Konjunkturbarometer

Ältere Ausgaben des Konjunkturbarometers

30. August 2010

Aufschwung verliert an Dynamik

Der konjunkturelle Aufschwung setzt sich im Herbst fort. Dabei bleiben die Zuwachsraten deutlich über den längerfristigen Durchschnittswerten. Allerdings wird die Erholung etwas an Kraft verlie-ren. So signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal 2010 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. „Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärts gerichtet", so DIW Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. „Es besteht allerdings kein Anlass, die aktuellen Wachs-tumserfolge durch Steuersenkungen zu verfrühstücken".

Die Zuwachsrate des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 0.9 Prozent bleibt im Herbst deutlich über ihrem längerfristigen Durchschnitt. Im Vergleich zum Sommer verliert die Erholung aber etwas an Fahrt. Die Sondereffekte, die die Konjunktur zuletzt auf Rekordstände getrieben hatten, lassen im Herbst allmählich nach. Durch die konjunkturelle Abschwächung in vielen Ländern, insbesondere in den USA, aber auch in China wird die Exporttätigkeit etwas weniger dynamisch verlaufen. Auch die winterbedingten Nachholeffekte in der Bauwirtschaft sind inzwischen weitgehend abgearbeitet. Dagegen dürfte der Konsum der privaten Haushalte wie schon zuletzt das Wachstum stützen. „Dazu trägt insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt bei, die die Arbeitsplatzsicherheit erhöht", so DIW Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

„Die Regierung sollte das hohe Wachstum jetzt zu einer forcierten Konsolidierung der Staatshaushalte nutzen", so Fichtner. Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren. Stattdessen kommt es darauf an, Unternehmen und Haushalte von der Nachhaltigkeit des finanzpolitischen Kurses zu überzeugen. „Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt", so Fichtner.



DIW-Konjunkturbarometer vom 30. August 2010
Grafik: DIW Berlin