Angst und Ärger: Dimensionen sozialer Ungleichheit

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Sozio- oekonomisches Panel
Projektstatus
Abgeschlossenes Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2009 bis 2011
Auftraggeber
Exzellenzcluster „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin, gefördert durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder
Projektleitung
Christian von Scheve
Ansprechpartner im DIW Berlin

Teilprojekt der 'Languages of Emotion'



Beschreibung

Erleben Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten einige Emotionen häufiger, andere hingegen seltener? Welche Gefühle werden in welchen Gesellschaftsschichten besonders häufig erlebt, welche besonders selten? Welche Rolle spielt das Geschlecht für die Häufigkeit des Erlebens bestimmter Emotionen? Wie wirken sich einschneidende Lebensereignisse (z.B. Heirat, Scheidung, Arbeitsplatzverlust) auf diese Zusammenhänge aus? Kurzum: Wir untersuchen, ob das Erleben von Emotionen - vor allem der Gefühle Angst und Ärger - eine Dimension sozialer Ungleichheit ist und gehen der Frage nach, welche Mechanismen für die Zusammenhänge zwischen sozialen Ungleichheitsmerkmalen und dem Gefühlserleben verantwortlich sind.

Soziologische Emotionstheorien befassen sich seit langem mit diesen Zusammenhängen und legen nahe, dass das emotionale Erleben vermutlich entlang der gesellschaftlichen Verteilung von ökonomischen und sozialen Ressourcen einerseits und kulturellen Wertvorstellungen und Normen andererseits variiert. Dies prüft das Projekt auf Grundlage der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), einer Befragung von über 20.000 Erwachsenen in privaten Haushalten, mit der diese Zusammenhänge erstmals für eine repräsentative Zufallsstichprobe der in Deutschland lebenden Bevölkerung analysiert werden. Die im SOEP erfragten soziodemografischen Merkmale erlauben es, nach wesentlichen Kriterien sozialer Ungleichheit, etwa dem sozioökonomischen Status oder dem Geschlecht zu unterscheiden. Als intervenierende Variablen werden etwa der Familienstand, unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale oder die Lebenszufriedenheit einfließen.

Projekthomepage


Literatur:

  • von Scheve, C., Dehne, M. (im Erscheinen). Anomie und Gefühl: Zur Diskrepanz zwischen kultureller Modellierung und sozialer Strukturierung von Emotionen in der Gegenwart. In Mixa, E., Pritz, S. M., Tumeltshammer, M., Greco, M. (Hg.), Un-Wohl-Gefühle. Eine Kulturanalyse gegenwärtiger Befindlichkeiten. Bielefeld: transcript. 
  • von Scheve, C. (2014). Gefühlte Ungleichheit. Einige Zusammenhänge zwischen Sozialstruktur und Emotionen. In Gebauer, G., Edler, M. (Hg.), Sprachen der Emotion: Kultur, Kunst, Gesellschaft. Frankfurt am Main: Campus, 267-289.
  • von Scheve, C., Esche, F., Schupp, J. (2013). The Emotional Timeline of Unemployment: Anticipation, Reaction, and Adaptation. SOEPpapers 593 | PDF, 336.6 KB , DIW Berlin, and IZA Discussion Paper No. 7654, IZA Bonn.
  • Rackow, K., Schupp, J., von Scheve, C. (2012). Angst und Ärger. Zur Relevanz emotionaler Dimensionen sozialer Ungleicheit. Zeitschrift für Soziologie, 41(5), 391-409.


Publikationen

Diskussionspapiere extern (2013)

The Emotional Timeline of Unemployment: Anticipation, Reaction, and Adaptation

Christian von Scheve, Frederike Esche, Jürgen Schupp
SOEPpapers (2013)

The Emotional Timeline of Unemployment: Anticipation, Reaction, and Adaptation

Christian von Scheve, Frederike Esche, Jürgen Schupp
Aufsätze referiert extern - ISI (5 / 2012)

Angst und Ärger: zur Relevanz emotionaler Dimensionen sozialer Ungleichheit

Katja Rackow, Jürgen Schupp, Christian von Scheve