Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 25. Februar 2016

DIW Konjunkturbarometer Februar 2016: Industrieschwäche belastet deutsche Wirtschaft

Im Laufe des vergangenen Jahres hat die deutsche Wirtschaft leicht an Schwung verloren, nun stabilisiert sich das Wachstum auf niedrigem Niveau: Dem neuesten Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge dürfte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal dieses Jahres genau wie im Schlussquartal 2015 um 0,3 Prozent zulegen. „Die Dienstleistungsbereiche laufen weiter kräftig, die Industrie bereitet aber zunehmend Sorgen“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Der Indexstand des Barometers ist im Vergleich zum Januar um einen Punkt gesunken und liegt mit nun 101 Punkten nur noch knapp über dem Schwellenwert von 100 Punkten, der einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung anzeigt.

Die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe hält an: Bereits seit Mitte des vergangenen Jahres ist die Industrieproduktion rückläufig. Die Stimmung der Unternehmen trübte sich zuletzt mehr und mehr ein. „Ihre aktuelle Lage schätzen die Industrieunternehmen zwar noch als vergleichsweise günstig ein, allerdings dürfte dies auch am vorübergehenden Effekt der niedrigen Energiekosten liegen“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. Andere wichtige Indikatoren, etwa die Exporte und die Exporterwartungen, sprechen dafür, dass sich die Schwächephase der deutschen Industrie fortsetzt. Für den weiteren Verlauf deuten die im vierten Quartal 2015 gestiegenen Auftragseingänge aber darauf hin, dass es sich nur um eine Konjunkturdelle handeln dürfte.

Weiterhin stabil entwickelt sich hingegen die Binnenwirtschaft: Der kräftige Beschäftigungsaufbau hält an, die Zahl der Arbeitslosen geht merklich zurück. Die Energiepreise sind aufgrund des erneuten Ölpreisverfalls deutlich gesunken. Dies dürfte den privaten Verbrauch ankurbeln, was sich in kräftigen Umsatzzuwächsen bei den Konsumgüterherstellern und Einzelhändlern niederschlägt. Die Dienstleistungsbereiche dürften die Konjunktur weiter tragen.

Abbildung 1


Die Betrachtung des DIW-Konjunkturbarometers im detaillierten Quartalsverlauf zeigt, dass die Indikatoren aus der Industrie zum dritten Mal in Folge deutlich negativ zum Barometer beitragen (Abbildung 1). Auch vom Finanzmarkt, an dem sich der seit Jahresende anhaltende Kursverfall fortgesetzt hat, kommen negative Impulse – verglichen mit dem Vorquartal sogar verstärkt. Gestützt wird das Barometer dagegen weiterhin von den guten Arbeitsmarktzahlen und von der Entwicklung in den Dienstleistungsbereichen. 


Abbildung 2

 

Abbildung 2 zeigt die Beiträge ausgewählter Zeitreihen zum DIW-Konjunkturbarometer im Februar 2016. Überwiegend negative Impulse kommen von Zeitreihen aus der Industrie, wie zum Beispiel den Exporten oder den Produktionszahlen. Von den Auftragseingängen wirken allerdings einige positiv auf das Barometer. Weiterhin tragen der DAX Index sowie die anderen im Barometer berücksichtigten Aktienindizes durchgängig negativ zum Barometer bei. Positive Signale kommen dagegen etwa von den Erwerbstätigen und den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie aus den Umsätzen von Konsumgütern.