum noch einmal robust aus, nachdem die Produktion bereits im ersten Quartal mit 0,6 Prozent deutlich angezogen haben dürfte. „Vor allem die Industrie ist nach einem schwächeren zweiten Halbjahr 2015 gut in das Jahr 2016 gestartet“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner: „Auch im zweiten Quartal dürfte das Produktionswachstum – vor allem wegen der Exporte – nochmal recht kräftig ausfallen.“

27.04.2016

Erbschaften in Europa: Wer viel verdient, erbt häufiger

DIW-Studie: Bis 2010 hatten 27 bis 40 Prozent aller Haushalte in vielen Euroländern geerbt oder eine Schenkung erhalten – Steuern auf Erbschaften und Schenkungen in Deutschland durch Ausnahmeregelungen geprägt

Einkommensstarke Personen erben öfter und erhalten deutlich höhere Beträge als einkommensschwache. Ein größeres Vermögen bauen die Gutverdiener aber auch deswegen auf, weil sie auf Grund ihrer sozialen Herkunft selbst bessere Verdienstchancen haben. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die von der Hans-Blöcker-Stiftung in Auftrag gegeben wurde. „Wer aus vermögendem Hause kommt, erzielt überdurchschnittlich oft selbst ein hohes Einkommen und kann sich darüber hinaus öfter über Erbschaften und Schenkungen freuen“, sagen die DIW-Ökonomen Christian Westermeier und Markus Grabka sowie ihre Kollegin Anita Tiefensee von der Hertie School of Governance. Sie haben untersucht, welche Rolle Erbschaften und Schenkungen für die Vermögensposition der Haushalte und die Vermögensungleichheit im Euroraum spielen. Weil sich die Datenqualität stark unterscheidet und nicht für alle Euroländer dieselben Informationen vorliegen, beschränkt sich die Untersuchung auf acht Länder: Griechenland,  Spanien, Portugal, Zypern, Frankreich, Österreich, Belgien und Westdeutschland – für Ostdeutschland liegen keine verlässlichen Zahlen zur Bewertung von vor der Wiedervereinigung geerbten Vermögenswerten vor.

14.04.2016

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2016: Aufschwung bleibt moderat - Wirtschaftspolitik wenig wachstumsorientiert

Die Wirtschaftsforschungsinstitute schätzen, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2016 um 1,6 Prozent zunehmen wird; im Herbst hatten sie noch 1,8 Prozent vorhergesagt. „Ausschlaggebend für die Revision war ausschließlich, dass sich die Weltwirtschaft Ende 2015 merklich abgekühlt hat. Die deutsche Binnenkonjunktur stellt sich aus heutiger Sicht sogar besser dar als noch im Herbst“, sagte Timo Wollmershäuser, Leiter des ifo Zentrums für Konjunkturforschung. Insgesamt befindet sich die deutsche Konjunktur in einem moderaten Aufschwung.

13.04.2016

Schwache private Investitionen in Deutschland untermauern Handlungsbedarf

Unternehmen investieren heute kaum mehr als vor der Finanz- und Wirtschaftskrise – Handlungsempfehlungen der Expertenkommission zur Stärkung von Investitionen bleiben aktuell – Zusätzliche steuerliche Anreize sind denkbar

Die Unternehmen in Deutschland investieren nach wie vor nur sehr verhalten in ihre Produktionsanlagen: Wie aktuelle Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen, dürften die privaten Investitionen hierzulande im vergangenen Jahr lediglich wieder das Niveau von vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht haben – obwohl die Wirtschaftsleistung seitdem deutlich stärker gestiegen ist. In den USA beispielsweise liegt das Investitionsniveau heute hingegen um etwa 14 Prozent höher als im Jahr 2007. Selbst in der deutschen Industrie lagen die Bruttoinvestitionen nicht einmal so hoch wie die Abschreibungen auf den vorhandenen Kapitalstock. „Die schwachen privaten Investitionen können die Produktivität und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands langfristig gefährden“, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

06.04.2016

Zinswende in den USA: Auswirkungen bisher moderat, Schwellenländer sollten sich aber wappnen

US-Notenbank Fed hat historische Niedrigzinsphase beendet – Verwerfungen auf den Finanzmärkten blieben einer Analyse des DIW Berlin zufolge bisher aus

Die von der US-Notenbank Fed Ende vergangenen Jahres eingeleitete Zinswende hat einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge nicht zu Verwerfungen an den Finanzmärkten geführt. Schwellenländer wie Mexiko oder Brasilien mussten infolge der Leitzinsanhebung nur etwas höhere Finanzierungskosten hinnehmen als zuvor. Plötzliche Kapitalabflüsse oder ein Ausverkauf von Vermögenswerten blieben – anders als befürchtet – aus. Auch die USA selbst müssen heute kaum höhere Zinsen auf ihre Staatsschuld zahlen als noch im vergangenen Jahr. „Es ist beruhigend zu sehen, dass die Zinswende in den USA bisher ohne größere Turbulenzen vonstattengegangen ist“, sagt der DIW-Experte für Geldpolitik, Christoph Große Steffen. Zahlreiche ÖkonomInnen hatten im Vorfeld erwartet, dass insbesondere Schwellenländer unter der Entscheidung leiden könnten, wenn ihre Währungen gegenüber dem Dollar an Wert verlieren, Einfuhren deshalb teurer werden und in Dollar aufgenommene Kredite schwerer zurückzuzahlen sind und den Schuldenstand nach oben treiben.

23.03.2016

DIW Konjunkturbarometer März 2016: Deutsche Wirtschaft mit kräftigem Jahresauftakt

Die deutsche Wirtschaft dürfte mit einem kräftigen Plus in das Jahr gestartet sein: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für das erste Vierteljahr 2016 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Der Indexstand des Barometers ist im Vergleich zum Februar um fast zwei Punkte gestiegen und liegt mit nun 103 Punkten klar über dem Schwellenwert von 100 Punkten, der ein durchschnittliches Wachstum der Wirtschaftsleistung anzeigt.

23.03.2016

Umstrittenes ANFA-Abkommen des Euro-Systems: keinerlei Belege für verbotene Finanzierung von Staatsdefiziten

Mehr Transparenz der Euro-Notenbanken würde die Glaubwürdigkeit des Eurosystems stärken

Der Vorwurf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) unter dem Deckmantel des sogenannten ANFA-Abkommens verbotene Staatsfinanzierung betreibt, scheint angesichts der vorliegenden Daten unbegründet. Dafür gäbe es keine Belege, urteilt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) nach einer Analyse der Vermögenspositionen in den Bilanzen der Notenbanken. Allerdings sei der Verdacht anhand dieser Daten auch nicht eindeutig zu widerlegen. Die DIW-Ökonomin Kerstin Bernoth und ihr Kollege Philipp König raten deswegen zu mehr Transparenz: „Die Tatsache, dass die Öffentlichkeit gegenüber den Motiven der Zentralbanken misstrauisch wird, birgt für die Geldpolitik im Euroraum das Risiko, dass das wichtigste Gut der Zentralbank beschädigt wird: ihre Glaubwürdigkeit.“

16.03.2016

Steuereinnahmen steigen weniger stark als erwartet

Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden nehmen laut aktueller DIW-Schätzung in diesem Jahr um 1,7 Prozent zu, im kommenden Jahr um 4,3 Prozent – Amtliche Schätzung ging zuletzt noch von etwas mehr aus 

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden werden auch in diesem und im kommenden Jahr deutlich steigen – nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) allerdings nicht ganz so stark, wie noch im vergangenen November bei der amtlichen Steuerschätzung erwartet. Das geht aus Berechnungen der DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden auf Basis der aktuellen Konjunkturprognose des DIW Berlin hervor, denen zufolge 2016 insgesamt 684,8 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen werden. Dabei nehmen die Steuereinnahmen in diesem Jahr jedoch mit vermindertem Tempo zu: Insbesondere der Anstieg der Lohnsteuereinnahmen wird durch die Anhebung von Grund- und Kinderfreibetrag gedämpft. „Weil der Arbeitsmarkt in Deutschland weiterhin gut läuft und immer mehr Menschen eine Beschäftigung finden, ist die Grunddynamik bei der Lohnsteuer jedoch nach wie vor kräftig“, so van Deuverden. „Die Lohnsteuereinnahmen könnten allerdings noch stärker zunehmen, würden sich die Pro-Kopf-Löhne nicht vergleichsweise verhalten entwickeln.“ Höher ist die Dynamik bei den Mehrwertsteuereinnahmen, denn der nominale Konsum wird weiter kräftig zulegen. Dazu tragen auch die Ausgaben in Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration bei.

16.03.2016

Deutsche Wirtschaft trotz schwierigen Fahrwassers auf Wachstumskurs

Konjunkturprognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen – Robuster Arbeitsmarkt, steigende Löhne und Ausgaben für Geflüchtete befeuern Konsum – Investitionen und Weltwirtschaft dämpfen Wachstum

Die deutsche Wirtschaft dürfte dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge in diesem Jahr trotz des eingetrübten weltwirtschaftlichen Umfelds um 1,6 Prozent wachsen. Damit halten die KonjunkturforscherInnen ihre Prognose im Vergleich zum Dezember 2015 nahezu stabil. Wie im vergangenen Jahr trägt die Konsumnachfrage maßgeblich zum Wachstum bei: Immer mehr Menschen kommen in Beschäftigung, die Löhne steigen spürbar. Verbunden mit Kaufkraftgewinnen infolge der niedrigen Energiepreise befeuert dies den privaten Konsum. Hinzu kommen die Ausgaben für Unterbringung, Versorgung und Integration der in Deutschland lebenden Geflüchteten. Weiterhin äußerst verhalten entwickeln sich jedoch die Ausrüstungsinvestitionen, die zuletzt sogar gesunken sind. Ab dem Frühjahr dürfte die Nachfrage nach deutschen Exportgütern auf vielen ausländischen Absatzmärkten wieder etwas stärker zunehmen. Insgesamt entwickelt sich die Weltwirtschaft aber schwach: 2016 dürfte die globale Wirtschaftsleistung mit etwas mehr als drei Prozent wachsen und damit – wie schon im vergangenen Jahr – so langsam wie seit der Finanzkrise im Jahr 2009 nicht mehr. Viele rohstoffexportierende Schwellenländer kämpfen nach wie vor mit den niedrigen Ölpreisen, und die Konjunktur in China ist auf einen schwächeren Wachstumspfad eingeschwenkt.

11.03.2016

Brutto-Stundenverdienste in typischen Frauenberufen 2014 im Schnitt um acht Euro - oder 39 Prozent - niedriger als in typischen Männerberufen

Typische Männerberufe oftmals mit höherem Akademisierungsgrad – doch auch akademisierte Frauenberufe werden häufig schlechter bezahlt – Aufwertung weiblich konnotierter Berufe durch bessere Bezahlung

Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sind im Jahr 2014 um rund acht Euro brutto in der Stunde geringer entlohnt worden als männlich dominierte Berufe. In typischen Frauenberufen wurden durchschnittlich zwölf Euro pro Stunde verdient, in typischen Männerberufen 20 Euro. Die Differenz beträgt damit fast 40 Prozent. Dies zeigt eine Sonderauswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) anlässlich des Equal Pay Day am 19. März 2016. Die Analyse berücksichtigt Erwerbstätige in der Privatwirtschaft in typischen Frauen- und Männerberufen. Hierbei handelt es sich um Berufe, in denen die Anteile von Frauen beziehungsweise Männern jeweils bei 70 Prozent und mehr liegen. Der Unterschied zwischen den Brutto-Stundenlöhnen in typischen Frauen- und Männerberufen bewegt sich seit 2001 auf hohem Niveau und hat sich im Untersuchungszeitraum nur leicht verringert.

09.03.2016

Betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung steigert Zufriedenheit der Mütter - die der Väter nicht

DIW-Studie untersucht, wie sich die Zufriedenheit erwerbstätiger Eltern ändert, wenn ihr Arbeitgeber Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie einführt

Hilft der Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung, steigen die Arbeits- und die allgemeine Lebenszufriedenheit der im Unternehmen tätigen Mütter. Die Zufriedenheit der Väter hingegen bleibt weitestgehend unberührt. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die im aktuellen Wochenbericht 10/2016 veröffentlicht wurde. Die DIW-Expertin Johanna Storck hat gemeinsam mit Verena Lauber von der Universität Heidelberg untersucht, wie sich die Zufriedenheit arbeitender Eltern ändert, wenn ihr Unternehmen eine betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung einführt, etwa indem es Kita-Plätze zur Verfügung stellt oder finanzielle Unterstützung zur Kinderbetreuung leistet. Wie Daten der SOEP-Zusatz-Stichprobe „Familien in Deutschland“ zeigen, wirkt sich dies nur auf die Mütter aus. „Möglich ist, dass Väter von dem Problem der Vereinbarkeit weniger belastet sind oder dass für Väter eher Maßnahmen wichtig wären, die ihnen erlauben, mehr Zeit mit Familie und Kindern zu verbringen“, urteilen die Autorinnen.

02.03.2016

Auch in Doppelverdiensthaushalten: Vollzeiterwerbstätige Frauen leisten deutlich mehr Hausarbeit als Männer – Unterschiede verringern sich kaum

SOEP-Sonderauswertung anlässlich des Weltfrauentags am 8. März: Tradierte Aufgabenteilung im Haushalt besteht fort – DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst spricht sich für stärkere partnerschaftliche Aufgabenteilung im Haushalt aus – Familienarbeitszeit und Kita-Ausbau würden dies unterstützen

Erwerbstätige Frauen, die mit ihrem ebenfalls erwerbstätigen Partner in einem Haushalt leben, leisten in Deutschland im Durchschnitt mehr Hausarbeit und kümmern sich länger um die Kinder als ihre Partner. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Frau einen Vollzeitjob hat, wie aus einer aktuellen Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März hervorgeht. Auf Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) hat die DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies Elke Holst herausgefunden, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Hausarbeit und Kinderbetreuung zwar leicht zurückgehen, Frauen in Paarhaushalten aber durchschnittlich noch immer deutlich mehr leisten als ihre Partner. So kümmerten sich vollzeiterwerbstätige Frauen in sogenannten Doppelverdiensthaushalten im Jahr 2014 an einem Werktag gut eineinhalb Stunden um den Haushalt und fast fünf Stunden um die Betreuung der Kinder. Vollzeiterwerbstätige Männer investierten im Durchschnitt gut eine Stunde beziehungsweise rund zweieinhalb Stunden in diese Aufgaben. Die Frauen wendeten damit an einem Werktag durchschnittlich gut drei Stunden mehr Zeit für Hausarbeit und Kinderbetreuung auf. „Mehrbelastungen bei der unbezahlten Arbeit schränken die Zeitsouveränität und damit die Flexibilität ein – das ist ein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt, der vor allem Frauen trifft“, erklärt Holst.

25.02.2016

Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland: Große Hilfsbereitschaft, obwohl die Skepsis überwiegt

Neue repräsentative Umfrage gibt Auskunft über Ansichten und Engagement der Bürger in Deutschland – Mehrheit sieht größere Risiken als Chancen – Vier von zehn Menschen wollen sich in Zukunft für Geflüchtete einsetzen

Obwohl die Mehrheit der Menschen in Deutschland skeptisch auf den Zustrom Geflüchteter blickt, sind das Engagement und die Hilfsbereitschaft hierzulande groß. Das zeigt eine aktuelle Befragung im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). So gaben 30 Prozent von 2.000 repräsentativ ausgewählten deutschsprechenden Personen im Januar an, Flüchtlinge seit dem vergangenen Jahr mit Geld- oder Sachspenden unterstützt zu haben. „Die Hilfsbereitschaft für geflüchtete Menschen ist enorm, wenn man bedenkt, dass für alle Spendenanlässe zusammen pro Jahr 40 Prozent der Bürger Geld geben“, sagt Jürgen Schupp, SOEP-Direktor und einer der Autoren der Studie, die im DIW Wochenbericht 8/2016 veröffentlicht wurde. Rund 44 Prozent der Befragten gaben an, sich in Zukunft auf die eine oder andere Weise für Flüchtlinge einsetzen zu wollen.

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