Konjunkturbarometer

Aktuelle detaillierte Ergebnisse vom 26. November 2014

DIW Konjunkturbarometer November 2014: Deutsche Konjunktur entwickelt sich zum Jahresende wenig dynamisch

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) deutet auf eine leichte Erholung zum Jahresende hin. Unter Berücksichtigung der aktuellen Zahlen klettert das revidierte Barometer für das dritte Quartal kaum merklich (von 99,4 Punkten im Oktober) auf den neutralen Wert von gut 100 Punkten im November. Die Revision für das vierte Quartal fällt deutlicher aus. Hier gewinnt das Barometer gegenüber Oktober etwa  dreieinhalb Indexpunkte auf 96,5 Punkte und spiegelt damit die aktuell leichte, aber breite Erholung wider, die sich auch in den Stimmungsindikatoren zeigt. Vergleicht man die historischen Werte des Barometers mit den Wachstumszahlen des Bruttoinlandsprodukts, so entspricht ein Wert von 100 Punkten etwa einem mittleren Quartalswachstum von 0,3 Prozent. Auf Basis dieser Entwicklung rechnen die DIW-Forscher für das vierte Quartal mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,1 Prozent.


Die Beiträge in obiger Grafik zeigen, dass der Rückgang des Barometers in der zweiten Jahreshälfte und hier insbesondere im vierten Quartal den schwächeren Zahlen aus dem Industriesektor geschuldet ist. Allerdings hat sich die Stimmung in der Industrie im November gegenüber dem schwachen Oktober stabilisiert.

Da die späte Lage der Sommerferien die Produktion im Oktober anders als in den Vormonaten nicht mehr belastet hat, wäre sogar – anders als das Konjunkturbarometer ohne Berücksichtigung dieses Sondereffektes nahelegt – eine Ausweitung der Industrieproduktion im Oktober möglich. Weiterhin dürfte die Binnennachfrage die Konjunktur stützen. Dafür sprechen vor allem die gute Beschäftigungslage und die steigenden Löhne, wobei das DIW Konjunkturbarometer andeutet, dass die vom Arbeitsmarkt ausgehenden Impulse nachlassen.


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Quartalsbasis

Der Trend des DIW Konjunkturbarometers ist seit Jahresbeginn unverändert abwärtsgeneigt. Die Revision auf Basis der jüngsten Zahlen zeigt jedoch auch, dass das Barometer erst zum vierten Quartal unter die neutrale Marke von 100 Punkten fällt und eine leichte Flaute andeutet. Trotz ermutigender Zahlen vom November spiegeln sich im DIW Konjunkturbarometer derzeit die eingetrübte Unternehmensstimmung sowie schwächere Auftragseingänge und Produktionszahlen in der Industrie wider.


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Monatsbasis

Ein Blick auf die Zerlegung des Quartalsbarometers auf monatlicher Basis zeigt diese Differenzierung sehr deutlich. Nach schwachen Sommermonaten für die Industrie deutet sich seit September eine leichte Trendwende an. Das Barometer auf Monatsbasis steigt, gestützt durch eine leichte Erholung in der Industrie. Es notiert im Oktober und November mit knapp 32,5 Punkten nur leicht unter dem neutralen Niveau von 33 Punkten.