Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Bildung und Familie
Projektstatus
Abgeschlossenes Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2015 bis 2015
Auftraggeber
Hans-Böckler-Stiftung
Projektleitung
C. Katharina Spieß, Johanna Storck
Ansprechpartner im DIW Berlin

Beschreibung

Projektziel:

In dem Projekt wird auf Basis des repräsentativen Haushalts- und Personendatensatzes SOEP die Arbeitsmarktsituation von Fachkräften in der Kindertagesbetreuung im Vergleich mit anderen Berufsgruppen analysiert. Neben der ausführlichen Analyse der Erwerbssituation der in der Kindertagesbetreuung Beschäftigten werden auch Faktoren wie Zufriedenheit, Einstellungen und Präferenzen beleuchtet.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Ausreichend, professionell und qualitativ hochwertige Dienstleistungen im Bereich der Kindertagesbetreuung sind notwendig, um die von der Gesellschaft geforderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten und den gestiegenen Ansprüchen nach frühkindlicher Bildung nachkommen zu können. Dazu müssen aktuell und in Zukunft mehr qualifizierte Fachkräfte aus- und weitergebildet bzw. im Beruf gehalten werden. Dem steht entgegen, dass das Personal in der Kindertagesbetreuung aktuell von häufig diskontinuierlichen Erwerbsverläufen, relativ geringen Einkommen, niedrigem Berufsprestige und fehlenden Aufstiegschancen gekennzeichnet ist. Eine Schieflage entsteht auch dadurch, dass die Verantwortlichkeiten und Belastungen in dem Beruf sehr hoch sind.

2. Fragestellung

Im Forschungsvorhaben werden auf der Basis des repräsentativen Haushalts- und Personendatensatzes SOEP die Arbeitsmarktsituation von Fachkräften in der Kindertagesbetreuung im Vergleich mit anderen Berufsgruppen analysiert. Neben der Analyse der Erwerbssituation der in der Kindertagesbetreuung Beschäftigten werden Faktoren wie Zufriedenheit, Einstellungen und Präferenzen beleuchtet. Spezifische Merkmale von Personal in der Kindertagesbetreuung werden dabei in Relation gesetzt zu Beschäftigten in anderen sozialen und bildungsrelevanten Berufen, aber auch anderen frauentypischen Berufen. Damit können Hinweise gewonnen werden, inwieweit strukturelle Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen für die vielfach geringe Attraktivität im Erzieher-Beruf und die oft diskontinuierlichen Erwerbsverläufe verantwortlich sind.

3. Untersuchungsmethoden

Das Projekt ist als Ergänzung zu dem von der HBS geförderten Projekt "Kontinuierliche Erwerbstätigkeit in der Kindertagesbetreuung" zu sehen, das seine Erkenntnisse auf der Basis qualitativer Methoden gewinnt, während dieses Projekt dezidiert quantitative Methoden anwendet.

Mit dem Sozio-oekonomischen Panel und dem Datensatz Familien in Deutschland wird auf repräsentative Panelstudien zurückgegriffen. Durch den Längsschnittcharakters der Daten können Erwerbsverläufe nachgezeichnet werden und damit die Erwerbssituation der Fachkräfte detaillierter als in einem Querschnittsdatensatz beschrieben werden.

Die Datensätze werden mit bivariaten Auswertungen und multivariaten Analysen bearbeitet. Letztere ermöglichen es, den Einfluss mehrerer Indikatoren gleichzeitig zu kontrollieren. In Abhängigkeit der zu erklärenden Zusammenhänge werden die entsprechenden adäquaten quantitativen Analyseverfahren, wie OLS-Schätzungen, Logit-Modelle oder ähnliche Verfahren verwandt.