Aufbauphase

1925

Im Juli 1925 gründet Ernst Wagemann, Chef des Statistischen Reichsamtes, das Institut für Konjunkturforschung (IfK) am 6/8 in Berlin-Tiergarten und wird dessen erster Präsident. Ziel des Instituts ist die Entwicklung einer ausreichenden Konjunkturbeobachtung, d.h.[...] die systematische Sammlung und Veröffentlichung des für die Beurteilung des Konjunkturverlaufs maßgeblichen [...] Materials“.(Rolf Krengel: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (Institut für Konjunkturforschung) 1925 bis 1979, DIW Berlin 1985, S.12)

Ende des Jahres erscheint die Denkschrift Die weltwirtschaftliche Lage Ende 1925. Diese erste Veröffentlichung des Instituts ist der Beginn der vierteljährlichen Konjunkturberichterstattung.

Das Institut verfolgt von Anfang an die Strategie, nicht nur direkt in der Beratung der Politik, sondern auch über eine informierte Öffentlichkeit politisch zu wirken. Mitte 1926 erscheint das erste Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung in einer bis dahin einzigartigen Mischung aus Text, Graphik und statistischen Übersichten. Die Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung werden als älteste Zeitschrift des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bis heute fortgeführt. Wenig später erscheint das erste Sonderheft (192); diese Reihe wird bis 2004 fortgeführt.

1928 wird der erste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung publiziert. In dieser Reihe werden Forschungsergebnisse und wirtschaftspolitische Empfehlungen kurz gefasst und möglichst allgemeinverständlich veröffentlicht.

Neben konjunkturellen gesamtwirtschaftlichen Themen nehmen Arbeiten zu Handel, Verkehr und Dienstleistungen sowie einzelnen Branchen großen Raum ein. Ab 1930 wird die Berichterstattung um Themen wie die Einkommensverteilung oder das Volkseinkommen erweitert.

Arthur Hanau veröffentlicht „Die Prognose der Schweinepreise" und wird damit zum Begründer der landwirtschaftlichen Marktforschung in Deutschland. Auch heute noch ist sein Begriff „Schweinezyklus" als Beispiel für das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage lebendig.

Im Mai zieht das Institut zusammen mit dem Statistischen Reichsamt, mit dem es im gleichen Gebäude untergebracht ist, an den Kurfürstendamm 193/194.