Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 31.01.2017

DIW Konjunkturbarometer Januar 2017: Deutsche Wirtschaft durchläuft kräftiges Winterhalbjahr

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Copyright: Georg Kludsky

Zum Jahresauftakt signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) kräftige Zuwachsraten bei der Wirtschaftsleistung. Das Barometer liegt im ersten Vierteljahr bei 110 Punkten, nachdem es bereits für das Schlussquartal des vergangenen Jahres mit 106 Punkten deutlich über der Marke von 100 Punkten liegt, die einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung anzeigt. „Die deutsche Wirtschaft dürfte sich im Winterhalbjahr ausgesprochen gut schlagen – trotz der erheblichen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten, insbesondere mit Blick auf die künftige Ausrichtung der amerikanischen Politik und das EU-Austrittsverfahren des Vereinigten Königreichs“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2016 wohl 0,5 Prozent höher als im Vorquartal ausgefallen sein, und die Zuwachsrate dürfte sich im ersten Quartal 2017 auf 0,6 Prozent beschleunigen.

Die deutsche Industrie dürfte merklich Fahrt aufgenommen haben. Das liegt wohl auch an der bis zuletzt robusten Exportentwicklung. „Anzeichen für eine ausgeprägte Delle bei der Auslandsnachfrage im Zuge der Brexit-Entscheidung gibt es – zumindest bislang – nicht“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Eine tragende Säule der Konjunktur in Deutschland bleibt der private Verbrauch, der vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau angekurbelt wird.

Im Kontrast zur kurzfristig hohen Dynamik überwiegen mittelfristig aber die Risiken. So dürften protektionistische Maßnahmen, wie sie der US-Präsident beschwört, wie auch die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, nach Einschätzung des DIW Berlin die offene deutsche Wirtschaft besonders beeinträchtigen. Auch der Konsum dürfte an Schwung verlieren: Die Zahl der Erwerbstätigen steigt wohl – wie zuletzt – künftig etwas langsamer und die anziehende Inflation bremst die Entwicklung der Realeinkommen. In diesem Umfeld dürfte die Schwäche bei den Unternehmensinvestitionen vorerst anhalten.

Die dennoch sehr positive Entwicklung des Konjunkturbarometers ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die jüngsten Ölpreisanstiege den Index positiv verzerren. Die steigenden Ölpreise resultieren nicht ausschließlich aus einem höheren weltwirtschaftlichen Expansionstempo, sondern spiegeln zu einem großen Teil Anpassungen auf der Angebotsseite wider, zum Beispiel die derzeit gedrosselten Fracking-Aktivitäten in den USA.

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am Dienstag, den 28. Februar.

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