Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 26. April 2018

DIW Konjunkturbarometer April 2018: Aufschwung geht mit gedrosseltem Tempo weiter

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bleibt in luftiger Höhe, signalisiert aber eine Abschwächung der Wachstumsrate. Für das erste Quartal liegt es bei 126 Punkten, für das zweite Quartal zeigt es noch 121 Punkte an, weiter deutlich über der 100-Punkte-Marke, die für ein durchschnittliches Wachstum steht.

Im Februar kam es aufgrund der Folgen der Grippewelle, vieler Streiktage und überdurchschnittlich vieler Ferientage zu Produktionsausfällen, die in den darauffolgenden Monaten nachgeholt werden dürften. Die deutsche Wirtschaft könnte daher im zweiten Quartal, anders als vom DIW Konjunkturbarometer angezeigt, etwas dynamischer wachsen als zum Jahresauftakt: Der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt dürfte mit rund 0,7 Prozent im zweiten Quartal höher ausfallen als im ersten, für das das DIW Berlin ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres fällt das Tempo aber alles in allem etwas geringer aus als zuvor: „Die deutsche Wirtschaft geht etwas vom Gas“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Damit tritt die deutsche Wirtschaft jedoch nicht in eine Phase der Abkühlung ein. „Die deutsche Wirtschaft wird weiter spürbar zulegen, denn sie profitiert von der weltweit kräftigen Nachfrage“, so Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Und auch wenn der Beschäftigungsaufbau wohl an Fahrt verlieren wird: Die Zahl der Erwerbstätigen steigt weiter spürbar und angesichts zunehmender Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt dürften auch die Löhne beschleunigt zulegen.

Abbildung 1


Die Beiträge zum Konjunkturbarometer haben von den zuletzt hohen Niveaus auf breiter Front nachgegeben. Vor allem der sehr schwungvolle Arbeitsmarkt verliert demzufolge etwas Fahrt, aber auch den Dienstleistern und zum Teil auch der Industrie geht etwas die Puste aus (Abbildung 1). Dennoch kommt aus allen Bereichen, abgesehen von einem geringfügigen Dämpfer von den Finanzmarktindikatoren, nach wie vor spürbarer Rückenwind für die Konjunktur. Besonders die Signale vom Arbeitsmarkt bleiben im historischen Vergleich äußerst positiv (Abbildung 2).


Abbildung 2

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