Zwischen Expansion und Konsolidierung

1968

Klaus-Dieter Arndt übernimmt am 8. Januar 1968 das Amt des DIW-Präsidenten. Er ist bereits seit 1950 am Institut beschäftigt – zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 1959 als Leiter der Abteilung „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung“.

Das Institut expandiert: Das Hauptgebäude wird um eine Etage erweitert.


1971

Das DIW mietet weitere Räume in der Berliner City an („Metropole"). Im November ziehen die Abteilungen „Berlin“ und „Energie“ in der Joachimsthaler Straße 14-19 ein. Später folgt die Arbeitsgruppe "Entwicklungsländerforschung".


1972

Folgende Abteilungen werden gegründet:

  • Verkehr
  • Öffentliche Finanzen
  • Geld und Kredit


Im selben Jahr werden die „Beiträge zur Strukturforschung“ ins Leben gerufen, die vor allem in den Abteilungen „Industrie“, „Berlin“, „Verkehr“ und „Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren“ erarbeitet werden. Die Reihe wird im Jahr 2002 eingestellt.


1974

Am 29. Januar 1974 stirbt Klaus-Dieter Arndt nach kurzer schwerer Krankheit. Im November wird Karl König vom Kuratorium zum Übergangspräsidenten des DIW gewählt.

Im Wochenbericht 36-37/1974 „Die öffentlichen Haushalte 1974/75: Rekorddefizite bei unbefriedigender Ausgabenstruktur“ sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ein Haushaltsdefizit von 53 Milliarden DM für 1975 voraus, das tatsächlich eintritt. Der Wochenbericht sorgt für großen Wirbel in der Öffentlichkeit, weil eine derartig hohe Summe in der Öffentlichkeit - auch von der Bundesregierung - bis dahin noch nie genannt wurde.


1975

Am 24. April 1975 tritt Karl König sein Amt als neuer Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung an. Karl König war vorher fast zehn Jahre Wirtschaftssenator in Berlin.

Bedingt durch die von den OPEC-Ländern beschlossene Erdölpreiserhöhung kommt es zu einem weltweiten Konjunkturabschwung, der in der Bundesrepublik zur schwersten Rezession in der Nachkriegszeit führt. Dies hat Folgen für den Staatshaushalt, der seitdem – obwohl die Krise bereits nach einem Jahr überwunden ist – hohe Defizite aufweist. Die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen beeinflussen auch die Finanzierung des Instituts und zwingen Karl König zu rigoroser Sparpolitik.


1978

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht „Eine mittelfristige Strategie zur Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung“. Aus dieser Analyse leitete die Bundesregierung das "Zukunftsinvestitionsprogramm 77-80" ab, eines der wenigen Programme, die in der Folge tatsächlich spürbar zum Abbau der Arbeitslosigkeit beitrugen.


1979

Im März 1979 stirbt Karl König völlig überraschend. Hans-Jürgen Krupp, der bisher Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main war, wird neuer Präsident des DIW.

Unter der Ägide Krupps wird die erste Strukturberichterstattung im Auftrag der Bundesregierung vom Institut durchgeführt. Schwerpunkt des Berichts ist der Strukturwandel im Zuge der Globalisierung, der seitdem als Forschungsschwerpunkt des Instituts etabliert ist. Weiter werden Fragen des Dienstleistungsbereichs behandelt. 


1983

Die Längsschnittstudie Sozio-oekonomische Panel (SOEP) kommt auf Betreiben von Präsident Krupp an das DIW Berlin. Es wird im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 3 "Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik" durchgeführt, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an den Universitäten in Frankfurt am Main, Mannheim und an der Freien Universität Berlin gefördert wurde. Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte in Deutschland, die im jährlichen Rhythmus seit 1984 bei denselben Personen und Familien in der Bundesrepublik durchgeführt wird. Mit Hilfe der Datengrundlage des SOEP bekommt die sozialökonomische Forschung, insbesondere zunächst die Armutsforschung und die Arbeitsökonomik, einen deutlichen und nachhaltigen Auftrieb innerhalb und außerhalb Deutschlands.


1988

Im Sommer 1988 geht Hans-Jürgen Krupp als Finanzsenator nach Hamburg.