DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Erwerbspersonen

Als Erwerbspersonen gelten üblicherweise die Erwerbstätigen und die Erwerbslosen zusammengenommen. In Deutschland folgt man hier weitgehend den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organisation - ILO). Erwerbstätige sind alle Selbständigen und abhängig Beschäftigten, die einer entgeltlichen Tätigkeit nachgehen, egal wie lang die Arbeitszeit ist. Erwerbslos sind Personen, die nicht erwerbstätig sind, aber eine Beschäftigung aktiv suchen.

Im Rahmen der amtlichen Erwerbstätigenrechnung, die auch in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung eingeht, werden die Erwerbstätigen in Anlehnung an das ILO-Konzept ermittelt. Die Daten beruhen auf einer Vielzahl einzelner Statistiken. Seit einigen Jahren werden ebenfalls Angaben über die Erwerbslosen, die auf den Erhebungen des Mikrozensus - einer regelmäßigen amtlichen Bevölkerungsumfrage - beruhen, in der Erwerbstätigenrechnung ausgewiesen.

Die Zahl der Arbeitslosen stammt dagegen aus den Registern der Bundesagentur für Arbeit. Als arbeitslos zählen laut Gesetz alle Personen, die „[...]nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, [...] eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen." (§ 16 SGB III). Arbeitslose können bis zu 15 Wochenstunden erwerbstätig sein - etwa in einem Mini-Job. Nicht als arbeitslos gelten Personen, die zwar eine Beschäftigung suchen, sich aber bei den Arbeitsagenturen nicht gemeldet haben. Zudem gelten Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und Arbeitslose, deren Vermittlung in die Hände privater Träger gelegt wurde, nicht mehr als arbeitslos, obwohl sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Von dieser Art gibt es noch weitere Unterschiede bei der Abgrenzung von Arbeitslosen und Erwerbslosen.

Die Daten nach dem ILO-Konzept und die Angaben über die Arbeitslosen haben jeweils sowohl Vorteile und als auch Nachteile. Bei der Arbeitslosenstatistik wird etwa die Erwerbsbereitschaft nicht hinreichend erfasst, und derjenige Teil der Erwerbslosen, der nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldet ist, wird ausgeblendet. Die Statistik nach der ILO-Konvention zählt dagegen schon solche Personen als erwerbstätig, die nur einen Gelegenheitsjob von wenigen Stunden in der Woche mit einer spärlichen Entlohnung ausüben. Welche Statistik sich für Analysen anbietet, kommt auf den Untersuchungszweck an

Siehe auch:
Erwerbsquote
Trenderwerbsquote
Erwerbspersonenpotential

Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 30/2011 | PDF, 0.55 MB "Positive Beschäftigungsentwicklung in Berlin, aber kaum Rückgang der Arbeitslosigkeit"