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| Wochenbericht des DIW Berlin 22/04 Deutschlands Position im internationalen Austausch technologischer Dienstleistungen: Kaum Anlass zur Besorgnis | |||
| Bearbeiter | Heike Belitz Frank Stille | ||
| Bei technologischen Dienstleistungen - wie bei Dienstleistungen insgesamt - hat Deutschland seit langem ein Defizit in der Leistungsbilanz. Dies wird häufig als Indikator für die geringe Leistungsfähigkeit Deutschlands in einem wichtigen Vorleistungsbereich verstanden. Deutschlands Position bei technologischen Dienstleistungen zeigt aber in Relation zu seinem gesamten internationalen Dienstleistungsverkehr keine besonderen Schwächen. Auch ist in den vergangenen Jahren keineswegs eine Verschlechterung eingetreten. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland besser ab als manches andere Industrieland. Allerdings sind Großbritannien und die USA in dieser Hinsicht besser positioniert als Deutschland. Grundsätzlich ist bei der Interpretation der vorliegenden Datensätze Vorsicht angebracht. Zum einen wird der Austausch technologischer Dienstleistungen von multinationalen Unternehmen dominiert, so dass Rückschlüsse auf den Transfersaldo technologischen Wissens nur schwer möglich sind. Zum anderen ist in den typischen Datensätzen der internationale Austausch von technologischen Dienstleistungen nicht vollständig erfasst: Der Export produktbegleitender technologischer Dienstleistungen ist überwiegend im Warenexport enthalten. Überdies werden im Zuge der Internationalisierung technologische Dienstleistungen vermehrt von Niederlassungen vor Ort im Ausland angeboten; dies bleibt in den Zahlungsbilanzstatistiken bisher weitgehend ausgeblendet. [1] Im Saldo war die deutsche Dienstleistungsbilanz - wie die Bilanz der technologischen Dienstleistungen (Kasten 1) - im vergangenen Jahrzehnt durchweg negativ. Allerdings hat sich die Bilanz der technologischen Dienstleistungen im Jahre 2003 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Diese Entwicklung lässt sich bei allen Einzelpositionen der technologischen Dienstleistungen verfolgen (Tabelle 1). Den ökonomischen Interpretationen des Defizits bei technologischen Dienstleistungen liegt fast durchgängig die Vorstellung zugrunde, dass Deutschland in diesem für die Volkswirtschaft so wichtigen Vorleistungsbereich in der Lage sein sollte, einen Überschuss zu erzielen. Das Konzept einer Deckungsquote [2] (Einnahmen in Prozent der Ausgaben) suggeriert allerdings eine unmittelbare Finanzierung der Ausgaben durch die Einnahmen. Bei internationaler Arbeitsteilung ist es aber unausweichlich, dass einzelne Länder in einzelnen Positionen Nettoimporteure sind. Solange die Unterdeckungen durch Überschüsse an anderer Stelle insgesamt in etwa ausgeglichen werden können, ist dies kein Anlass zur Besorgnis. In der Summe sind die Defizite bei den technologischen Dienstleistungen Deutschlands in Relation zu den gesamten Überschüssen im Außenhandel äußerst gering; im Jahre 2002 lag diese Quote bei 4,1 %, 2003 bei 0,8 %. Technologische Dienstleistungen tragen zum Erfolg im internationalen Wettbewerb auf den Märkten für Industrieerzeugnisse bei. Dies gilt selbst dann, wenn sie importiert werden. Gerade bei technologischen Dienstleistungen können Nettoimporte als Indikator für die Absorptionsfähigkeit einer Volkswirtschaft für Wissen und Technologien interpretiert werden. Allgemein akezeptiert ist auch, dass durch Wissensimporte zusätzliche Impulse für andere Wissensbereiche erfolgen ("knowledge spillover"). Zudem ist die Entwicklung des Defizits bei technologischen Dienstleistungen auch für sich genommen nicht alarmierend. Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben für technologische Dienstleistungen haben sich von 1996 bis 2003 nominal etwa verdoppelt. Ein aussagekräftiges Maß für die Interpretation ist der Saldo der technologischen Dienstleistungen in Prozent der halben Summe von Einnahmen und Ausgaben (Zahlungsvolumen). Diese Messgröße ist im betrachteten Zeitraum für die technologischen Dienstleistungen insgesamt immer weniger stark negativ gewesen als für die gesamten Dienstleistungen; auch im Zeitverlauf ist hier keine Verschlechterung zu erkennen. In einzelnen Bereichen wie bei Patenten und Lizenzen ist der Trend sogar positiv. Dagegen war die Entwicklung bei Ingenieurleistungen bis ins Jahr 2002 negativ; 2003 gab es hier aber einen enormen Swing, der sogar zu einem Überschuss führte (Abbildung). | |||
| Internationaler Vergleich |
Eine Beurteilung der Position Deutschlands bei grenzüberschreitenden technologischen Dienstleistungen kann mithilfe der Messziffer des "offenbarten komparativen Vorteils" (Revealed Comparative Advantage - RCA) erfolgen (Kasten 2). Diese Messziffer reflektiert Deutschlands Spezialisierungsmuster in den technologischen Dienstleistungen in Bezug auf seinen gesamten Dienstleistungsverkehr. [3] Der RCA-Wert für die technologischen Dienstleistungen insgesamt ist im betrachteten Zeitraum durchweg positiv; besondere komparative Schwächen bei technologischen Dienstleistungen bestehen demnach nicht. Auf der Grundlage neuer von OECD und Eurostat veröffentlichter Daten, die das Jahr 2002 einschließen, können die Spezialisierungsmuster ausgewählter Länder verglichen werden. [4] Für Deutschland wird aufgrund der aktuelleren nationalen Informationen auch das Jahr 2003 einbezogen (Tabelle 2). Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass die Spezialisierungsmuster der hier ausgewählten Länder bei den technologischen Dienstleistungen recht stabil sind. Bei Patenten und Lizenzen zeigt Deutschland im internationalen Vergleich komparative Nachteile, die sich aber im Laufe der Zeit verringert haben. Frankreichs und Großbritanniens Position ist im Jahre 2002 ähnlich wie die Deutschlands. Zugleich haben Schweden und die USA in diesem Bereich deutliche Spezialisierungsschwerpunkte. Bei FuE hatte Deutschland komparative Vorteile, die aber im betrachteten Zeitraum kleiner geworden sind. Die USA, Schweden und vor allem Großbritannien sind hier deutlich stärker spezialisiert. Im Bereich der EDV ist der RCA-Wert für Deutschland positiv. Damit schneidet Deutschland besser ab als beispielsweise Frankreich oder Italien. Allerdings ist die Spezialisierung Schwedens, der USA und Großbritanniens im Bereich EDV viel ausgeprägter als die Deutschlands. Bei Ingenieurleistungen zeigt sich für Deutschland im Jahre 2002 ein komparativer Nachteil, 2003 jedoch ein komparativer Vorteil; Frankreich und vor allem Schweden haben in diesem Bereich 2002 komparative Nachteile, während Großbritannien und die USA hier deutliche komparative Stärken aufweisen. Auf der Grundlage der RCA-Werte war Deutschlands komparative Spezialisierung bei technologischen Dienstleistungen insgesamt im Jahre 2002 positiv, während sich z. B. für Frankreich und Italien komparative Nachteile zeigen; in Großbritannien und den USA ist allerdings die Spezialisierung auf diesen Bereich deutlich stärker als in Deutschland. Für das Jahr 2003 signalisieren die RCA-Werte für Deutschland eine enorme Verbesserung. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung sich schließlich auch auf den internationalen Vergleich für das Jahr 2003 auswirkt und ob sie sich fortsetzt. [5] | ||
| Bedeutung multinationaler Unternehmen | Die Zahlungen für technologische Dienstleistungen zwischen international verbundenen Unternehmen basieren auf unternehmensinternen Verrechnungspreisen und werden oft auch unter steuerlichen Gesichtspunkten geleistet. Die konzerninternen Finanzströme können von den Unternehmen nach Aussagen der Deutschen Bundesbank "bis zu einem gewissen Grade frei gestaltet werden ...", so dass "... Rückschlüsse auf den Stand des technischen Wissens in Deutschland im Vergleich zum Ausland nur begrenzt möglich sind". [6] | ||
| Zahlungen für Patente und Lizenzen |
Zuletzt entfielen mehr als 90 % der deutschen Zahlungen für Patente und Lizenzen auf multinationale Unternehmen (Tabelle 3). Die Zahlungen fließen überwiegend von den jeweiligen Tochterfirmen an die Muttergesellschaften, die im Allgemeinen die Rechte an Erfindungen des Konzerns halten. Der Saldo der Zahlungen zwischen Tochterunternehmen im Ausland und ihren deutschen Muttergesellschaften ist schon seit längerer Zeit positiv. Dagegen ist der Saldo der Zahlungen zwischen ausländischen Tochterunternehmen in Deutschland und ihren Muttergesellschaften erwartungsgemäß negativ. Die USA sind der wichtigste Partner Deutschlands beim Austausch technologischer Dienstleistungen. Zuletzt entfielen etwa ein Viertel der Einnahmen und ein Drittel der Ausgaben Deutschlands auf die USA. Aufgrund der guten Informationslage in den USA lässt sich der Einfluss multinationaler Unternehmen auf die Bilanz im Austausch von Patenten und Lizenzen am Beispiel der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA zeigen. Gegenüber Deutschland hat sich der Überschuss der USA bei den Einnahmen aus Patenten und Lizenzen seit Mitte der 90er Jahre halbiert. Dies ist vor allem auf die stark gestiegenen Zahlungen innerhalb verbundener Unternehmen aufgrund der Expansion deutscher multinationaler Unternehmen in den USA zurückzuführen. Der relative Saldo der USA ist von gut 120 % Mitte der 90er Jahre auf knapp 40 % gesunken (Tabelle 4). Ähnliche Entwicklungen sind für Frankreich, Japan, die Niederlande und Schweden zu beobachten, während sich die Position Großbritanniens gegenüber den USA verschlechtert hat. Insgesamt hat Deutschland, bei einer immer noch negativen Bilanz, seine Position gegenüber den USA im Handel mit Patenten und Lizenzen deutlich verbessert. [7] | ||
| Zahlungen für Forschung und Entwicklung |
Für Deutschland wird der Anteil der Zahlungen für FuE zwischen verbundenen Unternehmen in der Zahlungsbilanz bisher nicht gesondert ausgewiesen. Anhaltspunkte für ihre Größenordnung gibt es für die USA, wo entsprechende Daten seit 2001 veröffentlicht werden. Der Anteil der verbundsinternen Zahlungen für FuE lag dort im Jahre 2002 auf der Einnahmenseite bei fast 83 % und auf der Ausgabenseite bei immerhin 52 %. [8] Die Zahlungen für FuE fließen in der Regel an die Konzerngesellschaft, in der FuE durchgeführt wird, oft also von den Mutter- zu den Tochtergesellschaften, in einigen Fällen aber auch in umgekehrter Richtung. Die Einnahmen und Ausgaben konzentrieren sich auf wenige Großunternehmen der international besonders verflochtenen Branchen: Fahrzeugbau, elektrotechnische Industrie und Datenverarbeitungsanlagen sowie Chemie. [9] Viele Tochterunternehmen im Ausland - vor allem die größeren - finanzieren ihre FuE-Aktivitäten zunächst selbst, übertragen aber die Ergebnisse gegen Entgelt an die Muttergesellschaft oder andere verbundene Unternehmen. FuE-Aktivitäten in ausländischen Tochtergesellschaften werden also nur zum Teil von den Muttergesellschaften finanziert. [10] | ||
| Informationsdefizite |
Für eine umfassende Bewertung des internationalen Austauschs von technologischen Dienstleistungen in der Leistungsbilanz fehlen wichtige Informationen: • Technologische Dienstleistungen werden nicht nur als Teil des Dienstleistungsverkehrs exportiert. Sie sind dann Teil der Warenexporte, wenn Industrieunternehmen für sie keine eigenen Rechnungen stellen, beispielsweise wenn Unternehmen des Maschinenbaus Inbetriebnahme, Projektierung, Wartung oder andere produktbegleitende Dienstleistungen [11] in den Exportpreisen mit einkalkulieren. • Eine Differenzierung von Zahlungen zwischen Müttern und ihren ausländischen Töchtern nach einzelnen Dienstleistungsarten ist für die Unternehmen zum Teil nicht möglich. So können beispielsweise FuE-Leistungen unter der Position Managementleistungen in der Zahlungsbilanz rubriziert werden. • Lücken bestehen auch deswegen, weil die Umsätze von Niederlassungen im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr kaum erfasst werden. Diese Form des internationalen Austauschs von Dienstleistungen hat in den letzten Jahren eine starke Ausweitung erfahren. | ||
| Handel mit Dienstleistungen über Niederlassungen |
Aufgrund der Bedeutung der Niederlassungen multinationaler Unternehmen für den Handel mit Dienstleistungen gehen die Bestrebungen zur Fortentwicklung der internationalen statistischen Konventionen dahin, die traditionellen Kategorien des Dienstleistungsverkehrs um den Umsatz von Tochterunternehmen im Ausland mit Dienstleistungen zu ergänzen. [12] Für die USA gibt es Informationen über den Umsatz von Tochterunternehmen der Branche "Professionelle, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen". [13] Deutsche Tochterunternehmen dieses Bereichs erzielten im Jahre 2001 mit 0,4 Mrd. US-Dollar einen relativ geringen Umsatz im Vergleich zu französischen oder britischen Tochterunternehmen (Tabelle 5). Im Gegensatz dazu sind deutsche Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in den USA Spitzenreiter beim Absatz von Dienstleistungen, die vermutlich überwiegend technologische Dienstleistungen sind. Sie verkauften 2001 für immerhin 8,3 Mrd. US-Dollar Dienstleistungen; das waren fast 5 % ihrer gesamten Umsätze in den USA. Ein Fünftel der Umsätze deutscher Unternehmen mit Dienstleistungen in den USA insgesamt entfiel auf Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. In dieser Betrachtungsweise relativiert sich auch der Handelsüberschuss der multinationalen US-Unternehmen mit professionellen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. US-Unternehmen dieses Dienstleistungsbereichs haben zwar im Ausland einen fast doppelt so hohen Umsatz wie die ausländischen Wettbewerber in den USA. Soweit sie aber dem verarbeitenden Gewerbe zuzurechnen sind, haben sie im Ausland jedoch nur ein Drittel des Dienstleistungsumsatzes, den ausländische verarbeitende Unternehmen in den USA realisieren. Im Fall Deutschlands sind es also vor allem Industrieunternehmen, die technologische Dienstleistungen in den USA verkaufen, während es bei anderen Ländern Tochterunternehmen dieses Bereichs selbst sind. Auch die Tochterunternehmen im Mehrheitsbesitz von US-amerikanischen Unternehmen, die im Ausland technologische Dienstleistungen absetzen, sind überwiegend spezialisierte Dienstleistungsunternehmen. | ||
| Fazit |
Das Ausmaß der Defizite Deutschlands bei technologischen Dienstleistungen ist nicht alarmierend. Sie sind im Vergleich zu den Überschüssen im Außenhandel äußerst gering. Ihr auf das stark gestiegene Zahlungsvolumen bezogener Saldo hat sich in den letzten Jahren nicht vergrößert. Deutschlands Spezialisierung auf technologische Dienstleistungen weist in Relation zu seinem gesamten internationalen Dienstleistungsverkehr keine komparativen Schwächen auf. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in dieser Hinsicht besser ab als der EU-Durchschnitt. Da Zahlungen für FuE sowie für Patente und Lizenzen oftmals unternehmensstrategischen Einflussfaktoren unterliegen, ist die Bewertung komparativer Stärken oder Schwächen bei den technologischen Dienstleistungen auf der Grundlage solcher Datensätze eingeschränkt. Darüber hinaus bestehen Informationsdefizite, weil beim grenzüberschreitenden Absatz produktbegleitende Dienstleistungen, die vor allem in den international wettbewerbsstarken Branchen ein hohes Gewicht haben, überwiegend nicht in der Dienstleistungsbilanz, sondern in der Warenbilanz erfasst werden. Informationen über den Umsatz deutscher Tochterunternehmen in den USA zeigen, dass es insbesondere Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind, die dort auch technologische Dienstleistungen erfolgreich vermarkten. Alles in allem dürfte die deutsche Wettbewerbsposition bei technologischen Dienstleistungen besser sein, als es auf der Grundlage der gegenwärtig in der Dienstleistungsbilanz enthaltenen Informationen scheint. | ||
| Kasten 1 Technologische Dienstleistungen in der Zahlungsbilanz |
In der Zahlungsbilanz werden den "technologischen Dienstleistungen" grenzüberschreitende Zahlungen für folgende Leistungen zugerechnet: [1] • Patente und Lizenzen: Entgelte (sowohl laufende Lizenzzahlungen als auch Zahlungen für den Erwerb oder die Veräußerung) für künstlerische Urheberrechte, für Patente, Lizenzen, Erfindungen, Verfahren (technisches Know-how) sowie für sonstige Rechte (z. B. Franchise-Gebühren, Rechte an Sportveranstaltungen u. Ä.) [2] • Forschungs- und Entwicklungsleistungen (FuE): Entgelte für Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, wissenschaftliche Beratung (ohne EDV-Bereich) • EDV-Leistungen: Entgelte für Datenverarbeitung, Erstellung und Pflege von Software, Grundlagenforschung und Entwicklungen auf EDV-technischem Gebiet einschließlich der Zahlungen für Lizenzen (einschließlich Spielen)
• Ingenieurleistungen, technische Leistungen, Architektenhonorare: Entgelte für Ingenieur- und Konstruktionsleistungen, Architektenhonorare, Wartungs- und Inspektionsarbeiten sowie für technische Beratung und Planung | ||
| Kasten 2 RCA (Revealed Comparative Advantage) |
Der RCA (Revealed Comparative Advantage) ist eine Messziffer für die offenbarten relativen Vorteile eines Landes in einer bestimmten Produktgruppe j sowohl auf der Ausfuhr (ex) als auch auf der Einfuhrseite (im). Der RCA zeigt, inwieweit die Ausfuhr-Einfuhr-Relation eines Landes bei einer betrachteten Produktgruppe j von seiner Ausfuhr-Einfuhr-Relation insgesamt abweicht. Für ein Land i wird er üblicherweise geschrieben als
wobei G die Summe über alle Produktgruppen j bezeichnet. Der Indikator nimmt einen positiven Wert an, wenn in der betreffenden
Produktgruppe die Ausfuhr-Einfuhr-Relation überdurchschnittlich hoch
ist bzw. der Anteil auf der Ausfuhrseite größer ist als auf
der Einfuhrseite. Ein positives Vorzeichen weist auf komparative Vorteile,
also auf eine starke internationale Wettbewerbsposition der betrachteten
Produktgruppe des jeweiligen Landes hin. Es gilt die Vermutung, dass dieser
Zweig als besonders wettbewerbsfähig einzustufen ist, weil ausländische
Konkurrenten im Inland relativ gesehen nicht in dem Maße Fuß
fassen konnten, wie es umgekehrt den inländischen Produzenten im
Ausland gelungen ist. Es handelt sich also um ein Spezialisierungsmaß.
[1] [1] Die Ergebnisse dieses Berichts wurden im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsvorhabens "Fit for Service - Internationales Benchmarking der Dienstleistungswirtschaft in Deutschland" (Förderkennzeichen 01 HG 9967/6) erarbeitet. [2] Vgl. z. B. Birgit Gehrke und Harald Legler: Technologische Dienstleistungen in der Zahlungsbilanz - Deutschlands Position, aktuelle Entwicklung und Interpretation. NIW, Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 19-2004. Hannover 2004. [3] Der gesamte Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen als Bezugsgröße würde nur die Tatsache hervorheben, dass Deutschlands Spezialisierung im Warenhandel liegt. [4] Für die USA sind die Daten in dieser Statistik erst seit dem Jahr 2001 international vergleichbar. [5] Am aktuellen Rand ist die Zahlungsbilanzstatistik für technologische Dienstleistungen der Deutschen Bundesbank immer wieder zum Teil stark revidiert worden. [6] Deutsche Bundesbank: Patent- und Lizenzverkehr sowie anderer Austausch von technischem Wissen mit dem Ausland in den Jahren 1990 sowie 1991. In: Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, April 1992, S. 33-51. [7] Dies gilt jedoch nicht für die Zahlungen zwischen unverbundenen Unternehmen. [8] Vgl. Maria Borga und Michael Mann: Cross-Border Trade in 2002 and Sales Through Affiliates in 2001. In: Survey of Current Business No. 82, Oktober 2003, S. 58-118. [9] Vgl. Marian Beise und Heike Belitz: Internationalisierung von Forschung und Entwicklung in multinationalen Unternehmen. Materialien des DIW Berlin und des ZEW zur "Berichterstattung zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 1996". Berlin, Mannheim, März 1997. [10] Vgl. Heike Belitz: Forschung und Entwicklung in multinationalen Unternehmen. Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 8-2004. Studie des DIW Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Berlin, Januar 2004. [11] Vgl.: Produktbegleitende Dienstleistungen gewinnen weiter an Bedeutung. Bearb.: Frank Stille. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 21/2003, S. 336-342. [12] Vgl. Manual on Statistics of International Trade in Services. UN et al. New York 2002. [13] Professional, scientific, and technical services: Architectural, engineering, and related services; Computer systems design and related services; Management, scientific, and technical consulting; other (Scientific research and development services, ...).
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 1
Grenzüberschreitende Zahlungen Deutschlands für technologische
Dienstleistungen 1996 und 2000 bis 2003
In Mill. Euro
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1996 2000 2001
Einnahmen 64 280 90 175 98 526
Dienstleistungen insgesamt Ausgaben (1) 104 066 149 935 159 393
Saldo -39 786 -59 760 -60 867
Einnahmen 8 297 14 744 16 234
Technologische Dienstleistungen Ausgaben 10 849 19 770 23 496
Saldo -2 551 -5 026 -7 262
Einnahmen 2 596 3 175 3 687
Patente und Lizenzen Ausgaben 4 522 6 186 6 142
Saldo -1 926 -3 011 -2 455
Einnahmen 2 576 4 480 3 875
FuE-Leistungen Ausgaben 2 739 4 431 5 475
Saldo -163 49 -1 600
Ingenieur- und sonstige Einnahmen 1 894 2 974 3 319
technische Dienstleistungen Ausgaben 2 155 4 190 5 586
Saldo -260 -1 216 -2 267
Einnahmen 1 231 4 115 5 353
EDV-Leistungen Ausgaben 1 433 4 963 6 293
Saldo -202 -848 -940
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2002 2003
Einnahmen 110 050 108 415
Dienstleistungen insgesamt Ausgaben (1) 156 574 153 575
Saldo -46 524 -45 160
Einnahmen 17 346 19 456
Technologische Dienstleistungen Ausgaben 22 934 20 463
Saldo -5 588 -1 007
Einnahmen 4 021 3 758
Patente und Lizenzen Ausgaben 5 481 4 640
Saldo -1 460 -882
Einnahmen 4 369 4 241
FuE-Leistungen Ausgaben 5 723 4 325
Saldo -1 354 -84
Ingenieur- und sonstige Einnahmen 3 191 5 650
technische Dienstleistungen Ausgaben 5 344 5 090
Saldo -2 153 560
Einnahmen 5 765 5 807
EDV-Leistungen Ausgaben 6 386 6 408
Saldo -621 -601
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(1) Einschließlich Fracht- und Versicherungskosten der Einfuhr.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Stand Mai 2004.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 2
RCA-Werte technologischer Dienstleistungen im internationalen Vergleich
im Jahre 2002
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Davon:
Techno-
logische Ingenieur-
Dienst- Patente FuE- und sonstige EDV-
leistungen und Leistungen technologische Lei-
insgesamt Lizenzen Dienst- stungen
leistungen
USA 65 59 84 158 81
Japan - 44 - - -
Europäische Union -12 -54 -19 27 40
Frankreich (1) -1 7 16 -17 -8
Italien -14 -81 84 15 -101
Schweden 0 52 9 -87 65
Großbritannien 59 7 131 108 80
Deutschland 5 5 7 -20 21
Nachrichtlich: (2)
2002 7 4 8 -16 25
2003 30 14 33 45 25
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(1) Werte für 2001.
(2) Daten der Deutschen Bundesbank.
Quellen: OECD/Eurostat; Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 3
Grenzüberschreitende Zahlungen Deutschlands für Patente und Erfindungen
nach Kapitalverflechtung 1996 und 2000 bis 2002
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Davon:
Unternehmen mit
Insgesamt Sonstige
Beteiligungen ausländischer
im Ausland Kapitalbeteiligung
In Mill. Euro Anteile %
Einnahmen
1996 (1) 1 888 68,0 26,6 5,4
2000 2 403 58,6 29,0 12,4
2001 2 686 61,6 31,0 7,4
2002 3 086 60,4 34,8 4,8
Ausgaben
1996 (1) 2 771 25,1 64,9 10,0
2000 3 682 24,6 67,1 8,3
2001 3 742 25,7 66,4 7,9
2002 2 842 31,4 59,3 9,4
Saldo
(in Mill. Euro)
1996 (1) -883 1 150 -2 535 -343
2000 -1 279 502 -1 773 -8
2001 -1 056 695 -1 653 -98
2002 244 973 -611 -118
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(1) Werte für 1996 umgerechnet: 1 Euro = 1,95583 DM.
Quellen: Deutsche Bundesbank; Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 4
Saldo der USA für Patente und Lizenzen 1996 und 2002
In % vom halben Zahlungsvolumen
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1996 2002
Alle Länder 122,2 78,5
Europäische Union 118,6 83,6
Frankreich 134,9 50,6
Italien 161,1 160,2
Großbritannien 44,7 99,5
Japan 122,2 23,9
Schweden 136,0 58,6
Deutschland 119,2 38,6
Darunter:
Zahlungen zwischen ver-
bundenen Unternehmen
Alle Länder 127,8 72,2
Europäische Union 124,8 90,3
Frankreich 165,0 80,3
Italien 171,4 170,3
Großbritannien 45,8 111,4
Japan 108,1 -37,3
Schweden - -
Deutschland 120,1 19,5
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Quellen: US-Handelsministerium; Berechnungen des DIW Berlin.
DIW Berlin 2004
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-------------------------------------------------------------------------------Tabelle 5
Umsatz mit technologischen Dienstleistungen von Tochterunternehmen
im Jahre 2001 nach Herkunftsbranchen
In Mrd. US-Dollar
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Ausländische US-Tochter-
Tochterunter- unternehmen (1)
nehmen (1) in im Ausland
den USA nach nach Sitzland
Herkunftsland
Professionelle, wissenschaftliche
und technische Dienstleistungen
Alle Länder 37,4 66,9
Frankreich 14,2 3,5
Großbritannien 7,8 -
Deutschland 0,4 4,3
Niederlande 1,6 2,2
Japan 1,3 -
Kanada 1,7 4,5
Verarbeitendes Gewerbe
Alle Länder 30,6 9,8
Frankreich 2,3 0,8
Großbritannien 3,7 0,7
Deutschland 8,3 1,5
Niederlande - 0,1
Japan 0,4 0,2
Kanada 1,0 3,2
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(1) Im Mehrheitseigentum.
Quelle: Borga und Mann, a. a. O.
DIW Berlin 2004
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