Ferdinand Friedensburg (1886-1972)

Präsident des DIW Berlin von 1945 bis 1968


Prof. Dr. jur. Ferdinand Friedensburg war von 1945 bis 1968 Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Während der Weimarer Republik hatte er das Amt des Polizeivizepräsidenten von Berlin (1925-1927) und das Amt des Regierungspräsidenten in Kassel (1927-1933) inne. Von den Nationalsozialisten wurde er 1933 aus seinem Amt entlassen. Die Gestapo inhaftierte Ferdinand Friedensburg 1935 für mehrere Monate, danach er sich als Privatgelehrter aus der Politik zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitbegründer der CDU in Berlin und 1948 Komissarischer Regierender Bürgermeister von Berlin. Er war Abgeordneter im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament. 1951 gründete Ferdinand Friedensburg die Vereinigung der Freunde des DIW Berlin. Er war ab 1953 Professor an der Freien Universität Berlin und wurde 1971 zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt.


Zitat

„Wir stehen vor der Aufgabe, die bewährte Überlieferung zu wahren, in ihr unsere Stärke zu finden und doch zugleich mit wachen Augen den revolutionären Wechsel der Zeit zu erkennen und uns in ihm mutig und vorwärtsschauend zu behaupten.“
(Ferdinand Friedensburg 1954 anlässlich der Einweihung des neuen Institutsgebäudes des DIW Berlin)


Biografie


17.November 1886

Geburt im schlesischen Schweidnitz


ab 1889

Besuch des Gymnasiums in Berlin Steglitz und Studium an der Preußischen Bergakademie in Berlin. Er arbeitet zunächst als Bergreferendar.


1914

Er promoviert in Geologie und legt sein Examen als Bergassessor ab.

Bei der Rückreise von einem Amerika-Aufenthalt gerät er bei Gibraltar in britische Kriegsgefangenschaft und verletzt sich bei einem Fluchtversuch schwer.


1917

In der Schweiz muss er sich einer medizinischen Behandlung unterziehen und arbeitet anschließend für die Deutsche Botschaft in Bern.


1920

Landrat im Kreis Rosenberg


1925-1927

Vizepräsident des Polizeipräsidiums in Berlin


März 1927

Regierungspräsident in Kassel


September 1933

Entlassung als Regierungspräsident durch die Nationalsozialisten


1933-1945

Aufgrund seiner strikten politischen Enthaltsamkeit während der Zeit der Nazi-Diktatur gilt Ferdinand Friedensburg nach dem Krieg als "unbelastet" und als geradezu prädestiniert für wichtige öffentliche Ämter.


1945

Präsident der Zentralverwaltung für Brennstoffindustrie in der sowjetischen Besatzungszone.


1945-1968

Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin


1948

Komissarischer Regierender Bürgermeister von Berlin


1953

Professor an der Freien Universität Berlin


20. Oktober 1971

Ernennung zum Ehrenbürger West-Berlins


11. März 1972

Ferdinand Friedensburg stirbt im Alter von fast 86 Jahren in Berlin.