DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Finanzmarktoffenheit

Im Zuge der Globalisierung haben neben der Ausweitung des internationalen Handels mit Gütern und Dienstleistungen auch die grenzüberschreitenden Kapitalströme zugenommen. Der grenzüberschreitende Kapitalverkehr umfasst dabei zum Beispiel ausländische Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen oder grenzüberschreitende Bankkredite.

Während der Grad der Handelsoffenheit einer Volkswirtschaft anhand der Summe aus Einfuhren und Ausfuhren relativ zum Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen wird, ist die Relation der Summe der Auslandsaktiva und -passiva zum BIP ein gängiges Maß für die Offenheit der Finanzmärkte. Dieses Maß gibt den faktischen Grad der Finanzmarktoffenheit eines Landes an. Nehmen die internationalen Finanztransaktionen, also die Kapitalzu- und -abflüsse einer Volkswirtschaft, zu, so wird das Finanzsystem dieses Landes offener.

Ein alternatives Maß für den Grad der Finanzmarktoffenheit ist der Chinn-Ito Index für Kapitalverkehrskontrollen. Dieser Index bezieht sich auf die rechtlich-formalen Beschränkungen für grenzüberschreitenden Kapitalverkehr. Je höher der Chinn-Ito Index, desto offener ist ein Land für internationale Kapitalströme. Für Länder, die zum Beispiel die Kreditvergabe ausländischer Banken oder den Handel mit Währungsderivaten rechtlich beschränken, ist der Chinn-Ito Index niedrig.


Lesen Sie mehr zum Thema:
DIW Wochenbericht 13+14/2013 | PDF, 0.65 MB "Marktkonzentration im Bankensektor kann makroökonomische Effekte haben"