Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 28. Oktober 2015

DIW Konjunkturbarometer Oktober 2015: Deutsche Wirtschaft hält Tempo

Die deutsche Wirtschaft dürfte ihr Tempo bis zum Jahresende halten: Dies signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das nach einem Zuwachs von (knapp) 0,4 Prozent im dritten Vierteljahr auch für das Schlussquartal ein Plus von (gut) 0,4 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal anzeigt. Der Index liegt mit nun 103 Punkten leicht (zwei Punkte) über dem Wert des dritten Quartals und damit auch weiterhin über dem Schwellenwert von 100 Punkten, der ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt.

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt günstig: Der Beschäftigungsaufbau setzt sich bei spürbaren Lohnzuwächsen fort. „Der private Verbrauch wird daher wohl weiter merklich ausgeweitet werden, allerdings mit leicht abnehmendem Tempo, denn der kaufkraftsteigernde Effekt der gesunkenen Energiepreise fällt im Schlussquartal weg“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Unter dem Strich werden die konsumnahen Dienstleister die deutsche Konjunktur weiterhin deutlich anschieben.

Sorgen gibt es dennoch: „Die deutsche Industrie dürfte ihre derzeitige Schwächephase nur allmählich überwinden“, so DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Zuletzt fiel die Produktion sogar leicht unter das Volumen vom Jahresbeginn zurück, wozu auch die konjunkturelle Abschwächung in China beigetragen haben dürfte. Zudem sind die Exporte jüngst spürbar gefallen – wenn auch von einem hohen Niveau. Im weiteren Verlauf weitet das verarbeitende Gewerbe seine Produktion wohl nur wenig aus, im Gegensatz zum dritten Quartal wird dadurch allerdings nicht mehr die konjunkturelle Entwicklung insgesamt gebremst. Dieser verhaltende Ausblick spiegelt sich auch in der anhaltend schwachen Entwicklung der Auftragseingänge und der etwas eingetrübten Stimmung in der Industrie wider. So ist unsicher, wie stark sich die Konjunktur in den Schwellenländern letztlich abkühlt, inwieweit sich der Euroraum weiter erholt und ob sich die wirtschaftspolitische Ausrichtung in einzelnen Ländern der Währungsunion ändert. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften in diesem Umfeld – bei annähernd ausgelasteten Kapazitäten und einer zögerlichen Erholung der Weltkonjunktur – nur nach und nach in Schwung kommen.