IAB-SOEP-Migrationsstichprobe

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Sozio- oekonomisches Panel
Projektstatus
Aktuelles Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2013 bis 2019
Auftraggeber
Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesagentur für Arbeit, Leibniz-Gemeinschaft
In Kooperation mit
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Projektleitung
Jürgen Schupp (SOEP), Herbert Brücker (IAB)
Ansprechpartner im DIW Berlin

Beschreibung

Projektbeschreibung

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und die forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomische Panel (SOEP) des DIW Berlin sind eine Kooperation eingegangen, um Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu befragen. Im Frühsommer 2013 wurden mehr als 2.500 Haushalte von speziell geschulten Interviewerinnen und Interviewer des Umfrageinstituts TNS Infratest Sozialforschung befragt, in denen mindestens eine Person lebt, die selbst zugewandert ist oder bei denen ein Elternteil zugewandert ist bzw. eine ausländische Staatsbürgerschaft hat. Die Stichprobe wurde auf Grundlage der „Integrierten Erwerbsbiografien“ des IAB gezogen, ein Datensatz, der alle Personen umfasst, die einmal in Deutschland beschäftigt waren, als arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet waren oder Leistungen wie Arbeitslosengeld I oder II bezogen haben. Durch dieses Auswahlverfahren sind insbesondere die Erwerbspersonen mit Migrationshintergrund und ihre Familienangehörigen in Deutschland umfassend repräsentiert. Die erste Welle der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe wird im Spätsommer 2014 der Forschung für Sekundäranalysen zur Verfügung gestellt.

Der Fragebogen, der von allen erwachsenen Personen im Haushalt beantwortet wird, umfasst sämtlich Kernfragen, die seit drei Jahrzehnten zum Bestandteil der Längsschnittstudie „Leben in Deutschland“ des SOEP gehören. Darüber hinaus werden besondere Aspekte wie die gesamte Migrationsbiografie, die im In- und Ausland erworbenen Bildungsabschlüsse, die Erwerbsbiografie in Deutschland und anderen Ländern sowie zahlreiche kulturelle und lebensweltliche Aspekte, die für die Integration von Migranten relevant sind, erhoben.

In der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe werden einige Nationalitäten besonders berücksichtigt: Haushalte mit Migrantinnen und Migranten aus Polen, Rumänien, den GUS-Staaten, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien sowie den Ländern Europas (Italien, Spanien, Griechenland) sowie auch aus arabisch bzw. muslimisch geprägten Ländern werden überdurchschnittlich in die Untersuchung einbezogen.

Für einen randomisierten Teil der Haushalte ist vorgesehen – nach Einholung des Einverständnisses der Betroffenen – die Befragungsdaten mit Informationen aus den Integrierten Erwerbsbiografien zu verknüpfen. Auf diesem Weg entsteht eine neuartige Datenbasis, die unter Einhaltung strengster Datenschutzbestimmungen und bei vollständiger Anonymisierung die umfassenden Informationen einer Haushaltsbefragung mit den präzisen Arbeitsmarktinformationen der Sozialversicherungen verknüpft. Dieses survey-methodisch innovative Zusatzprojekt wird unter dem Namen „SOEP-REC-LINK“ im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation der Leibniz-Gemeinschaft für drei Jahre gefördert.

Die Befragungsdaten werden als Teilstichprobe in das SOEP integriert. Das SOEP hat bereits seit 1984 die sogenannten „Gastarbeiterfamilien“ überdurchschnittlich in seiner Haushaltsbefragung „Leben in Deutschland“ berücksichtigt und diese Stichprobe mehrfach erweitert. Mit der neuen IAB-SOEP-Migrationsstichprobe erfolgt nun der größte Aufwuchs von Migranten in der 30-jährigen Geschichte des SOEP.

Die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der Bundesagentur für Arbeit und von Bund und Ländern im Rahmen der Leibniz-Gemeinschaft finanziert. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes nehmen Herbert Brücker vom IAB in Nürnberg und Jürgen Schupp vom DIW Berlin gemeinsam wahr.


Publikationen

Sonstige Publikationen des DIW / Aufsätze (2017)

Half of the Refugees in Germany Found Their First Job through Social Contacts

Philipp Eisnecker, Diana Schacht
DIW Economic Bulletin (34/35 / 2016)

Many Refugees Have Work Experience but a Smaller Share Possess Formal Vocational Qualifications

Elisabeth Liebau, Zerrin Salikutluk
DIW Economic Bulletin (34/35 / 2016)

Language Acquisition: Refugees Nearly Achieve Proficiency Level of Other Migrants

Elisabeth Liebau, Diana Schacht
DIW Economic Bulletin (34/35 / 2016)

Refugees Entered the Labor Market Later Than Other Migrants

Zerrin Salikutluk, Johannes Giesecke, Martin Kroh
DIW Economic Bulletin (34/35 / 2016)

Half of the Refugees in Germany Found Their First Job Through Social Contacts

Philipp Eisnecker, Diana Schacht
DIW Wochenbericht (35 / 2016)

Viele Geflüchtete brachten Berufserfahrung mit, aber nur ein Teil einen Berufsabschluss

Elisabeth Liebau, Zerrin Salikutluk
DIW Wochenbericht (35 / 2016)

Spracherwerb: Geflüchtete schließen zu anderen MigrantInnen nahezu auf

Elisabeth Liebau, Diana Schacht
DIW Wochenbericht (35 / 2016)

Geflüchtete nahmen in Deutschland später eine Erwerbstätigkeit auf als andere MigrantInnen

Zerrin Salikutluk, Johannes Giesecke, Martin Kroh
DIW Wochenbericht (35 / 2016)

Die Hälfte der Geflüchteten in Deutschland fand ihre erste Stelle über soziale Kontakte

Philipp Eisnecker, Diana Schacht
DIW Wochenbericht (35 / 2016)

Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund nutzen freiwillige Bildungsangebote seltener – mit Ausnahme der Schul-AGs

C. Katharina Spieß, Franz Westermaier, Jan Marcus
SOEP Survey Papers (2015)

The 2013 IAB-SOEP Migration Sample (M1): Sampling Design and Weighting Adjustment

Martin Kroh, Simon Kühne, Jan Goebel, Friedrike Preu
Aufsätze in sonstigen Zeitschriften (21.1 / 2014)

Neue Muster der Migration: Auf dem Weg nach Deutschland

Herbert Brücker, Ingrid Tucci, Simone Bartsch, Martin Kroh, Parvati Trübswetter, Jürgen Schupp
Aufsätze in sonstigen Zeitschriften (21.2 / 2014)

Migranten investieren in Sprache und Bildung: Bildungsbiografien von Zuwanderern nach Deutschland

Elisabeth Liebau, Agnese Romiti
Aufsätze in sonstigen Zeitschriften (21.3 / 2014)

Anerkannte Abschlüsse und Deutschkenntnisse lohnen sich: Arbeitsmarktintegration von Migranten in Deutschland

Herbert Brücker, Elisabeth Liebau, Agnese Romiti, Ehsan Vallizadeh
Aufsätze in sonstigen Zeitschriften (21.4 / 2014)

Wie zufrieden sind Migranten mit ihrem Leben?: Diskriminierungserfahrungen und soziale Integration

Ingrid Tucci, Philipp Eisnecker, Herbert Brücker
DIW Wochenbericht (43 / 2014)

Neue Muster der Migration

Herbert Brücker, Ingrid Tucci, Simone Bartsch, Martin Kroh, Parvati Trübswetter, Jürgen Schupp
DIW Wochenbericht (43 / 2014)

Migranten investieren in Sprache und Bildung

Elisabeth Liebau, Agnese Romiti
DIW Wochenbericht (43 / 2014)

Anerkannte Abschlüsse und Deutschkenntnisse lohnen sich

Herbert Brücker, Elisabeth Liebau, Agnese Romiti, Ehsan Vallizadeh
DIW Wochenbericht (43 / 2014)

Wie zufrieden sind Migranten mit ihrem Leben?

Ingrid Tucci, Philipp Eisnecker, Herbert Brücker