Statement

Statement vom 31.05.2017

„Es ist verlorene Zeit für den Klimaschutz“

UDI/CJS (Copyright) Claudia Kemfert
Copyright: UDI/CJS

Zu Medienberichten, denen zufolge US-Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verkünden wird, äußert sich Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin, wie folgt:

Es wäre besser, die USA würden im Klimavertrag verbleiben, da das Verlassen die restliche Gemeinschaft und das jahrzehntelange Ringen um eine vereinbarte Linie in Frage stellt und Zweifel bei allen sät, die noch mitmachen. Es wäre wichtig, dass die USA den Klimavertrag nicht kündigen, auch wenn sie keinen konstruktiven Beitrag leisten würden. Doch diesen Gefallen wird Trump niemandem machen wollen. Die Trump-Jahre sind schlechte Jahre für den internationalen Klimaschutz - aber auch für den Klimaschutz in den USA. Wie kein Präsident vor ihm steht er für eine Energiepolitik von gestern, als Handlanger der fossilen Energien und gegen die Zukunft. Trump steht für die Vergangenheit. Klimaschutz steht für die Zukunft. Alle Länder, die für eine nachhaltige Zukunft eintreten, werden enger zusammenrücken müssen. Dann gibt es eben G6- oder G19-Beschlüsse für den Klimaschutz. Die, die nicht mit der Zeit gehen, gehen mit der Zeit. Die globale Energiewende ist langfristig nicht aufzuhalten, die Kosten erneuerbarer Energien sinken, die Kosten für fossile und Atomenergie steigen. Ich warne jedoch vor Überheblichkeit. Trump zerstört alle bisherigen Klimaschutzaktivitäten, es nützt kein Schönreden. Weder Klimaschutz noch eine nachhaltige Energiewende sind ausgemachte Sache. Alle sind gefordert, für einen aktiven Klimaschutz und eine Energiewende einzutreten. Die Diskussionen werden zunehmen, mit dem Ziel, das Zeitalter der fossilen Energien möglichst lange zu konservieren. Es ist verlorene Zeit für den Klimaschutz. Wir haben diese Zeit nicht mehr, der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Trump ist die Abrissbirne des Klimaschutzes. Er bringt ein in Jahrzehnten mühselig erarbeitetes Fundament des gemeinsamen Klimaschutzes zu Fall. Die restlichen Staaten müssen den Schutt zusammenkehren, den er hinterlassen hat. Und sie müssen notdürftig versuchen, die Reihen zu schließen und Durchhaltestrategien zu erarbeiten, die uns durch die schlimmen Jahre bringen werden.

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