Konjunkturbarometer

Ältere Ausgaben des Konjunkturbarometers

29. September 2010

Rückkehr zur Normalität

Für das dritte Quartal 2010 zeigt das DIW-Konjunkturbarometer einen Anstieg des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozent. „Der konjunkturelle Aufschwung bleibt zunächst kräftig, das beeindruckende Aufholtempo der letzten Monate wird in der zweiten Jahreshälfte aber nicht erhalten bleiben", interpretiert Ferdinand Fichtner, Leiter der Querschnittsgruppe Konjunkturpolitik des DIW Berlin, die Ergebnisse. Maßgeblich für die Verlangsamung ist nach DIW-Angaben in erster Linie die Entwicklung in der Industrie. So konnte die industrielle Produktion nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes das Produktionsniveau im Juli gerade halten.

Auch die Intensität des Gleichlaufs zwischen unterschiedlichen Industriezweigen hat seit dem Höhepunkt im Mai deutlich abgenommen und entspricht derzeit eher dem Normalzustand. So ist die Produktion elektrischer Ausrüstungsgüter im Juli um knapp zwei Prozent gewachsen, die Zunahme im Bereich der Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen erreichte sogar fast sieben Prozent. Dagegen sank die Produktion in der chemischen Industrie um etwas mehr als ein Prozent, in der Automobilbranche gar um über fünf Prozent.

Positiv dürfte im dritten Quartal die Entwicklung beim privaten Verbrauch wirken. Vor allem die Erfolge am Arbeitsmarkt sprechen dafür: „Die Anzahl der Erwerbstätigen übertrifft inzwischen schon die Vorkrisenwerte, die Konjunkturerwartungen der Konsumenten hellen sich spürbar auf", so DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin, der das neueste Konjunkturbarometer berechnet hatte. Dies werde dazu beitragen, dass das Wachstum im laufenden dritten Quartal auch von der inländischen Nachfrage gestützt wird, so das DIW Berlin.

"Damit verfestigt sich der konjunkturelle Aufschwung und bekommt eine binnenwirtschaftliche Basis", sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann. Das DIW-Konjunkturbarometer, das auf einer ausgereiften methodischen und statistisch-umfassenden Datengrundlage steht, unterstütze so auf kurze Sicht die eben vorgelegte Konjunkturprognose des DIW Berlin, das die Fortsetzung des Aufschwungs in Deutschland auch im Jahre 2011 prognostizierte.




DIW-Konjunkturbarometer vom 29. September 2010
Grafik: DIW Berlin