Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 29. April 2015

DIW Konjunkturbarometer April 2015: Aufschwung setzt sich fort, verliert aber allmählich an Tempo

Die deutsche Wirtschaft dürfte auch im ersten Halbjahr kräftig wachsen. Darauf deutet das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hin, das für das erste und zweite Quartal jeweils einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal anzeigt. „Allerdings tragen zum Wachstum vor allem vorübergehende und sich bereits abschwächende Effekte bei“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Von der Rente mit 63 und der Mütterrente gehen nun kaum noch zusätzliche Impulse aus und die Energiepreise sind sogar wieder leicht gestiegen. „Das Wachstum dürfte deshalb im Jahresverlauf an Tempo verlieren, unter dem Strich aber trotz anhaltender Risiken wie den Spannungen im Euroraum und dem Konflikt um Russland und die Ukraine einem moderaten Aufwärtstrend folgen“, so Fichtner.

Die deutsche Wirtschaft ist gut in das laufende, zweite Quartal gestartet: Aufgrund der kräftigen Konsumkonjunktur konnte das DIW Konjunkturbarometer von 105 auf 107 Punkte zulegen und damit deutlich über dem Schwellenwert von hundert Punkten bleiben, der ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft in Höhe von 0,3 Prozent signalisiert. Der Monatsverlauf des DIW Konjunkturbarometers zeigt allerdings bereits einen Tempoverlust an, vor allem in den Dienstleistungsbereichen.

Viele konsumnahe Branchen profitieren derzeit davon, dass die Verbraucher aufgrund der gesunkenen Energiepreise mehr Geld für andere Ausgaben in der Tasche haben. Weil die Energiepreise aber allmählich wieder steigen, wird der Konsum nicht mehr so stark zunehmen wie im Winterhalbjahr. Da sich der Beschäftigungsaufbau jedoch fortsetzt und die Löhne wohl weiter spürbar steigen werden, wird der Konsum in diesem Jahr maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Die Bauwirtschaft hat zum Jahresauftakt von den günstigen Witterungsverhältnissen profitiert. Im Vergleich hierzu dürfte die Bautätigkeit in den darauffolgenden Monaten schwächer ausfallen. Das verarbeitende Gewerbe wird die Produktion wohl allmählich etwas kräftiger ausweiten. „Die Industrie dürfte alles in allem von der deutlichen Abwertung des Euro profitieren“, so DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. „Die anziehende Auslandsnachfrage dürfte auch dazu beitragen, dass die Ausrüstungsinvestitionen etwas in Schwung kommen.“ Mit Blick auf die Spannungen im Euroraum, aber auch den Konflikt um Russland und die Ukraine, dürften die Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen aber vorsichtig bleiben.