Konjunkturbarometer

Aktuelle detaillierte Ergebnisse vom 29. Juli 2015

DIW Konjunkturbarometer Juli 2015: Deutsche Wirtschaft im Aufschwung

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt im dritten Quartal leicht nach, bleibt aber mit 106.4 Punkten weiter auf hohem Niveau. Das Konjunkturbarometer für das zweite Quartal liegt im Juli ebenfalls leicht niedriger als noch im Juni bei 108,2 Punkten. Im Quartalsverlauf deutet das DIW Konjunkturbarometer damit auf eine leichte Abschwächung der Konjunktur hin, wobei es sich weiter deutlich oberhalb der neutralen Marke von 100 Punkten befindet und damit die Fortsetzung der zuletzt günstigen konjunkturellen Entwicklung anzeigt. Dabei wird die Dynamik weiterhin von positiven Signalen in den drei Hauptbereichen des Barometers getrieben: Die Vorlaufindikatoren aus Industrie, Dienstleistungen und Arbeitsmarkt tragen positiv bei, wenn auch in der Summe schwächer als noch im zweiten Quartal. Vergleicht man die historischen Werte des Barometers mit den Wachstumszahlen des Bruttoinlandsprodukts, so entspricht ein Wert von 100 Punkten etwa dem langjährigen mittleren Quartalswachstum von 0,3 Prozent. Auf Basis dieser Entwicklung rechnen die DIW-Forscher nach dem unerwartet schwachen Jahresauftakt für das zweite Quartal mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent und für das dritte Quartal mit einem Wachstum von 0,4 Prozent.


Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Expansionskurs. Im Vergleich zum Vorquartal deutet das Barometer für das laufende dritte Quartal auf eine leichte Abschwächung der Dynamik hin. Wenngleich das DIW Konjunkturbarometer auf der Grundlage der jüngsten Zahlen eine Abkühlung im Dienstleistungssektor anzeigt, indiziert es eine günstigere Situation auf dem Arbeitsmarkt, als noch im Vorquartal, und spiegelt damit die von den Vorlaufindikatoren angezeigten günstigeren Beschäftigungsaussichten im Juli. Die Dynamik in der Industrie ist im Vergleich zum Vorquartal unverändert aufwärtsgerichtet, wenngleich sie insgesamt nur moderat ausgeprägt bleibt.


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Quartalsbasis

In der Betrachtung des Barometerverlaufs auf Monatsbasis ist erkennbar, dass das Barometer seit Jahresbeginn eine sehr robuste konjunkturelle Entwicklung Indiziert. So hat es seit dem vergangenen Jahr keine negativen Ausschläge auf monatlicher Frequenz gegeben, was im historischen Vergleich selten ist. Vergleichbare Phase gab es sonst nur um den Jahrtausendwechsel, vor der jüngsten Finanzmarktkrise und im Zuge der Aufholjagd in deren Folge. Stetig positive Signale kommen zuletzt aus dem Arbeitsmarkt, während die jüngsten Indikatoren aus dem Dienstleistungs- und zum Teil auch aus dem Industriesektor auf Monatsfrequenz auf einen leichten Tempoverlust hindeuten. Insgesamt liegt das Barometer auf monatlicher Frequenz im Mai leicht schwächer als im April, mit 35.9 Punkten aber deutlich über dem neutralen Niveau von 33 Punkten.


DIW Konjunkturbarometer - historische Werte auf Monatsbasis