Pressemitteilungen

Aktuelle und ältere Presseinformationen des DIW Berlin

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30.06.2016

Informationen über Nutzen und Finanzierung eines Studiums erhöhen Studienabsichten von Nichtakademiker-Kindern

Mit einer Langzeit-Befragung von mehr als 1.500 Berliner SchülerInnen untersuchen DIW Berlin und WZB erstmals kausale Zusammenhänge zwischen Informationen über Nutzen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums, Studienabsichten und Uni-Bewerbungen

Wer in der Schule Informationen zum Nutzen und zur Finanzierung eines Studiums erhält, will nach dem Abitur eher studieren. Das zeigt sich insbesondere bei Kindern, deren Eltern selbst keinen Hochschulabschluss haben: Bei diesen AbiturientInnen erhöhen die bereitgestellten Informationen die Wahrscheinlichkeit, sich auf Studienplätze zu bewerben oder in zulassungsfreie Studiengänge einzuschreiben, um zwölf Prozentpunkte. Das sind erste zentrale Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie, für die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mehr als 1.500 angehende Berliner AbiturientInnen seit 2013 begleitet haben. So kann mit dem Berliner-Studienberechtigten-Panel (Best Up) zum ersten Mal für Deutschland in kausaler Weise nachvollzogen werden, ob bessere Informationen das Verhalten von SchülerInnen wirklich beeinflussen. 

29.06.2016

DIW Konjunkturbarometer Juni 2016: Wachstum vor Brexit stabil – aber schlechtere Aussichten für die kommenden Quartale

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt weiterhin ein stabiles Wachstum für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal an. Der Wert für Juni hält sich mit knapp 100 Punkten auf dem Niveau vom Mai und signalisiert damit ein Wachstum, das dem langfristigen Quartalsdurchschnitt entspricht, also etwa 0,3 Prozent. „Im ablaufenden zweiten Quartal dürfte sich die deutsche Wirtschaft noch stabil entwickelt haben – aber das war vor der Entscheidung über den Brexit!“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „In der zweiten Jahreshälfte könnte die Konjunktur deutlich an Schwung verlieren, vor allem weil die Exporte nach Großbritannien merklich zurückgehen könnten.“

15.06.2016

Deutsche Wirtschaft wächst stabil – Brexit würde Wachstum kosten

Prognose des DIW Berlin: Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,7 und im nächsten Jahr um 1,4 Prozent steigen – Konsumausgaben stützen das Wachstum, nehmen aber nicht mehr so stark zu wie zuletzt – Weltwirtschaft kommt nicht in Fahrt – Brexit würde das Wachstum deutlich schwächen

Gestützt von einer soliden Binnenkonjunktur folgt die deutsche Wirtschaft ihrem Aufwärtstrend und dürfte in diesem Jahr um 1,7 Prozent wachsen. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Seine Vorhersage für das laufende Jahr hebt das Institut gegenüber dem Frühjahr um einen Zehntel-Prozentpunkt an. Grund dafür ist der überraschend kräftige Jahresauftakt: Die Industrieproduktion stieg unerwartet stark, zudem kommen immer mehr Menschen in Arbeit und die Löhne steigen merklich, so dass die Konsumausgaben kräftig zulegen. Allerdings dämpfen die inzwischen wieder anziehenden Energiepreise die Realeinkommen. Weil deutlich weniger Geflüchtete nach Deutschland kommen als bislang in den Prognosen unterstellt, dürften die mit der Flüchtlingsmigration zusammenhängenden positiven konjunkturellen Impulse vor allem im kommenden Jahr kleiner ausfallen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts dürfte sich dann auf 1,4 Prozent abschwächen, vor allem aber, weil es weniger Arbeitstage als in diesem Jahr geben wird.

15.06.2016

Weiterhin Überschüsse in öffentlichen Haushalten – Spielräume werden aber kleiner

Ausgaben für Unterbringung und Integration Geflüchteter steigen weniger stark als noch zuletzt erwartet – Steuereinnahmen sprudeln dank guter Arbeitsmarktlage – Handlungsspielräume werden jedoch enger – Wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik sollte im Vordergrund stehen

Die öffentlichen Ausgaben steigen zwar etwas schneller als die Einnahmen, aber unter dem Strich steht weiterhin ein Plus: Der Gesamthaushalt in Deutschland – also die Kassen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen – wird auch in diesem und im nächsten Jahr jeweils mit einem Überschuss abschließen. Das ergeben Berechnungen der Finanzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Kristina van Deuverden, auf Basis der aktuellen Konjunkturprognose des DIW Berlin. „Die Spielräume in den öffentlichen Haushalten werden aber kleiner“, sagt van Deuverden. Das trifft insbesondere auf den Bundeshaushalt zu: Zum einen werden die Ausgaben für die Versorgung und Integration der nach Deutschland gekommenen Geflüchteten weiter steigen, wenn auch – aufgrund der seit Jahresbeginn gesunkenen Zahl neuer Asylbewerberinnen und Asylbewerber – weniger stark als noch im Frühjahr erwartet. Zum anderen profitierte der Bundeshaushalt in den vergangenen Jahren von zwei Sonderfaktoren: Die demografische Entwicklung entlastete vorübergehend vor allem die gesetzliche Rentenversicherung und damit auch den Bund, der diese bezuschusst. Zudem waren die Zinsen auf die deutschen Staatsschulden außerordentlich niedrig. Solche Effekte werden künftig an Bedeutung verlieren.

10.06.2016

DAX-30-Unternehmen erreichen erstmals 30 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten - In den Vorständen hingegen herrscht Stagnation

In den ersten fünf Monaten nach Einführung der Geschlechterquote ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten deutlich gestiegen (von 26,8 auf 30,2 Prozent) – 18 der DAX-30-Unternehmen erfüllen die 30-Prozent-Quote bereits

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotieren Unternehmen des Landes ist seit Einführung der Geschlechterquote um mehr als drei Prozentpunkte gestiegen. Anfang Juni lag er bei 30,2 Prozent. Das zeigt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach überschritten die DAX-30-Unternehmen insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke bei den Frauenanteilen in den Aufsichtsräten. Einzeln betrachtet erfüllen bereits 18 der 30 Unternehmen die gesetzliche Quote, die für den Großteil dieser DAX-Unternehmen seit Januar 2016 gilt. „Dieser Anstieg ist ein vergleichsweise deutlicher Schritt in die richtige Richtung und könnte ein Anzeichen für die Wirkung der Quote sein“, sagt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies.

09.06.2016

SOEP-Konferenz: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Zukunftschancen der Kinder?

Auf der 12. interdisziplinären SOEP-Nutzerkonferenz am 22. und 23. Juni in Berlin präsentieren Forschende aus aller Welt aktuelle Ergebnisse auf Basis der SOEP-Daten

08.06.2016

Ausländische Unternehmen investieren in Deutschland weniger in Forschung und Entwicklung

Studie des DIW Berlin: Anteil auslandskontrollierter Unternehmen an FuE-Aktivitäten sinkt – Insgesamt sind die FuE-Ausgaben aber gestiegen, weil heimische Unternehmen deutlich mehr Geld ausgeben – Auslandskontrollierte Unternehmen investieren stärker in Spitzentechnologien und zuletzt vermehrt in mittelgroße Unternehmen

Die Investitionen privater Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE) sind zwischen 2011 und 2013 weiter gestiegen. Dabei investierten Unternehmen, die mehrheitlich vom Ausland aus kontrolliert werden, weniger in FuE als in den Jahren zuvor. Heimische Unternehmen gaben demgegenüber allerdings mehr Geld für FuE aus und stockten dafür auch ihr Personal auf. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Für ihre Analyse haben Heike Belitz und Alexander Eickelpasch aus der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin Daten der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbands und die Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Dabei zeigte sich auch, dass forschende Unternehmen produktiver sind: „Die Produktivität der forschenden Unternehmen überstieg die der nicht-forschenden im Jahr 2010 um etwa 60 Prozent“, so Eickelpasch.

01.06.2016

Ein Jahr nach Inkrafttreten: Mietpreisbremse wirkt nicht wie erhofft

DIW-Studie vergleicht Mieten, Wohnungspreise und Bautätigkeit in Bezirken mit und ohne Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse hat bisher die Hoffnung nicht erfüllt, den Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten zu verlangsamen und so den Zugang von BezieherInnen kleiner und mittlerer Einkommen zum Wohnungsmarkt zu verbessern. Es gibt vielmehr Hinweise darauf, dass sie sogar teilweise das Gegenteil bewirkt und den Preisanstieg in den betroffenen Städten kurzfristig eher noch beschleunigt hat, weil insbesondere kurz vor der Einführung der Mietpreisbremse die Mieten gezielt erhöht wurden. Zudem erwarten Investoren offenbar auch zukünftig keine Beeinträchtigungen ihrer Mieteinnahmen. Dies kann aus dem nur geringen Einfluss der Mietpreisbremse auf die Wohnungspreise geschlossen werden. Damit sind auch die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen, die Mietpreisbremse würde die dringend benötigte Bautätigkeit erheblich hemmen, nicht eingetreten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Das Gesetz hat seine gewünschte Wirkung bisher nicht entfaltet. Vielmehr gibt es Möglichkeiten, sich nicht an die Vorgaben der Mietpreisbremse zu halten“, sagt DIW-Ökonom Claus Michelsen. So seien die Sanktionen bei Verstößen relativ lax. Außerdem sei es für MieterInnen schwierig, an die relevanten Informationen zu kommen und ihr Recht durchzusetzen. Nicht zuletzt deshalb hätten VermieterInnen vor Inkrafttreten des Gesetzes die Mieten teilweise kräftig angehoben.

31.05.2016

DIW Konjunkturbarometer Mai 2016: Deutsche Wirtschaft auf durchschnittlichem Wachstumskurs

Die deutsche Wirtschaft dürfte im laufenden zweiten Quartal um 0,3 Prozent zulegen. Dies zeigt das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das im Mai einen Wert von 100 Punkten erreicht und damit ein Wachstum anzeigt, das dem langfristigen Durchschnitt entspricht. „Derzeit sehen wir weder Anzeichen für eine nennenswerte Unterauslastung noch für eine Überhitzung – die deutsche Wirtschaft wächst stabil“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

25.05.2016

80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger befürworten Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Deutschland

„Stimmungsbarometer zu Geflüchteten in Deutschland“ untersucht Einstellungen, Erwartungen und Befürchtungen der Bevölkerung – Großteil der Befragten befürwortet Aufenthaltsrecht gemäß EU-Recht und Genfer Flüchtlingskonvention – Mehrheit plädiert dafür, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Lage im Herkunftsland gebessert hat

Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland stimmt den geltenden Asylregeln zu. Das zeigt eine Befragung im Rahmen des im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) angesiedelten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Demnach finden es mehr als 80 Prozent der Befragten richtig, Menschen Zuflucht zu gewähren, die vor einem bewaffneten Konflikt aus ihrem Heimatland fliehen. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich auch für die Aufnahme von Flüchtlingen aus, die unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen. Allerdings variiert die Zustimmung je nach Fluchtursache: Menschen, die wegen ihres Kampfes für die Menschenrechte oder ihrer Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten verfolgt werden, können auf breitere Aufnahmebereitschaft hoffen als etwa verfolgte Gewerkschafter. Ebenfalls eine Mehrheit der befragten Bürgerinnen und Bürger (55 Prozent) sprach sich dafür aus, Flüchtlinge zurückzuschicken, wenn sich die Situation im Herkunftsland verbessert hat und die Fluchtursache erloschen ist.

19.05.2016

Private versus kommunale Energieversorger: Kein
genereller Trend zur Rekommunalisierung und keine Effizienzunterschiede

DIW Berlin untersucht in drei Studien Entwicklungen der Energie- und Wasserversorgung ­– Private Versorger arbeiten nicht effizienter als öffentliche – Konsolidierung der Trinkwasserbranche bringt kaum Vorteile

Immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland erzeugen und vertreiben wieder Strom, Gas und Wärme in Eigenregie: Die Zahl der öffentlichen Energieversorger ist in den Jahren 2003 bis 2012 um 17 Prozent gestiegen. Allerdings nahm die Zahl der privaten Versorger im selben Zeitraum um 49 Prozent zu und damit fast dreimal so stark. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. „Von einer Verdrängung privater Energieversorger durch Rekommunalisierungen kann keine Rede sein“, sagt Astrid Cullmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Unternehmen und Märkte des DIW Berlin. Gemeinsam mit ihren KollegInnen Maria Nieswand, Stefan Seifert und Caroline Stiel hat sie erstmals verfügbare Daten von Energiestatistiken, Jahresabschlüssen öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen sowie das Unternehmensregister ausgewertet. Auch die Umsatzentwicklung der Unternehmen liefert keine Anzeichen für einen Rekommunalisierungstrend. Im Gegenteil: Die öffentlichen Versorger haben weitere Umsatzanteile verloren. Sie erwirtschafteten im Jahr 2012 nur noch etwas mehr als ein Viertel der Umsätze im Energiesektor, obwohl sie die Mehrheit der Unternehmen stellen.

11.05.2016

US-amerikanische Schieferölproduktion schwächt Marktmacht der OPEC

DIW-Analyse: Flexibles Schieferölangebot setzt die Organisation erdölexportierender Länder unter Druck – Ölpreise könnten längere Zeit niedrig bleiben

Die Schieferölproduktion in den USA schränkt die Marktmacht der in der OPEC organisierten Ölförderländer zunehmend ein. Zu diesem Schluss kommen der Energieökonom Aleksandar Zaklan und Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), in einer aktuellen Analyse. Weil die unkonventionelle Ölförderung über das sogenannte Fracking flexibler sei als die konventionelle Ölförderung und zudem immer effizienter werde, könnten die OPEC-Staaten nicht mehr so leicht wie früher den Marktpreis beeinflussen, indem sie ihre Fördermengen strategisch anpassen.

11.05.2016

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in Deutschland kein Auslaufmodell

Bedeutung „normaler“ Arbeitsverhältnisse in Voll- oder Teilzeit ist gemessen an allen Erwerbsfähigen seit 1984 nicht gesunken – Zwar sind anteilig mehr Menschen als früher prekär beschäftigt, dafür aber weniger nicht-erwerbstätig – Ökonomen schlagen Maßnahmen für bessere Absicherung vor

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sind einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge in Deutschland nach wie vor die Regel. Gemessen an allen erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 67 Jahren war im Jahr 2013 mehr als die Hälfte der ArbeitnehmerInnen „normal“ beschäftigt. Dazu zählen Angestellte und BeamtInnen, die Vollzeit- und Teilzeitjobs ab 18 Stunden pro Woche ausüben, Auszubildende und Personen, die sich in Mutterschutz oder Elternzeit befinden. Im Vergleich zum Jahr 1984 ist ihr Anteil bis 2013 sogar um drei Prozentpunkte auf 54 Prozent gestiegen und dürfte heute noch höher liegen. „Zwar sind mehr Menschen prekär beschäftigt als noch vor der Jahrtausendwende, in Mini-Jobs oder als Solo-Selbständige“, sagt Gert G. Wagner, Vorstandsmitglied beim DIW Berlin. „Allerdings ging das nicht zulasten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“ Denn: Immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter sind auch tatsächlich berufstätig – der Anteil der Nicht-Erwerbstätigen ist von 32 Prozent im Jahr 1984 (Westdeutschland) auf 20 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Vor allem Frauen, die früher oft zu Hause blieben und sich überwiegend um Familie und Haushalt kümmerten, gehen heute häufiger einer bezahlten und statistisch auch erfassten Erwerbstätigkeit nach.

06.05.2016

Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA etwa gleich schnell

Bitte beachten Sie: Diese Pressemitteilung ist eine korrigierte Version.

Studie des DIW Berlin vergleicht die Anteile der BezieherInnen mittlerer Einkommen in den USA und in Deutschland im zeitlichen Verlauf – Die Anteile am Gesamteinkommen sinken in beiden Ländern – Auch die Höhe der mittleren Einkommen ist seit dem Jahr 2000 gesunken

In Deutschland und den USA schrumpfen die Mittelschichten. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Um mehr als fünf Prozentpunkte sank zwischen 1991 und 2013 in beiden Ländern der Anteil der Mittelschicht an der Gesamtbevölkerung. Zur Einkommensmittelschicht zählen alle Erwachsenen, deren gesamtes Haushaltseinkommen vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 67 und 200 Prozent des Medians beträgt. Der Median trennt die einkommensstärkere von der einkommensschwächeren Bevölkerungshälfte. In Deutschland zählten vor allem die ausländischen BürgerInnen zu den AbsteigerInnen aus der Mitte der Einkommensverteilung. In den USA waren es überwiegend aus Lateinamerika eingewanderte Menschen, die abstiegen. Weiße US-BürgerInnen schafften hingegen überdurchschnittlich oft den Sprung in die Gruppe der hohen Einkommen. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Beschäftigungsaufbau habe in Deutschland nicht zu einer Stabilisierung der mittleren Einkommen beigetragen, sagen die SOEP-Verteilungsexperten am DIW Berlin, Markus M. Grabka, Jan Goebel, Carsten Schröder und Jürgen Schupp.

06.05.2016

KORREKTUR | Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA etwa gleich schnell

Korrektur der Pressemitteilung vom 06.05.2016

Bitte beachten Sie: Bei der Anpassung der in Deutschland üblichen Bezugsgrößen an die in der amerikanischen Vergleichsstudie verwendete Methode ist uns im DIW Wochenbericht Nr. 18/2016 ein Fehler in der Berechnung unterlaufen, den wir hiermit berichtigen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

An den Kernaussagen des Berichtes ändert sich nichts: Die Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA in etwa gleichem Tempo. Bei den Niveaus ergeben sich jedoch teils deutliche Unterschiede.

Der Wortlaut der Pressemitteilung ist unverändert, die korrigierten Zahlen sind fett gedruckt. Zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Messverfahren finden Sie am Ende dieser Pressemitteilung zusätzliche Erläuterungen. Auch bei Verwendung des in Deutschland üblichen und in früheren DIW Wochenberichten verwendeten Konzepts zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Zum Vergleich finden Sie diese Werte ebenfalls in der Tabelle am Ende dieser Pressemitteilung.

28.04.2016

DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert in den Sachverständigenrat für Umweltfragen berufen

Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ist von der Bundesregierung in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen worden. Der Sachverständigenrat berät die Politik seit 1971 in wichtigen Umweltfragen und soll ihr umfassende und zielgerichtete Handlungsempfehlungen geben. „Die Berufung von Prof. Claudia Kemfert in den Sachverständigenrat für Umweltfragen des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ist eine Auszeichnung für ihre exzellente Arbeit und eine Bestätigung für den Fokus auf Themen der nachhaltigen Wirtschaftspolitik des DIW Berlin“, erklärt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

27.04.2016

DIW Konjunkturbarometer April 2016: Moderates Wachstum, aber Konjunkturrisiken bleiben hoch

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden zweiten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Darauf deutet das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin. Damit fällt das Wachstum noch einmal robust aus, nachdem die Produktion bereits im ersten Quartal mit 0,6 Prozent deutlich angezogen haben dürfte. „Vor allem die Industrie ist nach einem schwächeren zweiten Halbjahr 2015 gut in das Jahr 2016 gestartet“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner: „Auch im zweiten Quartal dürfte das Produktionswachstum – vor allem wegen der Exporte – nochmal recht kräftig ausfallen.“

27.04.2016

Erbschaften in Europa: Wer viel verdient, erbt häufiger

DIW-Studie: Bis 2010 hatten 27 bis 40 Prozent aller Haushalte in vielen Euroländern geerbt oder eine Schenkung erhalten – Steuern auf Erbschaften und Schenkungen in Deutschland durch Ausnahmeregelungen geprägt

Einkommensstarke Personen erben öfter und erhalten deutlich höhere Beträge als einkommensschwache. Ein größeres Vermögen bauen die Gutverdiener aber auch deswegen auf, weil sie auf Grund ihrer sozialen Herkunft selbst bessere Verdienstchancen haben. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die von der Hans-Blöcker-Stiftung in Auftrag gegeben wurde. „Wer aus vermögendem Hause kommt, erzielt überdurchschnittlich oft selbst ein hohes Einkommen und kann sich darüber hinaus öfter über Erbschaften und Schenkungen freuen“, sagen die DIW-Ökonomen Christian Westermeier und Markus Grabka sowie ihre Kollegin Anita Tiefensee von der Hertie School of Governance. Sie haben untersucht, welche Rolle Erbschaften und Schenkungen für die Vermögensposition der Haushalte und die Vermögensungleichheit im Euroraum spielen. Weil sich die Datenqualität stark unterscheidet und nicht für alle Euroländer dieselben Informationen vorliegen, beschränkt sich die Untersuchung auf acht Länder: Griechenland,  Spanien, Portugal, Zypern, Frankreich, Österreich, Belgien und Westdeutschland – für Ostdeutschland liegen keine verlässlichen Zahlen zur Bewertung von vor der Wiedervereinigung geerbten Vermögenswerten vor.

14.04.2016

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2016: Aufschwung bleibt moderat - Wirtschaftspolitik wenig wachstumsorientiert

Die Wirtschaftsforschungsinstitute schätzen, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2016 um 1,6 Prozent zunehmen wird; im Herbst hatten sie noch 1,8 Prozent vorhergesagt. „Ausschlaggebend für die Revision war ausschließlich, dass sich die Weltwirtschaft Ende 2015 merklich abgekühlt hat. Die deutsche Binnenkonjunktur stellt sich aus heutiger Sicht sogar besser dar als noch im Herbst“, sagte Timo Wollmershäuser, Leiter des ifo Zentrums für Konjunkturforschung. Insgesamt befindet sich die deutsche Konjunktur in einem moderaten Aufschwung.

13.04.2016

Schwache private Investitionen in Deutschland untermauern Handlungsbedarf

Unternehmen investieren heute kaum mehr als vor der Finanz- und Wirtschaftskrise – Handlungsempfehlungen der Expertenkommission zur Stärkung von Investitionen bleiben aktuell – Zusätzliche steuerliche Anreize sind denkbar

Die Unternehmen in Deutschland investieren nach wie vor nur sehr verhalten in ihre Produktionsanlagen: Wie aktuelle Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen, dürften die privaten Investitionen hierzulande im vergangenen Jahr lediglich wieder das Niveau von vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht haben – obwohl die Wirtschaftsleistung seitdem deutlich stärker gestiegen ist. In den USA beispielsweise liegt das Investitionsniveau heute hingegen um etwa 14 Prozent höher als im Jahr 2007. Selbst in der deutschen Industrie lagen die Bruttoinvestitionen nicht einmal so hoch wie die Abschreibungen auf den vorhandenen Kapitalstock. „Die schwachen privaten Investitionen können die Produktivität und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands langfristig gefährden“, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

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