Pressemitteilung/Press Release

Pressemitteilung vom 18.04.2008

"Sozio- oekonomisches Panel" in der Spitzengruppe der forschungsstärksten Soziologie- Einrichtungen in Deutschland

DIW Berlin (Copyright)  Diw Eingang beleuchtet
Copyright: DIW Berlin

Der Wissenschaftsrat bewertet die Forschungsqualität des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im DIW Berlin mit „exzellent“. Damit gehört das SOEP zur Spitzengruppe der drei besten soziologischen Forschungseinrichtungen in Deutschland. „Das Ergebnis des Ratings bestätigt, dass am DIW Berlin interdisziplinäre Forschung auf höchstem Niveau stattfindet“, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Das DIW Berlin ist keine rein ökonomische Forschungseinrichtung und muss entsprechend differenziert evaluiert werden“. Da die DIW-Abteilung SOEP überwiegend soziologische Forschungsarbeiten behandelt, wurde sie mit ihrem gesamten Forschungsoutput in das Soziologie-Rating einbezogen.

In seinem erstmals erstellten „Forschungsrating“ in den Fächern Chemie und Soziologie untersuchte der Wissenschaftsrat die Forschungsleistung in Deutschland. Die 254 bewerteten Soziologie-Einheiten verteilen sich auf 54 Universitäten und drei außeruniversitäre Einrichtungen – neben dem Max-Planck-Institut (MPI) für Gesellschaftsforschung in Köln das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und das SOEP im DIW Berlin. In nur drei der 57 Einrichtungen wurde die Forschungsqualität insgesamt mit exzellent bewertet. Diese sind das Institut für Soziologie der Universität Mannheim, das MPI in Köln und das SOEP. Innerhalb der einzelnen Bewertungskategorien hat der Wissenschaftsrat keine weitere Reihung vorgenommen. Auch in Berlin gehört das SOEP in der soziologischen Forschung zur Spitze: Nur eine weitere Einheit, der Lehrstuhl von Professor Jürgen Gerhards an der FU Berlin, wurde mit exzellent bewertet. „Es ist sicherlich kein Zufall, dass Jürgen Gerhards auch DIW-Forschungsprofessor ist und eng mit dem SOEP zusammenarbeitet,“ so Prof. Dr. Gert Wagner, Leiter des SOEP. "Besonders erfreulich ist auch, dass auch das Max-Weber-Kolleg in Erfurt, wo ich im kommenden Jahr als Fellow lehren kann, als Forschungseinheit mit "exzellent" bewertet wird. Erstmals werden dort jetzt auch Doktorandinnen-Stipendien ausgeschrieben, die ausdrücklich für junge SOEP-Nutzerinnen vorgesehen sind." Der Wissenschaftsrat hat insgesamt sechs verschiedene Kriterien bewertet. Dabei schneidet die Arbeit des SOEP im DIW Berlin wie folgt ab: - Forschungsqualität: exzellent - Impact (absolute Sichtbarkeit des Forschungsoutputs; ein auch von der Groesse einer Einrichtung abhängiger Indikator): sehr gut - Effizienz (Impact durch Mitarbeiterzahl): exzellent - Nachwuchsförderung: gut - Transfer in andere gesellschaftliche Bereiche: überdurchschnittlich (das ist die höchste Kategorie, die für dieses - schwer messbare - Kriterium vergeben wurde) - Wissensverbreitung: überdurchschnittlich (das ist die höchste Kategorie, die für dieses - schwer messbare - Kriterium vergeben wurde) Das SOEP: Daten zu allen Lebenslagen Den eigentlichen Kern und Namensgeber des SOEP stellt eine seit 1984 durchgeführte sogenannte Längsschnittsstudie – für Soziologen: Panel – dar. Hierbei werden jedes Jahr rund 20.000 Personen in 11.000 Haushalten zu Themen wie Bildungsmobilität, Verteilung sozialer Schichten und der Einkommen, Armut und Reichtum, Integration von Zuwanderern, Wohnqualität, und Lebenszufriedenheit befragt. Die hierbei gewonnenen Daten sind die Basis für unzählige Forschungsarbeiten weltweit – Soziologen und Ökonomen greifen ebenso darauf zurück wie Gesundheitsforscher oder Psychologen. Neben dieser zentralen Funktion als Serviceeinrichtung für andere Wissenschaftler forschen aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOEP mit den Daten – und erhielten hierfür jetzt das exzellente Zeugnis des Wissenschaftsrates. Für weitere Auskünfte stehen der Leiter des SOEP, Gert G. Wagner, Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung an der TU Berlin, und Jürgen Schupp, Honorarprofessor für Soziologie an der FU Berlin, zur Verfügung (Tel. 030/ 89789283 und 030/89789238).

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Das Sozio-oekonomische Panel

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

Das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist seit 1925 eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Es erforscht wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge in gesellschaftlich relevanten Themenfeldern und berät auf dieser Grundlage Politik und Gesellschaft. Das Institut ist national und international vernetzt, stellt weltweit genutzte Forschungsinfrastruktur bereit und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das DIW Berlin ist unabhängig und wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Sozio-ökonomisches Panel (SOEP)

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin wird als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut Kantar Public (zuvor TNS Infratest Sozialforschung) in mehreren tausend Haushalten statistische Daten erhoben. Zurzeit sind es etwa 30.000 Personen in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

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