Mentoring of Refugees (MORE): Eine Interventionsstudie zur Integration Geflüchteter durch ein zivilgesellschaftliches Mentoringprogramm

Abteilung(en)/ Infrastruktureinrichtung
Sozio- oekonomisches Panel
Projektstatus
Aktuelles Projekt
Projektlaufzeit
seit/von 2017 bis 2019
Zuwendungsgeber
Leibniz-Gemeinschaft (wettbewerbliches Leibniz-Verfahren (Leibniz-Wettbewerb) im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation, Förderlinie „Innovative Vorhaben“)
In Kooperation mit
Prof. Dr. Herbert Brücker (IAB)
Prof. Dr. Armin Falk (Institute on Behavior and Inequality (briq) und Universität Bonn)
Projektleitung
Prof. Dr. Martin Kroh (SOEP/DIW Berlin)
Ansprechpartner im DIW Berlin

Eine Interventionsstudie zur Integration Geflüchteter durch ein zivilgesellschaftliches Mentoringprogramm




Beschreibung

Studie Mentoring of Refugees (MORE) gestartet

Das Forschungsprojekt MORE soll erste belastbare Ergebnisse zur Bedeutung zivilgesellschaftlicher Integrationsangebote für die kurz- und langfristige Integration Geflüchteter in Deutschland liefern. Die Interventionsstudie wird vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführt und wird durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert (Förderlinie: Innovative Vorhaben) .

Zivilgesellschaftliches Engagement zu Geflüchteten in Deutschland verstehen und verbessern

In Öffentlichkeit und Wissenschaft finden seit Sommer 2015 zwei Phänomene besondere Beachtung: Einerseits die Ankunft hunderttausender Geflüchteter, andererseits das breite zivilgesellschaftliche Engagement Ehrenamtlicher, welches zur Bewältigung dieses Zustroms mobilisiert wurde. Da viele Geflüchtete in absehbarer Zeit nicht in ihr Herkunftsland zurückkehren können, stellt sich die Frage nach der Integration in das deutsche Bildungssystem, den Arbeitsmarkt, sowie der Teilhabe in vielen anderen Bereichen der Aufnahmegesellschaft.

Die Studie MORE kooperiert mit dem zivilgesellschaftlich organisierten Verein Start with a Friend e.V., der seit 2014 über 2.500 Tandempartnerschaften zwischen Geflüchteten und ehrenamtlichen „Locals“ (Einheimischen) vermittelt hat. Wie viele andere unbürokratische und bürgernahe Initiativen, die sich seit dem ansteigenden Zuzug von Schutzsuchenden in Deutschland engagieren, ist das Ziel der Initiative, Freundschaften zwischen Geflüchteten und Einheimischen zu knüpfen, um emotionale und praktische Hilfestellungen beim Ankommen in Deutschland zu geben.

Interessierte an einer Tandembeziehung mit einem Geflüchteten können sich fortlaufend über die Website von Start with a Friend e.V. anmelden.
Werbeflyer für Locals | PDF, 2.31 MB

Ablauf der Studie

Für 2017 und 2018 ist die kontrolliert feldexperimentelle Intervention MORE im Rahmen der wiederholten IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten in Deutschland geplant. Dafür werden in der IAB-BAMF-SOEP-Befragung 2017 die Geflüchteten nach bekundetem Interesse an einer Tandempartnerschaft randomisiert in eine Versuchsgruppe von 300 Teilnehmenden und eine Kontrollgruppe von 500 nicht Teilnehmenden eingeteilt. Teilnehmende werden von Start with a Friend e.V. mit einem Local gematcht und können eine Tandempatenschaft eingehen.  Im Erhebungsjahr 2018 werden die Geflüchteten beider Gruppen im Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung wieder befragt. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob die aktive Unterstützung durch das Tandem kausal soziale Netzwerke der Geflüchteten ausbaut bzw. Sprachkenntnisse, Bildungsstand oder die Arbeitsplatzsuche fördert.

Die Intervention wird durch die zusätzliche Erhebung von Informationen zu den Freundschaftsbeziehungen ergänzt. Dafür werden die Locals in drei Befragungen vor dem Tandem zu ihren Erwartungen und während des Mentoring über den Verlauf der Beziehung zu den Geflüchteten befragt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Intensität der Beziehung, den Aktivitäten in der Tandempartnerschaft und Dynamiken über den Verlauf des Programmes hinweg. Die Daten der beiden TandempartnerInnen (Local und Geflüchtete) lassen sich zusammenspielen. Alle entstandene Daten und sämtliche Auswertungen werden als Wissenstransfer der Forschung weltweit und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Hat der befragte Geflüchtete seine Zustimmung erteilt, so lassen sich die Daten der IAB-BAMF-SOEP Befragung zudem mit den Integrierten Erwerbsbiographien (IEB) des IAB verknüpfen.

Zusätzlich zu den quantitativen Befragungen werden qualitative Interviews mit haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vereins Start with a Friend e.V. durchgeführt, um Daten über die Funktionsweise des Vereins und die Organisation der Intervention zu sammeln.