Finanzmärkte

Kurzportrait des Forschungsbereichs "Finanzmärkte"

Das Hauptziel des Forschungsbereichs Finanzmärkte ist die Durchführung von akademischer Forschung über Finanz- und Corporate Governance-Systeme. Dieses Ziel wird in Zusammenarbeit mit DIW Forschungsprofessoren (z.B. aus dem Boston College, dem Finance Center Münster, der Jönköping International Business School und der Universität Rostock) sowie weiteren externen Kooperationspartnern (z.B. Bundesbank, FB Wiwiss und Institut für Soziologie der FU Berlin) verfolgt. Darauf basierend wird eine qualitativ hochstehende wirtschaftspolitische Beratung angestrebt. Im Zentrum der Forschung steht das Zusammenspiel zwischen Institutionen, dem Finanzsystem und der wirtschaftlichen Entwicklung. Finanzsysteme erfüllen drei grundlegende Aufgaben:

  • effiziente Allokation des Sparkapitals
  • effiziente Distribution von Risiken und
  • Abbau von Informationsasymmetrien.

Institutionen auf verschiedenen Ebenen einer Gesellschaft bestimmen den Rahmen für die Akteure auf den Finanzmärkte, die Anreize und die Art der Finanztransaktionen. Die Finanzkrise 2007-2010 hat die Diskussion um die quantitative Expansion der Finanztransaktionen in den letzten 30 Jahren intensiviert und in eine neue Richtung gelenkt. Die Forschungsgruppe Finanzmärkte am DIW Berlin knüpft u.a. auch an die Debatte über die Rolle des Finanzsystems als „Diener der Realwirtschaft" an und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Finanzsystem, Effizienz und Wachstum. Das Verhalten der Akteure im Finanzsektor wirde im Kontext von Informationsasymmetrie, adverse Selektion, moral hazard, coordination failure and weiteren Anreizproblemen untersucht. Empirische Evidenz über die Finanzierungsmuster heimischer Unternehmen, das Bankensystem und die heimischen Finanzmärkte werden zudem genutzt, um die Krise und deren Begleiterscheinungen zu erforschen. Die Besonderheiten des deutschen Finanzsystems (relativ zu marktorientierten Systemen anderer europäischer Länder und relativ zu dem der USA) werden analysiert und deren Folgen beleuchtet. Auf makroökonomischer Ebene werden die Auswirkungen der Triebkräfte der Finanzmarktintegration auf die Leistungsfähigkeit des Finanzsystems und das Wachstum der Volkswirtschaften untersucht.

Die ökonomische Forschung zu Finanzmärkten und Finanzinstitutionen weist zahlreiche Anknüpfungspunkte sowohl in der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre, der Soziologie und der Politologie auf. Sie ist daher eine Querschnittsaufgabe im besten Sinne, der die Forschungsgruppe Finanzmärkte am DIW Berlin gerecht werden will.