DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Schuldenschnitt

Von einem Schuldenschnitt (manchmal auch Haircut oder harte Umschuldung) wird gesprochen, wenn einem Schuldner - das können Unternehmen oder auch Staaten sein - ein Teil seiner Schulden dauerhaft erlassen wird. Anders als bei einer Insolvenz verlieren die Gläubiger nicht alle ihre Forderungen, sondern nur einen Teil.

Mit einem Schuldenschnitt - wie im Fall von Griechenland Anfang 2012 - ist die Hoffnung verbunden, die Situation des Schuldners zumindest so weit zu verbessern, dass er in der Lage ist den Rest seiner Schulden abzubezahlen. Mit einem Schuldenschnitt verbunden ist aber auch eine starke Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Schuldners. Zudem wird häufig kritisiert, dass Schuldenschnitte falsche Anreize setzen und den Schuldner nicht dazu bewegen, strukturelle Probleme - die überhaupt erst zur Überschuldung geführt haben - zu beseitigen.

Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 5/2012 | PDF, 1.19 MB "Griechenland: Endlich eine Industrie aufbauen"