Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 28. Juni 2017

DIW Konjunkturbarometer Juni 2017: Industrie zehrt noch von günstiger Auftragslage

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert ein kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal. Der Index liegt im Juni bei 104 Punkten – deutlich über der 100-Punkte-Marke, die einen durchschnittlichen Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung anzeigt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zulegen. „Die euphorische Stimmung in den Unternehmen spricht dafür, dass die deutsche Wirtschaft das rasante Tempo des Auftaktquartals nahezu halten kann“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass die Erwartungen in den Unternehmen längst nicht so optimistisch sind wie deren Einschätzung der aktuellen Lage – die derzeit hohen Zuwächse wird die deutsche Wirtschaft nicht auf Dauer halten können.“

So sind die Auftragsbücher der Industrie zwar noch immer prall gefüllt, seit der Jahreswende stagnieren die Auftragseingänge jedoch. Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland: „Die Impulse vom verarbeitenden Gewerbe, vor allem aber aus den Dienstleistungsbereichen, werden wohl künftig etwas schwächer ausfallen als zuletzt.“ Die Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland entwickelt sich nach wie vor günstig, allerdings dürfte sich der private Verbrauch angesichts stärker anziehender Preise etwas abschwächen.


Auch im Juni liefern die Signale aus der Industrie den größten Beitrag zum DIW-Konjunkturbarometer für das zweite Quartal, wenngleich diese in der Summe etwas geringer ausfallen als im Winterhalbjahr 2016/17 (Abbildung 1). Es sind Indikatoren wie die Umsätze, die für eine derzeit dynamische Aktivität sprechen – und insbesondere die euphorischen Umfrageergebnisse; weiter vorausschauende Indikatoren wie die Auftragseingänge weisen in vielen Wirtschaftsbereichen dagegen auf eine etwas schwächere Entwicklung hin (Abbildung 2).


Abbildung 2

Barometer_Juni_2017_Indikatoren.png

Die Dienstleistungsbereiche tragen ebenfalls deutlich zum positiven Barometerstand bei, aber auch hier fallen die Impulse mittlerweile gedämpfter aus – möglicherweise, weil sich auch auf dem Arbeitsmarkt Zeichen mehren, dass sich der Beschäftigungsaufbau nur in gedrosseltem Tempo fortsetzt: immerhin fallen die entsprechenden Indikatoren für das zweite Quartal in der Summe unterdurchschnittlich aus.