Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 16.10.2007

Was nicht im Internet steht: Forscher bekommen direkten Zugang zu amtlichen Daten

Sie stehen nicht im Internet, der Versand per eMail ist streng verboten: Der Zugang zu amtlich erhobenen Statistik-Daten ist auch im digitalen Zeitalter eine besondere Sache. Ein neuer Untermieter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung darf sich vor diesem Hintergrund besonderer Aufmerksamkeit sicher sein: Das Forschungsdatenzentrum der Statistischen Landesämter eröffnet eine neue Außenstelle im DIW Berlin. Wissenschaftler erhalten damit einen besonders zentralen Zugang zu den Daten des Forschungsdatenzentrums (FDZ).

- Wie effizient arbeiten deutsche Krankenhäuser? - Wie wirken sich Steuern und Sozialabgaben auf private Haushalte und Unternehmen aus? - Welches Entwicklungspotenzial haben neue Dienstleistungsunternehmen? Scheinbar einfache Fragen, die sich aber ohne solide Datenbasis nicht beantworten lassen. Eine international wettbewerbsfähige Forschung ist ohne die Auswertung statistischer Mikrodaten nicht denkbar. Das Angebot des Forschungsdatenzentrums umfasst mehr als 60 verschiedene Statistiken, die für Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler von zentraler Bedeutung sind. Bislang mussten die Wissenschaftler zeitraubende Dienstreisen unternehmen, denn hochsensible Daten dürfen nur in den Forschungsdatenzentren an speziell gesicherten Arbeitsplätzen verarbeitet werden. Die Übertragung per eMail oder Internet oder die Bereitstellung der Daten auf CD-Rom ist aus Gründen des Datenschutzes untersagt. Mit der neuen Außenstelle ist der Datenzugriff durch vier speziell gesicherte Arbeitsplätze jetzt auch direkt am DIW im Zentrum Berlins gewährleistet. Die neue Außenstelle des Forschungsdatenzentrums ermöglicht einen effizienten Zugang zu den Daten amtlicher Erhebungen, wie zum Beispiel zur Unternehmensentwicklung oder zu detaillierten Finanz- und Steuerstatistiken. Hintergrund der neuen Außenstelle ist auch das langjährige Engagement führender Mitarbeiter des DIW Berlin für eine bessere Dateninfrastruktur in Deutschland: Zunächst in der "Kommission zur Verbesserung der informellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik" (KVI) und jetzt im Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). Vom FDZ werden künftig nicht nur die Wissenschaftler am DIW Berlin profitieren. Die neue, zentrale Lage des DIW in Berlin-Mitte ermöglicht vor allem auch den Forschern der umliegenden Berliner Universitäten und Fachhochschulen einen unkomplizierten Datenzugang. DIW-Konjunkturprognose profitiert vom Datenzugang Die Daten des FDZ werden am DIW Berlin zur Zeit in 15 verschiedenen Forschungsprojekten genutzt. Auch die Konjunkturabteilung wird vom Datenangebot des FDZ profitieren. Ein Beispiel: Im Zuge des Bürokratieabbaus wurde die Berichtspflicht für kleinere Unternehmen abgeschafft. Zur Beurteilung der konjunkturellen Lage ist es aber wichtig zu wissen, wie sich kleinere Unternehmen entwickeln. Um diese Datenlücke zu füllen, führen die Statistischen Landesämter regelmäßige Befragungen ausgewählter kleinerer Betriebe durch. Unabhängige Wissenschaftler haben ab heute die Möglichkeit, ohne Zeitverlust mit diesen hochsensiblen Daten zu arbeiten.

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