Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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24.08.2016

AfD bindet relativ viele NichtwählerInnen und Personen aus dem rechten Lager an sich

Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels: Die Alternative für Deutschland (AfD) findet zunehmend Zuspruch im rechten politischen Lager und bei NichtwählerInnen – AnhängerInnen geben an, unzufrieden mit der Demokratie zu sein und sich um Zuwanderung zu sorgen

Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht derzeit vor allem Männer, BürgerInnen in den neuen Bundesländern, Personen mit geringer und mittlerer Bildung, ArbeiterInnen und Arbeitslose sowie junge Personen unter 30 Jahren an. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor. DIW-Experte Martin Kroh hat dafür gemeinsam mit Karolina Fetz vom Berliner Institut für Empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität die im SOEP erfragte Parteibindung untersucht. Diese bildet längerfristige Trends in der Unterstützung von Parteien ab und ist nicht mit einer konkreten Wahlabsicht oder -entscheidung zu verwechseln, die auch auf kurzfristigen Einflüssen und Erwägungen beruhen kann. Kroh und Fetz fanden heraus, dass sich das Anhängerprofil der AfD seit der Parteigründung verändert hat. „Die AfD bindet der Befragung zufolge immer mehr frühere NichtwählerInnen und WählerInnen rechtsextremer Parteien an sich sowie Personen, die sich auch tatsächlich als politisch rechts oder sehr rechts verorten. Aber auch aus dem Kreis ehemaliger FDP- oder Linken-WählerInnen gewinnt sie AnhängerInnen“, sagt Fetz. „Zudem scheint sie zunehmend für jüngere Menschen attraktiv zu sein.“

10.08.2016

Die Auswirkung des Brexit-Votums auf die Konjunktur: Welche Rolle spielt die Unsicherheit?

DIW-Forscher zeigen, dass die durch das Brexit-Votum ausgelöste wirtschaftliche Unsicherheit der europäischen und deutschen Wirtschaft in beträchtlichem Maße schaden könnte und wohl auch zwei Jahre später noch bemerkbar sein wird – Deutsche Wirtschaft vor allem von sinkenden Unternehmensinvestitionen betroffen – Politik sollte auch daher stärkere Investitionsanreize setzen

Unsicherheit spielt in der Wirtschaft eine große Rolle. Doch was hat es genau für Folgen, wenn sich auf den Finanzmärkten, in Unternehmen und unter Konsumentinnen und Konsumenten mit einem Schlag große wirtschaftliche Unsicherheit breit macht? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist dieser Frage am Beispiel des Brexit-Votums nachgegangen und hat mithilfe einer kontrafaktischen Analyse den Effekt des mit dem Brexit-Votum induzierten Unsicherheitsschocks isoliert. Das Ergebnis: Der Effekt des überraschenden Brexit-Votums wirkt auch Monate später noch auf Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote und Verbraucherpreisindex. Insgesamt wird der Modellrechnung zufolge das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum durch diesen Schock acht Monate später rund 0,2 Prozent niedriger liegen. Die deutsche Wirtschaft ist durch ihre große Offenheit und Abhängigkeit vom Handel sogar noch stärker betroffen. Hier wird das BIP um 0,4 Prozent nach unten gedrückt. „Selbst nach zwei Jahren wird das Bruttoinlandsprodukt immer noch unter dem Niveau sein, das es ohne diesen Unsicherheitsschock erreicht hätte“, lautet das Fazit der Experten.

03.08.2016

Brexit-Entscheidung könnte in Deutschland im nächsten Jahr 0,3 Prozentpunkte Wachstum kosten

Brexit belastet weltweiten Handel und dämpft Investitionen – Auch in Deutschland wird Konjunktur wohl in Mitleidenschaft gezogen – Unsicherheit über die Exporte – Investitionszurückhaltung und weniger Dynamik bei Einkommen und Konsum

Aufgrund der Entscheidung für den EU-Austritt Großbritanniens dürfte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozentpunkte und im nächsten Jahr um 0,3 Prozentpunkte weniger wachsen als bisher erwartet. Zu diesem Ergebnis kommen die Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktualisierten Prognose, die auf  Ergebnissen des National Institute Of Economic and Social Research (NIESR) in London aufbaut. Die künftig wohl höheren Kosten im Handel und die Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung des Vereinigten Königreichs führen nach DIW-Einschätzung dazu, dass sich vielerorts Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Die damit verbundene geringere Nachfrage hemmt die deutsche Wirtschaft mit ihrer starken Ausrichtung auf Investitionsgüterexporte. Dies dürfte hierzulande die Investitionstätigkeit im Exportsektor zusätzlich dämpfen und wegen einer etwas schwächeren Einkommensentwicklung auch zu einer geringeren Dynamik beim Konsum führen. Weltweit wird die Wirtschaftsleistung durch die Brexit-Entscheidung wohl etwas gedämpft werden, neben Großbritannien dürfte vor allem der Euroraum in Mitleidenschaft gezogen werden. „Es herrscht Unsicherheit in vielfacher Hinsicht“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Diese Unsicherheit sorgt bereits jetzt für eine schwächere Wirtschaftsentwicklung – und nicht erst, wenn es tatsächlich zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union kommt.“

27.07.2016

DIW Konjunkturbarometer Juli 2016: Deutsche Wirtschaft trotz Brexit-Votum noch auf stabilem Aufwärtskurs

Die deutsche Wirtschaft dürfte ihren moderaten Aufwärtskurs fortsetzen. Hierauf weist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin, das sich im Sommerhalbjahr bei 100 Punkten hält und damit ein durchschnittliches Wachstum von etwa 0,3 Prozent sowohl für das zweite als auch das dritte Quartal jeweils gegenüber dem Vorquartal anzeigt. „Auf die Brexit-Entscheidung dürften heimische Unternehmen zwar – auch wegen der unklaren Absatzperspektiven auf dem britischen Markt – mit zurückhaltenden Investitionen reagieren“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner, „auf das deutsche Wachstum merklich durchschlagen wird die Entscheidung der britischen Bevölkerung für den EU-Ausstieg aber wohl vor allem erst im kommenden Jahr.“

27.07.2016

Gesetzliche Rentenversicherung: mehr Stabilität durch Einbeziehung von Selbständigen

Eine Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung auf bisher nicht obligatorisch versicherte Selbständige hätte positive Effekte auf die finanzielle Stabilität des Rentensystems. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. Dabei kommt es auch auf die zeitliche Umsetzung der Reform an: „Würde man morgen alle Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen, könnten die Beitragssätze sofort um über einen Prozentpunkt sinken“, sagt DIW-Ökonom Peter Haan. Im anderen untersuchten Extremfall wurden nur neue Selbständige in die Rentenversicherung einbezogen, mit der Folge, dass die Entlastungseffekte zunächst sehr klein sind und erst nach dem Jahr 2040 ihr Maximum erreichen. „Sinnvoll wäre eine Reformvariante, die zwischen diesen beiden untersuchten Extremfällen liegt. Damit könnte man die gesetzliche Rentenversicherung gezielt in den kritischen Jahren stärken, in denen die Babyboomer in Rente gehen.“ Allerdings wurden in der Studie Anpassungsreaktionen nicht berücksichtigt. Sofern sich die Betroffenen der Versicherungspflicht entziehen oder weniger Einkommen erzielen, überschätzt die vorgelegte Simulationsrechnung die Beitragssatzentlastung

26.07.2016

Veränderungen in der Familie können die Überzeugung von Jugendlichen verringern, selbst über ihr Leben zu bestimmen

Jugendliche, die mehrfach einen Partnerwechsel bei den Eltern erlebt haben, glauben später weniger als andere junge Erwachsene, über ihr Leben selbst bestimmen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die DIW-Forscherinnen Frauke Peter und C. Katharina Spieß auf der Basis von Daten der Langzeituntersuchung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) erstellt haben. „Vor allem Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren verlieren nach Veränderungen in der Familie eher an Vertrauen in sich selbst“, sagt die Bildungsökonomin Frauke Peter. Die für Deutschland repräsentative Studie wurde kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift B.E. Journal of Economic Analysis & Policy online veröffentlicht.

20.07.2016

Wirtschaft und Arbeitsmarkt Berlins: Gelingt der Sprung von der Start-up-City zur Wachstumsmetropole?

Umfassende Berlin-Studie über Arbeitsmarkt, Gründungen und öffentliche Investitionen zeigt Chancen auf und gibt Handlungsempfehlungen – Ergebnis: Gutes Potential, aber Produktivitätsschwäche und geringe Innovationskraft – Berlin braucht schnell wachsende Unternehmen

Hat Berlin die Trendwende geschafft? Nach einer langen Phase der Stagnation liegt die Stadt auf einem stabilen Wachstumskurs. Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und Bevölkerung steigen seit Jahren überdurchschnittlich, die Arbeitslosigkeit sinkt nach und nach. Allerdings liegt sie noch immer über dem Bundesdurchschnitt, zudem tritt die Stadt bei der Produktivität und damit verbunden bei den Einkommen auf der Stelle. „Berlin ist in Europa die einzige Hauptstadt, deren Produktivität und Pro-Kopf-Einkommen unter dem Landesdurchschnitt liegt“, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Berlin ist in den vergangenen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Es könnten goldene Jahrzehnte vor Berlin liegen – die Politik muss die Weichen aber richtig stellen, um das enorme Potential der Stadt besser zu nutzen.“ Dafür sind eine ganze Reihe an Maßnahmen nötig, wie der DIW-Regionalökonom Martin Gornig betont: „Unter anderem müssen die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen verbessert, das Fachkräftepotential im mittleren Ausbildungsbereich gestärkt und vor allem die anstehenden Infrastrukturausbauten realisiert werden.“ Diese und weitere Handlungsempfehlungen gehen aus mehreren Studien des DIW Berlin zur Wirtschaft und zum Arbeitsmarkt Berlins hervor, in deren Rahmen DIW-Wissenschaftler insbesondere die Bereiche Arbeitsmarkt, Gründungen und öffentliche Investitionen unter die Lupe genommen haben.

06.07.2016

Brexit-Entscheidung könnte Wirtschaftswachstum bereits kurzfristig dämpfen

Aufgrund der Brexit-Entscheidung könnte das Wachstum der deutschen Wirtschaft bereits im nächsten Jahr spürbar schwächer ausfallen als bisher erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Analyse. Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven für das Vereinigte Königreich ist im Nachgang des Referendums gestiegen. Das zeigt sich etwa an den höheren Preisen von Kreditausfallversicherungen für britische Staatsanleihen oder an starken Schwankungen an den Aktienmärkten. Die Unsicherheit dürfte dazu führen, dass sich die britischen Unternehmen zunächst mit Investitionen, aber auch mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zurückhalten, zumal sie vermutlich bereits jetzt schlechtere Finanzierungsbedingungen in Kauf nehmen müssen. Dies dürfte die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien und damit aber auch die Exportmöglichkeiten für deutsche Unternehmen dämpfen. „Vor diesem Hintergrund ist es auch in wirtschaftlicher Hinsicht im Interesse beider Seiten, die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven und insbesondere über das zukünftige Verhältnis Großbritanniens zur Europäischen Union so weit wie möglich zu reduzieren“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

06.07.2016

Stahl, Zement, Aluminium: EU-Emissionshandel könnte effektive Anreize zur CO2-Reduktion bei Grundstoffen setzen

Ein internationales Forscherkonsortium unter Beteiligung des DIW Berlin hat Reformmöglichkeiten des EU ETS geprüft – Ergebnis: Durch die Kombination aus dynamischer Zertifikatszuteilung und einer Verbrauchsabgabe können die Anreize des Emissionshandels wirksamer werden, ohne die Wettbewerbsposition der europäischen Grundstoffindustrie zu schwächen

Das europäische Emissionshandelssystem EU ETS könnte trotz international unterschiedlicher CO2-Preise wirksamere Anreize als gegenwärtig schaffen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase der Grundstoffindustrie zu reduzieren. Das zeigt die Untersuchung eines internationalen Forscherkonsortiums, an dem auch Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beteiligt sind. Gelingen könnte dies den Forschern zufolge durch die Kombination einer dynamischen Zertifikatszuteilung mit einer den Emissionshandel ergänzenden Verbrauchsabgabe auf CO2-intensive Grundstoffe wie Stahl, Zement und Aluminium.

30.06.2016

Informationen über Nutzen und Finanzierung eines Studiums erhöhen Studienabsichten von Nichtakademiker-Kindern

Mit einer Langzeit-Befragung von mehr als 1.500 Berliner SchülerInnen untersuchen DIW Berlin und WZB erstmals kausale Zusammenhänge zwischen Informationen über Nutzen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums, Studienabsichten und Uni-Bewerbungen

Wer in der Schule Informationen zum Nutzen und zur Finanzierung eines Studiums erhält, will nach dem Abitur eher studieren. Das zeigt sich insbesondere bei Kindern, deren Eltern selbst keinen Hochschulabschluss haben: Bei diesen AbiturientInnen erhöhen die bereitgestellten Informationen die Wahrscheinlichkeit, sich auf Studienplätze zu bewerben oder in zulassungsfreie Studiengänge einzuschreiben, um zwölf Prozentpunkte. Das sind erste zentrale Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie, für die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mehr als 1.500 angehende Berliner AbiturientInnen seit 2013 begleitet haben. So kann mit dem Berliner-Studienberechtigten-Panel (Best Up) zum ersten Mal für Deutschland in kausaler Weise nachvollzogen werden, ob bessere Informationen das Verhalten von SchülerInnen wirklich beeinflussen. 

29.06.2016

DIW Konjunkturbarometer Juni 2016: Wachstum vor Brexit stabil – aber schlechtere Aussichten für die kommenden Quartale

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt weiterhin ein stabiles Wachstum für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal an. Der Wert für Juni hält sich mit knapp 100 Punkten auf dem Niveau vom Mai und signalisiert damit ein Wachstum, das dem langfristigen Quartalsdurchschnitt entspricht, also etwa 0,3 Prozent. „Im ablaufenden zweiten Quartal dürfte sich die deutsche Wirtschaft noch stabil entwickelt haben – aber das war vor der Entscheidung über den Brexit!“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „In der zweiten Jahreshälfte könnte die Konjunktur deutlich an Schwung verlieren, vor allem weil die Exporte nach Großbritannien merklich zurückgehen könnten.“

15.06.2016

Deutsche Wirtschaft wächst stabil – Brexit würde Wachstum kosten

Prognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,7 und im nächsten Jahr um 1,4 Prozent steigen – Konsumausgaben stützen das Wachstum, nehmen aber nicht mehr so stark zu wie zuletzt – Weltwirtschaft kommt nicht in Fahrt – Brexit würde das Wachstum deutlich schwächen

Gestützt von einer soliden Binnenkonjunktur folgt die deutsche Wirtschaft ihrem Aufwärtstrend und dürfte in diesem Jahr um 1,7 Prozent wachsen. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Seine Vorhersage für das laufende Jahr hebt das Institut gegenüber dem Frühjahr um einen Zehntel-Prozentpunkt an. Grund dafür ist der überraschend kräftige Jahresauftakt: Die Industrieproduktion stieg unerwartet stark, zudem kommen immer mehr Menschen in Arbeit und die Löhne steigen merklich, so dass die Konsumausgaben kräftig zulegen. Allerdings dämpfen die inzwischen wieder anziehenden Energiepreise die Realeinkommen. Weil deutlich weniger Geflüchtete nach Deutschland kommen als bislang in den Prognosen unterstellt, dürften die mit der Flüchtlingsmigration zusammenhängenden positiven konjunkturellen Impulse vor allem im kommenden Jahr kleiner ausfallen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts dürfte sich dann auf 1,4 Prozent abschwächen, vor allem aber, weil es weniger Arbeitstage als in diesem Jahr geben wird.

15.06.2016

Weiterhin Überschüsse in öffentlichen Haushalten – Spielräume werden aber kleiner

Ausgaben für Unterbringung und Integration Geflüchteter steigen weniger stark als noch zuletzt erwartet – Steuereinnahmen sprudeln dank guter Arbeitsmarktlage – Handlungsspielräume werden jedoch enger – Wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik sollte im Vordergrund stehen

Die öffentlichen Ausgaben steigen zwar etwas schneller als die Einnahmen, aber unter dem Strich steht weiterhin ein Plus: Der Gesamthaushalt in Deutschland – also die Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen – wird auch in diesem und im nächsten Jahr jeweils mit einem Überschuss abschließen. Das ergeben Berechnungen der Finanzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Kristina van Deuverden, auf Basis der aktuellen Konjunkturprognose des DIW Berlin. „Die Spielräume in den öffentlichen Haushalten werden aber kleiner“, sagt van Deuverden. Das trifft insbesondere auf den Bundeshaushalt zu: Zum einen werden die Ausgaben für die Versorgung und Integration der nach Deutschland gekommenen Geflüchteten weiter steigen, wenn auch – aufgrund der seit Jahresbeginn gesunkenen Zahl neuer Asylbewerberinnen und Asylbewerber – weniger stark als noch im Frühjahr erwartet. Zum anderen profitierte der Bundeshaushalt in den vergangenen Jahren von zwei Sonderfaktoren: Die demografische Entwicklung entlastete vorübergehend vor allem die gesetzliche Rentenversicherung und damit auch den Bund, der diese bezuschusst. Zudem waren die Zinsen auf die deutschen Staatsschulden außerordentlich niedrig. Solche Effekte werden künftig an Bedeutung verlieren.

10.06.2016

DAX-30-Unternehmen erreichen erstmals 30 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten - In den Vorständen hingegen herrscht Stagnation

In den ersten fünf Monaten nach Einführung der Geschlechterquote ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten deutlich gestiegen (von 26,8 auf 30,2 Prozent) – 18 der DAX-30-Unternehmen erfüllen die 30-Prozent-Quote bereits

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotieren Unternehmen des Landes ist seit Einführung der Geschlechterquote um mehr als drei Prozentpunkte gestiegen. Anfang Juni lag er bei 30,2 Prozent. Das zeigt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach überschritten die DAX-30-Unternehmen insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke bei den Frauenanteilen in den Aufsichtsräten. Einzeln betrachtet erfüllen bereits 18 der 30 Unternehmen die gesetzliche Quote, die für den Großteil dieser DAX-Unternehmen seit Januar 2016 gilt. „Dieser Anstieg ist ein vergleichsweise deutlicher Schritt in die richtige Richtung und könnte ein Anzeichen für die Wirkung der Quote sein“, sagt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies.

09.06.2016

SOEP-Konferenz: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Zukunftschancen der Kinder?

Auf der 12. interdisziplinären SOEP-Nutzerkonferenz am 22. und 23. Juni in Berlin präsentieren Forschende aus aller Welt aktuelle Ergebnisse auf Basis der SOEP-Daten

08.06.2016

Ausländische Unternehmen investieren in Deutschland weniger in Forschung und Entwicklung

Studie des DIW Berlin: Anteil auslandskontrollierter Unternehmen an FuE-Aktivitäten sinkt – Insgesamt sind die FuE-Ausgaben aber gestiegen, weil heimische Unternehmen deutlich mehr Geld ausgeben – Auslandskontrollierte Unternehmen investieren stärker in Spitzentechnologien und zuletzt vermehrt in mittelgroße Unternehmen

Die Investitionen privater Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE) sind zwischen 2011 und 2013 weiter gestiegen. Dabei investierten Unternehmen, die mehrheitlich vom Ausland aus kontrolliert werden, weniger in FuE als in den Jahren zuvor. Heimische Unternehmen gaben demgegenüber allerdings mehr Geld für FuE aus und stockten dafür auch ihr Personal auf. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Für ihre Analyse haben Heike Belitz und Alexander Eickelpasch aus der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin Daten der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbands und die Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass forschende Unternehmen produktiver sind: „Die Produktivität der forschenden Unternehmen überstieg die der nicht-forschenden im Jahr 2010 um etwa 60 Prozent“, so Eickelpasch.

01.06.2016

Ein Jahr nach Inkrafttreten: Mietpreisbremse wirkt nicht wie erhofft

DIW-Studie vergleicht Mieten, Wohnungspreise und Bautätigkeit in Bezirken mit und ohne Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse hat bisher die Hoffnung nicht erfüllt, den Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten zu verlangsamen und so den Zugang von BezieherInnen kleiner und mittlerer Einkommen zum Wohnungsmarkt zu verbessern. Es gibt vielmehr Hinweise darauf, dass sie sogar teilweise das Gegenteil bewirkt und den Preisanstieg in den betroffenen Städten kurzfristig eher noch beschleunigt hat, weil insbesondere kurz vor der Einführung der Mietpreisbremse die Mieten gezielt erhöht wurden. Zudem erwarten Investoren offenbar auch zukünftig keine Beeinträchtigungen ihrer Mieteinnahmen. Dies kann aus dem nur geringen Einfluss der Mietpreisbremse auf die Wohnungspreise geschlossen werden. Damit sind auch die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen, die Mietpreisbremse würde die dringend benötigte Bautätigkeit erheblich hemmen, nicht eingetreten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Das Gesetz hat seine gewünschte Wirkung bisher nicht entfaltet. Vielmehr gibt es Möglichkeiten, sich nicht an die Vorgaben der Mietpreisbremse zu halten“, sagt DIW-Ökonom Claus Michelsen. So seien die Sanktionen bei Verstößen relativ lax. Außerdem sei es für MieterInnen schwierig, an die relevanten Informationen zu kommen und ihr Recht durchzusetzen. Nicht zuletzt deshalb hätten VermieterInnen vor Inkrafttreten des Gesetzes die Mieten teilweise kräftig angehoben.

31.05.2016

DIW Konjunkturbarometer Mai 2016: Deutsche Wirtschaft auf durchschnittlichem Wachstumskurs

Die deutsche Wirtschaft dürfte im laufenden zweiten Quartal um 0,3 Prozent zulegen. Dies zeigt das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das im Mai einen Wert von 100 Punkten erreicht und damit ein Wachstum anzeigt, das dem langfristigen Durchschnitt entspricht. „Derzeit sehen wir weder Anzeichen für eine nennenswerte Unterauslastung noch für eine Überhitzung – die deutsche Wirtschaft wächst stabil“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

25.05.2016

80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger befürworten Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Deutschland

„Stimmungsbarometer zu Geflüchteten in Deutschland“ untersucht Einstellungen, Erwartungen und Befürchtungen der Bevölkerung – Großteil der Befragten befürwortet Aufenthaltsrecht gemäß EU-Recht und Genfer Flüchtlingskonvention – Mehrheit plädiert dafür, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Lage im Herkunftsland gebessert hat

Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland stimmt den geltenden Asylregeln zu. Das zeigt eine Befragung im Rahmen des im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) angesiedelten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Demnach finden es mehr als 80 Prozent der Befragten richtig, Menschen Zuflucht zu gewähren, die vor einem bewaffneten Konflikt aus ihrem Heimatland fliehen. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich auch für die Aufnahme von Flüchtlingen aus, die unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen. Allerdings variiert die Zustimmung je nach Fluchtursache: Menschen, die wegen ihres Kampfes für die Menschenrechte oder ihrer Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten verfolgt werden, können auf breitere Aufnahmebereitschaft hoffen als etwa verfolgte Gewerkschafter. Ebenfalls eine Mehrheit der befragten Bürgerinnen und Bürger (55 Prozent) sprach sich dafür aus, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Situation im Herkunftsland verbessert hat und die Fluchtursache erloschen ist.

19.05.2016

Private versus kommunale Energieversorger: Kein
genereller Trend zur Rekommunalisierung und keine Effizienzunterschiede

DIW Berlin untersucht in drei Studien Entwicklungen der Energie- und Wasserversorgung ­– Private Versorger arbeiten nicht effizienter als öffentliche – Konsolidierung der Trinkwasserbranche bringt kaum Vorteile

Immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland erzeugen und vertreiben wieder Strom, Gas und Wärme in Eigenregie: Die Zahl der öffentlichen Energieversorger ist in den Jahren 2003 bis 2012 um 17 Prozent gestiegen. Allerdings nahm die Zahl der privaten Versorger im selben Zeitraum um 49 Prozent zu und damit fast dreimal so stark. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. „Von einer Verdrängung privater Energieversorger durch Rekommunalisierungen kann keine Rede sein“, sagt Astrid Cullmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin. Gemeinsam mit ihren KollegInnen Maria Nieswand, Stefan Seifert und Caroline Stiel hat sie erstmals verfügbare Daten von Energiestatistiken, Jahresabschlüssen öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen sowie das Unternehmensregister ausgewertet. Auch die Umsatzentwicklung der Unternehmen liefert keine Anzeichen für einen Rekommunalisierungstrend. Im Gegenteil: Die öffentlichen Versorger haben weitere Umsatzanteile verloren. Sie erwirtschafteten im Jahr 2012 nur noch etwas mehr als ein Viertel der Umsätze im Energiesektor, obwohl sie die Mehrheit der Unternehmen stellen.

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