Gender Studies

Kurzportrait des Forschungsbereichs „Gender Studies“ am DIW Berlin

Der im Dezember 2010 geschaffene Forschungsbereich „Gender Studies" ist relevant für alle Abteilungen des DIW Berlin. Grundsätzlich geht es um die Einbeziehung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedeutung der Kategorie Geschlecht in die wissenschaftlichen Analysen. Ziel ist es, strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erkennen und zu verstehen sowie in der Forschungsarbeit gesellschaftliche Mechanismen ihrer Produktion und Reproduktion aufzudecken und zu berücksichtigen.Dabei geht es auch um die Frage, wie kulturelle Formen und soziale Strukturen interagieren und das Handeln von Frauen und Männern (unterschiedlich) begrenzen.

Ein Beispiel ist die tradierte Aufgabenteilung im Haushalt, bei der Frauen die Verantwortung für die unbezahlte Haus- und Familienarbeit zugeschrieben wird und dem Mann die Rolle des Familienernährers, der von der Familienarbeit weitgehend freigestellt einer Erwerbsarbeit nachgeht. Dieses Familienmodell wird durch institutionelle Rahmenbedingungen gestützt. Aus der Aufgabenteilung im Haushalt werden Vorstellungen und Klischees zu den unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften von Frauen und Männern abgeleitet - mit für Frauen und Männer unterschiedlichen Auswirkungen auf das Arbeitsangebot, die Arbeitsnachfrage, die Aufstiegschancen und die Entlohnung.  

Im Dezember 2013 wurden die Gender Studies im Vorstandsbereich des DIW Berlin verankert. Damit ist das DIW Berlin das erste wirtschaftswissenschaftliche Institut der Leibniz Forschungsgemeinschaft, in dem der Forschungsbereich Geschlechterstudien auf oberster Führungsebene etabliert ist. Mit dem Forschungsbereich Gender Studies ist eine breitere Integration des Themas "Gender" im DIW Berlin angestrebt. Über das Netzwerk wird die interne, regionale, nationale und internationale Zusammenarbeit zum Thema Ökonomie und Geschlecht gestärkt.