Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 30. August 2017

DIW Konjunkturbarometer August 2017: Deutsche Wirtschaft auch nach starker erster Jahreshälfte weiter ungebremst

Die deutsche Wirtschaft setzt die rasante Aufwärtsbewegung auch im dritten Quartal fort: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weist einen Indexstand von 106 Punkten auf. Damit liegt der Barometerstand für dieses Quartal sogar geringfügig höher als für das zweite und weiterhin deutlich über der 100-Punkte-Marke, die einen durchschnittlichen Zuwachs der deutschen Wirtschaft anzeigt. „Die deutsche Wirtschaft wächst weiter kräftig bei gut ausgelasteten Kapazitäten“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Die Wirtschaftsleistung dürfte auch im dritten Quartal um etwa 0,6 Prozent steigen. Bereits zum Jahresauftakt war das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent und im zweiten Vierteljahr um 0,6 Prozent gewachsen.

Zuletzt hatte der private Verbrauch beschleunigt zugelegt. Auch wenn er sich aufgrund einer höheren Teuerung – die Inflation wird dieses Jahr bei 1,7 Prozent liegen, nach nur 0,5 Prozent im vergangenen Jahr – wohl abschwächen wird: „Der Konsum bleibt eine wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung“, so Fichtner weiter. „Der Beschäftigungsaufbau setzt sich nämlich – nur leicht vermindert – fort, und die Lohnzuwächse dürften sogar geringfügig beschleunigen.“ Auch die Impulse vom Außenhandel bleiben kräftig; dafür spricht auch die optimistische Einschätzung in der Industrie, insbesondere mit Blick auf das Auslandsgeschäft.


Den deutlichsten Beitrag zum Barometer lieferte erneut die Industrie (Abbildung 1); dieser verharrte auf dem Niveau vom Vorquartal und deutet damit eine leichte Abschwächung im Vergleich zum Winterhalbjahr an. Die in der Summe dynamischen Auftragseingänge, die anhaltend euphorische Stimmung unter den Industrieunternehmen aber etwa auch die Umsätze im Großhandel (Abbildung 2) lassen erwarten, dass die Industrie auch weiterhin maßgeblich das Wachstum tragen dürfte. Da die Produktion und die Exporte zuletzt nachgegeben haben, dürfte das Tempo jedoch etwas nachgeben.


Abbildung 2

Barometer_August_2017_Indikatoren.png

Auch die Dienstleistungsbereiche werden sich weiter günstig entwickeln. Das dürfte auch zusammenhängen mit den vielerorts positiven Beschäftigungserwartungen, etwa in den Bereichen Logistik und Verkehr. Letzteres – und auch der anhaltende Aufbau im Bereich sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung – hat auch den Beitrag wieder ins Positive gedreht, der vom Arbeitsmarkt auf den Barometerstand wirkt.