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| Wochenbericht des DIW Berlin 1-2/02 Grundlinien der Wirtschaftsentwicklung 2002/2003 Weltwirtschaft in der Krise | |||
| Bearbeiter | Arbeitskreis Konjunktur | ||
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Die weltwirtschaftliche Lage gibt Anlass zu großer Besorgnis. Grund ist eine Entwicklung, die zu Beginn des Jahres 2001 noch nahezu ausgeschlossen schien: Das zuvor kräftige Wachstum ist im Laufe des Jahres fast zum Stillstand gekommen. Die seit dem vergangenen Frühjahr spürbare Konjunkturschwäche hat sich im weiteren Jahresverlauf verstärkt und immer mehr Länder und Regionen in Mitleidenschaft gezogen. Besonders belastend ist, dass sich alle maßgeblichen wirtschaftlichen Regionen fast im Gleichschritt in die Krise bewegt haben; Impulse gehen derzeit von keiner größeren Volkswirtschaft aus (Tabelle 1.1 und 1.2). Besorgnis erregt dabei weniger eine deutliche Abschwächung in einzelnen Ländern. So kann eine vorübergehende Dämpfung für die US-amerikanische Wirtschaft nach zehn Jahren starken Wachstums und bei einem nahezu geräumten Arbeitsmarkt durchaus die Stabilität und damit Wachstumschancen fördern. Dies war geldpolitisch der Tendenz nach sogar intendiert. Bedenklich ist vor allem, wie schnell und wie stark dieser Abschwung aus den USA sich auf andere Regionen ausgebreitet hat, die nicht von einer derart positiven Entwicklung zehren können. Namentlich in Europa sind die Arbeitsmärkte nach einer nur kurzen Wachstumsphase bei weitem noch nicht geräumt, und Japan hat seine Krise noch längst nicht überwunden. Von erheblicher Bedeutung für die gegenwärtige Krise war eine Kumulation ungünstiger Einflüsse. Der Ölpreisschock, die restriktive Geldpolitik in den Vorjahren, der Zusammenbruch der Rentabilitätserwartungen im IT-Sektor und die Tierseuchen in Europa erwiesen sich in ihrer Gesamtheit als Gift, das die Fortsetzung des kräftigen Aufschwungs aus dem Jahre 2000 verhindert hat. Das unerwartet hohe Tempo, mit dem sich die Konjunkturschwäche ausgebreitet hat, wirft die Frage auf, ob die Globalisierung eine neue Dimension erlangt hat. Die traditionelle Übertragung von Zyklen über die Handelsströme hat offensichtlich an Bedeutung verloren. Die aktuelle Exportentwicklung spiegelt die Konjunkturschwäche nur unvollkommen wider. Der Einbruch der Vertrauensindikatoren in Europa, vor allem aber in Deutschland, spricht dafür, dass die Eintrübung des Konjunkturklimas in einer wichtigen Region wie Nordamerika die Erwartungen in allen Industrieländern drückt und die Investitionsneigung unmittelbar beeinträchtigt. Dies war in früheren Zyklen in dieser Intensität nicht zu beobachten. Wann und wie rasch die Krise überwunden werden kann, hängt entscheidend von der wirtschaftspolitischen Reaktion ab. Nur in den USA wurde bisher massiv gegengesteuert. Sowohl die Geldpolitik als auch die Finanzpolitik haben einen ausgeprägten Expansionskurs eingeschlagen. Im Euroraum reagiert die Wirtschaftspolitik dagegen nur schleppend. Eine Wende zum Besseren kann folglich nur von den USA ausgehen. Aufgrund der tiefgreifenden Unsicherheit, zu der auch weiterhin die weltpolitischen Ereignisse beitragen, dürfte die Erholung etwas länger als üblich auf sich warten lassen. Wenn aber dieser Zeitpunkt gekommen ist, könnten sich die positiven Impulse durch eine Verbesserung der Vertrauensindikatoren in allen maßgeblichen Regionen rasch weltweit ausbreiten - wie dies umgekehrt auch im Abschwung im Vorjahr geschehen ist. Expansive Impulse gehen zudem von der Verminderung des Preisauftriebs aus, der fast überall auf die moderate Lohnentwicklung, aber auch auf die Stabilisierung des Ölpreises auf vergleichsweise niedrigem Niveau zurückzuführen ist. Aus globaler Perspektive birgt dieses Erholungsszenario durchaus Risiken. Es beruht nämlich darauf, dass die weltwirtschaftlichen Impulse wieder - wie schon während fast der gesamten 90er Jahre - von den USA ausgehen. Folge dieser permanenten Lokomotivfunktion ist, dass die USA mittlerweile im Außenhandel Fehlbeträge in bedenklicher Höhe akkumuliert haben. Dadurch könnte es zu Verwerfungen auf den Devisenmärkten kommen, die den Erholungsprozess gefährden. Ein Weg mit geringeren Risiken wäre es, wenn die Belebung stärker von Europa und Asien getragen würde, deren Überschüsse im Außenhandel auf einen Spielraum für stimulierendes Handeln hindeuten. Denn die im Vergleich zu den USA günstige externe Verschuldungsposition des Euroraums lässt eine höhere Absorption zu. | |||
| Globalisierte Erwartungen |
Offensichtlich sind im vergangenen Jahr bei der Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung weltweit, so auch in Deutschland, wesentliche Faktoren falsch eingeschätzt worden. Insbesondere die Investitionen haben sich erheblich schlechter entwickelt als vorhergesagt. Warum haben die Unternehmen ihre Rentabilitätserwartungen so stark zurückgeschraubt? Dies soll am Beispiel Deutschlands untersucht werden. Auffällig ist, dass der ifo-Index der Geschäftserwartungen für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland bereits seit September 2000 ständig rückläufig war. Erst im Sommer 2001 stieg der Index kurzfristig etwas. Im September fiel er jedoch ungewöhnlich stark. Die Entwicklung bis zum Sommer 2001 reflektierte einen zunehmenden Pessimismus der Unternehmen. Prima facie war dies überraschend. Zwar hatte die Konjunktur bis dahin wegen des Ölpreisschocks schon merklich an Fahrt verloren, doch waren positive Impulse durch die Steuerreform zu erwarten. Eine mögliche Erklärung für die stark zurückgenommene Einschätzung liegt darin, dass die Eintrübung der Konjunkturerwartungen in den USA synchron die Erwartungen auch in Deutschland gedrückt hat. Die Unternehmen könnten angenommen haben, dass ein Konjunkturabschwung in den USA gleichsam automatisch auf Deutschland übergreifen werde. Allerdings kann sich eine solche Annahme kaum auf Erfahrungen stützen. So hatten sich zu Beginn der 90er Jahre die Konjunkturzyklen sogar entkoppelt. Doch wirkten damals asynchrone Schocks, wie der "Vereinigungsboom" in Deutschland, bei gleichzeitig prononciertem Bremskurs der amerikanischen Zentralbank. Derzeit ist die Situation eine andere. Die Entwicklung vom Herbst 2000 bis Anfang 2001 wurde von - wenn auch im Ausmaß unterschiedlichen - synchronen Impulsen wie dem Ölpreisanstieg, den verminderten Rentabilitätsaussichten im IT-Sektor sowie einer mehr oder weniger restriktiven Geld- und Fiskalpolitik beiderseits des Atlantiks geprägt. Zwar war der Restriktionsgrad der Geldpolitik in Europa geringer, doch war die Wirkung auf die Realwirtschaft gleich - im Ergebnis war dies ein flacherer Wachstumspfad. Von daher scheint eine Übertragung der Erwartungen durchaus plausibel. Zudem gibt es auch mikroökonomische Gründe. Große Unternehmen sind inzwischen globalisiert und mittelbar - über Zulieferungsverflechtungen - auch kleinere. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Gütermärkte als auch auf die Kapitalausstattung. Letzteres zeigte sich darin, dass die Unternehmen ihre Investitionen auf den globalen Kapitalmärkten finanzieren und ihr Eigenkapital von weltweit operierenden Anlegern beschaffen können. In solch einem über Güter- und Kapitalaustausch eng verflochtenen Umfeld sind auch die Folgen von Schocks global. Eine Rezession in einer so bedeutenden Volkswirtschaft wie den USA überträgt sich dann nicht nur über die Gütermärkte in Gestalt nachlassender Exporte, sondern auch über die Kapitalmärkte durch eine niedrigere Bewertung des Eigenkapitals auf den Aktienmärkten. Angesichts dieser "Abwertung" erhalten diese Unternehmen von den Finanzmärkten nicht nur weniger Eigenkapital, sondern auch weniger Fremdkapital, und zwar selbst dann, wenn erwartungsgemäß im Zuge der Rezession die Zinsen für Fremdkapital sinken. Wenn diese Zusammenhänge gelten, dann müssen vorlaufende Indikatoren für die konjunkturelle Entwicklung in den USA auch die Frühindikatoren in Deutschland beeinflussen. Diese Hypothese wird ökonometrisch unter zwei Aspekten untersucht: - Erweist sich der vermutete Zusammenhang als signifikant, und läuft der amerikanische Frühindikator dem deutschen voraus? - Hat sich der Zusammenhang gegebenenfalls im Laufe der Zeit verstärkt? Als Indikatoren werden dabei der Composite Leading Indicator des Bureau of Economic Analysis (CLI) für die USA und der ifo-Index der Geschäftserwartungen im verarbeitenden Gewerbe für Deutschland verwendet. Beide haben relativ gute Vorhersageeigenschaften für eine Frist von fünf bis sieben Monaten. [1] Die Antwort auf Basis der ökonometrischen Analysen fällt eindeutig aus (vgl. Kasten 1). Die Ergebnisse zeigen über den gesamten Untersuchungszeitraum einen klaren Zusammenhang zwischen den Frühindikatoren für Deutschland und denen für die USA (1982:01-2001:09). Darüber hinaus weisen die ökonometrischen Schätzungen für verkürzte Zeiträume darauf hin, dass sich der Zusammenhang seit Mitte der 90er Jahre deutlich verstärkt hat. Daraus folgt, dass konjunkturelle Entwicklungen in bedeutenden Wirtschaftsregionen zunehmend rascher auf andere Wirtschaftsräume übergreifen, wenn man die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland als exemplarisch ansieht. Dieser Befund wurde für den Zeitraum 1994 bis 2001 ermittelt, in dem allerdings keine asynchronen Schocks auftraten, die - wie sich gerade zu Beginn der 90er Jahre zeigte - durchaus zu einem divergierenden Zyklus führen können. Daraus kann freilich nicht ein Automatismus zu einer synchronen Entwicklung abgeleitet werden. Nur unter der Voraussetzung, dass keine stark gegenläufigen Einflüsse - z. B. von der Wirtschaftspolitik - wirksam sind, kann also unter den Bedingungen der Globalisierung mit synchron verlaufenden Investitionszyklen gerechnet werden. Für die Konjunkturprognose ist dabei von Bedeutung, dass sich die verstärkenden Effekte auch im Aufschwung bemerkbar machen müssten. Zwar wird die Hypothese durch die Ergebnisse für Deutschland gestützt. Weitere Analysen über die Kapitalmarktverflechtungen und Reaktionen von Vertrauensindikatoren in anderen Ländern müssen aber folgen, um allgemein gültige Aussagen zu ermöglichen. | ||
| USA: Sanfte Landung missglückt |
Nach zehn Jahren eines kräftigen Aufschwungs ist die US-amerikanische Wirtschaft im Jahre 2001 in eine Rezession geraten. [2] Bereits im Frühjahr stagnierte das Bruttoinlandsprodukt; seit dem Sommer geht die gesamtwirtschaftliche Produktion sogar zurück (Abbildung 1.1). Die Industrieproduktion sinkt bereits seit Mitte 2000, und die Arbeitslosenquote ist von 3,9 % im Sommer 2000 auf 5,8 % im Dezember 2001 hochgeschnellt. Die wirtschaftliche Schwäche ist zum Teil auf die zunehmend restriktive Geldpolitik im Jahre 2000 zurückzuführen: Die US-amerikanische Zentralbank hatte bereits im Sommer 1999 begonnen, die geldpolitischen Zügel zu straffen, um eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden. Der dämpfende Effekt der Geldpolitik wurde allerdings durch zwei Faktoren verstärkt - durch stark steigende Ölpreise und eine drastische Verringerung der Gewinnerwartungen im Bereich der New Economy -, so dass die angestrebte "weiche Landung" der US-Wirtschaft nicht gelang. [3] Unter dem Eindruck der strafferen Geldpolitik und der gestiegenen Energiekosten ging die Investitionsnachfrage seit Mitte 2000 deutlich zurück. Verstärkt durch den Einbruch bei den Gewinnerwartungen im Bereich der neuen Technologien sanken die Investitionen um durchschnittlich 12,2 % im ersten Halbjahr 2001 und 10,7 % im dritten Quartal (saisonbereinigte Jahresdaten). Im vierten Quartal dürften sie neuerlich geschrumpft sein (-8 %). Hierzu trugen nicht nur die verschlechterten Gewinnaussichten, sondern auch die aktuellen Gewinneinbußen bei. [4] Auch die kräftigen Lohnkostensteigerungen bei schwacher Produktivitätsentwicklung, die aufgrund der sich verschlechternden Wirtschaftslage nicht mehr auf die Nachfrager überwälzt werden konnten, wirkten gewinnschmälernd (Abbildung 1.2). Im zweiten Halbjahr 2001 verlor auch der private Verbrauch an Dynamik. Ausschlaggebend waren die zunehmende Arbeitsplatzunsicherheit und der deutlich abgeschwächte Einkommensanstieg. Sowohl die Geldpolitik als auch die Finanzpolitik haben zügig auf die stark nachlassende wirtschaftliche Dynamik reagiert. Die US-amerikanische Zentralbank senkte die kurzfristigen Zinsen in mehreren Schritten seit Anfang 2001 um insgesamt 4,75 Prozentpunkte auf nunmehr 1,75 %, und die Finanzpolitik wirkte mit den Steuerrückerstattungen und dem Soforthilfeprogramm als Reaktion auf die Terroranschläge ebenfalls expansiv. Für 2002 ist mit einem weiteren Konjunkturprogramm zu rechnen. Die staatlichen Haushalte dürften nach mehreren Jahren mit Überschüssen - bis zu 1,7 % des BIP - in diesem und im nächsten Jahr ein Defizit in Höhe von jeweils 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts aufweisen. Angesichts der zügigen und massiven wirtschaftspolitischen Reaktion ist zu erwarten, dass die US-Wirtschaft nach einer Stagnation in den ersten Monaten dieses Jahres im zweiten Quartal allmählich an Fahrt gewinnt. Dazu dürfte zunächst die Auffüllung der Lager beitragen. Zusammen mit dem sich stabilisierenden privaten Verbrauch und den günstigen Finanzierungsbedingungen wird dies positiv auf die Investitionen wirken. Im Jahresverlauf [5] wird das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 % steigen. Für den Jahresdurchschnitt 2002 ergibt sich allerdings nur ein Wachstum von 0,5 %; im Jahre 2003 wird der Zuwachs hingegen 2,4 % betragen. | ||
| Japan noch immer in der Krise |
Japan ist seit nunmehr zehn Jahren von wirtschaftlichen Krisen gekennzeichnet. Zwar belebte sich zu Jahresbeginn 2001 die Wirtschaft, doch ist das Bruttoinlandsprodukt bereits im Sommerhalbjahr 2001 wieder geschrumpft (Abbildung 1.3). Insbesondere die Exporte gingen zurück. Dazu haben die Eintrübung der Weltkonjunktur und der drastische Einbruch der Nachfrage nach IT-Gütern beigetragen. Vor dem Hintergrund rasch steigender Arbeitslosigkeit sank der private Verbrauch. Verschlechterte Ertragsaussichten, auch im Zeichen der weltweiten Abschwächung, und auslaufende Förderprogramme führten zu einem Rückgang der Investitionen. Nach wie vor herrscht in Japan Deflation. Die traditionellen Instrumente der Finanzpolitik zur Krisenbewältigung sind weitgehend ausgereizt. Mit ein Grund für das Versagen der Finanzpolitik war der in der Vergangenheit eingeschlagene Stop-and-go-Kurs. Über Jahre wechselten kurzfristig expansiv ausgerichtete Fiskalprogramme und unmittelbar anschließende Konsolidierungsbemühungen einander ab, was zur Verunsicherung von Investoren und Konsumenten beitrug. Vor allem aber ist die japanische Wirtschaft durch erhebliche Strukturprobleme gekennzeichnet, deren Lösung a priori nicht im Kompetenzbereich der Fiskalpolitik liegt. Diese Probleme gehen nicht zuletzt auf die engen Verflechtungen zwischen Staat, Banken und Unternehmenssektor zurück. Von der Finanzpolitik sind zuletzt keine entscheidenden Nachfrageimpulse ausgegangen. Angesichts des enormen Anstiegs der Staatsverschuldung auf etwa 140 % des Bruttoinlandsprodukts wird auf dem internationalen Finanzmarkt seit kurzem ein Risikoaufschlag für japanische Staatspapiere verlangt; dem Staatshaushalt droht eine Schuldenfalle. Geldpolitisch haben weder die Rückkehr zur Nullzinspolitik noch die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität durch die Zentralbank eine Trendwende in der Deflationsbekämpfung herbeiführen können. Seit einiger Zeit interveniert die Bank von Japan auf den Devisenmärkten, um eine Aufwertung des Yen zu verhindern. Zwar erleichtert eine solche Politik nicht nur die Liquiditätsausweitung, sondern nimmt auch den Deflationsdruck aus der Importpreisentwicklung. Doch wesentlich für die Wirksamkeit jedweder makropolitischer Impulse ist, dass die in Angriff genommenen Strukturreformen im Unternehmens- und Bankensektor entscheidend vorankommen. Dabei sind in einer Übergangsphase zunächst dämpfende Impulse hinzunehmen: Im Unternehmenssektor führen Entflechtungen und die Anwendung des Konkursrechtes zu Entlassungen. Zugleich wird das Kreditschöpfungspotential der Geschäftsbanken infolge der Durchsetzung internationaler Standards in Bezug auf die Eigenkapitaldeckung kleiner. Vor diesem Hintergrund wird sich die japanische Wirtschaft allenfalls im kommenden Jahr erholen können. Zunächst wird es sogar noch zu einer erheblichen Dämpfung der Binnennachfrage kommen. Die Kombination aus vorhandenen Überkapazitäten, schlechten Ertragsaussichten und verschärften Finanzierungskonditionen führt im Jahre 2002 zu einem deutlichen Rückgang der Investitionen. Aber auch der private Verbrauch wird angesichts steigender Arbeitslosigkeit rückläufig sein. Positive Impulse gehen dagegen im weiteren Verlauf dieses Jahres von der Weltkonjunktur aus. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2002 um 2 % sinken. Japan verharrt also bis auf weiteres in der Deflation. | ||
| Mittelosteuropa: Weiterhin stärkere Dynamik als in der EU |
Die Volkswirtschaften Mittelosteuropas, die den Status eines Beitrittskandidaten zur Europäischen Union haben, entwickelten sich bei weiterhin hoher Arbeitslosigkeit und starkem Preisauftrieb im Großen und Ganzen immer noch dynamisch, wenngleich sich auch hier im Zuge der weltwirtschaftlichen Belastungen die gesamtwirtschaftliche Expansion vielfach abschwächte (Tabelle 1.3). Einen Sonderfall stellt die Entwicklung in Polen dar. Hier führte die Hochzinspolitik zu einem deutlichen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, besonders der Investitionen. Die Kombination aus konjunkturbedingten Mindereinnahmen und hohen zusätzlichen Ausgaben, vor allem im Zusammenhang mit der Rentenreform, ließ im Jahre 2001 eine Budgetkrise entstehen. In den anderen Ländern wurde die Entwicklung vor allem von einer kräftigen Binnennachfrage getragen: Der private Verbrauch expandierte vor dem Hintergrund teilweise beachtlicher Reallohn- und hoher Produktivitätszuwächse in nahezu unverändertem Tempo. Zugleich legten - nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Durchsetzung von EU-Standards - die Investitionen zu, auch wenn sich die Dynamik vielfach abschwächte. Die Abkühlung der weltwirtschaftlichen Konjunktur spiegelt sich in erster Linie in abnehmenden Exportzuwächsen wider. Bei teilweise beachtlichen Aufwertungen bleiben in einigen Ländern die hohen Leistungsbilanzdefizite ein Problem. Im Prognosezeitraum dürfte sich die Wirtschaftstätigkeit etwas abschwächen. Wegen der schwachen westeuropäischen Konjunktur werden von der Exportentwicklung vorerst noch dämpfende Impulse ausgehen. Die Investitionen profitieren dagegen von den teilweise merklichen Zinssenkungen. Dabei wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2002 etwa mit der gleichen Rate wie im Vorjahr expandieren. Mit der Erholung in der EU wird die Konjunktur in Mittelosteuropa wieder an Fahrt gewinnen. Die Inflationsraten können nur langsam zurückgeführt werden. Die Arbeitslosenquote bleibt nahezu unverändert hoch. | ||
| Einbruch bei den Exporten in Großbritannien |
In Großbritannien hat sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum bisher kaum abgeschwächt (Abbildung 1.4). Die Gründe für die im Vergleich zum Euroraum günstigere Entwicklung liegen vor allem in der unterschiedlichen Wirtschaftspolitik. Zum einen unterstützte die Finanzpolitik die wirtschaftliche Expansion; zum anderen wurde der Verteilungsspielraum - ähnlich wie in Frankreich, aber anders als in Deutschland - zugunsten der Löhne stärker ausgeschöpft, und der private Konsum nahm weiter merklich zu. Jedoch zeigen sich bei der Investitionstätigkeit der Industrie und bei der Industrieproduktion bereits seit einiger Zeit Schwächetendenzen, die sich noch weiter verstärkt haben. Belastend wirkte der hohe reale Außenwert des Pfundes. Dies konnte bis zum Jahre 2000 durch die günstige weltwirtschaftliche Entwicklung überspielt werden. Mit der weltwirtschaftlichen Schwäche gehen die Exporte nunmehr deutlich zurück. In diesem Jahr werden sich die konjunkturellen Schwächetendenzen im verarbeitenden Gewerbe und bei den Exporten zunächst fortsetzen. Erst mit der erwarteten Erholung in den USA werden auch die Exporte wieder steigen. Die Expansion der Inlandsnachfrage bleibt insgesamt stabil. Der Lohnanstieg flacht sich allmählich ab, jedoch wirkt die Reallohnentwicklung bei einem Anstieg der durchschnittlichen Lohneinkommen um rund 41/2 % und niedrigen, rückläufigen Preissteigerungsraten weiter stützend. Bei einem Produktivitätszuwachs von rund 2 % gehen davon weder Inflationsgefahren aus, noch sind sie eine Belastung für die Gewinne. Der Anstieg des Verbraucherpreisindex (HVPI) dürfte lediglich 1 % betragen, aber auch der für die Politik der Bank von England maßgebliche Anstieg des Index der Einzelhandelspreise lag zuletzt wieder deutlich unter 2 % und damit weit unter der oberen Zielmarke von 21/2 %. Auch die britische Geldpolitik hat die Zinsen seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres in mehreren Schritten herabgesetzt; erstmals seit dem Sommer 1999 sind - bei sinkendem Zinsniveau - die Kapitalmarktrenditen höher als die Geldmarktsätze. Flankiert wird die Geldpolitik durch eine expansive Finanzpolitik: Als einziges europäisches Land hat Großbritannien seit dem vergangenen Jahr ein umfangreiches mehrjähriges Ausgabenprogramm zur Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere im Transport-, Bildungs- und Gesundheitswesen, aufgelegt. Die Haushaltsüberschüsse von 1,2 % des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr werden deshalb 2002 weitgehend abgebaut. In der zweiten Hälfte dieses Jahres wird sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wie in den USA und im Euroraum wieder verstärken. Bei auffallend niedrigem Preisanstieg werden die Realeinkommen auch in diesem und im nächsten Jahr den privaten Konsum stützen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr wegen der rückläufigen Entwicklung der Exporte mit etwa 1,3 % spürbar schwächer, im nächsten Jahr aber mit rund 2 % wieder beschleunigt steigen. Dabei wird sich die Arbeitsmarktlage vorübergehend leicht verschlechtern. | ||
| Kasten 1: Ökonometrische Analyse des Stimmungs- zusammenhangs zwischen den USA und Deutschland |
Die ökonometrische Analyse wurde in mehreren Schritten durchgeführt. Zunächst wurden die Zeitreiheneigenschaften des ifo-Indikators der Geschäftserwartungen für das verarbeitende Gewerbe und des Composite Leading Indicators (CLI) des Bureau of Economic Analysis festgestellt. [1] Der ifo-Index ist aufgrund seiner Konstruktion (Saldenbildung) stationär, d. h. I (0). Hingegen ist der CLI mit I (1) instationär. Daher wird in der folgenden Untersuchung der ifo-Index im Niveau, der CLI jedoch in den ersten Differenzen verwendet. Da die Zeitreihen nicht logarithmiert wurden, sind die geschätzten Koeffizienten nicht als Elastizitäten zu interpretieren. Beide Reihen sind saisonbereinigt. Um mögliche Interdependenzen zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Indikator zu ermitteln, wurde zunächst ein unrestringiertes VAR (Laglänge: 4) für den gesamten Beobachtungszeitraum (1982:01-2001:09) geschätzt. Der Erklärungsbeitrag des ifo-Indikators für den amerikanischen Frühindikator ist erwartungsgemäß sehr gering, der Erklärungsgehalt des amerikanischen Frühindikators für den ifo-Indikator hingegen hoch. Es ist daher zu vermuten, dass der US-Frühindikator grangerkausal für den ifo-Indikator ist. Grangerkausalität bedeutet, dass Veränderungen der Referenzzeitreihe (hier: amerikanischer Frühindikator) den Veränderungen der Indikatorzeitreihe (hier: ifo-Indikator) vorauslaufen. Die Grangerkausalität wurde anhand zweistufiger Granger-Tests näher untersucht. Zunächst wurde die univariate Schätzung ermittelt. Dann wurde nacheinander jeweils eine Verzögerung des amerikanischen Frühindikators in die Schätzung aufgenommen. Anhand des Akaike-Informationskriteriums wurde geprüft, ob sich der Informationsgehalt der Schätzung verbessert. Auf diese Weise konnte neben der Grangerkausalität zugleich der zeitliche Vorlauf des amerikanischen Frühindikators bestimmt werden. Im Anschluss daran wurde die Grangerkausalität für vier verschiedene Samples (1982:01-2001:09, 1990:01-2001:09, 1994:01-2001:09, 1982:01-1991:12) getestet. Zunächst wurde die Schätzung für den gesamten Beobachtungszeitraum durchgeführt. Daneben erschien auch eine Aufteilung in drei Teilperioden notwendig, weil der CUSUM-Test Hinweise dafür lieferte, dass bei einer Schätzung, die sich auf den gesamten Beobachtungszeitraum bezieht, Probleme hinsichtlich der Stabilität der Parameter zur Mitte der 90er Jahre auftreten. Für die drei erstgenannten Samples erwies sich der amerikanische Frühindikator als grangerkausal. Je nach Sample beträgt der Vorlauf des amerikanischen Frühindikators 1 bis 2 Monate. Für das am weitesten zurückgehende Sample (1982:01-1991:12) ist der amerikanische Frühindikator allerdings nicht grangerkausal für den ifo-Indikator. Als Nächstes wurde für die ersten drei Samples eine Schätzgleichung für den ifo-Indikator angepasst. Die Anpassungsgüte der Schätzungen wurde anschließend anhand einer In-Sample-Prognose (Simulation über den gesamten Schätzzeitraum) untersucht. Es zeigt sich, dass die Gleichungen für die ersten beiden Zeiträume schlechte Prognosen liefern. Im ersten Fall werden weder die Dynamik noch die Auf- und Abwärtsbewegungen des ifo-Indikators richtig erfasst. Im zweiten Fall wird die Dynamik besser erfasst, aber der Absturz des ifo-Indikators im Zusammenhang mit der europäischen Rezession 1992/93 wird völlig falsch abgebildet. Deshalb erscheint es ratsam, den Schätzzeitraum erst nach der Rezession beginnen zu lassen. In der Tat erfasst die dritte Schätzung, die sich auf den Beobachtungszeitraum 1994:01-2001:09 erstreckt, den Verlauf und die Dynamik des ifo-Indikators zutreffend.
Schlussfolgerung: Für den Zeitraum 1982 bis 1991 lässt sich kein signifikanter Einfluss des CLI auf den ifo-Indikator nachweisen. Für die Teilperioden (1990:01-2001:09 und 1994:01-2001:09) besteht ein signifikanter Zusammenhang. Für den Zeitraum 1994 bis heute ist dieser Zusammenhang sogar stark ausgeprägt. Für diese Periode kann man sagen, dass es zu einer beachtlichen Übertragung von "Vertrauen" (hier vor allem: Vertrauensverlust) aus den USA nach Deutschland kommt. Misst man den Einfluss des CLI anhand der Summierung der geschätzten Koeffizienten in der jeweiligen Gleichung, kommt man zu dem Schluss, dass dessen Erklärungsbeitrag für die ifo-Geschäftserwartungen im Zeitverlauf deutlich zugenommen hat (siehe auch Tabelle 1.4). Das heißt, dass das Übertragungsphänomen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. [1] Vgl. Ulrich Fritsche und Sabine Stephan: Leading Indicators of German Business Cycles: An Assessment of Properties. DIW-Diskussionspapier Nr. 207, April 2000 sowie Bureau of Economic Analysis, Survey of Current Business, diverse Jahrgänge. [2] Das Business Cycle Dating Committee des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research hat im November 2001 eine Rezession in den USA festgestellt und deren Beginn auf März 2001 datiert. Das Committee ist ein Rat, der explizit zur Beurteilung der Wirtschaft in Phasen deutlicher Schwäche zum Feststellen und Datieren von Rezessionen einberufen wird. Er verwendet dabei nicht die "technische" Definition von Rezession (zwei Quartale mit sinkender gesamtwirtschaftlicher Produktion in Folge), sondern eine umfassende Einschätzung der wirtschaftlichen Situation: "A recession is a significant decline in activity spread across the economy, lasting more than a few months, visible in industrial production, employment, real income, and wholesale-retail trade." Vgl. R. Hall, M. Feldstein, B. Bernanke et al.: The Business-Cycle Peak of March 2001, Business Dating Committee, National Bureau of Economic Research, November 2001, S. 1. [3] Eine weiche Landung wurde von den meisten Beobachtern - auch vom DIW Berlin - noch im Frühjahr bzw. Sommer 2001 erwartet. So ging der Internationale Währungsfonds noch im Frühjahr 2001 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,5 % für 2001 und 2,5 % für 2002 aus. Vgl. World Economic Outlook, May 2001. [4] Die Unternehmensprofite nach Steuern, die bereits seit Jahresbeginn 2001 rückläufig sind, sanken im dritten Quartal saisonbereinigt mit einer Jahresrate von 7,5 %. [5] Zuwachs 4. Quartal 2002 zu 4. Quartal 2001.
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1.1
Reales Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreise und Arbeitslosenquote
in den Industrieländern
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Gewichte in % Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise (3)
BIP Deutsche Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr
Ausfuhr 2001 2002 2003 2001 2002 2003
Deutschland 7,9 - 0,6 0,6 2,1 2,5 1,4 1,3
Frankreich 5,5 15,3 2,1 1,3 2,5 1,8 1,4 1,3
Italien 4,6 10,1 1,9 0,9 2,5 2,6 1,8 1,6
Spanien 2,4 6,1 2,6 1,4 3,0 3,7 2,7 2,4
Niederlande 1,5 8,6 0,9 0,9 3,1 5,2 2,5 2,0
Belgien 1,0 6,8 1,4 1,4 2,6 2,5 1,7 1,6
Österreich 0,8 7,1 1,3 1,0 2,2 2,4 1,5 1,4
Finnland 0,5 1,6 0,5 0,8 3,5 2,7 1,8 1,9
Griechenland 0,5 1,0 3,7 3,8 4,3 3,6 3,0 3,1
Portugal 0,4 1,4 1,6 1,6 2,7 4,4 2,6 2,6
Irland 0,4 0,8 6,0 3,5 5,0 4,1 3,8 3,6
Luxemburg 0,1 0,5 3,5 3,0 4,5 2,5 1,9 1,8
EWU-Länder (1) 25,6 - 1,6 1,1 2,5 2,7 1,7 1,5
EWU-Länder ohne
Deutschland 17,6 - 2,0 1,3 2,8 2,8 1,9 1,7
EWU-Länder ohne
Deutschland (2) - 59,4 1,8 1,2 2,7 2,9 1,9 1,7
Großbritannien 6,0 11,1 2,2 1,3 2,1 1,0 1,5 1,5
Schweden 1,0 3,0 1,4 1,5 2,4 2,6 2,0 2,1
Dänemark 0,7 2,1 1,3 1,5 2,4 2,3 1,7 1,9
Europäische
Union (1) 33,2 - 1,7 1,1 2,5 2,4 1,7 1,6
Europ. Union
ohne Deutschl. 25,3 - 2,0 1,3 2,6 2,4 1,8 1,7
Europ. Union
ohne Deutsch-
land (2) - 75,6 1,9 1,3 2,6 2,6 1,8 1,7
Schweiz 1,0 5,7 2,0 1,9 2,5 1,3 1,2 1,3
Norwegen 0,7 1,0 1,5 2,0 2,5 2,8 1,8 1,9
Westeuropa (1) 35,0 - 1,7 1,2 2,5 2,4 1,7 1,6
USA 42,0 13,7 1,1 0,5 2,4 2,9 1,8 2,5
Japan 20,1 3,0 -0,3 -2,0 0,0 -0,7 -0,9 -0,5
Kanada 2,9 1,0 1,3 1,2 3,8 2,8 1,9 2,2
Außereurop.
Industrie-
länder 65,0 - 0,6 -0,3 1,7 1,8 1,0 1,6
Außereurop.
Industrieländer
(2) - 17,6 0,8 0,1 2,0 2,3 1,4 2,0
Insgesamt (1) 100,0 - 1,0 0,2 2,0 2,0 1,2 1,6
Insgesamt ohne
Deutschland 92,1 - 1,0 0,2 1,9 1,9 1,2 1,6
Nachrichtlich:
Insgesamt,
exportgewichtet
(2) - 100,0 1,7 1,1 2,5 2,5 1,7 1,7
-------------------------------------------------------------------------------
Arbeitslosenquote (4)
in %
2001 2002 2003
Deutschland 7,9 8,2 8,0
Frankreich 8,6 9,1 8,8
Italien 9,6 9,9 9,8
Spanien 13,1 13,2 13,0
Niederlande 2,3 3,2 2,8
Belgien 6,8 6,9 6,9
Österreich 3,9 4,1 4,0
Finnland 9,1 10,2 9,5
Griechenland 11,2 11,2 11,0
Portugal 4,3 4,5 4,4
Irland 3,8 4,7 4,3
Luxemburg 2,5 2,5 2,5
EWU-Länder (1) 8,4 8,8 8,6
EWU-Länder ohne
Deutschland 8,7 9,1 8,9
EWU-Länder ohne
Deutschland (2) - - -
Großbritannien 5,3 5,6 5,6
Schweden 5,4 5,6 5,4
Dänemark 4,8 4,8 4,7
Europäische
Union (1) 7,8 8,1 8,0
Europ. Union
ohne Deutschl. 7,8 8,1 7,9
Europ. Union
ohne Deutsch-
land (2) - - -
Schweiz 2,3 2,2 2,2
Norwegen 3,0 3,0 3,0
Westeuropa (1) 7,6 7,9 7,8
USA 4,8 6,0 5,7
Japan 5,2 6,3 7,2
Kanada 7,3 7,8 7,4
Außereurop.
Industrie-
länder 5,1 6,2 6,3
Außereurop.
Industrieländer
(2) - - -
Insgesamt (1) 6,2 7,0 6,9
Insgesamt ohne
Deutschland 6,0 6,8 6,8
Nachrichtlich:
Insgesamt,
exportgewichtet
(2) - - -
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Summe der aufgeführten Länder. Bruttoinlandsprodukt und Verbraucherpreise
gewichtet mit dem Bruttoinlandsprodukt von 2000 in US-Dollar,
Arbeitslosenquote gewichtet mit der Zahl der Erwerbspersonen von 2000.
(2) Summe der aufgeführten Länder. Gewichtet mit den Anteilen an der deutschen
Ausfuhr von 2000.
(3) Westeuropa (außer Schweiz): Harmonisierter Verbraucherpreisindex.
(4) Standardisiert.
Quellen: OECD Economic Outlook; Eurostat: Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnungen; Nationalstatistiken und Berechnungen des DIW Berlin;
2001 bis 2003: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.
DIW Berlin 2002
===============================================================================
|
-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1.2
Entwicklung der Komponenten des Bruttoinlandsprodukts in den Industrieländern
Reale Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr
-------------------------------------------------------------------------------
Privater Öffentlicher Bruttoanlage-
Verbrauch Verbrauch investitionen
2001 2002 2003 2001 2002 2003 2001 2002 2003
Deutschland 1,3 0,8 1,6 1,7 1,4 0,7 -4,4 -2,2 2,2
Frankreich 2,8 2,3 2,0 2,3 1,7 1,2 2,6 0,0 3,5
Italien 1,8 1,5 1,9 0,9 0,6 0,4 1,1 1,0 3,6
Spanien 2,4 1,6 2,9 3,5 2,8 2,5 2,6 1,4 4,1
Niederlande 1,4 1,8 2,8 3,1 2,5 1,8 -1,8 0,7 3,2
Belgien 1,9 1,8 2,3 2,7 1,4 1,6 -0,3 1,4 4,0
Österreich 1,4 1,4 2,0 -0,9 -0,2 0,2 1,0 0,6 3,1
Finnland 1,1 1,5 2,8 2,2 1,8 1,6 0,8 0,4 4,7
Griechenland 2,8 3,0 3,1 1,0 1,0 0,8 8,0 8,4 9,0
Portugal 1,3 2,2 2,4 2,1 2,9 2,8 -1,8 1,7 4,1
Irland 6,0 4,2 5,2 5,8 4,5 3,0 3,1 2,5 4,2
Luxemburg 3,5 3,8 3,8 3,5 3,5 3,5 6,0 2,5 4,7
EWU-Länder
(1) (2) 1,9 1,6 2,1 2,0 1,6 1,1 -0,4 0,0 3,3
EWU-Länder ohne
Deutschland
(1) (2) 2,2 1,9 2,3 2,1 1,6 1,3 1,6 1,0 3,8
Großbritannien 4,0 2,1 2,2 2,1 2,8 2,8 1,5 1,0 3,9
Schweden 1,0 1,5 2,3 1,0 1,0 0,8 2,0 2,5 4,0
Dänemark 1,1 1,5 1,8 1,5 1,5 1,3 -2,0 2,0 3,0
Europäische Union
(1) 2,3 1,7 2,1 2,0 1,8 1,4 0,0 0,3 3,4
Europäische Union
ohne Deutschland
(1) 2,6 1,9 2,3 2,0 1,9 1,6 1,5 1,1 3,8
Schweiz 1,8 1,5 2,1 0,1 0,0 1,0 3,0 2,5 3,0
Norwegen 2,0 2,0 2,2 2,5 2,5 2,5 -2,5 2,0 2,3
Westeuropa (1) 2,3 1,7 2,1 1,9 1,7 1,4 0,0 0,4 3,4
USA 2,8 1,6 2,7 2,8 3,0 2,4 -1,2 -2,0 3,6
Japan -0,2 -2,3 -1,7 2,9 0,4 1,4 -0,6 -5,8 0,5
Kanada 2,3 2,0 3,2 2,6 2,0 2,0 0,6 1,7 6,2
Außereuropäische
Industrieländer
(1) 2,0 0,6 1,5 2,8 2,1 2,0 -0,9 -3,2 2,6
Insgesamt (1) 2,1 0,9 1,7 2,5 1,9 1,8 -0,6 -2,0 2,9
Insgesamt ohne
Deutschland (1) 2,1 1,0 1,7 2,5 2,0 1,9 -0,3 -2,0 2,9
-------------------------------------------------------------------------------
Exporte von Waren Importe von Waren
und Dienstleistungen und Dienstleistungen
2001 2002 2003 2001 2002 2003
Deutschland 4,7 1,4 9,3 1,2 0,8 10,0
Frankreich 1,3 -0,9 4,0 0,4 -0,2 4,4
Italien 6,7 1,0 4,4 2,5 1,3 4,8
Spanien 3,3 0,7 4,4 3,4 1,2 5,3
Niederlande 2,4 0,4 4,0 3,1 1,5 3,4
Belgien -0,4 0,6 4,7 -0,1 1,6 4,6
Österreich 8,0 3,3 3,8 5,8 2,6 4,2
Finnland 0,1 3,2 5,8 0,3 5,4 5,5
Griechenland 4,5 4,2 7,1 5,0 5,0 7,0
Portugal 5,9 1,2 4,6 2,4 1,8 4,9
Irland 9,0 5,0 7,5 8,5 6,0 8,1
Luxemburg 5,5 4,0 8,0 6,0 4,5 8,5
EWU-Länder
(1) (2) 3,8 1,1 6,0 2,3 1,3 6,3
EWU-Länder ohne
Deutschland
(1) (2) 3,5 0,9 4,6 2,4 1,6 4,8
Großbritannien 0,2 -3,5 5,4 2,0 0,4 5,2
Schweden -1,0 1,0 6,0 -3,0 1,0 6,0
Dänemark 3,5 2,0 5,0 2,0 2,5 5,0
Europäische Union
(1) 3,1 0,4 5,8 1,9 1,2 6,1
Europäische Union
ohne Deutschland
(1) 2,7 0,2 4,8 2,1 1,3 4,9
Schweiz 3,0 3,0 4,5 3,0 3,5 4,0
Norwegen 2,8 4,0 5,0 1,5 2,0 3,5
Westeuropa (1) 3,1 0,6 5,7 1,9 1,3 5,9
USA -3,7 -1,8 3,9 -1,4 3,0 6,3
Japan -6,1 1,5 7,4 -0,7 -3,3 3,3
Kanada -2,7 0,7 7,5 -4,4 2,3 8,0
Außereuropäische
Industrieländer
(1) -4,2 -0,5 5,4 -1,6 1,6 5,9
Insgesamt (1) 0,3 0,2 5,6 0,4 1,4 5,9
Insgesamt ohne
Deutschland (1) -0,4 0,0 5,1 0,3 1,5 5,4
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Gewichte 2000 auf Dollarbasis zu Wechselkursen von 2000
(Jahresdurchschnitt). Export- und Importentwicklung: gewichteter Durchschnitt
der betreffenden Länder.
(2) Exporte und Importe einschließlich Binnenhandel.
Quellen: OECD Economic Outlook; Eurostat: Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnungen; Nationalstatistiken und Berechnungen des DIW Berlin;
2001 bis 2003: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.
DIW Berlin 2002
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|
-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1.3
Reales Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreise und Arbeitslosigkeit
in Mittel- und Osteuropa
-------------------------------------------------------------------------------
Gewicht Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise
(BIP) Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
in % 2000 2001 2002 2003 2000 2001 2002 2003
Polen 41,9 4,0 1,0 1,5 2,5 10,1 5,8 4,5 4,5
Tschechien 14,6 2,9 3,2 2,7 3,0 3,9 4,8 4,5 4,0
Ungarn 12,6 5,2 4,2 4,0 4,5 9,8 10,8 9,0 8,0
Rumänien 11,1 1,6 4,5 3,5 4,0 45,6 35,0 30,0 25,0
Slowakei 5,4 2,2 2,0 2,5 2,0 12,0 9,0 7,5 7,0
Slowenien 5,2 4,8 4,3 4,5 4,8 8,9 7,0 6,0 5,0
Bulgarien 3,6 5,8 3,5 2,7 3,0 9,9 7,0 6,0 5,0
Mitteleuropa (1) 94,4 3,7 2,5 2,5 3,1 13,3 10,0 8,4 7,5
Estland 0,7 6,4 4,7 4,5 5,5 4,0 5,2 5,0 4,5
Lettland 1,7 6,6 6,5 5,5 5,0 2,6 1,8 1,5 1,0
Litauen 3,2 3,9 4,5 4,5 4,0 1,0 1,8 1,5 1,0
Baltische Länder 5,6 5,0 5,1 4,8 4,5 1,9 2,2 1,9 1,4
Insgesamt (1) 100,0 3,8 2,7 2,7 3,2 12,7 9,6 8,0 7,2
Nachrichtlich:
Exportgewichtet
(2) - 3,9 2,9 2,8 3,3 - - - -
-------------------------------------------------------------------------------
Arbeitslosenquote
in %
2000 2001 2002 2003
Polen 14,0 16,5 17,0 16,5
Tschechien 9,0 8,7 8,5 8,0
Ungarn 6,0 5,6 5,2 5,0
Rumänien 7,0 7,5 8,0 8,0
Slowakei 18,8 18,0 17,5 17,0
Slowenien 7,0 6,5 6,0 6,0
Bulgarien 16,8 18,0 18,0 17,0
Mitteleuropa (1) 11,3 12,4 12,5 12,1
Estland 13,2 14,2 13,0 13,0
Lettland 14,0 13,5 13,0 13,0
Litauen 15,0 15,0 14,5 14,0
Baltische Länder 14,5 14,4 13,9 13,6
Insgesamt (1) 11,5 12,5 12,6 12,2
Nachrichtlich:
Exportgewichtet
(2) - - - -
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Summe der aufgeführten Länder. Gewichte: Bruttoinlandsprodukt von 1998 in
US-Dollar.
(2) Gewichtet mit den Anteilen an der deutschen Ausfuhr von 1999.
Quellen: Angaben nationaler und internationaler Institutionen;
Berechnungen des DIW Berlin;
2001 bis 2003: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.
DIW Berlin 2002
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|
-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1.4
Einfluss von US-Indikatoren auf den ifo-Indikator der Geschäftserwartungen
-------------------------------------------------------------------------------
Zeitraum Verzögerte Lags US- Lags R2 Durban
Endogene (1) Indikator Watson
(1)
1982:09-2001:09 0,91 1, 5, 8 0,29 2, 3 0,96 1,89
1990:01-2001:09 0,93 1, 4, 9, 10 0,69 2, 10, 12 0,98 1,89
1994:01-2001:09 0,72 1, 7, 12 4,03 2, 6, 9, 10 0,98 1,79
1982:01-1991:12 1,00 1 - - 0,92 2,09
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Summe der Koeffizienten, die mit mindestens 10 % Signifikanzniveau
geschätzt werden.
DIW Berlin 2002
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| © 01-02/02 |

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