Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 28. Februar 2017

DIW Konjunkturbarometer Februar 2017: Starker Start ins Jahr, aber nur verhaltene Aussichten

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für den Jahresbeginn 2017 eine kräftige wirtschaftliche Entwicklung, auch wenn für den späteren Jahresverlauf deutliche Risiken erkennbar sind. Für das erste Quartal liegt das Barometer im Februar bei einem Indexstand von 103,7 Punkten und damit deutlich über der 100-Punkte-Marke, die einen durchschnittlichen Zuwachs der deutschen Wirtschaft anzeigt.

Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im ersten Quartal 2017 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zunehmen. DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner fasst zusammen: „Die Zeichen für einen kräftigen Jahresauftakt stehen gut!“ Gleichzeitig warnt er: „Die weiteren Aussichten bleiben aber wackelig: Mit dem privaten Verbrauch wird die bisherige Triebfeder der guten wirtschaftlichen Entwicklung an Schwung verlieren. Und das in einem äußerst unsicheren internationalen Umfeld.“

Der private Konsum dürfte nach Einschätzung des DIW Berlin im Verlauf des Jahres 2017 etwas an Schwung verlieren, denn der Beschäftigungsaufbau hat zuletzt etwas an Tempo eingebüßt und die Löhne legen nicht mehr so spürbar zu wie in den vergangenen Jahren. Überdies dämpft die höhere Inflation die Kaufkraft der Menschen in Deutschland. Mit Blick auf die außenwirtschaftlichen Entwicklungen sind die DIW-Konjunkturforscher indes etwas zuversichtlicher: „Angesichts einer leicht anziehenden weltwirtschaftlichen Dynamik dürften die Exporte recht robust zulegen“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die deutsche Wirtschaft. Die Investitionen dürften hingegen nach DIW-Einschätzung weiterhin unter den wirtschafts- und geopolitischen Risiken leiden: Zunehmender Protektionismus, Zulauf europakritischer Parteien bei den bevorstehenden Wahlen und die anstehenden Verhandlungen zum Brexit könnten die Ausgabefreude der ohnehin zögerlichen Investoren weiter eintrüben.


Betrachtet man das DIW-Konjunkturbarometer im Februar 2017 im detaillierten Quartalsverlauf, so zeigt sich, dass aus allen vier Bereichen ein positiver Beitrag zum Indexstand für das erste Quartal kommt (Abbildung 1). Verglichen mit seinem Januar-Wert von 110 Punkten für das erste Quartal 2017 ist das Barometer im Februar allerdings merklich zurückgegangen. Dies liegt vor allem an einem deutlich geringeren positiven Beitrag aus dem Industriebereich durch die arbeitstäglich bereinigt im Dezember massiv gesunkene Industrieproduktion. Der Rückgang der Produktion war aber wohl vor allem der Konstellation der Feiertage geschuldet: obwohl formal viele Arbeitstage im Dezember anfielen, hatten – wie zwischen Weihnachten und Silvester üblich – viele Arbeitnehmer frei, so dass weniger produziert wurde als die für einen Dezember ungewöhnlich hohe Zahl an Arbeitstagen nahegelegt hätte. Im Januar dürfte sich dieser Effekt weitgehend wieder ausgeglichen haben.


Abbildung 2

Barometer_Januar_2017_Indikatoren.png

Die gesunkene Industrieproduktion spiegelt sich auch in den Beiträgen ausgewählter Zeitreihen zum Konjunkturbarometer im Februar 2017 wider (Abbildung 2). So finden sich unter den Reihen, die einen negativen Beitrag leisten, viele Produktionsindizes aus verschiedenen Branchen, sowie Zeitreihen, die maßgeblich von der Produktion abhängen, wie z.B. die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe. Unverändert positiv auf das Barometer wirkt die – vor allem durch steigende Energiepreise bedingte – Zunahme in den Außenhandelspreisen, die historisch mit einem wachsenden Welthandel in Verbindung gebracht wird. Leicht positive Signale kommen auch vermehrt aus den Vorlaufindikatoren vom Arbeitsmarkt, sodass dieser Bereich zum ersten Mal seit drei Quartalen wieder positiv zum Barometer beiträgt.