Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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12.04.2017

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2017: Aufschwung festigt sich trotz weltwirtschaftlicher Risiken

Pressemitteilung der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

05.04.2017

Chinesische Investoren verfolgen in Europa unterschiedliche Strategien

DIW-Studie: In Westeuropa steht Technologietransfer als Motiv für Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen im Vordergrund, in Mittel- und Osteuropa der Zugang zum EU-Binnenmarkt – Je nach Investitionsart, Neugründung oder Übernahme, unterscheiden sich die Faktoren, die die Investitionen beeinflussen

Chinesische Investoren verfolgen in der Europäischen Union unterschiedliche Strategien je nach Zielland. Für Investitionen in Westeuropa ist die Hauptmotivation der Zugang zu fortschrittlichen Technologien. Dort wird aus China mehrheitlich durch den Erwerb von Unternehmensanteilen investiert, zum Beispiel von hidden champions, also Marktführer in ihrem speziellen Marktsegment. In Mittel- und Osteuropa werden dagegen öfter Neugründungen vorgenommen. Hier geht es für chinesische Investoren eher darum, sich einen Eintritt in den EU-Binnenmarkt zu verschaffen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die zudem die genauen Bestimmungsfaktoren für diese zwei verschiedenen Investitionsformen untersucht.

Demnach sind die wichtigsten Faktoren, die Investitionen aus China bestimmen, die Marktgröße im Zielland und die Intensität des bilateralen Handels zwischen diesem Land und China. Bei Neugründungen wirken sich Lohnstückkosten, die Größe des industriellen Sektors und die Regulierungsdichte eher negativ auf die Investitionen aus China aus. „Solide Institutionen, die auf stark regulierte, härter umkämpfte Märkte hinweisen, wirken eher abschreckend auf chinesische Investoren“, so Studienautor Christian Dreger. „Hier weisen Chinesen möglicherweise ein anderes Risikoempfinden auf als westliche Investoren, die bei Neugründungen vor Zielregionen mit hoher Wettbewerbsintensität weniger zurückschrecken.“ In anderen Punkten aber unterscheiden sich die Determinanten für chinesische Direktinvestitionen kaum von gängigen Mustern.

29.03.2017

DIW Konjunkturbarometer März 2017: Industrie mit lebhaftem Jahresauftakt

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) klettert für das erste Quartal auf 107 Punkte und signalisiert damit für den Jahresbeginn 2017 ein überdurchschnittliches Plus beim Bruttoinlandsprodukt; der Zuwachs dürfte im ersten Quartal bei knapp 0,6 Prozent liegen, etwas höher noch als im Schlussquartal 2016.

29.03.2017

DIW Berlin untersucht Alternativen zum Ehegattensplitting

Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag schafft fiskalische Spielräume und erhöht die Erwerbsbeteiligung von Frauen   

Die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag könnte bis zu gut 15 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen erzielen. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. „Wenn man die Mehreinnahmen in den Ausbau und die qualitative Verbesserung von Kitas und Ganztagsschulen investiert, würde dies vor allem Familien mit Kindern – ob mit oder ohne Trauschein – zugutekommen. Belastet würden vor allem besserverdienende Ehepaare mit ungleich hohem Einkommen“, sagt DIW-Ökonomin Katharina Wrohlich, die die Studie zusammen mit Stefan Bach, Björn Fischer und Peter Haan durchgeführt hat. Die Abschaffung des Ehegattensplittings würde auch spürbare Beschäftigungseffekte auslösen, da es die Arbeitsanreize für verheiratete Frauen erhöht. Daraus würden zusätzliche Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen entstehen.

22.03.2017

Batterieunterstützte Eigenversorgung mit Solarstrom kann unter bestimmten Voraussetzungen einen positiven Beitrag zur Energiewende leisten

DIW-Studie: Batterieunterstützte Eigenversorgung mit Solarstrom wächst deutlich, ist momentan aber noch ein Nischenmarkt – Sie kann einzel- und gesamtwirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, birgt aber auch Risiken – Batteriespeicher sollten systemorientiert betrieben und für weitere Markinteraktionen genutzt werden, um einen möglichst positiven Beitrag zur Energiewende zu leisten.  

Zunehmend produzieren Haushalte in Deutschland ihren eigenen Strom aus Photovoltaik-Anlagen und speichern ihn mittels Batterien. Noch ist dies ein Nischensegment, mit ca. 50.000 installierten Speichern, es wächst aber rapide. Ohne Batteriespeicher erreichen Haushalte mit Aufdach-Photovoltaikanlagen einen Eigenversorgungsanteil von rund einem Drittel – durch Batteriespeicher lässt er sich deutlich steigern. Dabei bleiben die Haushalte aber mit dem Stromnetz verbunden und beziehen noch in vielen Stunden Strom aus dem Netz oder speisen ihn in das Netz zurück.

17.03.2017

SOEP-Analyse des DIW Berlin zum Weltglückstag am 20. März: Lebenszufriedenheit in Ostdeutschland holt auf

Die Menschen in ganz Deutschland sind heute zufriedener als zum Tiefpunkt 2004

Die Menschen in West- und Ostdeutschland sind seit 2015 im Durchschnitt zufriedener als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Wiedervereinigung (Abbildung 1). Dass die Zufriedenheit in Deutschland im Vergleich zu 1990 deutlich angestiegen ist, geht im Wesentlichen auf den Aufholprozess in Ostdeutschland zurück. Das in Ostdeutschland gemessene Niveau der Zufriedenheit liegt jedoch auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch unter dem westdeutschen Niveau (Abbildung 2). Das zeigt eine neue Auswertung von Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin

„So ernüchternd es ist, dass es ihn immer noch gibt: Der Abstand zwischen Ost und West hat sich über die Jahre maßgeblich verringert und ist so niedrig wie noch nie“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp, der die Analyse durchgeführt hat.

15.03.2017

Konjunkturmotor trotz zahlreicher Risiken weiter auf Touren

Deutsche Wirtschaft bleibt robust und dürfte 2017 um 1,4 Prozent wachsen – Beschäftigungsaufbau hält an, höhere Inflation dämpft aber privaten Verbrauch – Investitionen nach wie vor schwach – Nur begrenzte finanzpolitische Spielräume

Brexit und Trump zum Trotz präsentiert sich die deutsche Wirtschaft nach wie vor robust und dürfte auch in diesem Jahr deutlich wachsen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) prognostiziert einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,4 Prozent und erhöht seine Vorhersage aus dem Dezember damit um 0,2 Prozentpunkte. Deutlich nach oben korrigierte offizielle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass sich der Beschäftigungsaufbau nicht seit Mitte vergangenen Jahres abgeflacht hat, sondern bis zuletzt dynamisch blieb – und so dürfte es auch weitergehen: 600.000 Erwerbstätige werden nach der DIW-Prognose in diesem und weitere 440.000 im nächsten Jahr hinzukommen. Die Arbeitslosenzahl sinkt weiter, obwohl mehr und mehr Geflüchtete eine Arbeitserlaubnis erhalten und einen Job suchen. Es gibt jedoch zwei Wermutstropfen, die in auffälligem Kontrast stehen zum Beschäftigungsboom: Erstens investieren die Unternehmen nach wie vor äußerst verhalten und zweitens steigt der private Konsum in der ersten Jahreshälfte 2017 nur moderat.

15.03.2017

Steuereinnahmen nehmen vor allem dieses Jahr nur verhalten zu

Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden werden hinter bisherigen Erwartungen zurückbleiben – Gewinnsteuern schwächeln vor allem im Jahr 2017

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen werden dieses Jahr voraussichtlich um rund 1,6 Prozent auf 714,6 Milliarden Euro und nächstes Jahr um über 3,5 Prozent auf 740,2 Milliarden Euro steigen, so die Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis seiner jüngsten Konjunkturprognose. Der Anstieg der Steuereinnahmen schwächt sich ab: Im Jahr 2015 hatten sie noch um 4,6 Prozent, im Jahr 2016 um 4,4 Prozent zugenommen.

15.03.2017

Kommunale Investitionen: Engpässe bei Planungs- und Baukapazitäten bremsen Städte und Gemeinden aus

Obwohl der Bund zusätzliche Gelder für Investitionen bereitstellt, investieren Kommunen kaum mehr als zuvor – Bau- und Planungsämter haben in den letzten 25 Jahren deutlich mehr als ein Drittel Personal abgebaut – Kommunale Infrastrukturgesellschaft und Investitionsrücklage in öffentlichen Haushalten könnten helfen

Die kommunale Infrastruktur fährt nach wie vor auf Verschleiß: In den vergangenen beiden Jahren investierten Städte und Gemeinden in Deutschland deutlich weniger in Straßen, Schulen und andere Gebäude, als diese an Wert verloren. Wie eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, liegt dies maßgeblich an zu geringen Kapazitäten der Bauwirtschaft und fehlendem Personal in den Bau- und Planungsämtern, die in den vergangenen 25 Jahren stark ausgedünnt wurden. „Obwohl die Bundesregierung den Kommunen zusätzliche Gelder zur Verfügung gestellt hat, sind die kommunalen Investitionen bisher nicht substanziell gestiegen“, sagt DIW-Ökonom Claus Michelsen, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik. „Unter dem Strich haben die Kommunen bislang nur einen Bruchteil der finanziellen Mittel abgerufen, was maßgeblich auf Engpässe in den Verwaltungen und einen Auftragsstau bei den Baufirmen zurückgeht.“

01.03.2017

Den Deutschen ist in der gegenwärtigen Situation vieles wichtiger als wirtschaftliche Ziele

DIW-Studie: Erhalt der Demokratie, Verbesserung der Pflege und Bekämpfung der Kriminalität waren den Wahlberechtigten in Deutschland im Januar 2017 wichtiger als wirtschaftliche Ziele – Über die Bedeutung dieser Politikziele herrscht breiter Konsens – Wertungen verglichen mit 2013 nur mit leichten Veränderungen

Noch mehr als auf wirtschaftliche Ziele wie die Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens legen die deutschen Wahlberechtigten zur Zeit Wert auf den Erhalt der Demokratie, die Verbesserung der Pflegequalität und die Bekämpfung der Kriminalität. Diese drei Ziele wurden in einer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und dem Umfrageinstitut Kantar Public jüngst durchgeführten repräsentativen Umfrage über die Relevanz von Politikbereichen an oberster Stelle genannt. „Arbeit schaffen“ kommt an vierter Stelle.

Über diese vier Ziele herrscht ein breiter Konsens: Über alle Bevölkerungsschichten hinweg ernten sie hohe Zustimmungsquoten von über 90 Prozent wenn es darum geht, welche Bereiche für die Politik wichtig sein sollten. „Dieses Ergebnis zeigt, dass Volksparteien in Deutschland im demokratischen Wettbewerb nur dann eine starke Position erreichen werden, wenn sie diese Werte und Zielsetzungen hochhalten,“ so DIW-Vorstandsmitglied und Studienautor Gert G. Wagner. „Mehrheiten bekommen nur die politischen Programme, die offensiv für den Erhalt der Demokratie einstehen, auf den zunehmenden Bedarf an Pflege in der alternden Gesellschaft Bezug nehmen und ein klares Profil in der Sicherheits- und Beschäftigungspolitik aufweisen.“

„Es ist nicht so, dass der wirtschaftliche Wohlstand den Menschen egal ist“, fügt Hauptautor Marco Giesselmann hinzu. „Aber er scheint in der guten wirtschaftlichen Situation weniger dringend zu sein und mag sich in anderen Zielsetzungen ausdrücken als im Pro-Kopf-Einkommen.“

28.02.2017

DIW Konjunkturbarometer Februar 2017: Starker Start ins Jahr, aber nur verhaltene Aussichten

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für den Jahresbeginn 2017 eine kräftige wirtschaftliche Entwicklung, auch wenn für den späteren Jahresverlauf deutliche Risiken erkennbar sind. Für das erste Quartal liegt das Barometer im Februar bei einem Indexstand von 103,7 Punkten und damit deutlich über der 100-Punkte-Marke, die einen durchschnittlichen Zuwachs der deutschen Wirtschaft anzeigt.

22.02.2017

Die Austeritätspolitik in Spanien, Portugal und Italien war kontraproduktiv

DIW-Studie zeigt: Drastische Sparmaßnahmen haben die Effekte von Strukturreformen teils aufgehoben und die betroffenen Länder zurück in die Rezession geführt, ohne die Lage der öffentlichen Finanzen zu verbessern – Ein ausgewogener Politikmix wäre der bessere Weg gewesen.

Die ab 2010 eingeleiteten Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen haben in Spanien, Portugal und Italien nicht wie erhofft die Staatsverschuldung gesenkt, sondern dazu beigetragen, dass die drei Volkswirtschaften zurück in die Rezession getrieben wurden. Die Erfolglosigkeit des  Konsolidierungskurses ist entgegen einer verbreiteten Meinung nicht die Folge mangelnden Reformeifers der jeweiligen Regierungen - vielmehr haben die drastischen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen verhindert, dass die unternommenen Reformen ihre volle Wirkung entfalten. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die die Wirkungskanäle der Austeritätspolitik in Spanien, Portugal und Italien für den Zeitraum 2010 bis 2014 untersucht.

09.02.2017

Kohleausstieg: Vorhandene ostdeutsche Braunkohletagebaue reichen bis zum Ausstieg aus – Handlungsbedarf bei langfristiger Finanzierung und Strukturwandel in der Region

Simulationen der DIW-EnergieökonomInnen zeigen: Werden die deutschen Klimaschutzziele eingehalten, braucht es keine Braunkohletagebauerweiterungen – Höhe und Insolvenzsicherheit der Rückstellungen für Rekultivierung unsicher – Braunkohleausstieg sollte frühzeitig und sozialverträglich geplant werden.

Will Deutschland seinen Klimaschutzverpflichtungen gerecht werden, muss es sich Schritt für Schritt von der Braunkohleverstromung, der CO2-intensivsten Art der Stromproduktion, verabschieden. Der Ausstieg aus der Braunkohle muss frühzeitig eingeleitet und sorgfältig geplant sein.

Eine Studie von EnergieexpertInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, dass die Braunkohlemengen in den bereits genehmigten ost- und mitteldeutschen Tagebauen ausreichen, um eine Stromerzeugung zu ermöglichen im Einklang mit Deutschlands Klimazielen bis zum Jahr 2030.

„Die Aufgabe der Politik, und insbesondere des Landes Brandenburg, ist es, frühzeitig, also am besten schon jetzt, einen Plan für einen sozialverträglichen Kohleausstieg zu erarbeiten“, so DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert. „Dort sollte unter anderem festgeschrieben werden, dass man wirklich keine neuen Tagebauerweiterungen erschließt.“

03.02.2017

DIW Berlin lässt seine Geschichte erforschen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) lässt seine Geschichte wissenschaftlich aufarbeiten, im ersten Schritt von der Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1925 als Institut für Konjunkturforschung (IfK) gegründet und 1941 umbenannt, möchte das Institut insbesondere seine Rolle als Institution und die seiner Verantwortlichen in der Zeit des Nationalsozialismus kritisch beleuchten.

01.02.2017

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesetzlichen Rentenversicherung werden kleiner, aber vor allem aufgrund sinkender Rentenanwartschaften von Männern

Vergleich der Geburtsjahrgänge zeigt, dass Veränderungen der Erwerbs- und Familienbiografien die Ungleichheit der Anwartschaften zwar reduziert haben, diese jedoch weiterhin groß ist – „Gender Pension Gap“ in Westdeutschland deutlich größer als in Ostdeutschland

Im Jahr 2014 betrug die durchschnittliche monatliche Rente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bei den Bestandsrentnern (also denjenigen, die bereits seit mehr als einem Jahr Rente beziehen) in Westdeutschland 994 Euro (Ostdeutschland 1057 Euro) und bei den Bestandsrentnerinnen 576 Euro (Ostdeutschland 818 Euro) – jeweils ohne Hinterbliebenenrente. Daraus ergibt sich eine geschlechtsspezifische Rentenlücke (auch Gender Pension Gap genannt) von 42 Prozent in West- beziehungsweise 23 Prozent in Ostdeutschland zu Lasten der Frauen. Für die in den Jahren 1966 bis 1970 Geborenen wird der Gender Pension Gap voraussichtlich um 15 Prozentpunkte kleiner sein als für die in den Jahren 1936 bis 1945 Geborenen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.

31.01.2017

DIW Konjunkturbarometer Januar 2017: Deutsche Wirtschaft durchläuft kräftiges Winterhalbjahr

Zum Jahresauftakt signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) kräftige Zuwachsraten bei der Wirtschaftsleistung. Das Barometer liegt im ersten Vierteljahr bei 110 Punkten, nachdem es bereits für das Schlussquartal des vergangenen Jahres mit 106 Punkten deutlich über der Marke von 100 Punkten liegt, die einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung anzeigt. „Die deutsche Wirtschaft dürfte sich im Winterhalbjahr ausgesprochen gut schlagen – trotz der erheblichen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten, insbesondere mit Blick auf die künftige Ausrichtung der amerikanischen Politik und das EU-Austrittsverfahren des Vereinigten Königreichs“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2016 wohl 0,5 Prozent höher als im Vorquartal ausgefallen sein, und die Zuwachsrate dürfte sich im ersten Quartal 2017 auf 0,6 Prozent beschleunigen.

25.01.2017

Realeinkommen nehmen seit 1991 weniger zu als die Wirtschaftskraft – erste Anzeichen für wieder steigende Einkommensungleichheit

DIW Berlin untersucht Einkommensverteilung und Entwicklung des Armutsrisikos in Deutschland – Realeinkommen steigen im Durchschnitt, untere Einkommensgruppen haben heute aber weniger als vor 25 Jahren – 12,7 Millionen Menschen sind von Armut bedroht

Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland sind von 1991 bis 2014 real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um zwölf Prozent gestiegen. Das war jedoch deutlich weniger als der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in diesem Zeitraum, das real um 22 Prozent zulegte. Gleichzeitig hat die Einkommensungleichheit zugenommen: Während die mittleren verfügbaren Einkommen um mehr als acht Prozent stiegen und die höchsten Einkommen sogar um etwa 27 Prozent, mussten die zehn Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen nach Abzug der Inflation sogar Verluste hinnehmen. Insgesamt blieben die unteren 40 Prozent der Einkommensskala deutlich hinter den Einkommenszuwächsen der oberen 60 Prozent zurück. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), für die die DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka und Jan Goebel frühere Studien um die aktuellsten verfügbaren Zahlen für das Jahr 2014 ergänzt haben. Dabei ergaben sich auch erste Anzeichen für eine wieder steigende Einkommensungleichheit. Diese war zunächst zwischen 1991 und 2005 gestiegen und stagnierte in den Jahren 2005 bis 2013 auf diesem Niveau. Auch das Armutsrisiko nimmt der Untersuchung zufolge wieder zu, wenngleich der Anstieg zumindest im Vorjahresvergleich zwischen 2013 und 2014 nicht im statistischen Sinne signifikant ist.

18.01.2017

Investitionen in die Integration von Geflüchteten lohnen sich

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Mehr staatliche Unterstützung beim Deutschlernen und weitere Investitionen in die Bildung von Geflüchteten verbessern nicht nur deren Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, sondern lohnen sich langfristig auch für die öffentlichen Haushalte. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zusätzliche Investitionen von 3,3 Milliarden Euro in Sprachkenntnisse und Bildung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge können die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um elf Milliarden Euro reduzieren.

18.01.2017

Rente mit 67: Beitragssatz wird stabilisiert, auch wenn nicht tatsächlich bis 67 gearbeitet wird

DIW-Studie zeigt: Die Erhöhung des Renteneintrittsalters stabilisiert den Rentenbeitragssatz –Das bewirken vor allem die Abschläge, die bei Versicherten anfallen, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen – Diese Abschläge stellen auf individueller Ebene ein Altersarmutsrisiko dar  –  Gezielte Erhöhung der Erwerbsminderungsrente  ist wünschenswert.

Dank der 2007 beschlossenen Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wird der Rentenbeitragssatz stabilisiert. Das gilt unabhängig davon, ob tatsächlich bis zum Regelrenteneintrittsalter gearbeitet wird, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).  Das bewirken vor allem die Abschläge, die bei Versicherten anfallen, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen; diese Abschläge stellen auf individueller Ebene ein Altersarmutsrisiko  dar.

11.01.2017

DIW Managerinnen-Barometer 2017: Geschlechterquote zeigt erste Wirkung in Aufsichtsräten, Vorstände bleiben Männerdomänen

DIW Berlin untersucht insgesamt mehr als 500 Unternehmen – Frauen sind in Spitzengremien großer Unternehmen noch immer deutlich in der Minderheit – Gesetzliche Quotenregelung allein reicht nicht aus

Frauen sind in den Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Allerdings hat ihr Anteil in Vorständen und Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen im vergangenen Jahr etwas stärker zugenommen als im Jahr zuvor. Das geht aus dem aktuellen Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. Demzufolge waren Frauen in den Vorständen der Top-200-Unternehmen Ende des Jahres 2016 zu gut acht Prozent und in den Aufsichtsräten zu knapp 23 Prozent vertreten – das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von rund zwei beziehungsweise drei Prozentpunkten. Etwas stärker voran ging es in den Aufsichtsräten jener Unternehmen, die unter die seit Januar 2016 verbindliche Geschlechterquote fallen: Sie konnten den Frauenanteil sogar um gut vier Prozentpunkte auf mehr als 27 Prozent steigern. Vorreiter bleiben die im DAX-30 notierten Unternehmen, die die 30-Prozent-Marke im Durchschnitt bereits überschritten haben. „Die Geschlechterquote für Aufsichtsräte zeigt eine erste Wirkung“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am DIW Berlin. „Dass Frauen und Männer gleich stark in Spitzengremien vertreten sind, ist aber nach wie vor in weiter Ferne. Vor allem die Vorstände bleiben eine Männerdomäne“, so Holst.

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