Geflüchtete Familien in Deutschland (GeFam)

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Sozio- oekonomisches Panel
Projektstatus
Aktuelles Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2016 bis 2019
Zuwendungsgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
In Kooperation mit
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit
Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin
Zusammenarbeit mit Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ)
Projektleitung
Jürgen Schupp (Verbundkoordinator), Herbert Brücker (IAB), Martin Kroh (BIM)
Ansprechpartner im DIW Berlin


Beschreibung

Konzeption, Durchführung, Aufbereitung, Registerverknüpfung, Analyse und Datenbereitstellung bzw. -weitergabe einer repräsentativen Stichprobe Geflüchtete Familien

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA), das Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und die forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) führen gemeinsam seit Januar 2016 eine national-repräsentative Befragung von Geflüchteten in Deutschland durch (Pressemeldung).

Ziel des Projektes Geflüchtete Familien und ebenfalls als Panel-Studie in den Jahren 2016, 2017 und 2018 angelegten Vorhabens ist die substanzielle Verbesserung der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur zur Untersuchung der Lebenslagen von Geflüchteten in Deutschland. Das Sampling der Stichprobe erfolgte beim BAMF per Zufallsauswahl aus dem Ausländerzentralregister (AZR). Die Grundgesamtheit bilden Personen, die als Schutzsuchende zwischen Januar 2013 und Januar 2016 nach Deutschland kamen.

Zu den Themen der Befragung zählen Fragen der Lebenssituation der Schutzsuchenden, schulische wie berufliche Bildung sowie die aktuelle berufliche Situation und gesellschaftlichen Teilhabe. Die freiwillige Teilnahme an der Untersuchung richtet sich dem SOEP-Haushaltskonzept folgend an die aus dem AZR gezogenen Ankerpersonen sowie deren erwachsene Familienangehörigen. Die Erhebung erfolgt durch speziell geschulte Interviewerinnen und Interviewer des beauftragten Umfrageinstituts Kantar Public Germany, München, anhand von übersetzten Erhebungsinstrumenten sowie ggf. auch unter Hinzuziehung von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern.

Die Forschungsdaten werden zeitnah im Anschluss an die Datenerhebung geprüft, nutzerfreundlich aufbereitet und in faktisch-anonymisierter Form für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im In- und Ausland für Forschungszwecke über das Forschungsdatenzentrum des SOEP und des IAB bereitgestellt. Durch die ebenfalls vorgesehene Verknüpfung der Befragungsdaten mit den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des IAB ergeben sich insbesondere für die Forschung zur Arbeitsmarktintegration und anderen Aspekten der strukturellen Integration große Analysepotenziale.

Eine erste Tranche der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von geplanten 1.600 Ankerpersonen sowie deren Familienmitgliedern, die durch eine Finanzierung durch Mittel der Bundesagentur für Arbeit ermöglicht wird, war seit Juni 2016 im Feld.

Ein jetzt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligter Antrag zur „Konzeption, Durchführung, Aufbereitung, Registerverknüpfung, Analyse und Datenbereitstellung bzw. -weitergabe einer repräsentativen Stichprobe Geflüchtete Familien (GeFam)“ sieht eine Verdoppelung der Fallzahlen um weitere 1.600 Ankerpersonen sowie deren Familien vor. Die im GeFam-Vorhaben beantragte Aufwuchsstichprobe durch eine disproportionale Ergänzung von Personen, die mit ihren Kindern oder anderen minderjährigen Familienangehörigen nach Deutschland geflüchtet sind, war von August bis Dezember 2016 im Feld. Immerhin sind derzeit etwa ein Drittel der nach Deutschland Geflüchteten Minderjährige, über 90% von ihnen in Begleitung ihrer Eltern oder anderer erwachsener Familienangehöriger. Die Aufwuchsstichprobe aus dem GeFam-Vorhaben hat die Fallzahl der IAB-BAMF-SOEP Befragung auf 4.817 erwachsene Befragten erhöht. Die Befragungspersonen lebten in 3.538 Haushalten und dank der spezifischen Ankerpersonen sind nun Informationen über 5.728 Kindern vorhanden.

Im Rahmen des GeFam-Vorhabens gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, dass auch externe grundlagenorientierte Forscherinnen und Forscher Themen und Fragen in die Befragung einbringen. Nähere Informationen, sowie den Aufruf für die Einreichung von externen Fragestellungen sind auf der Seite der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten zu finden.

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