25 Wellen SOEP

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Prof. Dr. Hans-Jürgen Krupp

Grußwort anlässlich der 25. Welle des SOEP

25 Wellen des SOEP sind Anlass, sich an die Anfänge eines Projekts zu erinnern, das in schwierigen Zeiten begonnen wurde, und dem nicht alle die wissenschaftliche Bedeutung zutrauten, wie wir sie dann erlebt haben.

Es waren theoretische Überlegungen zur personellen Einkommensverteilung und die Einsicht in die sich abzeichnenden Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung, die mir klar gemacht hatten, dass angesichts dieser verbesserten Analysemöglichkeiten eine Mikro-Längsschnittdatenbasis für die Beantwortung vieler Fragen unserer sozialen Entwicklung unverzichtbar sein würde.

Die Durchsetzung eines solchen innovativen, und zudem auch noch teuren Projekts bedarf zunächst einmal des Engagements Einzelner, die für ihre Sache kämpfen, Rückschläge in Kauf nehmen und unbeirrt weiter machen. So etwas lag mir. Aber auch Ute Hanefeld, eine Nachwuchswissenschaftlerin, machte das SOEP zu ihrem ureigenen Projekt, für das sie unermüdlich an vielen Fronten kämpfte.

Und doch ist der Erfolg des Projekts nicht auf den Einsatz einzelner Personen zurück zu führen. Das SOEP war und ist ein überzeugendes Beispiel für die Chancen von Team-Arbeit in der Wissenschaft. Deswegen führte der Wechsel in der Leitung des SOEP, die 1988 kurzfristig  von dem Soziologen Wolfgang Zapf übernommen wurde, weil ich als Finanzsenator nach Hamburg wechselte, und dann auf  Gert Wagner überging, auch zu keinem Bruch in der Entwicklung. Das Gegenteil war vielmehr der Fall, Gert Wagner verdankt das SOEP immer wieder wesentliche Innovationen. Dabei war und ist nicht ein überzogener Wettbewerb einzelner Personen, sondern Kooperation das Erfolgsrezept. Dass es gelungen ist, diesen Geist zu erhalten, zeigen auch die heutigen Mitarbeiter des SOEP. Ich denke dabei insbesondere an Jürgen Schupp, der seit 1985 beim SOEP ist, und Joachim Frick, der 1989 dazu kam. Sie haben  trotz ihrer Belastung in der Servicearbeit auch als hervorragende und anerkannte Forscher  akademisch ihren Weg gemacht. Andere haben es geschafft Rufe an Universitäten und Fachhochschulen zu bekommen. Und die wissenschaftliche Kooperation greift inzwischen weit über das Team des SOEP hinaus.

Ausgangspunkt des SOEP war zunächst eine Forschergruppe, später ein DFG-Sonderforschungsbereich, in dem Wissenschaftler verschiedener Fächer in den Universitäten in Frankfurt am Main, Mannheim (und später auch Berlin) zusammen arbeiteten. Dazu kam aufgrund meiner dortigen Präsidentschaft die institutionelle Anbindung an das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Diese war, anders als es eine Universität gekonnt hätte, in der Lage, Kontinuität zu sichern. Andererseits konnte bereits damals nur die Zusammenarbeit mit den Universitäten die Enge eines Wirtschaftsforschungsinstituts überwinden.

Empirische Fundierung, Zusammenarbeit über enge Fachgrenzen hinweg, Einbeziehung unterschiedlicher wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Positionen waren die Leitlinien unser Arbeit, auch wenn dies nicht gerade dem durch die 68er Bewegung geprägten Zeitgeist entsprach.

Es galt aber auch Synergien zu nutzen. Wenn mit öffentlichen Mitteln so wertvolle Daten erhoben wurden, musste eine breite Datennutzung erreicht werden. Dem entsprach unsere Politik der unverzögerten Datenweitergabe, die sicher wesentlich zum Erfolg des SOEP beigetragen hat. Es gibt auch heute noch Wissenschaftler, die von ihnen angeregte Daten zunächst alleine nutzen wollen. Das SOEP ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass gute Wissenschaftler so etwas nicht nötig haben.

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