Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin https://www.diw.de/de/diw_01.c.618106.de/nachrichten.html Nachrichten und Pressemitteilungen de-de https://www.diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin https://diw.de/ Claudia Kemfert: „Reihenfolge stimmt noch nicht: Erst Infrastruktur, dann Marktintegration“ /de/diw_01.c.1015026.de/reihenfolge_stimmt_noch_nicht__erst_infrastruktur__dann_marktintegration.html Das Bundeskabinett will heute Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf den Weg bringen. Dazu folgt eine Einordnung von Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im DIW Berlin:

Die stärkere Ausrichtung auf Systemintegration, Speicher und Flexibilität ist grundsätzlich richtig. Positiv ist auch, dass beim Netzanschlusspaket gegenüber den ersten Plänen nachgebessert wurde. Dennoch bleibt problematisch, dass die Folgen unzureichender Netze zunehmend auf die Betreiber erneuerbarer Anlagen verlagert werden. Eine entschädigungsfreie Abregelung von bis zu 20 Prozent ist ein erheblicher Eingriff und kann Investitionen verteuern. Regionale Steuerung darf den dezentralen Netzausbau nicht ersetzen. Netzbetreiber müssen verbindlich zu schneller Optimierung, Digitalisierung und Ausbau verpflichtet werden.

Die Einigung auf die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket enthält wichtige Fortschritte: zusätzliche zwölf Gigawatt Windenergie an Land, stärkere Anreize für Speicher, eine höhere Beteiligung der Kommunen und gegenüber den ursprünglichen Plänen begrenztere Regeln zur entschädigungsfreien Abregelung. Positiv sind auch die Übergangsregelungen für kleine Photovoltaikanlagen. Damit wird ein wichtiger Schritt getan, um den Ausbau der Erneuerbaren ab 2027 rechtssicher fortzuführen. 

Allerdings stimmt bei der EEG-Novelle die Reihenfolge noch nicht. Mehr Marktintegration kann sinnvoll sein, aber dafür müssen Smart Meter, digitale Infrastruktur, Speicher und bezahlbare Direktvermarktungsangebote vorhanden sein. Werden Einspeisevergütungen zurückgefahren, bevor diese Voraussetzungen flächendeckend geschaffen sind, droht vor allem bei kleiner Dach-Photovoltaik und Bürgerenergie ein Investitionsdämpfer. Entscheidend ist jetzt, Planungssicherheit über 2026 hinaus zu schaffen und Erneuerbaren-Ausbau, Netze, Speicher, Digitalisierung und Flexibilität konsequent gemeinsam voranzubringen.

Systemintegration ja, Investitionsbremse nein. Wer Erneuerbare stärker in den Markt schicken will, muss zuerst Netze, Smart Meter, Speicher und Flexibilität bereitstellen. Sonst werden Versäumnisse im Stromsystem auf diejenigen abgewälzt, die die Energiewende tragen. Kritisch bleibt, dass die Bundesregierung die Ursachen der Netzengpässe nicht konsequent beseitigt, sondern einen Teil der Risiken auf Investoren erneuerbarer Energien verlagert. Wer Investitionen in Wind- und Solarenergie durch neue Unsicherheiten erschwert, gefährdet den Ausbau ausgerechnet der Technologien, die für ein klimaneutrales, bezahlbares und sicheres Energiesystem gebraucht werden. Es ist ein Fehler, die Defizite bei Netzen, Digitalisierung und Flexibilität den Erneuerbaren anzulasten. Die Energiewende scheitert nicht an zu viel Wind- und Solarenergie, sondern an einem Stromsystem, das zu langsam modernisiert wird.


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Wed, 29 Jul 2026 10:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1015026.de
DIW-Konjunkturbarometer setzt Achterbahnfahrt im Juli fort /de/diw_01.c.1015024.de/diw-konjunkturbarometer_setzt_achterbahnfahrt_im_juli_fort.html ]]> Wed, 29 Jul 2026 10:36:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1015024.de Warum Deutschland zurückfällt /de/diw_01.c.1015007.de/nachrichten/warum_deutschland_zurueckfaellt.html ]]> Tue, 28 Jul 2026 14:36:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1015007.de Sachsen-Anhalt würde sich mit der AfD selbst am meisten schaden /de/diw_01.c.1014926.de/nachrichten/sachsen-anhalt_wuerde_sich_mit_der_afd_selbst_am_meisten_schaden.html ]]> Mon, 27 Jul 2026 13:46:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014926.de Marten Ritterrath hat erfolgreich seine Dissertation verteidig /de/diw_01.c.1014858.de/marten_ritterrath_hat_erfolgreich_seine_dissertation_verteidigt.html ]]> Mon, 27 Jul 2026 10:28:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014858.de Sachsen-Anhalt zeigt das AfD-Paradox: Strukturschwache AfD-Hochburgen würden unter ihrer Politik am stärksten leiden /de/diw_01.c.1014824.de/sachsen-anhalt_zeigt_das_afd-paradox__strukturschwache_afd-hochburgen_wuerden_unter_ihrer_politik_am_staerksten_leiden.html 24. Juli 2026 – Im September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD hat gute Chancen, stärkste Kraft zu werden. Doch was würden weniger Europa, weniger Zuwanderung und geringere öffentliche Investitionen für die Menschen bedeuten? Diese Kurzstudie belegt ein AfD-Paradox: Regionen, die überproportional stark für die AfD stimmen, leiden deutlich stärker unter einer AfD-Politik als andere. Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen in starken AfD-Regionen verständlich ist, würden sie sich mit der Wahl der AfD selbst am meisten schaden. Das gilt nirgendwo mehr als in Sachsen-Anhalt. Durch die von der AfD geforderte Politik – den Austritt aus Euro und EU, Abschottung und einen Stopp der Zuwanderung sowie massive staatliche Kürzungen – würden Menschen dort im Durchschnitt jährlich rund 1.600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren; zudem könnten rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Einkommensverluste durch eine AfD-Politik könnten in Sachsen-Anhalt bis zu doppelt so hoch ausfallen wie im Bundesdurchschnitt. Die Gefahr einer Abwärtsspirale ist groß. Unzufriedenheit treibt die Unterstützung für die AfD, was wiederum die Lebenssituation weiter verschlechtert. Eine hoffnungsvolle Perspektive: Gelingt es, neue Zukunftschancen zu schaffen, kann aus der Abwärts- eine Aufwärtsspirale werden. Denn diese Kurzstudie zeigt auch, dass AfD-Wähler*innen, gerade im Osten, auf Veränderungen reagieren. Die deutsche Geschichte belegt es: Die 1990er und 2000er Jahre waren gerade in den ostdeutschen Ländern Jahrzehnte der Stärkung der Demokratie, des wachsenden Wohlstands und sozialer Teilhabe.


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Fri, 24 Jul 2026 10:05:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014824.de
Podcast 'fossilfrei' Folge 45: Dunkelflaute: Wie viel Speicher braucht die Energiewende? /de/diw_01.c.1014799.de/nachrichten/podcast__fossilfrei__folge_45__dunkelflaute__wie_viel_speicher_braucht_die_energiewende.html ]]> Thu, 23 Jul 2026 15:37:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014799.de Solarenergie droht ihren Vorsprung zu verlieren – Elektrifizierung bleibt zentrale Baustelle /de/diw_01.c.1014614.de/solarenergie_droht_ihren_vorsprung_zu_verlieren_____elektrifizierung_bleibt_zentrale_baustelle.html ]]> Wed, 22 Jul 2026 09:36:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014614.de Die KI wird nicht von allein gut /de/diw_01.c.1014415.de/nachrichten/die_ki_wird_nicht_von_allein_gut.html ]]> Mon, 20 Jul 2026 10:52:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014415.de Claudia Kemfert: „Kostenlose Zertifikate dürfen keine Dauersubvention für fossile Produktion werden“ /de/diw_01.c.1014141.de/kostenlose_zertifikate_duerfen_keine_dauersubvention_fuer_fossile_produktion_werden.html Die EU-Kommission will den Europäischen Emissionshandel (ETS) reformieren und geht damit auf die Industrie zu, die sich über die hohen Kosten und Wettbewerbsnachteile beschwert hat. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), warnt vor den Folgen:

Die EU-Kommission droht, das wichtigste Klimaschutzinstrument Europas ausgerechnet in dem Moment zu schwächen, in dem verlässliche Investitionssignale besonders wichtig wären. Die Industrie braucht Unterstützung bei der Transformation, aber keinen Aufschub. Kostenlose Zertifikate im Europäischen Emissionshandel können allenfalls eine befristete Brücke sein. Sie müssen strikt an konkrete, überprüfbare Investitionen in klimaneutrale Produktion in Europa gebunden werden. Wer nicht investiert, darf nicht entlastet werden. Andernfalls werden fossile Geschäftsmodelle verlängert und diejenigen Unternehmen bestraft, die frühzeitig in klimafreundliche Technologien investiert haben. Kostenlose Zertifikate dürfen keine Dauersubvention für fossile Produktion werden.

Europas Industrie wird nicht dadurch wettbewerbsfähig, dass sie länger fossil produziert. Sie wird wettbewerbsfähig durch günstigen erneuerbaren Strom, leistungsfähige Netze, Speicher, Elektrifizierung, grünen Wasserstoff, Klimaschutzverträge und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Auch internationale Gutschriften sind kritisch zu bewerten. Klimaschutz im Ausland kann sinnvoll sein, darf aber nicht zur Ausweichroute werden, um notwendige Investitionen in Europa zu vermeiden. Wer den Emissionshandel verwässert, senkt die Kosten der Transformation nicht, sondern verschiebt sie in die Zukunft. Später werden sie höher ausfallen: wirtschaftlich, klimapolitisch und gesellschaftlich.

Die richtige Antwort auf internationalen Wettbewerbsdruck lautet deshalb nicht weniger Klimaschutz, sondern bessere Industriepolitik. Entlastung ja, aber nur gegen nachweisbare Transformation. Unterstützung ja, aber kein Freifahrtschein für längere fossile Produktion.


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Fri, 17 Jul 2026 12:10:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014141.de
Bürokratieabbau: Der Sach- und Fachebene mehr Verantwortung zutrauen /de/diw_01.c.1014066.de/buerokratieabbau__der_sach-_und_fachebene_mehr_verantwortung_zutrauen.html ]]> Thu, 16 Jul 2026 14:40:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1014066.de Historischer Wandel von Kontrollüberzeugungen /de/diw_01.c.1013888.de/nachrichten/historischer_wandel_von_kontrollueberzeugungen.html ]]> Wed, 15 Jul 2026 15:52:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013888.de COVID-19 beeinflusst Risikopräferenzen kaum /de/diw_01.c.1013872.de/nachrichten/covid-19_beeinflusst_risikopraeferenzen_kaum.html ]]> Wed, 15 Jul 2026 14:52:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013872.de Staatskonsum stabilisiert die Wirtschaft kurzfristig, Steuersenkungen wirken stärker, aber verzögert /de/diw_01.c.1013531.de/staatskonsum_stabilisiert_die_wirtschaft_kurzfristig__steuersenkungen_wirken_staerker__aber_verzoegert.html ]]> Wed, 15 Jul 2026 10:09:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013531.de Workshop Call: Firms, Workers, and Households in Times of Crisis and Digital Transformation /de/diw_01.c.1013690.de/nachrichten/workshop_call__firms__workers__and_households_in_times_of_crisis_and_digital_transformation.html ]]> Tue, 14 Jul 2026 18:02:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013690.de Workshop Call: Firms, Workers, and Households in Times of Crisis and Digital Transformation /de/diw_01.c.1013672.de/nachrichten/workshop_call__firms__workers__and_households_in_times_of_crisis_and_digital_transformation.html ]]> Tue, 14 Jul 2026 18:02:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013672.de Share Your Ideas: SOEP Feature Requests – neues Angebot im Forum4Mica /de/diw_01.c.1013658.de/share_your_ideas__soep_feature_requests_____neues_angebot_im_forum4mica.html ]]> Tue, 14 Jul 2026 17:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013658.de Share Your Ideas: SOEP Feature Requests – neues Angebot im Forum4Mica /de/diw_01.c.1013647.de/nachrichten/share_your_ideas__soep_feature_requests_____neues_angebot_im_forum4mica.html ]]> Tue, 14 Jul 2026 17:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013647.de Variable „Einwanderungsgeschichte“ (mighist) verfügbar /de/diw_01.c.1013587.de/nachrichten/variable____einwanderungsgeschichte_____mighist__verfuegbar.html ]]> Tue, 14 Jul 2026 16:43:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013587.de Variable mighist „Einwanderungsgeschichte“ verfügbar /de/diw_01.c.1013579.de/variable_mighist____einwanderungsgeschichte____verfuegbar.html Datennutzende können ab sofort die Variable mighist „Einwanderungsgeschichte“ und die dazugehörige Infovariable mighist_info basierend auf den Daten der Version 41 (v41) bestellen. Bitte senden Sie eine E-Mail an soepmail@diw.de.

Für die kommende Version 42 (v42) wird sie regulär in der Datenweitergabe enthalten sein und muss nicht separat bestellt werden.  

Mit der Variable mighist passt sich das SOEP an das Konzept des Mikrozensus an und vereinfacht die internationale Vergleichbarkeit der verwendeten Definition: „So müssen entweder die Person selbst oder beide Elternteile seit 1950 auf das heutige Gebiet Deutschlands zuge­zogen sein, damit sie als Einge­wanderte beziehungs­weise als in Deutschland geborene Nach­kommen von Einge­wanderten gelten“ (Statistisches Bundesamt (Destatis), Einwanderungsgeschichte, 2026).  


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Tue, 14 Jul 2026 16:32:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.1013579.de