Statement

Statement vom 07.09.2017

„Die EZB tut gut daran, sich die Optionen für den Ausstieg offen zu halten“

DIW Berlin/B. Dietl (Copyright) Marcel Fratzscher
Copyright: DIW Berlin/B. Dietl

Die heutige Sitzung des EZB-Rates kommentiert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), wie folgt:

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihren Kurs des vorsichtigen Ausstiegs aus ihrer expansiven Geldpolitik fort. Es ist klug, dass die EZB sich noch nicht auf den Zeitpunkt ihrer nächsten Schritte festlegen lässt. Denn die Risiken für den Euroraum und für die Weltwirtschaft sind noch immer groß - vor allem geopolitische Konflikte und Protektionismus nehmen weiter zu. Zudem sind die Probleme der europäischen Banken bei weitem noch nicht gelöst. Mit einer Inflation von 1,5 Prozent im Jahr 2019, wie jetzt prognostiziert, würde die EZB ihrem Mandat nur marginal gerecht werden. Die EZB muss sich die Optionen zum Ausstieg offen halten, um flexibel reagieren zu können. Die schwierigste Herausforderung für die Zentralbank wird sein, die Volatilität auf den Finanzmärkten im Zaum zu halten, die durch die gewünschte Normalisierung der Geldpolitik entstehen wird. Da die Wirtschaft sich im Euroraum deutlich besser erholt als erwartet, gehe ich davon aus, dass die EZB im kommenden Jahr recht zügig ihre Anleihekäufe zurückfährt und sich vom negativen Einlagezins verabschiedet. Ich sehe jedoch keine Erhöhung des Hauptrefinanzierungszinssatz vor 2019.

Weitere Statements finden Sie hier.

Pressestelle DIW Berlin

TelefonMobilE-Mail
Renate Bogdanovic+49-30-897 89-249+49-174-319-3131
Claudia Cohnen-Beck+49-30-897 89-252
Sebastian Kollmann+49-30-897 89-250+49-162-105-2159
Mathilde Richter+49-30-897 89-152+49-172-154-0646

Referentin Kommunikation Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)

TelefonE-Mail
Monika Wimmer+49-30-897 89-251