DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Equity Ratio

Bei der Regulierung von Banken im Rahmen von Basel III spielt die Equity Ratio - eine risikoangepasste Eigenkapitalquote - die zentrale Rolle. Hier wird das Eigenkapital auf der Passivseite der Bankbilanz ins Verhältnis zu den risikogewichteten Vermögenswerten auf der Aktivseite gesetzt. Letztere stellen nur einen Teil der gesamten Bilanzsumme dar.

Zu den risikogewichteten Vermögenswerten zählen beispielsweise Unternehmenskredite oder private und gewerbliche Immobilienkredite. Bei Vergabe solcher Kredite muss die Bank Eigenkapital nachweisen können. Die Höhe richtet sich nach dem Risikogewicht des Kredits. Benutzt die Bank beispielsweise den Standardansatz und liegt das Rating des Unternehmens im Triple-B-Bereich, beträgt das Risikogewicht 100 Prozent. Daraus ergibt sich die volle Eigenkapitalunterlegungspflicht von acht Prozent. Das heißt, für einen Kredit in Höhe von einer Million Euro sind 80 000 Euro Eigenkapital nachzuweisen. Anders ausgedrückt, die Bank finanziert den Kredit mit 80 000 Euro aus eigenen Mitteln, der Rest von 920 000 Euro kommt von Fremdkapitalgebern, zum Beispiel von Sparern oder Käufern von Bankanleihen. Die Risikogewichte für Bankaktiva variieren je nach Typ und Bonität des Kreditnehmers zwischen null Prozent (zum Beispiel für Staatsanleihen) und 150 Prozent (zum Beispiel für Bankforderungen an Unternehmen mit einem Rating unter BB-).

Da sich die Equity Ratio nur auf den Teil der Aktiva mit positiven Risikogewichten und nicht auf die ganze Bilanz bezieht, ist ihr Wert üblicherweise größer als der Wert der Leverage Ratio. Wegen des gänzlich anderen Verständnisses einer Eigenkapitalquote in der Realwirtschaft wird außerhalb des Bankensektors fälschlicherweise oft angenommen, hinter der Equity Ratio verberge sich das Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme. Diese Annahme führt naturgemäß zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Hebelung der Bankbilanzen.

Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 46/2011 | PDF, 473.05 KB „Leverage Ratio ist das bessere Risikomaß"