Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 29.09.2017

DIW Konjunkturbarometer September 2017: Deutsche Wirtschaft verliert nach fulminanter ersten Jahreshälfte etwas Schwung

puje (Copyright)  Diagramm Statistik Aufschwung
Copyright: puje

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt im September etwas nach – auf einen Indexstand von 104 Punkten, nach 108 Punkten zum Jahresauftakt und 105 Punkten im zweiten Quartal. Damit liegt das Barometer aber weiter deutlich über der 100-Punkte-Marke, die einen durchschnittlichen Zuwachs der deutschen Wirtschaft um gut 0,3 Prozent anzeigt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte auch im gerade zu Ende gehenden Vierteljahr kräftig zugelegt haben, um gut 0,5 Prozent.

Nach der kräftigen Entwicklung in den vorangegangenen beiden Quartalen wird die Industrie im dritten Vierteljahr die Wertschöpfung wohl etwas weniger stark ausgeweitet haben – auch, weil aufgrund der merklichen Euro-Aufwertung die Auslandsnachfrage verhaltener gewesen sein dürfte. Die Weltkonjunktur entwickelt sich indes derzeit kräftig, insbesondere die Impulse aus dem Euroraum dürften im weiteren Verlauf die deutschen Ausfuhren ankurbeln. Unterm Strich wird die Industrie ihren Aufwärtstrend wohl mit etwas geringeren Raten fortsetzen.

Ebenfalls etwas Tempo verlieren die Dienstleistungsbereiche: Diese profitierten in den vergangenen Quartalen merklich von einem dynamischen Verbrauch, der in naher Zukunft etwas nachlassen dürfte. Die privaten Haushalte hatten angesichts der in der Vergangenheit gesunkenen Ölpreise jede Menge Geld eingespart, das sie größtenteils in den Konsum steckten. Mittlerweile haben sich die Energiepreise – unter erheblichen Schwankungen – aber stabilisiert, ihr preisdämpfender Effekt fällt somit weg. Die Inflation wird deswegen mit 1,7 Prozent in diesem Jahr deutlich höher ausfallen als im vergangenen Jahr und die Kaufkraft wieder stärker bremsen.

Dennoch wird der Konsum ein Treiber der anhaltend kräftigen wirtschaftlichen Entwicklung bleiben, denn die nominalen Einkommen der privaten Haushalte legen weiter spürbar zu. Einem etwas nachlassenden Beschäftigungsaufbau wirken stärker steigende Löhne zumindest teilweise entgegen, denn die zunehmenden Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt dürften nach und nach zu höheren Lohnabschlüssen führen.

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am Mittwoch, den 1. November 2017.

Links

Folgen Sie dem DIW Berlin auf Twitter

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

Das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist seit 1925 eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Es erforscht wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge in gesellschaftlich relevanten Themenfeldern und berät auf dieser Grundlage Politik und Gesellschaft. Das Institut ist national und international vernetzt, stellt weltweit genutzte Forschungsinfrastruktur bereit und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das DIW Berlin ist unabhängig und wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Weitere Pressemitteilungen finden Sie hier.

Pressestelle DIW Berlin

TelefonMobilE-Mail
Renate Bogdanovic+49-30-897 89-249+49-174-319-3131
Claudia Cohnen-Beck+49-30-897 89-252
Sebastian Kollmann+49-30-897 89-250+49-162-105-2159
Mathilde Richter+49-30-897 89-152+49-172-154-0646

Referentin Kommunikation Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)

TelefonE-Mail
Monika Wimmer+49-30-897 89-251

Die Weiterverwertung des oben angezeigten Bildmaterials ist nicht gestattet. Angezeigte Abbildungen und Tabellen sind zur Veröffentlichung freigegeben. Falls Sie die Rohdaten benötigen, wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des DIW Berlin.