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| Wochenbericht des DIW Berlin 15/03 Modellrechnungen zum Lehrerbedarf Ergebnisse einer Neuberechnung | |||
| Bearbeiter | Wolfgang Jeschek | ||
| Die Personallage an allgemein bildenden Schulen in Deutschland ist nach aktuellen Berechnungen des DIW Berlin angespannt, obwohl zuletzt auch verstärkt Lehrkräfte eingestellt wurden. Die Zahl der Schüler allgemein bildender Schulen wird in Deutschland demographisch bedingt zwar mittelfristig sinken - nur in den neuen Bundesländern steigt sie in der zweiten Hälfte des Zeitraums der Projektion wieder etwas -, [1] doch wird es infolge der ungünstigen Altersverteilung der Lehrer einen ziemlich großen Ersatzbedarf geben. Zudem ist die Lage im Unterricht an den Schulen wenig befriedigend. Die Klassen sind immer noch bei vielen Schularten zu groß, um die Schulbildung substantiell zu verbessern; vor allem aber fehlen hierfür Lehrkräfte. Die Schüler-Lehrer-Relation ist oft noch ungünstig; zu viele Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss. Mittelfristig ist es erforderlich, mehr Lehrkräfte auszubilden und weiterhin verstärkt einzustellen. | |||
| Verändertes Szenario | An dieser Stelle ist vor zwei Jahren eine Bedarfsschätzung für den Lehrerbedarf bis zum Jahre 2020 vorgelegt worden, [2] die auf schulischen Kennzahlen bis 1999 und den Berechnungen der Schülerzahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) bis zum Jahre 2015 beruhte. Inzwischen hat die KMK die Schülerzahlen zum Teil revidiert und eine Vorausberechnung bis zum Jahre 2020 erstellt. Danach fallen die Schülerzahlen für die Jahre von 2010 bis 2015 höher aus als bisher angenommen. Auch dürften sie infolge von Zuwanderungen etwas stärker steigen, als es zuvor erwartet worden war. Dafür sprechen die jüngsten Entwicklungen. Für 2020 sind die Schülerzahlen in den früheren Berechnungen allerdings etwas überschätzt worden. Anders als erwartet war die Einstellungspraxis in den letzten Jahren weniger restriktiv. Zudem kam es bei der Arbeitszeit der Lehrer, dem Verhalten bei Pensionierungen sowie der Schulzeit bis zum Abitur zu weiteren Veränderungen. Deshalb war es erforderlich, die Lage an den allgemein bildenden Schulen erneut zu untersuchen und die Vorausschätzung des Lehrerbedarfs neu zu berechnen. | ||
| Gegenwärtige Situation an den Schulen |
Im Schuljahr 2001/02 waren 674 000 hauptberufliche Lehrer [3] an den allgemein bildenden Schulen beschäftigt. [4] Zusätzlich unterrichteten 67 000 Lehrkräfte nur einige Stunden wöchentlich. [5] In Vollzeitäquivalenten entsprach dies insgesamt 612 500 Lehrern. Das waren knapp 1 % mehr als zwei Jahre zuvor. Dagegen war die Schülerzahl 2001 um knapp 2 % geringer als noch 1999. Infolgedessen hat sich die Situation an den Schulen etwas verbessert; die Relationen von Schüler je Klasse sowie Schüler je Lehrer stiegen nicht mehr, sondern gingen leicht zurück. Die günstigeren Werte zu Beginn der 90er Jahre wurden freilich auch zuletzt nicht wieder erreicht (Tabelle 1). Die Schüler-Lehrer-Relationen [6] haben sich insbesondere in den neuen Bundesländern deutlich verbessert, weil hier die Schülerzahlen merklich zurückgingen. Sie differieren nach Schularten und Regionen beträchtlich (Tabelle 2). In den neuen Bundesländern sind die Relationen bei fast allen Schularten günstiger als in den alten. Insgesamt kamen in Ostdeutschland fast drei Schüler weniger auf eine Vollzeitkraft als in Westdeutschland. Am deutlichsten fiel der Unterschied bei der personellen Ausstattung an den Grundschulen mit sechs Schülern je Lehrer aus. Das Durchschnittsalter der hauptberuflichen Lehrer an allgemein bildenden Schulen ist weiter gestiegen; 2001 lag es bei 47,3 Jahren, eine Dekade früher waren es erst 44 Jahre. Jünger als 30 Jahre waren insgesamt nur noch 4 % der hauptberuflichen Lehrer, älter als 50 Jahre dagegen gut 43 %. Der große Anteil älterer Lehrer hat zur Folge, dass einerseits in der Regel fast nur ältere Kräfte Schüler unterrichten und andererseits neuere methodische sowie fachliche Kenntnisse kaum über "natürliche" Fluktuation in die Kollegien gelangen. Seit 1999 ist ein Anstieg der Einstellungen vor allem in den alten Bundesländern zu beobachten. Der Zuwachs führte dazu, dass die Zahl der Absolventen des Vorbereitungsdienstes der Lehrer zur Anstellung sowie der Referendare nicht mehr ausreichte und 2001 mit Seiteneinsteigern für den Schuldienst auch andere Personen eingestellt werden mussten. [7] Zwischenzeitlich nahm in den alten Ländern der Ersatzbedarf stark zu (Pensionierungswelle). Orientiert man sich an internationalen Maßstäben, dann entsprachen diese Einstellungen allerdings nicht den Erfordernissen. [8] In den letzten Jahren wurden bereits in vielen Ländern unterschiedliche Maßnahmen bei der Beschäftigung von Lehrern sowie der Organisation des Unterrichts an Schulen ergriffen. Beispielsweise wurde die Zahl der Unterrichtsstunden für Lehrer erhöht, aber auch hingenommen, dass sich die Unterrichtsdauer in einzelnen Klassenstufen durch ausfallenden Unterricht verkürzte. Oft wurde zudem für ältere Lehrkräfte die altersabhängige Stundenermäßigung gestrichen. Das ohnehin unzureichende Weiterbildungsangebot für Lehrer von Seiten der Schulbehörden ist infolge knapper Kassen vielfach eher noch eingeschränkt worden. [9] | ||
| Entwicklung von Bestand und Bedarf an Lehrern bis 2020 |
Infolge der veränderten Ausgangssituation ist zu erwarten, dass von den in Deutschland 2001 an den allgemein bildenden Schulen vorhandenen Vollzeitlehrern im Jahre 2020 rund 435 000 den Schuldienst beendet haben werden; das sind mehr als sieben Zehntel des Ausgangsbestandes. [10] Die Abgänge aus dem Lehrerbestand werden damit etwas geringer ausfallen als in den früheren Vorausberechnungen. [11] Im Jahre 2020 werden statt der damals erwarteten knapp 24 % voraussichtlich noch 29 % der derzeit beschäftigten Lehrer an den allgemein bildenden Schulen unterrichten. Die Abgänge verringerten sich hauptsächlich aus folgenden Gründen: Zum einen haben sich die Bedingungen verschlechtert, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen; zum anderen wirken sich die Neueinstellungen aus. In den alten Ländern wird der Anteil der ausscheidenden Lehrkräfte infolge der schlechteren Altersverteilung größer sein als in den neuen (Tabelle 3). Der Bedarf an Lehrern wird in der Modellrechnung nur von der Veränderung der Schülerzahl bestimmt, wenn die Personalausstattung des Basisjahres unverändert fortgeschrieben wird (Grundvariante). Da die Kennzahlen allgemein bildender Schulen, aber auch der internationale Vergleich zeigen, dass schon heute die Personaldecke an Schulen teilweise zu knapp ist, wird in der Zusatzvariante dem höheren Bedarf Rechnung getragen. Die Schülerzahl an allgemein bildenden Schulen wird insgesamt mittelfristig weiter sinken. [12] In den neuen Bundesländern ist allerdings von 2010 an mit einer Zunahme zu rechnen (Tabelle 4). Der Lehrerbedarf an den allgemein bildenden Schulen wird im Jahre 2020 nach der Grundvariante infolge der dann geringeren Schülerzahl voraussichtlich nur bei rund 505 000 Vollzeitkräften liegen. Das sind 9 000 oder knapp 2 % weniger als in der letzten Vorausschätzung erwartet. Der Bedarf wird damit um 108 000 Vollzeitlehrer geringer ausfallen als 2001 (Tabelle 3). Er wird in den neuen Ländern etwas weniger stark zurückgehen (-16 %) als in den alten (-18 %). In den alten Bundesländern wird der Lehrerbedarf im Jahre 2005 an kombinierten, an Real- und Gesamtschulen sowie an Gymnasien um insgesamt rund 6 100 Vollzeitlehrer höher sein als im Basisjahr; kleiner wird er aber an den Grundschulen und Orientierungsstufen sein. In den neuen Ländern wird er im selben Zeitraum bei allen allgemein bildenden Schularten mit Ausnahme von Grundschulen und Schulkindergärten - oft deutlicher - abnehmen (Tabelle 5). Von 2005 an wird der Bedarf nach der Grundvariante in Westdeutschland bei allen allgemein bildenden Schularten mehr oder weniger kräftig sinken. In Ostdeutschland dagegen wird er in der zweiten Hälfte des Projektionszeitraums bei allen Schularten wieder steigen. Nach den früheren Bedarfsberechnungen ergab sich auch in den alten Ländern nach 2015 ein geringer Bedarfsanstieg. [13] Soll die Personalausstattung an allgemein bildenden Schulen verbessert werden, dann sind die Ergebnisse einer alternativen Modellrechnung heranzuziehen, in der bei einigen Schularten kleinere Schüler-Lehrer-Relationen verwendet werden [14] und zusätzlich ein Vertretungsbedarf von einem halben Prozent aller Vollzeitlehrer berücksichtigt wird. In den alten Ländern wird der Bedarf außerdem um ein halbes Prozent höher angesetzt, damit ausländische Schüler besser als bisher in das Bildungssystem integriert werden können. Nach den Berechnungen dieser Variante wird der Lehrerbedarf an den allgemein bildenden Schulen in Deutschland insgesamt im Jahre 2020 rund 545 000 Vollzeitkräfte betragen; er wird damit deutlich weniger abnehmen als in der Grundvariante. Gegenüber der früheren Vorausschätzung sind dies 4 000 oder knapp 1 % weniger. | ||
| Einstellungsbedarf |
Der Einstellungsbedarf an Vollzeitlehrern setzt sich aus dem Ersatz- und dem Zusatzbedarf zusammen. Ersatzbedarf entsteht, wenn Lehrkräfte aus dem Schuldienst ausscheiden. Er entspricht dem Vollzeitäquivalent der Zahl der die Schulen verlassenden Lehrer. Zusatzbedarf fällt bei steigender Schülerzahl an oder dann, wenn die Schüler-Lehrer-Relation kleiner werden soll. Sinkt dagegen die Zahl der Schüler, kommt es rechnerisch zu einem Überhang an Lehrkräften, ebenso dann, wenn weniger Lehrer den Schuldienst beenden, als es nach den vorhandenen Relationen zweckmäßig wäre. Zu bedenken ist, dass an den Schulen ein Überhang - anders als bei der Vorgehensweise in der Modellrechnung - nicht einfach mit dem Ersatzbedarf verrechnet werden kann. Dazu sind die beruflichen Anforderungen an Lehrer bei den einzelnen Schularten und nach Fächern zu unterschiedlich. Dienst- und arbeitsrechtliche Regelungen schränken zudem einen flexibleren Einsatz ein. Der hier ermittelte Einstellungsbedarf stellt somit eher einen unteren Grenzwert dar. In Deutschland ergibt sich auf der Grundlage der hier vorgelegten Neuberechnung ein jährlicher Einstellungsbedarf nach der Grundvariante im Zeitraum 2001 bis 2005 an den allgemein bildenden Schulen von rund 8 800 Vollzeitlehrern, um die hohe Zahl von Abgängen auszugleichen. Er fällt damit um rund 3 200 Vollzeitstellen niedriger aus als in der früheren Berechnung, hauptsächlich weil es in Ostdeutschland einen größeren Lehrerüberhang gibt als damals erwartet. [15] Der Einstellungsbedarf entsteht nur in den alten Bundesländern und ist dort fast doppelt so groß wie in Gesamtdeutschland, vor allem weil es in den neuen Ländern infolge sinkender Schülerzahlen zu einem Überhang an Lehrkräften kommt (Tabelle 6). In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts wird an den allgemein bildenden Schulen in Deutschland ein jährlicher Einstellungsbedarf von fast 15 700 Vollzeitlehrern entstehen. In beiden Landesteilen wird ausschließlich Ersatzbedarf anfallen, da infolge zurückgehender Schülerzahlen kein Zusatzbedarf vorhanden sein wird. Im ersten Jahrfünft wird ein deutlich höherer jährlicher Einstellungsbedarf von gut 22 700 Vollzeitkräften bestehen und im zweiten nur ein etwas geringerer (21 500). In den alten Ländern wird es dann weiterhin nur Ersatzbedarf geben, während in den neuen infolge wieder steigender Schülerzahlen auch Zusatzbedarf vorhanden sein wird. In diesen beiden Zeitabschnitten wird der voraussichtliche Einstellungsbedarf in Deutschland deutlich von dem nach der früheren Vorausberechnung abweichen. Von 2010 bis 2015 wird er um fast 7 500 Lehrer höher und von 2015 bis 2020 um knapp 7 800 Lehrer niedriger ausfallen, weil nach der Revision zunächst mit höheren, danach mit niedrigeren Schülerzahlen zu rechnen ist. In der zweiten Hälfte dagegen wird der Einstellungsbedarf in beiden Landesteilen niedriger ausfallen als zuvor berechnet, weil voraussichtlich weniger Schüler die allgemein bildenden Schulen besuchen werden. Besonders deutlich wird sich dies dann in den alten Ländern beim Einstellungsbedarf auswirken. Anders als in den früheren Berechnungen ist der Zusatzbedarf nun negativ. In Ostdeutschland gibt es bis 2005 jedes Jahr einen Lehrerüberhang. Die gegenwärtig "überzähligen" ostdeutschen Lehrkräfte können aber nicht ohne weiteres an den allgemein bildenden Schulen in den alten Ländern beschäftigt werden, weil ihre Mobilität aus den zuvor genannten Gründen eingeschränkt ist. Ausschlaggebend ist oft, dass die vorhandenen Fächerkombinationen nicht dem Bedarf entsprechen. [16] Die - nach Pisa - zurzeit diskutierten und beabsichtigten Reformen im Schulsystem können hier nicht berücksichtigt werden. Sie werden nach Einschätzung von Fachleuten ohnehin erst mittelfristig greifen. [17] Da aber künftig die Bildungsqualität, d. h. auch ein besserer Unterricht in Deutschland an internationalen Standards und Indikatoren zu orientieren ist, [18] kann die folgende Berechnung nach der alternativen Variante auch als ein Schritt in diese Richtung interpretiert werden. Bei ihr wird an den - auch im internationalen Vergleich - personell nur mäßig ausgestatteten Grund- und Vorschulen der Lehrerbedarf deutlicher angehoben als bei den übrigen Schularten. Der Einstellungsbedarf nach der alternativen Variante liegt in Deutschland von 2001 bis 2005 jährlich bei fast 20 600 Vollzeitlehrern. Um fast 11 800 Vollzeitkräfte in jedem Jahr ist er in diesem Zeitraum gegenüber der Grundvariante höher; in der zweiten Dekade der Projektion dürfte er nur knapp 1 500 Kräfte größer ausfallen. Im Zeitraum 2001 bis 2005 entfallen bei dieser Variante 8 200 Vollzeitlehrer auf den Zusatzbedarf, der durch die verbesserte Personalausstattung entsteht. Der höhere Bedarf wirkt sich ausschließlich an den allgemein bildenden Schulen in Westdeutschland aus. Den höheren Bedarf gegenüber der Grundvariante gibt es vor allem von 2001 bis 2005, aber auch im letzten Abschnitt der Vorausberechnung. Zwischenzeitlich könnte der Einstellungsbedarf in der Zusatzvariante sogar geringer sein. Dies verdeutlicht, dass ein schulpolitischer Einsatz für günstigere Schüler-Lehrer-Relationen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt mittelfristig zu einem verringerten Einstellungsbedarf führt. Es ist jedoch erkennbar, dass dieser durch die Modellrechnung ermittelte zusätzliche Einstellungsbedarf sowohl unter Berücksichtigung des zu erwartenden Angebots auf dem Lehrerarbeitsmarkt als auch angesichts der Haushaltslage vieler Länder nicht in diesem knappen vierjährigen Zeitabschnitt vollständig umgesetzt werden kann, sondern allenfalls in einer doppelt so großen Zeitspanne. | ||
| Fazit |
Die weiterhin ungünstigere Altersverteilung der Lehrer an den allgemein bildenden Schulen in den alten Bundesländern führt dazu, dass trotz sinkender Schülerzahlen auch mittelfristig verstärkt Lehrkräfte eingestellt werden müssen, um den hohen Ersatzbedarf zu befriedigen. Dies gilt nach der Grundvariante der Modellrechnung auch für Deutschland insgesamt; bis 2020 werden mehr als sieben Zehntel der im Basisjahr an den allgemein bildenden Schulen unterrichtenden Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden. In den neuen Ländern gibt es nur im laufenden Jahrfünft einen Lehrerüberhang. Danach wird auch hier wieder Einstellungsbedarf vorhanden sein. Wird darüber hinaus eine nachhaltige Verbesserung des Unterrichts an den allgemein bildenden Schulen angestrebt, dann müssten zusätzlich Lehrkräfte eingestellt werden - etwa in dem Ausmaß, wie es in einer alternativen Variante ermittelt wird. In der Grundvariante wird davon ausgegangen, dass an allgemein bildenden Schulen die an der Schüler-Lehrer-Relation des Schuljahres 2001/02 gemessene Unterrichtssituation nicht schlechter wird. Dies bedeutet auch, dass nicht infolge knapper Haushaltsmittel die Arbeitszeiten der Lehrer weiter verlängert oder die Stundentafeln einzelner Klassenstufen verkürzt werden. Immer noch verlassen zu viele Jugendliche die allgemein bildenden Schulen ohne Abschluss, und es fällt infolge der angespannten Personallage zu viel Unterricht aus. Der überwiegende Teil der an den allgemein bildenden Schulen beschäftigten Lehrer wird in den nächsten Jahren durch junge Kräfte zu ersetzen sein, die ein dringend gebrauchtes innovatives Potential für guten Unterricht darstellen. Damit dies gelingt, sollte auch die Ausbildung der Lehrer, insbesondere in den Mangelfächern, an Hochschulen und in den Seminaren verstärkt werden. Studierende könnten für diese Fächer etwa durch Stipendien oder eine Anhebung des Entgelts für Berufsanfänger gewonnen werden. Für die bereits tätigen Lehrer müsste es eine stärker ausgebaute Weiterbildung geben. Sie ist ebenfalls unabdingbar für guten Unterricht.
Eine ergänzende Möglichkeit wären Verträge, die einen schnelleren Austausch älterer Lehrer durch Berufsanfänger bei knappen Personalmitteln ermöglichen. Darunter fallen beispielsweise mehr freiwillige Arbeitszeit- und Altersteilzeitvereinbarungen, in denen für einen begrenzten Zeitraum das Stundensoll parallel mit der Bezahlung verringert werden kann.
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1
Kenngrößen zu allgemein bildenden Schulen in Deutschland
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1992 1993 1999 2000 2001
In 1 000 Personen
Hauptberufliche Lehrer 656,8 659,7 669,5 671,6 674,2
In Jahren
Durchschnittsalter hauptberuflicher Lehrer 44,0 44,6 47,1 47,2 47,3
In Mill. Stunden
Wöchentlich erteilte Unterrichtsstunden 14,10 14,12 14,41 14,38 14,38
In Personen
Schüler je Klasse 21,7 21,9 22,4 22,3 22,3
Schüler je Lehrer (1) 15,3 15,7 16,4 16,3 16,1
In Stunden
Wöchentlich erteilte
Unterrichtsstunden je Klasse 32,09 31,46 31,51 31,72 32,02
Wöchentlich erteilte
Unterrichtsstunden je Schüler 1,51 1,47 1,43 1,44 1,46
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(1) Vollzeitlehrer und in Vollzeitlehrereinheiten umgerechnete
in Teilzeit und stundenweise beschäftigte Lehrer.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusministerkonferenz;
Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 2
Schüler-Lehrer-Relation an allgemein bildenden Schulen 2001
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Alte Bundesländer Neue Bundesländer Deutschland
insgesamt
Schüler je Lehrer (1)
Vorklassen 18,5 13,5 17,5
Schulkindergärten 10,6 13,1 10,7
Grundschulen 20,9 15,3 20,1
Orientierungsstufe 17,7 16,0 17,1
Hauptschulen 15,1 10,9 15,0
Kombinierte Schulen (2) 17,1 14,4 14,7
Realschulen 19,1 16,6 18,8
Gymnasien 16,0 15,2 15,9
Gesamtschulen (3) 14,3 13,2 14,1
Sonderschulen 6,8 6,9 6,8
Abendschulen und Kollegs 15,7 14,7 15,6
Schulen insgesamt 16,6 14,0 16,1
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(1) Vollzeitlehrer und in Vollzeitlehrereinheiten umgerechnete in Teilzeit und
stundenweise beschäftigte Lehrer.
(2) Schulen mit Bildungsgängen für Haupt- und Realschulabschluss.
(3) Integrierte Gesamtschule und freie Waldorfschule.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusministerkonferenz;
Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 3
Veränderung des Lehrerbestands von 2001 durch Abgänge sowie des Lehrerbedarfs
an allgemein bildenden Schulen bis 2020 (1)
In 1 000 Personen
-------------------------------------------------------------------------------
Alte Bundesländer
2001 2005 2010 2015 2020
Lehrerbestand 492,5 430,5 341,3 231,1 134,3
Grundvariante
Lehrerbedarf 492,5 492,0 464,4 428,7 404,7
Variante mit zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Lehrerbedarf 492,5 536,9 506,1 467,3 441,9
Veränderung in
fünf Jahren (3)
Lehrerbestand - -62,0 -89,2 -110,2 -96,8
Grundvariante
Lehrerbedarf - -0,5 -27,7 -35,6 -24,0
Variante mit zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Lehrerbedarf - 44,4 -30,9 -38,8 -25,4
-------------------------------------------------------------------------------
Neue Bundesländer
2001 2005 2010 2015 2020
Lehrerbestand 120,0 107,4 85,4 63,3 42,2
Grundvariante
Lehrerbedarf 120,0 93,6 85,3 94,7 100,2
Variante mit zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Lehrerbedarf 120,0 95,9 87,5 97,1 102,7
Veränderung in
fünf Jahren (3)
Lehrerbestand - -12,6 -22,0 -22,1 -21,1
Grundvariante
Lehrerbedarf - -26,4 -8,4 9,4 5,5
Variante mit zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Lehrerbedarf - -24,1 -8,4 9,7 5,6
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Bedarf nach der Grundvariante und einer Variante mit zusätzlichen
Lehrkräften in Vollzeitlehrern und in Vollzeitlehrereinheiten umge-
rechnete in Teilzeit und stundenweise beschäftigte Lehrer. Abgänge
unter Berücksichtigung des Ausscheidens aus dem Schuldienst infolge
Alter, Tod, Invalidität und sonstigen Gründen.
(2) Zusätzliche Lehrer gibt es vor allem an den Schulen in den alten
Ländern, hier insbesondere an den Grund- und Vorschulen. Außerdem
wurde überall ein Anteil von einem halben Prozent aller Vollzeitlehrer
als Vertretungsbedarf für Unterrichtsausfall und nur in den alten Län-
dern zusätzlich ein halbes Prozent zur Förderung von ausländischen
Schülern berücksichtigt.
(3) Im ersten Zeitabschnitt vier Jahre.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusministerkonferenz;
Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 4
Schüler an allgemein bildenden Schulen in Deutschland (1)
In 1 000 Personen
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2001 2005 2010 2015 2020
Alte Bundesländer 8 189,8 8 173,0 7 688,8 7 099,9 6 728,5
Neue Bundesländer 1 680,6 1 310,0 1 188,3 1 319,1 1 394,6
Insgesamt 9 870,4 9 483,0 8 877,1 8 419,0 8 123,1
Veränderung in
fünf Jahren (2)
Alte Bundesländer - -16,9 -484,2 -588,9 -371,3
Neue Bundesländer - -370,6 -121,7 130,8 75,5
Insgesamt - -387,5 -605,9 -458,1 -295,8
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz;
abweichend davon wird angenommen, dass von 2005
an infolge von Zuwanderungen jährlich zusätzlich
22 000 ausländische Schüler an den Schulen unter-
richtet werden. Berlin (West) wird anders als bei der
Kultusministerkonferenz zu den alten und Berlin
(Ost) zu den neuen Bundesländern gezählt.
(2) Von 2001 bis 2005 vier Jahre.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusministerkonferenz;
Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 5
Lehrerbedarf an allgemein bildenden Schulen nach Schularten (1)
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2001 2005/2001 2010/2005 2015/2010 2020/2015
In 1000 Jahresdurchschnittliche Veränderung in %
Alte Bundesländer
Insgesamt 492,5 0,0 -1,2 -1,6 -1,1
darunter:
Grundschulen 136,8 -0,6 -2,0 -1,5 0,0
Hauptschulen 72,5 -0,6 -0,9 -2,0 -1,6
Realschulen 60,8 0,8 -1,0 -1,8 -1,7
Gymnasien 114,2 0,8 -0,6 -1,4 -1,8
Gesamtschulen (2) 34,1 0,0 -0,7 -1,3 -1,3
Sonderschulen 48,4 0,0 -1,2 -1,6 -1,2
Neue Bundesländer
Insgesamt 120,0 -6,0 -1,9 2,1 1,1
darunter:
Grundschulen 23,2 2,6 1,9 2,1 0,3
Kombinierte Schulen (3) 26,1 -8,3 -2,5 2,7 2,8
Realschulen (4) 6,9 -20,7 -13,7 1,9 0,6
Gymnasien 29,7 -6,3 -6,5 2,4 1,1
Gesamtschulen (2) 9,8 -8,5 -4,2 1,8 0,3
Sonderschulen 13,7 -5,7 -0,2 2,2 1,2
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(1) Bedarf nach der Grundvariante in Vollzeitlehrern und
in Vollzeitlehrereinheiten umgerechnete in Teilzeit und
stundenweise beschäftigte Lehrer.
(2) Integrierte Gesamtschule und freie Waldorfschule.
(3) Schulen mit Bildungsgängen für Haupt- und Realschul-
abschluss.
(4) Der starke Rückgang bis 2010 ist auch auf die Auf-
lösung von Schulen sowie die geplante Zusammen-
fassung von Real- und Hauptschulen zu kombinier-
ten Schulen zurückzuführen.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusminister-
konferenz; Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 6
Ersatz-, Zusatz- und Einstellungsbedarf von Lehrern
an allgemein bildenden Schulen (1)
In Personen
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Alte Bundesländer
2001 bis 2005 bis 2010 bis 2015 bis
2005 2010 2015 2020
Grundvariante
insgesamt
Ersatzbedarf 62 039 92 264 116 959 102 285
Zusatzbedarf -510 -27 651 -35 625 -23 996
Einstellungsbedarf 61 529 64 613 81 334 78 289
Bedarf pro Jahr -
Grundvariante
Ersatzbedarf 15 510 18 453 23 392 20 457
Zusatzbedarf -128 -5 530 -7 125 -4 799
Einstellungsbedarf 15 382 12 923 16 267 15 658
Variante mit
zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Ersatzbedarf 15 510 18 902 23 850 22 192
Zusatzbedarf 11 101 -6 175 -7 756 -5 079
Einstellungsbedarf 26 610 12 727 16 094 17 113
-------------------------------------------------------------------------------
Neue Bundesländer
2001 bis 2005 bis 2010 bis 2015 bis
2005 2010 2015 2020
Grundvariante
insgesamt
Ersatzbedarf -13 799 22 045 22 850 23 822
Zusatzbedarf -12 587 -8 364 9 435 5 507
Einstellgs.bedarf -26 386 13 681 32 285 29 329
Bedarf pro Jahr -
Grundvariante
Ersatzbedarf -3 450 4 409 4 570 4 764
Zusatzbedarf -3 147 -1 673 1 887 1 101
Einstellungsbedarf -6 597 2 736 6 457 5 866
Variante mit
zusätzlichen
Lehrkräften (2)
Ersatzbedarf -3 147 2 727 6 159 4 767
Zusatzbedarf -2 888 -1 682 1 935 1 121
Einstellungsbedarf -6 035 1 044 8 094 5 888
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(1) Vollzeitlehrer und in Vollzeitlehrereinheiten umgerechnete in Teil-
zeit und stundenweise beschäftigte Lehrer.
(2) Mehr Lehrer gibt es vor allem an den Schulen in den alten Ländern,
hier insbesondere an den Grund- und Vorschulen. Außerdem wurde
überall ein Anteil von einem halben Prozent aller Vollzeitlehrer als
Vertretungsbedarf für sonst ausfallenden Unterricht und nur in den
alten Ländern zusätzlich ein halbes Prozent zur besseren Förderung
von ausländischen Schülern berücksichtigt.
Quellen: Statistisches Bundesamt; Kultusministerkonferenz;
Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2003
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