DIW Berlin (Copyright)  Jahre Jubilaeumslogo
Pressemitteilung, 29.06.2015

Institut blickt auf bewegte Zeiten zurück – DIW-Präsident Marcel Fratzscher unterstreicht Relevanz als Denkfabrik für den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Dialog – Kernaufgaben sind Forschung, Beratung, Infrastruktur und Nachwuchsförderung 90 Jahre alt und... mehr

Marcin Balcerzak (Copyright)  B ro Office
Pressemitteilung, 26.06.2015

Die deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Quartal 2015 merklich: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weist für das zu Ende gehende zweite Vierteljahr auf einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um gut 0,5 Prozent gegenüber dem... mehr

martini (Copyright)  Lohnsteuerkarte Farbbild Farbfoto
Pressemitteilung, 24.06.2015

DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden: Richtiger Einnahmemix aus Steuern und Sozialabgaben hat Priorität – Überschüsse sollten genutzt werden, um Sozialversicherungsbeiträge zu senken, Arbeit weniger zu belasten und öffentliche Investitionen zu erhöhen Die ... mehr

puje (Copyright)  Diagramm Statistik Aufschwung
Pressemitteilung, 24.06.2015

Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,8 Prozent und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent steigen – Weltwirtschaft kommt langsam wieder in Schwung, Euroraum entwickelt sich recht robust – Risiken wie ein Euro-Austritt Griechenlands belasten Die deutsche Wirtschaft setzt ihren... mehr

Dewing (Copyright)  Rolltreppe Fahrtreppe Rolltreppen
Interview, 24.06.2015

Herr Fichtner, wird die deutsche Wirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte ähnlich gut laufen wie im ersten Halbjahr 2015?Wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft etwas an Schwung verlieren wird. Im extrem kräftigen Winterhalbjahr haben Sondereffekte wie zum Beispiel der... mehr

Alle Nachrichten
von Ferdinand Fichtner, Guido Baldi, Franziska Bremus, Karl Brenke, Christian Dreger, Hella Engerer, Christoph Große Steffen, Simon Junker, Claus Michelsen, Katharina Pijnenburg, Maximilian Podstawski, Malte Rieth, Kristina van Deuverden, in DIW Wochenbericht

Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung fort. Aufgrund der überraschend schwachen Produktion zum Jahresbeginn wird das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr wohl um 1,8 Prozent und damit im jahresdurchschnittlichen Vergleich etwas weniger zulegen als bislang erwartet. Für das kommende Jahr ist nach wie vor mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent zu rechnen. Die Weltwirtschaft dürfte nach einem unerwartet schwachen Auftaktquartal im Jahresverlauf an Schwung gewinnen. Während sich das Wachstum in den Schwellenländern sowohl konjunkturell als auch strukturell bedingt nur langsam erhöht, wird die Erholung vor allem von der Konsumentwicklung in den Industrieländern getragen. Dort dürften geringe Inflationsraten und eine sich verbessernde Situation auf dem Arbeitsmarkt die Einkommen der Haushalte und deren Kaufkraft erhöhen. Die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate der Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2015 bei 3,5 Prozent und im darauffolgenden Jahr bei 4,0 Prozent liegen. Die Teuerung bleibt in diesem Jahr bei zwei Prozent und steigt im nächsten Jahr auf drei Prozent. In Deutschland trägt die kräftige Binnenkonjunktur das Wachstum. Zuletzt hatten zusätzliche Sozialleistungen, vor allem aber die niedrige Teuerung die Realeinkommen vorübergehend beflügelt; aufgrund der günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird der private Verbrauch aber auch im weiteren Verlauf spürbar zulegen. Die Unternehmen weiten ihre Investitionen in Ausrüstungen verhalten aus; Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Krise im Euroraum, geopolitische Spannungen und Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Schwellenländer wirken dämpfend. Die Exporte profitieren von der weltwirtschaftlichen Erholung und zeitweilig auch von der Euroabwertung; alles in allem dürfte per Saldo aber nur ein geringer Impuls vom Außenhandel ausgehen.

von Kristina van Deuverden, in DIW Wochenbericht

Die Lage der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist gut und wird es in diesem und im kommenden Jahr bleiben. Der Staat erwirtschaftet weiter Überschüsse; der Finanzierungssaldo wird in beiden Jahren bei 0,5 Prozent in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt liegen und auch in konjunkturbereinigter Betrachtung sind Überschüsse zu erwarten. Diese fallen allerdings nicht mehr so hoch aus wie im vergangenen Jahr. Die strukturellen Überschüsse eröffnen Spielräume für die Finanzpolitik, die angesichts der großen Herausforderungen nicht weiter verschenkt werden sollten – wie es durch die Leistungsausweitungen in der Rentenversicherung geschehen ist. Zurzeit befindet sich Deutschland in einem demografischen Zwischenhoch. Bereits in der mittleren Frist wird das Erwerbspersonenpotential aber zu schrumpfen beginnen und, neben den schwachen Investitionen, das potentielle Wachstum bei unveränderten Rahmenbedingungen zunehmend dämpfen. Vor diesem Hintergrund sollte die Finanzpolitik die Arbeitsanreize so freundlich wie möglich gestalten und dazu an der Abgabenbelastung ansetzen. Nicht nur bei der Einkommensteuer hat sich ein erheblicher Reformbedarf aufgestaut. Die eigentliche Herausforderung liegt bei den Sozialbeiträgen, die in Deutschland recht hoch sind. Dies ist nicht nur deshalb der Fall, weil das Leistungsniveau besonders gut ist, sondern auch, weil die steuerfinanzierten Zuschüsse an die Sozialkassen bei weitem nicht ausreichen, um die versicherungsfremden Leistungen zu decken. Statt primär für Steuersenkungen sollten die finanzpolitischen Spielräume vielmehr genutzt werden, um die Zuschüsse an die Sozialkassen zu erhöhen und die Sozialabgaben entsprechend zu reduzieren. Es ist nicht das Einnahmeniveau an sich, es ist der Mix, der das Wirtschaftswachstum potentiell belastet.

von Pao-Yu Oei, Clemens Gerbaulet, Claudia Kemfert, Friedrich Kunz, Felix Reitz, Christian von Hirschhausen, in DIW Berlin - Politikberatung kompakt

Alle Publikationen

Aktuelle Tweets des DIW Berlin:

Profilbild
29.06.
wir feiern 90 Jahre Berlin - und blicken auf bewegte Zeiten zurück http://t.co/o27WvvqlWI
Profilbild
29.06.
Die -Notkredite der sollen Bankenkollaps in verhindern - wie funktionieren sie?
Profilbild
26.06.
„Hartz IV für Kraftwerke ist nicht, was Regierung eigentlich wollte“: zu Gabriels Abkehr von
Profilbild
25.06.
Ostbeauftragte Gleicke: Kleinteiligkeit der ostdeutschen Wirtschaft lässt Aufholprozess ins Stocken geraten
Profilbild
25.06.
und : Nach der Reform ist vor der Reform. C.K. Spieß kommentiert das
Direkt zu
  • SOEP Das Soziooekonomische Panel
  • DIW Berlin Graduate Center of Economic and Social Research
  • Vereinigung der Freunde des DIW Berlin
  • Diw Econ
  • audit berufundfamilie Forschungsdatenzentrum der Statistischen Landesämter WGL Leibniz-Gemeinschaft Das DIW Berlin
    ist Mitglied
    der Leibniz-
    Gemeinschaft