DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Konsumentenvertrauen

Das Konsumentenvertrauen ist ein Oberbegriff für die Einschätzung der Konsumenten ihrer finanziellen Situation und was sie sich leisten können. Mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum wird für den privaten Verbrauch verwendet. Daher kommt der Genauigkeit von Konsumprognosen eine besondere Bedeutung zu. Die Europäische Kommission ermittelt monatlich das Konsumentenvertrauen mithilfe von

11 Fragen:

  1. Finanzielle derzeitige Lage des Haushaltes
  2. Finanzielle Lage der nächsten zwölf Monate
  3. Allgemeine Wirtschaftslage in den letzten zwölf Monaten
  4. Allgemeine Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten
  5. Preise in den letzten zwölf Monaten
  6. Preise in den nächsten zwölf Monaten
  7. Arbeitslosigkeit in den nächsten zwölf Monaten
  8. Derzeitige größere Anschaffungen
  9. Künftige größere Anschaffungen vorgesehen für die nächsten zwölf Monaten
  10. Aktuelle Ersparnisbildung
  11. Ersparnisse in den nächsten zwölf Monaten

 

Die Befragten können bei den meisten Fragen mit „viel besser", „besser", „ konstant", „schlechter" und „viel schlechter" antworten. Die positiven und negativen Nennungen werden als Prozentanteile an der Gesamtheit der Befragten ausgewiesen und gegeneinander saldiert. Aus diesen Werten wird ein Durchschnitt errechnet, der das Konsumentenvertrauen angibt. Dabei wird der Saldo "viel besser/" viel schlechter" doppelt so stark gewichtet wie der Saldo "besser"/"schlechter". Die Europäische Kommission berechnet so das Konsumentenvertrauen für alle EU-Länder und den Euroraum.

Das DIW Berlin hat das Konsumentenvertrauen als einen zu ungenauen Indikator kritisiert und als Alternative einen Frühindikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte vorgestellt.

Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 28/2011 | PDF, 425.92 KB "Verbraucherumfragen für Konsumprognosen besser nutzen"