Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 18.06.2012

Prognose der EM: Marktwertmethode bewährt sich in der Vorrunde

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Obwohl einzelne Spiele durchaus aufregend waren, wurde das Zwischenergebnis der Fußball-Europameisterschaft bisher entscheidend von dem Marktwert der Mannschaften bestimmt. Das ist das Zwischenfazit von DIW Berlin-Chef Gert G. Wagner und Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin zum laufenden Turnier. Zusammen mit Michael Mutz, ebenfalls von der FU Berlin, haben sie bereits vor Beginn der Europameisterschaft den Sieger mithilfe einer ökonomischen Analyse prognostiziert (siehe Wochenbericht Nr. 24/2012) und sind sich nach der Vorrunde sicher: Spanien und die deutsche Mannschaft bleiben weiterhin die Top-Favoriten der EM. Gerhards und Wagner haben mit dieser Methode bereits die Gewinner der letzten beiden Weltmeisterschaften und der letzten Fußball-Europameisterschaft prognostiziert.

Bei der laufenden EM hat sich lediglich in Gruppe A mit Griechenland eine Mannschaft durchgesetzt, die nicht einen der beiden höchsten Marktwerte hat. Ansonsten haben sich in den Gruppen der Vorrunde jeweils die zwei Mannschaften durchgesetzt, die den höchsten Marktwert für sich verbuchen können. Der Turnierplan lässt es zu, dass diese beiden nach Marktwert besten Mannschaften erst im Endspiel aufeinander treffen, wo die Spanier (Marktwert: 658 Millionen) gegenüber Deutschland (459 Millionen) Favorit wären.

In der Marktwertmethode wird die Leistungsstärke eines einzelnen Spielers in seinem jeweiligen Marktwert ausgedrückt. Der Wert einer ganzen Mannschaft lässt sich wiederum als die Summe der Marktwerte der einzelnen Spieler berechnen. Um den Verlauf des Turniers zu prognostizieren, wird die interne Ausgeglichenheit eines Teams als zweiter Faktor berücksichtigt. Mannschaften wie Portugal, deren Marktwert wesentlich von dem Wert eines einzelnen Spielers beeinflusst wird, haben ein höheres Risiko zu verlieren, wenn der Starspieler gesperrt oder verletzt ist.

Während die Prognose der Vorrundenspiele bis jetzt präzise war und sich nur Griechenland (Marktwert von 84 Millionen) statt wie erwartet Russland (162 Millionen) durchgesetzt hat, ist die Vorhersage des weiteren Turnierverlaufs deutlich schwieriger und störanfälliger. Zum einen liegen die Marktwerte der verbliebenen Mannschaften nun deutlich näher beieinander, die Mannschaften sind also leistungshomogener. Zum anderen wird jetzt im KO-System gespielt, so dass eine Niederlage das Ausscheiden aus dem Turnier bedeutet und nicht im nächsten Spiel kompensiert werden kann. Trotz dieser Unsicherheit in der Prognose müsste es auf ein Finale Deutschland gegen Spanien hinauslaufen.

Was allerdings nicht für einen prognostizierten Europameister spricht, ist die vergleichsweise große Rolle des Zufalls. Im Vergleich zu anderen Sportarten werden im Fußball insgesamt sehr wenige Tore geschossen, so dass ein Treffer schon den Sieg bedeuten kann; auch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter wie die im Spiel England gegen die Ukraine oder ein auf Grund schlechter Platzverhältnisse versprungener Ball kann eine Partie entscheiden. Mit etwas Unterstützung durch den zwölften Mann namens „Zufall“ hat die Mannschaft von Jogi Löw also eine gute Chance.

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