Konjunkturbarometer

Aktuelle detaillierte Ergebnisse vom 26. März 2015

DIW Konjunkturbarometer März 2015: Derzeit kräftiges Wachstum ist kein Anzeichen für einen Boom

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) stagniert auf hohem Niveau und weist weiterhin auf einen dynamischen Jahresauftakt hin. Auf Basis der jüngsten Zahlen liegt das Konjunkturbarometer im März, wie bereits im Februar, bei 104,9 Punkten für das erste Quartal. Deutlich über der neutralen Marke von 100 Punkten deutet es auf eine sehr günstige konjunkturelle Lage hin. Dabei wird das Barometer vor allem durch die die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, im Dienstleistungssektor und auf den Finanzmärkten getrieben. Etwas schwächere Signale als noch im Vormonat kommen aus der Industrie. Vergleicht man die historischen Werte des Barometers mit den Wachstumszahlen des Bruttoinlandsprodukts, so entspricht ein Wert von 100 Punkten etwa dem langjährigen mittleren Quartalswachstum von 0,3 Prozent. Auf Basis dieser Entwicklung rechnen die DIW-Forscher für das erste Quartal mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent.


Wie die obige Grafik verdeutlicht, befindet sich die deutsche Wirtschaft seit dem vergangenen Quartal wieder auf deutlichem Expansionskurs. Während das Barometer für das erste Quartal 2015 insgesamt auf dem Niveau des Vormonats stagniert, hat sich der Beitrag der einzelnen Sektoren leicht verschoben. So kommt der Auftrieb für das DIW Konjunkturbarometer nicht mehr aus der Industrie. Dies spiegelt die schwächeren Exportzahlen wie auch die weniger dynamische Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe wider. Allerdings kompensieren stärkere Beiträge aus den übrigen Sektoren des Barometers diesen Rückgang. Die Zahlen vom Arbeitsmarkt sind gut und auch der Dienstleistungssektor liefert positive Impulse, die sich in Form von günstiger Verbraucherstimmung und guten Handelszahlen im Barometer wiederfinden. Dabei stützt weiterhin die kräftige Lohnentwicklung die Konsumnachfrage und damit den Einzelhandel. Zudem treibt auch die positive Stimmung an den Finanzmärkten die Konjunkturaussichten des DIW Konjunkturbarometers für das laufende Quartal.

 


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Quartalsbasis

In der Betrachtung des Barometerverlaufs auf Monatsbasis ist erkennbar, dass die Konjunktur bereits seit letztem November an Fahrt aufgenommen hat. Dies kann als weiter Hinweis für die Bedeutung des Ölpreisrückgangs als Konjunkturstimulus gewertet werden. Hinzu kommen stetig positive Signale vom Arbeitsmarkt und aus dem Dienstleistungssektor. Auf Monatsfrequenz liegt das Barometer im März leicht schwächer als im Februar, was vor allem auf eine schwächere Entwicklung in der Bauwirtschaft zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz liegt das monatliche Konjunkturbarometer mit knapp 36 Punkten deutlich über dem neutralen Niveau von 33 Punkten.


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Monatsbasis