Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 27. Oktober 2016

DIW Konjunkturbarometer Oktober 2016: Deutsche Wirtschaft beschleunigt leicht

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) steigt im Oktober auf 103 Punkte und deutet damit auf eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Schlussquartal 2016 hin. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 0,4 Prozent zunehmen, im Vergleich zu 0,3 Prozent im dritten Quartal. „Die deutsche Wirtschaft hält Kurs, trotz hoher Unsicherheiten wie der anhaltenden Ungewissheit über die Folgen des Brexit-Votums, der angespannten Situation in Teilen des europäischen Bankensektors und der zahlreichen geopolitischen Risiken, etwa der Lage in der Türkei, dem Krieg in Syrien, einer sich abzeichnenden Zunahme des Protektionismus und nicht zuletzt des noch ungewissen Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Die im Juli deutlich rückläufige Produktion im verarbeitenden Gewerbe – wie auch der Rückgang der Exporte – ging maßgeblich auf die frühe Lage der Ferien zurück. Im August wurden die Ausfälle wie erwartet nachgeholt und sorgten für zusätzlichen Schwung. Im Durchschnitt liegt die Produktion im dritten Quartal in etwa so hoch wie im zweiten und dürfte mit einem leichten Plus in das Schlussquartal starten. Damit zeichnet sich für die Industrie eine Fortsetzung des moderaten Aufwärtstrends ab und auch die Exporte dürften im Umfeld einer verhalten expandierenden Weltwirtschaft etwas Fahrt aufnehmen. Dafür spricht, dass sich die Erwartungen der Industrieunternehmen zuletzt etwas aufgehellt haben und die Auftragseingänge etwas gestiegen sind.

Vor allem die Umsätze der konsumnahen Dienstleistungsbereiche werden angesichts des anhaltenden Beschäftigungsaufbaus und spürbarer Lohnsteigerungen wohl weiter merklich zulegen. Allerdings: „Der private Verbrauch dürfte an Schwung verlieren, da die Beschäftigung nicht mehr so schnell steigt und die höhere Teuerung die Kaufkraft etwas drückt“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland.


Im detaillierten Quartalsverlauf des DIW-Konjunkturbarometers (Abbildung 1) spiegelt sich die Dynamik in den dem Barometer zugrunde liegenden Zeitreihen wider. Die Indikatoren aus dem Industriebereich tragen im Oktober für das dritte Quartal 2016 fast neutral bei. Im Barometer aus dem September hatten diese Zeitreihen noch einen merklich negativen Beitrag geleistet. Der Unterschied ist mit der Lage der Werks- und Schulferien zu erklären, die zu schwachen Export-, Produktions- und Umsatzzahlen im Juli geführt hatten; diesen Sondereffekt hatte das Konjunkturbarometer im September – erst dann lagen die Juli-Zahlen vor – nicht aufgefangen und einen entsprechend niedrigen Wert aufgewiesen. Wie erwartet kam es im August zu einer Gegenbewegung. Damit fällt der Stand des Konjunkturbarometers für das dritte Quartal nunmehr mit 100 Punkten durchschnittlich aus. Zudem trägt diese Gegenbewegung dazu bei, dass die Ausgangslage der Industrie für das laufende vierte Quartal deutlich positiv ausfällt; dies dürfte sich nach einer zu erwartenden Normalisierung der Produktion im September ebenfalls etwas relativieren. Ebenfalls positiv, wenn auch wesentlich schwächer, tragen die neusten Zahlen von den Finanzmärkten und die Stimmung in den Dienstleistungsbereichen für das vierte Quartal bei. Dagegen belasten die Vorlaufindikatoren vom Arbeitsmarkt das Barometer leicht.


Abbildung 2

Barometer_Oktober_2016_Indikatoren.png

In den Beiträgen ausgewählter Zeitreihen zum DIW-Konjunkturbarometer finden sich die Trends aus den einzelnen Bereichen wieder (Abbildung 2). Während im September noch viele Zeitreihen aus dem Industriebereich einen starken negativen Beitrag geleistet haben, sind nun viele dieser Indikatoren unter den Reihen mit dem größten positiven Beitrag zu finden. Dies liegt an der Gegenbewegung nach den Werksferien im August und trifft zum Beispiel auf viele Außenhandels- und Umsatzzahlen zu. Auf der anderen Seite hat sich die Stimmung in einigen Vorlaufindikatoren aus dem Arbeitsmarktbereich leicht eingetrübt. Stützend wirken dagegen nach wie vor die Geschäfts- und Umsatzerwartungen aus den Dienstleistungsbereichen.