Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 21.08.2013

Industrie treibt Wachstum des Dienstleistungssektors

Anneke Volke (Copyright)  Shanghai Schanghai Schiffswerft
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Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft ist ohne Industrie kaum möglich

Die Industrie ist ein wichtiger Abnehmer von Dienstleistungen und hat damit einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum des Dienstleistungssektors. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Das Wachstum im Dienstleistungssektor wird maßgeblich von der Industrie getrieben“, sagt DIW-Experte Alexander Eickelpasch. So hat die Nachfrage nach industriellen Gütern im Jahr 2009 indirekt eine Dienstleistungsproduktion von 365 Milliarden Euro angestoßen. Das entspricht einer Wertschöpfung von 205 Milliarden Euro und einer Beschäftigung von rund 3,8 Millionen Personen. Umgekehrt sind die Impulse, die von den Dienstleistungen auf die Industrie ausgehen, geringer. Diese Zusammenhänge sollten in der wirtschaftspolitischen Debatte stärker berücksichtigt werden, so Eickelpasch: „Der Aufstieg der Dienstleistungen geht nicht mit einem Niedergang der Industrie einher. Vielmehr spielt für den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft in den modernen Volkswirtschaften der industrielle Sektor eine wichtige Rolle. Wenn man den Einfluss der Industrie auf den Dienstleistungsbereich nicht berücksichtigt, unterschätzt man die Industrie und überschätzt den Dienstleistungssektor“.

Industrielle Vorleistungen spielen eine wesentliche Rolle

Wandeln sich die hoch entwickelten Volkswirtschaften zu reinen Dienstleistungsgesellschaften? Wird die Industrie künftig bedeutungslos? Ein Blick in die Statistik legt nahe, diese Fragen zu bejahen: Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung stieg von 48,3 Prozent Anfang der 70er Jahre auf 68,4 Prozent im Jahr 2012. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes ist auf ein Niveau von etwas mehr als ein Fünftel zurückgegangen. Berücksichtigt man die Bezugs- und Absatzverflechtungen zwischen Industrie und Dienstleistungssektor, ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Von den Dienstleistungen, die als Vorleistung in die  inländische Produktion eingehen, wird ein knappes Viertel vom Verarbeitenden Gewerbe nachgefragt - von den unternehmensnahen Diensten erwartungsgemäß deutlich mehr als von den konsumnahen. Besonders hoch ist die Verflechtung mit der Industrie beim Handel sowie bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen wie Werbung und Marktforschung, Forschung und Entwicklung sowie Ingenieurbüros. Dagegen ist die Informations- und Kommunikationsbranche aufgrund ihres Querschnittscharakters relativ gering mit der Industrie verflochten. Vorleistungsverflechtungen bestehen auch in die umgekehrte Richtung von der Industrie zum Dienstleistungssektor, allerdings in einem weit geringeren Maß.

Exporte der Industrie sind ein wichtiger Impulsgeber


Die Industrieproduktion induziert wegen der beschriebenen Verflechtungen in erheblichem Umfang Produktion, Wertschöpfung und Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen. Nahezu ein Viertel der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor - rund 3,8 Millionen - basierte 2009 auf der industriellen Nachfrage. Eine herausragende Bedeutung hat dabei die Exportindustrie: Allein 2,7 Millionen Arbeitsplätze und damit 70 Prozent der so angestoßenen Beschäftigung im Dienstleistungssektor gehen auf den Export zurück. Vor allem die dynamisch wachsenden unternehmensnahen Dienstleistungen profitieren:  22,5 Prozent der dort Beschäftigten verdanken ihren Arbeitsplatz der Industrie, in einigen Teilbereichen ist dieser Anteil noch deutlich höher, wie bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen oder im Handel.

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