Das DIW Berlin im 21. Jahrhundert

2000

Klaus F. Zimmermann wird Ende 1999 zum Präsidenten des DIW gewählt, im Jahr 2000 tritt er das Amt an. Auf Empfehlung des Wissenschaftsrats, der das Institut 1997 evaluiert hatte, wird die Zahl der Forschungsabteilungen auf sieben reduziert: 

  • Konjunktur
  • Staat
  • Weltwirtschaft
  • Informationsgesellschaft und Wettbewerb
  • Innovation, Industrie, Dienstleistung
  • Energie, Verkehr, Umwelt
  • Die Arbeitsgruppe SOEP wird als eigenständige siebte Abteilung in das DIW Berlin integriert.


Die Fachabteilungen und der Vorstand werden von den Stabsabteilungen Management Services und Informationstechnologie unterstützt. Die Stabsabteilung Information und Organisation wird gegründet, die für die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen zuständig ist.

Ein wichtiger Punkt der Umstrukturierung des Instituts ist die Stärkung des wissenschaftlichen Profils durch

  • die gemeinsame Berufung neuer Abteilungsleiter mit einer Universität in Berlin oder Brandenburg,
  • übergreifende Forschungsschwerpunkte: Informationsgesellschaft und Wettbewerb, aktivierender Staat, Innovationen,
  • den Ausbau des Forschungsnetzes durch mehr nationale und internationale Kooperationen.


Mit der Ergänzung des Institutsnamens wird der Standortvorteil sichtbar: aus dem "DIW" wird das "DIW Berlin".

Das Institut wird von den ostdeutschen Ministerpräsidenten beauftragt, eine Studie über die Infrastrukturausstattung und zum Nachholbedarf in Ostdeutschland zu erstellen. Die Studie wird 2000 veröffentlicht und bildet die Grundlage für den Solidarpakt II, das heißt die Fortführung der finanziellen Unterstützung für die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Bundesländer.

Im Auftrag der EU-Kommission untersucht das DIW Berlin die Auswirkungen einer Osterweiterung der EU auf Arbeitsmärkte und Beschäftigung in Europa. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zuwanderung nach der EU-Erweiterung positiv auf Einkommen und Beschäftigung in den Einwanderungsregionen auswirken kann. Die Abschottung bestimmter Branchen oder Regionen würde sich hingegen gesamtwirtschaftlich negativ auswirken. Diese Analyse des DIW Berlin bildet eine Grundlage für die Erweiterungspolitik der EU-Kommission.

Das DIW Berlin stellt ein neues Finanzierungsmodell für eine bedarfsgerechtere Betreuung von Kindern vor. Der Wochenbericht führt dazu, dass dieses Modell auf die Agenda der Bundesregierung gebracht wird. In der Folgezeit berät das DIW Berlin die Bundesregierung maßgeblich zu diesem Thema.

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2001

Die große Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Stadt Berlin wird empirisch untersucht. Zum einen unterstützt die Wissenschaft den Wandel der Berliner Wirtschaft zu hochwertigen wissensintensiven Dienstleistungen. Zum anderen muss die Stadt dafür nur einen Teil der finanziellen Lasten tragen - profitiert davon aber überproportional. Jede vom Berliner Senat ausgegebene Mark für die Wissenschaft erzeugt eine dreimal so hohe Nachfrage. Der Bericht findet in Politik und Wissenschaft große Beachtung.

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2002

Anfang der Legislaturperiode 2002-2006 beschreibt das DIW Berlin die „Zentralen Aufgaben der Wirtschafts- und Sozialpolitik in der kommenden Legislaturperiode“ der Bundesregierung. Alle Abteilungen des DIW Berlin beteiligen sich an dem Bericht, der von der Steuer- und Geldpolitik über Bildungspolitik und Kinderbetreuung bis zu Arbeitsmarkt- und Innovationspolitik reicht. Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) beauftragte DIW-Studie begründet den Ausbau der Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur für Kinder in Deutschland.

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2003

Das DIW Berlin veröffentlicht erstmalig das DIW-Konjunkturbarometer, einen Indikator der aktuellen Konjunkturtendenz in Deutschland. Es liefert eine Schätzung für das reale Bruttoinlandsprodukt des jeweils abgelaufenen Quartals beziehungsweise des laufenden Quartals. Es gibt damit immer einen aktuellen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung, da zu diesem Zeitpunkt noch keine offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes vorliegen. In der Öffentlichkeit findet das DIW-Konjunkturbarometer, das monatlich im Internetauftritt des DIW Berlin veröffentlicht wird, große Beachtung.

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2004

Das DIW Berlin erforscht die ökonomischen Kosten des Klimawandels. Erstmalig wird der Schaden durch den Klimawandel beziffert. Bei einer Temperaturänderung um global ein Grad Celsius sind volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von bis zu zwei Billionen US-Dollar im Jahre 2050 möglich. Werden die Treibhausgase nicht genügend vermindert, um eine solche Temperaturerhöhung zu vermeiden, würden in Deutschland alles in allem Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 137 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 auftreten können.

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2005

Das DIW Berlin wird 80 Jahre alt und nach einer Evaluation durch die Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz (WGL) in seinem Kurs bestätigt.

Die Abschätzungen des DIW Berlin zu den volkswirtschaftlichen Wirkungen einer EU-Dienstleistungslinie beeinflussen die Diskussionen im Europaparlament und die Ausgestaltung der Richtlinie im Bundestag.

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2006

Mit Gründung des Graduate Center of Economic and Social Research setzt das DIW Berlin auf systematische Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

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2007

Das DIW Berlin zieht in die Mohrenstraße. Durch den Umzug von Berlin-Dahlem nach Berlin-Mitte befindet sich das Institut nun wieder unmittelbar am Regierungsviertel.

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2008

Das SOEP kann ein Jubiläum feiern: 25 Jahre Sozio-oekonomisches Panel - 25 Jahre Leben in Deutschland.

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2009

Das SOEP wird vom Wissenschaftsrat positiv evaluiert und weiter ausgebaut.

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2010

Mit dem Führungskräftemonitor wird das DIW Berlin Meinungsführer in der Diskussion um die Einführung von Frauenquoten.

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2011

Präsident Zimmermann beendet seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des DIW Berlin. Gert G. Wagner übernimmt als Vorstandsvorsitzender gemeinsam mit Georg Weizsäcker als stellvertretendem Vorsitzenden im Februar 2011 die wissenschaftliche Leitung des Instituts.

Die wissenschaftliche Arbeit im DIW Berlin konzentriert sich auf ausgewählte Schwerpunkte und erhält mit der Einrichtung von vier Clustern einen neuen Rahmen.

    Gesamtwirtschaftliche Analyse und Weltwirtschaft 

    • Makroökonomie
    • Konjunkturpolitik
    • Entwicklung und Sicherheit


    Nachhaltigkeit

    • Energie, Verkehr, Umwelt
    • Klimapolitik


    Industrieökonomie

    • Innovation, Industrie, Dienstleistung
    • Wettbewerb und Verbraucher


    Öffentliche Finanzen und Lebenslagen

    • Staat
    • Bildungspolitik
    • Forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung 'Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)'

    Lebensqualität: Die auf Basis des SOEP international und national durchgeführten Arbeiten zur Lebenszufriedenheit im individuellen lebensverlauf sind ein wesentlicher Teil der gesellschaftlichen debatte zur Ergänzung des BIP um soziale Indikatoren zur Lebensqualität.

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    2012

    Erfolgreiche Evaluierung des DIW Berlin durch die Leibniz-Gemeinschaft.

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    2013

    Marcel Fratzscher wird Präsident des DIW Berlin. Die europäischen und globalen Perspektiven des Instituts werden ausgebaut und die Bedeutung der Politikberatung gestärkt.

    Gemeinschaftsdiagnose: Das DIW Berlin gehört wieder zum Kreis der Institute, die im Auftrag der Bundesregierung zweimal jährlich die Prognose mit dem tietel "Die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft" erstellen.

    Umbennung der Abteilungen "Innovation, Industrie und Dienstleistungen" zu "Unternehmen und Märkte" sowie "Bildungspolitik" zu "Bildung und Familie". 

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    2015

    Das DIW Berlin begeht den 90. Jahrestag seiner Gründung.

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