Soziale Schließung und Hierarchisierung.

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Sozio- oekonomisches Panel
Projektstatus
Abgeschlossenes Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2011 bis 2015
Auftraggeber
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
In Kooperation mit
Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie
Projektleitung
Jürgen Schupp
Ansprechpartner im DIW Berlin

Kontextuelle Bedingungen ungleicher Entwicklungschancen in frühen Lebensphasen



Beschreibung

Teilprojekt A1 des Sonderforschungsbereichs (SFB) 882 „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten"

In diesem Teilprojekt wird die Genese und Wirkung individueller Heterogenität auf psychische Merkmale erweitert und ihr Zusammenwirken mit sozio-ökonomischen Merkmalen untersucht. Im Vordergrund steht die Frage, inwieweit kognitive und nichtkognitive Kompetenzen auf der einen Seite und verschiedene Dimensionen kulturellen und sozialen Kapitals auf der anderen Seite überlappen bzw. sich in ihrer Genese wechselseitig bedingen, und inwiefern beide für den Bildungs- und Lebenserfolg relevant werden. Tragen sie insbesondere zu frühen, wenig reversiblen Schließungen von Chancen, zur Kumulation von Bevorzugung und Benachteiligung bei? Damit werden zum ersten Mal zwei etablierte, bisher unverbundene Forschungstraditionen in ein Forschungsdesign integriert, in dem sie bis zu einem gewissen Grad gegeneinander konkurrieren. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch die Chance, jeweilige Wissensbestände zu integrieren.

Die Untersuchungen erfolgen nicht nur auf der Ebene des individuellen Lebenslaufs, sondern unter der Berücksichtigung der kontextuellen Bedingungen unterschiedlicher familialer Konstellationen, sozialer Netzwerke und Nachbarschaften, Bildungsorganisationen und Institutionen. Auf allen diesen kontextuellen Ebenen können soziale Schließungsmechanismen angesiedelt sein. Der besonderen Bedeutung der Herkunftsfamilie für die Genese sozialer Ungleichheiten wird dadurch Rechnung getragen, dass nicht nur die Stratifizierungsmerkmale von Herkunftsfamilien berücksichtigt wird, sondern auch die Pluralisierung familialer Lebensformen und die damit verbundenen Muster der Hierarchisierung von Familienpositionen und -rollen. Darüber hinaus werden nicht nur Unterschiede zwischen Familien untersucht, sondern auch die unterschiedliche Bedeutung ein und derselben Familie für verschiedene Familienmitglieder, insbesondere Geschwister in Abhängigkeit von Geschlecht, Altersabstand und Rangfolge.

Im Teilprojekt wird eine Fokussierung auf frühe Lebensphasen vorgenommen. Empirisch werden auf Basis der Entwicklung und Implementierung innovativer Operationalisierungen vor allem Lebensverlaufs-Kohortenanalysen auf Basis des SOEP und vergleichbarer Panelstudien anderer Länder durchgeführt, an erster Stelle des Child Development Supplement der Panel Study of Income Dynamics (PSID).

Kooperationspartner Universität Bielefeld:

Prof. Dr. Martin Diewald (Projektleiter)
Andrés Cardona (Wiss. Mitarbeiter)
Tobias Graf (Wiss. Mitarbeiter)
Till Kaiser (Wiss. Mitarbeiter)
Magdalena Osmanowski (Wiss. Mitarbeiterin)


Publikationen

Aufsätze referiert extern - ISI (2015)

How Learning a Musical Instrument Affects the Development of Skills

Adrian Hille, Jürgen Schupp
Diskussionspapiere extern (2013)

How Learning a Musical Instrument Affects the Development of Skills

Adrian Hille, Jürgen Schupp
SOEPpapers (2013)

How Learning a Musical Instrument Affects the Development of Skills

Adrian Hille, Jürgen Schupp
Aufsätze referiert extern - ISI (1 / 2011)

Die wahrgenommene Gerechtigkeit des eigenen Erwerbseinkommens: geschlechtstypische Muster und die Bedeutung des Haushaltskontextes

Stefan Liebig, Carsten Sauer, Jürgen Schupp