DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Gini-Koeffizient

Der Gini-Koeffizient ist ein statistisches Standardmaß zur Messung der Ungleichheit einer Verteilung. Am häufigsten eingesetzt wird der Koeffizient zur Bestimmung von Einkommensungleichheit. Er kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Je höher der Wert, desto stärker ausgeprägt ist die gemessene Ungleichheit. Beispielsweise bedeutet ein Gini-Koeffizient von 0, dass alle verglichenen Personen genau das gleiche Einkommen haben. Ein Wert von 1 dagegen bedeutet, dass eine Person das gesamte Einkommen erhält und alle anderen nichts.

Von 1991 bis 2000 änderte sich in Deutschland die Ungleichheit in der Verteilung der bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen gemessen am Gini-Koeffizienten kaum, danach nahm sie aber bis 2005 deutlich zu. Der Gini-Koeffizient für Westdeutschland lag im Jahr 2005 bei 0,28 und der für Ostdeutschland bei knapp 0,25. Damit hat sich die Ungleichheit vom Beginn der 90er Jahre bis 2005 in beiden Landesteilen um knapp 20 Prozent vergrößert. Von 2005 bis 2010 ist die Ungleichheit der Einkommen in Westdeutschland wieder etwas zurückgegangen, in Ostdeutschland ist sie unverändert geblieben.

Benannt wurde der Koeffizient nach seinem Erfinder, dem italienischem Statistiker Corrado Gini.

Siehe auch Einkommensmessung

Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 43/2012 | PDF, 1.05 MB „Einkommensentwicklung und Armutsrisiko“
DIW Wochenbericht 27/2017 | PDF, 0.69 MB „Einkommensschichten und Erwerbsformen seit 1995"
DIW Wochenbericht 10/2017 | PDF, 0.56 MB „Wie steigende Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum in Deutschland beeinflusst"