Konjunkturbarometer

Ältere Ausgaben des DIW Konjunkturbarometers

27. August 2014

Gegenwind für die deutsche Wirtschaft wird vorerst rauer

Nach dem Rücksetzer für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal bleiben auch die Aussichten für das aktuelle Vierteljahr gedämpft. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) deutet auf eine stagnierende Produktion hin. „Die Gefahr einer Rezession ist durchaus ernst zu nehmen", kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner die aktuelle Entwicklung.

Die neusten Zahlen wecken wenig Zuversicht. „Die Produktion ist zwar zuletzt nicht geschrumpft, aber wohl nur deshalb nicht, weil es positive Sonderfaktoren gab", gibt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker zu Bedenken. Die deutlich eingetrübte Unternehmensstimmung wie auch die Auftragszahlen lassen aber bereits schwache Investitionen erwarten. „Offenbar kommen derzeit zu viele Belastungsfaktoren zusammen: Die Weltkonjunktur verliert an Fahrt, die Entwicklung ist in vielen Ländern fragil, darunter in Italien und Frankreich. Hinzu kommt, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die geopolitischen Krisenherde im Nahen Osten die Investitionen wohl zusätzlich empfindlich dämpfen werden", so Fichtner. Unterm Strich dürfte dies bei den Exporten und Ausrüstungsinvestitionen im Sommerhalbjahr eine spürbare Delle hinterlassen.

Der Arbeitsmarkt dagegen entwickelt sich robust und auch die Löhne dürften weiter kräftig zunehmen. „Die Einkommenszuwächse erreichen die Breite der Bevölkerung und schieben den privaten Verbrauch an", sagt Konjunkturexperte Fichtner. „Das weltwirtschaftliche Expansionstempo wird sich voraussichtlich stabilisieren, und sofern die geopolitischen Krisen besonnen angegangen werden, wird sich die konjunkturelle Abkühlung kaum auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen." Die deutsche Wirtschaft wird unter diesen Voraussetzungen im späteren Verlauf wieder einen moderaten Aufwärtskurs einschlagen.




DIW-Konjunkturbarometer vom 27. August 2014
Grafik: DIW Berlin