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| Wochenbericht des DIW Berlin 23/00 Entwarnung auf dem Welt-Chrommarkt? | |||
| Bearbeiter | Alfred Haid Eberhard Wettig | ||
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| Der weltweite Chrommarkt ist durch eine erhebliche regionale und unternehmensbezogene Konzentration gekennzeichnet. Dabei haben die Chromerz-Produzenten Südafrikas nicht zuletzt aufgrund ihrer umfangreichen Chromerzlagerstätten einen Standortvorteil. Als sich - begünstigt durch ein neues Produktionsverfahren in der nachfragenden Edelstahlindustrie - im südlichen Afrika die weltweit größte vertikal integrierte Ferrochromindustrie herausbildete, schien eine Monopolisierung des Chromangebots fast unausweichlich. Aus wettbewerblicher Sicht war auch die gegenseitige Kapitalverflechtung der marktbeherrschenden Unternehmen problematisch. Positiv für den Wettbewerb wurde daher der Einstieg der schweizerischen Südelektra in den südafrikanischen Chrommarkt bewertet. Nicht unbedenklich ist aber nach wie vor die starke Abhängigkeit der Verbraucher von einer einzigen Region: So könnten die zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Instabilitäten im südlichen Afrika durchaus Auswirkungen auf die Versorgungslage mit Chromerzen und Ferrochrom haben. Unternehmenszusammenschlüsse haben auch im Bergbau zu immer größeren Produktionseinheiten geführt. Kleinere Gruben mussten aus Rentabilitätsgründen ebenso aufgegeben werden wie Lagerstätten, die den gestiegenen Qualitätsanforderungen an Erze und Konzentrate (Wertstoffgehalt; tolerierbare nichtverkäufliche Nebengemenganteile) nicht mehr genügten. Heute werden nur noch Lagerstätten mit höchster Bonität neu erschlossen (unteres Kostenviertel). Weil diese aber nur in wenigen Ländern anzutreffen sind, wird die fortschreitende Arbeitsteilung in der globalen Wirtschaft immer deutlicher auch im Bergbau sichtbar: Während die Rohstoffversorgung noch vor wenigen Jahrzehnten zu einem erheblichen Teil auf dem Bergbau der Verbraucherländer beruhte, wird der Bergbau heute weitgehend in den klassischen westlichen Bergbauländern Australien, Kanada, USA und Republik Südafrika betrieben. [1] Große internationale Bergbauhäuser wie Anglo American Corp., Rio Tinto plc., Broken Hill Pty. Co. Ltd. oder Phelps Dodge Corp. decken praktisch das gesamte Spektrum vom Metallerzbergbau über Industrieminerale bis hin zur Kohle ab. Bei einigen Rohstoffen ist die Angebotskonzentration auf wenige Bergbauländer und international agierende Bergbaukonzerne mittlerweile so groß, dass eine preisgünstige Versorgung der deutschen Wirtschaft durch monopolistische Einflüsse gefährdet schien. [2] Der Chrommarkt, der in der Vergangenheit ausgesprochene Monopolisierungstendenzen zeigte, soll im Folgenden näher betrachtet werden. | |||
| Chromerz - ein unverzichtbarer Rohstoff | Metallisches Chrom weist einen hohen Schmelzpunkt auf (1 890ø C) und ist gegen trockene und feuchte Luft vollkommen beständig. Obwohl das Element bereits 1797 entdeckt wurde, erlangte es als Stahlveredler erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmende Bedeutung. Die spezifischen Eigenschaften des Chroms und seiner Verbindungen haben für Chromerze drei unterschiedliche Gruppen von Einsatzgebieten entstehen lassen: In der Eisenmetallurgie erhöht das Zulegieren von Chrom in Form des Zwischenprodukts Ferrochrom die Druck-, Zug-, Verschleiß- und Warmfestigkeit von Stählen. Bei höheren Chromgehalten werden Rost-, Säure- und Hitzebeständigkeit erreicht (sog. RSH-Stähle). Daneben wird Chrom bei der Herstellung von Edelbau- und Werkzeugstählen, Gusseisen sowie Massenstählen eingesetzt. Chrommetall wird benötigt für Hochtemperaturlegierungen ("super alloys"), Schweißmaterialien, Schneidwerkstoffe sowie zahlreiche Nichteisenmetall-Legierungen. In der chemischen Industrie werden Chromverbindungen für höchst unterschiedliche Zwecke benötigt, u. a. für Pigmente für Farben, Lacke, Gläser und Emails, Salze zum Verchromen von Metall- und Kunststoffoberflächen, zur Chromierung und Gerbung von Leder, ferner für Färbe-, Beiz-, Bohr-, Schleif- und Antikorrosionsmittel, Katalysatoren und Holzschutzmittel. In der Feuerfestindustrie dienen Chromerze wegen ihres hohen Schmelzpunktes und ihrer chemischen Resistenz zur Herstellung feuerfester Steine und Stampfmassen, die in Siemens-Martin-Öfen, Flammöfen der NE-Metallindustrie, Drehrohröfen der Zementindustrie, in Lichtbogenöfen sowie in Glashäfen verwendet werden. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Gießereisande. In den 60er Jahren dienten 50 % der Chromerze metallurgischen Zwecken, die übrige Hälfte fand zu etwa gleichen Teilen in der chemischen und der Feuerfestindustrie Verwendung. Heute entfallen infolge der starken Ausweitung der Edelstahlproduktion 80 % auf die Metallurgie, 12 % auf die chemische und etwa 8 % auf die Feuerfestindustrie. Die abnehmende Bedeutung der Feuerfestindustrie erklärt sich u.a. durch die Ablösung des Siemens- Martin-Verfahrens bei der Stahlherstellung. In der Eisenmetallurgie werden neben Ferrochrom chromhaltige Stahlschrotte eingesetzt. [3] Dabei werden je nach den erschmolzenen Edelstahlsorten Ferrochromqualitäten mit hohem, mittlerem oder niedrigem Kohlenstoffgehalt benötigt, in kleineren Mengen auch Ferrosilicochrom (z. B. für die Gussherstellung). In der Nichteisenmetallurgie (z. B. Superlegierungen) und in der Galvanik ist der Einsatz von Chrommetall erforderlich. Chrom ist kurzfristig nur sehr begrenzt und unter Inkaufnahme von Qualitätseinbußen ersetzbar. [4] Nach einer Übergangszeit von fünf bis zehn Jahren ist es in der Metallurgie zu etwa 60 %, in chemischen Verbindungen zu 15 % und in Feuerfest-Erzeugnissen zu 90 % durch chromfreie Produkte substituierbar. Um so wichtiger ist eine sichere Versorgung. | ||
| Südafrika führender Chromerz-Produzent ... | Der Welt-Chrommarkt wird wesentlich bestimmt durch die hohe regionale Konzentration der Erz-Lagerstätten. Rund 88 % der sicheren und wahrscheinlichen Weltvorräte befinden sich in den stratiforen Lagerstätten des Bushveld-Komplexes (Republik Südafrika) und des Great Dyke (Simbabwe). [5] Damit ist Südafrika wie keine andere Region als Chromversorger prädestiniert. Sonst sind nur noch in Kasachstan bedeutende Lagerstätten anzutreffen. Die metallurgische Bedeutung von Chromerz kommt deutlich in der Parallelität von Edelstahlerzeugung und Chromerz-Förderung zum Ausdruck (Abbildung 1). Von 1960 bis 1998 konnte die Republik Südafrika ihren Anteil an der Welt-Chromerzproduktion von 5 Mill. t (16 %) auf 14 Mill. t (50 %) stetig erhöhen. Der Marktanteil der einstmals führenden UdSSR (heute Kasachstan) hat sich zwar halbiert, Kasachstan ist aber mit 13 % noch immer der zweitwichtigste Produzent vor der Türkei und Indien (jeweils knapp 10 %). An Bedeutung eingebüßt haben die Philippinen und Simbabwe. Auf die sechs größten Förderländer entfielen 1998 insgesamt 91 % der Weltförderung (1960: 88 %) (Tabelle 1). | ||
| ... und führender Chromerz-Exporteur | Entsprechend seiner Bedeutung als Produzent festigte Südafrika auch seine Stellung als führender Exporteur von Chromerz. Seit Ende der 70er Jahre ist die Republik Südafrika der größte Chromerz-Exporteur; 1996 betrug der Weltmarktanteil 41 % (1970: 73 % ). Nur vorübergehend, nach Auflösung der UdSSR, führte Kasachstan nach einer Exportoffensive mehr aus als Südafrika (Weltmarktanteil 1992: 46 %). Durch Probleme im Chromerz-Bergbau sowie verstärkte inländische Verarbeitung der Erze verringerte sich sein Anteil aber auf 15 % (1997). Weitere bedeutende Chromerz-Exporteure waren Ende der 90er Jahre die Türkei, Indien, der Iran, die Philippinen, Madagaskar und Brasilien, während die früher bedeutenden Exportländer Albanien und Simbabwe (Exportverbot) kaum noch am Markt vertreten sind (Tabelle 2 und Abbildung 2, oberer Teil). | ||
| Ferrochrom-Produzenten werden Ferrochrom-Importeure | Die größten Importeure von Chromerzen sind traditionell die Industrieländer Europas, Japan und die USA. Durch Kostensteigerungen und Umweltauflagen verschlechterte sich in den 60er Jahren die Wettbewerbsposition der Erzverarbeiter in den Industrieländern gegenüber den neuen Werken in den Bergbauländern. Maßgeblich beschleunigt wurde diese Entwicklung in den 70er Jahren durch die Einführung des AOD-Verfahrens [6] in der Edelstahlindustrie. Damit wurde es möglich, anstelle des hochgekohlten Ferrochroms das preiswertere "charge chrome" zu verwenden. Dieses konnte nun kostengünstig aus südafrikanischen Chromerzen gewonnen werden, die bis dahin für metallurgische Zwecke nicht geeignet gewesen waren. Während Chromerze noch bis Ende der 80er Jahre überwiegend in die Verbraucherländer exportiert und - nicht zuletzt wegen der Verfügbarkeit von Energie (Koks, Strom) - dort zu Ferrochrom weiterverarbeitet wurden, versorgen sich seither die Verbraucherländer zunehmend durch Importe von Ferrochrom. Die Ausbreitung des AOD-Verfahrens in der Edelstahlindustrie führte also zu einer deutlichen Zunahme des Welthandels mit Ferrochrom; gegenüber 1980 hat er sich mit inzwischen gut 3,5 Mill. t fast verdreifacht. Diese Marktveränderungen hatten auch erhebliche Auswirkungen auf die regionale Struktur des Handels. Entfielen auf die heutigen EU-Länder im Jahr 1960 noch 36 % der Weltimporte an Chromerz, waren es 1997 nur noch 24 %. Der Anteil der USA nahm sogar von 40 auf 8 % ab. Etwas anders verlief hingegen die Entwicklung in Japan, dessen Importanteil von 9 % (1960) auf 21 % (1990) zunahm und sich erst danach auf 15 % verringerte. Den fallenden Chromerz-Importen der rohstoffarmen traditionellen Verbraucherländer stehen gesteigerte Importe der VR China im Zuge der forcierten Stahlproduktion gegenüber, die 1995 ein Rekordvolumen von 1,4 Mill. t (30 % der Weltimporte) erreichten (vgl. Tabelle 3). Auch 1997 war das Land mit 0,9 Mill. t der größte Chromerzimporteur, gefolgt von Japan (0,6 Mill. t). Anders als in den Industrieländern ermöglichen geringere Umweltauflagen und Kosten der VR China offenbar, eine große Ferrochromproduktion im Lande aufzubauen. Aber auch in Japan ist die Ferrochromproduktion wesentlich höher als in Deutschland. Dies ist u. a. auf staatliche Hilfsmaßnahmen (Finanzhilfen, staatliche Vorratslager) für die als strategisch wichtig angesehene Ferrolegierungsindustrie und auf die enge Verflechtung mit der Edelstahlindustrie zurückzuführen. Die VR China und Japan importierten 1997 gemeinsam mit 1,5 Mill. t mehr Chromerze als die EU und die USA zusammen (1,2 Mill. t). | ||
| Republik Südafrika: Swing-Produzent auf dem Ferrochrom-Markt | Aufgrund seiner Lagerstätten sowie seiner niedrigen Arbeits- und Energiekosten besitzt Südafrika einen erheblichen Standortvorteil für eine Ferrochromindustrie. Sein "charge chrome" gewinnt steigende Anteile an der weltweiten Ferrochrom-Produktion: von 1 % im Jahre 1960 über 8 % 1970 und 26 % 1990 bis auf 46 % im Jahre 1998 (Tabelle 1). Bis 1982 waren die südafrikanischen Chromerz-Exporte wesentlich höher als der Eigenverbrauch. Der kontinuierliche Ausbau der eigenen Ferrochromindustrie hat diese Relation umgekehrt. Die Entwicklung auf dem Ferrochrom-Markt wird seit langem von Südafrika bestimmt. 1980 war die Republik Südafrika mit einem Anteil von 50 % an der Weltausfuhr der dominierende Exporteur, weit vor Simbabwe, Schweden, Jugoslawien und Brasilien. Bis 1997 hat sich der Anteil des Südafrikas allerdings auf rund 42 % verringert (Tabelle 2). Verantwortlich dafür war das verstärkte Auftreten einiger (z. T. neuer) bedeutender Exporteure wie Kasachstan, Indien, Norwegen, Finnland, VR China und Türkei zu Beginn der 90er Jahre. Die Abbildung 2 (unterer Teil) lässt die Rolle der Republik Südafrika als Swing-Produzent erkennen. In dem Maße, wie insbesondere Kasachstan und die VR China ihre Exporte erhöhten, fuhr die Republik Südafrika ihre eigenen Exporte vorübergehend zurück, um den Preisverfall einzudämmen. Die Koinzidenz mit der Stahlkrise in Westeuropa, Nordamerika und im Gebiet des früheren Ostblocks erhöhte den Druck auf den Ferrochrompreis zusätzlich. Südafrika reduzierte seine Ferrochrom-Erzeugung von 1991 auf 1992 um etwa ein Drittel (von gut 1,1 Mill. t auf 0,8 Mill. t). Einzelne Anlagen wurden bis auf 25 % der Kapazität zurückgefahren. [7] Mit dem sich anschließenden Stahlboom wurde die Produktion ab 1994 ebenso schnell wieder ausgeweitet (auf fast 2,2 Mill. t im Jahr 1998). Bemerkenswert sind auch die Produktionszunahmen Indiens und der VR China: von 1986 bis 1998 Verfünffachung bzw. annähernde Verdreifachung. Die Ferrochromerzeugung in den heutigen EU-Ländern liegt etwas unterhalb des Niveaus der 80er Jahre, in den USA ist sie seit den 80er Jahren etwa auf ein Fünftel geschrumpft. Demgegenüber ist das Produktionsniveau in Japan inzwischen zwar unter 200 000 t jährlich zurückgegangen, aber immer noch etwa siebenmal so hoch wie in Deutschland. | ||
| Europäische Union größter Ferrochrom-Importeur | Die EU ist zwar noch immer der größte Ferrochrom-Importeur, doch nimmt ihr Anteil am Weltimport ab (1980: 53 %, 1997: 45 %). Infolge der stark ausgeweiteten Edelstahlproduktion verdoppelte sich der Importanteil Asiens auf 40 % (Tabelle 3). Die führenden Ferrochrom-Importländer im Jahr 1997 waren Japan (23 %), Deutschland und die USA (jeweils 11 %), vor Südkorea (9 %), Taiwan und Frankreich (je 8 %) sowie Italien (7 %). In ihrer Ferrochromversorgung sind die drei größten Importeure bis über 50 % von der Republik Südafrika abhängig. [8] | ||
| Struktur und Wettbewerbsverhalten der südafrikanischen Chromindustrie | Obwohl die Versorgung selbst während des UNO-Embargos gegen Südafrika kaum gefährdet war und ein Kartell südafrikanischer Produzenten in der Vergangenheit nicht entstanden ist, wurde die zunehmende regionale Konzentration der Chromerz- und Ferrochromproduktion im südlichen Afrika mit gewisser Sorge verfolgt. Insbesondere als die südafrikanischen Produzenten im Gefolge des Edelstahlbooms von 1994/95 Preiserhöhungen für Chromerz und Ferrochrom durchsetzen konnten, schienen sich die Befürchtungen zu bestätigen. Riesige, kostengünstig abbaubare Chromerz-Lagerstätten sowie niedrige Energiekosten [9] ließen in Südafrika die bedeutendsten Ferrochromwerke entstehen. Ein weiterer Standortvorteil entstand durch den starken Kursverfall des südafrikanischen Rand. Von 1975 bis 1980 nahm die Zahl der Ferrochrom-Produzenten in Südafrika von drei auf fünf, die Ferrochrom- Kapazität um über 60 % zu. Im Jahr 1998 verteilte sich die Gesamtkapazität von gut 2,5 Mill. t auf sechs Konzerne mit 12 Werken [10] (über 50 % der Gesamtkapazität in der westlichen Welt). Unter Einschluss von Simbabwe beliefen sich die Gesamtkapazitäten 1998 auf 2,75 Mill. t. [11] Angesichts einer Ferrochrom-Weltproduktion von 4,8 Mill. t (1998) wird die Bedeutung dieser Region Afrikas für den Welt-Chrommarkt deutlich. Aus wettbewerblicher Sicht schien bis 1998 besonders problematisch, dass es neben einer starken regionalen Konzentration eine erhebliche Eigentümerverflechtung innerhalb der südafrikanischen Ferrochrom-Industrie gab. Die Produktion wurde von drei großen Bergbauunternehmen beherrscht, allen voran von der Samancor Ltd., die noch heute einen Produktionsanteil von rund 30 % hält. Nach der Übernahme der Tubatse Ferrochrome Ltd. (1986) und der Middleburg Steel and Alloys Ltd. (1991) ist die Samancor der weltgrößte Ferrochrom-Produzent, wobei umfangreiche Erzvorkommen und Schürfrechte mit erworben wurden. [12] Weitere Zusammenschlüsse und Übernahmen [13] führten zu einer starken Eigentümerverflechtung von Bergbau und Hüttenwerken. Die Erzproduzenten Hernic Ltd., Chrome Resources Ltd. und ASA Metals Ltd. nahmen ebenfalls die Ferrochrom-Produktion auf und folgten dem Trend zu vertikaler Integration. [14] Die marktbeherrschende Position hätte Südafrika durchaus erlaubt, in der kritischen Phase 1991/92 (gravierendes Überangebot aus der GUS) durch Beibehaltung oder Hochfahren seiner Produktion den Produzentenpreis für Ferrochrom auf unter 40 cents/lb zu senken und damit eine Reihe von Konkurrenten auf dem Weltmarkt in Schwierigkeiten zu bringen. Offenbar lag es nicht im Interesse der südafrikanischen Produzenten, in der Folge eines solchen Prozesses als Monopolist zu erscheinen. Andererseits wollten sie den Ferrochrom-Preis auch in Zeiten von boomender Nachfrage und Lieferengpässen (1988 und 1994/95) nicht wesentlich über das 40 cents/lb- Niveau steigen lassen, um keine Angebotsausweitungen der Konkurrenz (Türkei, Indien) zu provozieren. [15] War eine Strategie der Marktverdrängung kleinerer Ferrochrom-Produzenten ohne eigene Chromerze früher noch denkbar, so ist dies nun eher unwahrscheinlich geworden. Nachdem die schweizerische Südelektra Holdings A.G. im Sommer 1998 die Consolidated Metallurgical Industries Ltd. (Kapazität: 430 000 t jährlich) erwarb - die interessierte Samancor Ltd. kam nicht zum Zuge -, besitzen die Schweizer zusammen mit der von ihr kontrollierten Chromecorp (Pty.) Ltd. nun eine Ferrochrom-Kapazität von über 1,06 Mill. t (Samancor: 1,3 Mill. t). In der Produktion hatte die Südelektra die Samancor 1996 sogar überflügelt. [16] Befürchtungen, die untereinander verflochtenen Ferrochrom-Produzenten Südafrikas und Simbabwes könnten eine langfristige Monopolisierung des Marktes anstreben, dürften damit nicht mehr aktuell sein. | ||
| Politische und wirtschaftliche Instabilität im Süden Afrikas | Zwar ist die Gefahr einer Monopolisierung auf dem Welt-Chrommarkt gebannt, doch könnte nun die sich regional verschärfende politische Situation im Süden Afrikas zum Problem werden. Die politische und wirtschaftliche Destabilisierung Simbabwes ließ die Befürchtung aufkommen, dieser Prozess könnte früher oder später auf Südafrika übergreifen. Inzwischen hat die Hermes Kreditversicherungs-AG die Risikoeinstufung für Ausfuhrbürgschaften des Bundes seit Anfang Februar 2000 für die Länder Republik Südafrika, Simbabwe und Lesotho heraufgesetzt. [17] Im Zuge wachsender Instabilität in der Region muss aber auch damit gerechnet werden, dass es zu Streiks und Lieferausfällen kommt. Angesichts der starken Abhängigkeit der Industrieländer von der Region Südafrika (Tabelle 4) wäre eine stärkere Diversifikation bei Importen auch ein Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherung. Allerdings hat sich die Abhängigkeit seit 1986 zumindest bei Ferrochrom - gemessen am Herfindahl-Index der Konzentration - etwas verringert. Deutschlands Importe sind im Vergleich zu Japan stärker diversifiziert. So war 1996 für Deutschland Norwegen mit einem Versorgungsanteil von 14 % zweitwichtigster Lieferant von Ferrochrom nach der Republik Südafrika (46 %). Es folgten Simbabwe (10 %), Russland (8 %), Kasachstan (6 %), die VR China (3 %), die Slowakei sowie Indien (jeweils 2 %). [18] | ||
| Fazit | Der Aufbau großer Ferrochrom-Kapazitäten in Südafrika führte zur Verdrängung vieler etablierter Produzenten in den Industrieländern. Entscheidend dafür war die Entwicklung des AOD-Verfahrens in der Edelstahlindustrie. Seither ist der Chromerzverbrauch der Industrieländer stark rückläufig, und die Versorgung der Edelstahlindustrie beruht vor allem auf Lieferungen von Ferrochrom aus Südafrika. Die Gefahr einer Monopolisierung des Chromangebots angesichts starker Unternehmenskonzentration scheint durch den Eintritt des schweizerischen Handelskonzerns Südelektra in die südafrikanische Chromproduktion und die dadurch ausgelöste Belebung des Wettbewerbs zunächst gebannt. Angesichts der Schlüsselposition des südlichen Afrikas für die Versorgung des Weltmarktes mit Chromerzen und Ferrochrom erscheint aber die zunehmende wirtschaftliche und politische Instabilität in dieser Region als problematisch. [1] Mit Ausnahme von Kali, Stein- und Braunkohle, Industriemineralien sowie Steinen und Erden ist z. B. der deutsche Bergbau bei metallischen Rohstoffen wegen Erschöpfung der Lagerstätten bzw. wegen im Weltmaßstab zu geringer Wertstoffgehalte vollständig schon seit Jahren eingestellt worden. Auch die Exploration von Lagerstätten im Ausland oder die Beteiligung an ausländischen Bergbauunternehmen wurde aufgrund des reichlichen Weltmarktangebots weitgehend aufgegeben. [2] Vor diesem Hintergrund vergab das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie an das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) das Gutachten "Auswirkungen der weltweiten Konzentrierung in der Bergbauproduktion auf die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft". Die Untersuchung wurde in enger Kooperation mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, bearbeitet. Eine Kurzfassung des Gutachtens ist beim BMWi als Dokumentation Nr. 463 unter dem o. a. Titel erhältlich (außerdem über http://www.bmwi.de). Die Ergebnisse werden ausführlich dargestellt in: Peter Eggert et al., Auswirkungen der weltweiten Konzentrierung in der Bergbauproduktion auf die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft. In: Beiträge zur Strukturforschung, Heft 184. Siehe auch Weltrohstoffmärkte: Intensiver Wettbewerb trotz zunehmender Konzentration. Bearb.: Alfred Haid und Eberhard Wettig. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 3/2000. Die nachfolgende Betrachtung des Chrommarktes geht über den in der Studie behandelten Zeitrahmen hinaus. [3] Chromhaltiges Recyclingmaterial sind insbesondere die rost-, säure- und hitzebeständigen Edelstahlschrotte mit etwa 18 % Chrom. In den USA wird etwa ein Fünftel der Chromnachfrage durch eingesetzten Schrott gedeckt. Während bei der Stahlverarbeitung anfallender Neuschrott sortenrein an die Stahlwerke rückgeführt werden kann, muss Schrott unterschiedlicher Qualität aus Altgeräten beim Schrotthandel erst sortiert werden. Größere Altteile (Kurbelwellen, Anlagenteile und Apparate z. B. aus der chemischen Industrie sowie der Nahrungs- und Genussmittel-Industrie, Bauteile aus Haushaltsgeräten wie Spülen, Waschtrommeln usw.) dürften weitestgehend verwertet werden. Höhere Schrottpreise fördern zwar ein verstärktes Recycling auch von Kleinteilen, doch ist das Recyclingvolumen hierdurch nicht wesentlich auszuweiten. Neuerdings wird in Südafrika auch Ferrochrom aus chromhaltigen Schlacken gewonnen, wobei weniger toxische Schlackenerzeugnisse für den Straßenbau anfallen. [4] Die in Zeiten gefährdeter Chromversorgung entwickelten chromfreien oder chromarmen Substitute (stärker manganhaltige Edelstähle, Ersatz dekorativer Edelstahlerzeugnisse z. B. durch Oberflächenüberzüge) wurden daher bei normaler Versorgungslage stets wieder rasch aus dem Markt genommen. [5] Nur etwa 5 % der Vorräte liegen in den wesentlich kleineren und absetzigeren, "podiformen" Lagerstätten Europas und Asiens, die schwierig zu explorieren sind. [6] Argon-Oxygen-Decarburisation: Entkohlungsverfahren bei der Edelstahlerzeugung, das den Einsatz billigerer, chromärmerer Ferrochromqualitäten mit hohem Kohlenstoffgehalt zulässt. [7] Vgl. Samancor Company Annual Reports 1992 bis 1994. [8] Zählt man die Importanteile Simbabwes hinzu so beträgt die Importabhängigkeit vom südlichen Afrika zwischen 59 % (Japan) und 45 % (USA). In jüngster Zeit beteiligt sich Japan finanziell an Unternehmen der südafrikanischen Ferrochrom-Industrie. Auch bedeutende Ferrochrom- Verbraucher in Südkorea und China haben sich im Rahmen von Joint Ventures in der südafrikanischen Ferrochrom-Industrie engagiert. Dies geschah offenbar auch in der Hoffnung auf eine sichere Versorgung mit Chromerzen. Umgekehrt waren die für die südafrikanischen Produzenten unangenehmen Nachfrageschwankungen (verbunden mit entsprechenden Preisausschlägen) Anlass zur Gründung von Joint Ventures mit Großverbrauchern. [9] Diese Kostenvorteile erwiesen sich als entscheidend, da Chromerz- und Stromkosten zusammengenommen rund zwei Drittel der Kosten eines typischen südafrikanischen High-Carbon-Ferrochromproduzenten ausmachen. [10] Vgl.: USGS (Ed.): Mineral Industry Surveys - Chromium. 1998 Annual Report, 1999. [11] Vgl.: A. Mutemererwa und M. Ericsson: Vertical Integration as a source of competitiveness: the case of ferrochromium in Southern Africa, mimeo, 1998; USGS (Ed.): Mineral Industry Surveys - Chromium. 1998 Annual Report, 1999. [12] Anfang diesen Jahres verhandelte die Anglo American Plc. mit der Zimasco Consolidated Enterprises von Simbabwe über eine Übernahme, nachdem das Unternehmen bereits den Ferrochromerzeuger Zimbabwe Alloys erworben hatte. [13] So übernahm Consolidated Metallurgical Industries (CMI) das Unternehmen Purity Chrome. [14] Auch in Kasachstan, Finnland, der Türkei und in Brasilien verstärkte sich die vertikale Integration in der Chromindustrie. [15] Für die südafrikanischen Produzenten ist es günstig, wenn der Weltmarktpreis so niedrig ist, dass konkurrierende Produktionsanlagen mangels Rentabilität zwischenzeitlich abgeschaltet werden müssen. Für die Angebotssituation auf dem Weltmarkt könnte es problematisch werden, wenn die außerafrikanische Konkurrenz ihre Anlagen für längere Zeit abschalten müsste, weil ein Wiederanfahren der Produktion mit Schwierigkeiten verbunden ist. [16] A. Jones: Ferro-chrome producers consolidate their position on global cost curve. In: Metal Bulletin, 22. Juni 1998, S. 25. [17] In der Kalkulation der Exporteure erhöht dies die Kosten für eine Bürgschaft. Damit steigt auch das Risiko, dass Rechnungen und Lieferungen nicht beglichen werden und deshalb vom Bund übernommen werden müssen. Vgl. o. V.: Das Exportrisiko sinkt in Asien und steigt in Afrika. In: Handelsblatt vom 15.2.2000, S. 32. [18] Importabhängige Verbraucherländer nahmen in der Vergangenheit die Gefahr von Rohstoffverknappungen zum Anlass, nationale Krisen-Vorräte zu unterhalten. In den USA werden sie den strategischen Erfordernissen laufend angepasst. Nach der Auflösung des Ostblocks wurden die als überflüssig angesehenen Rohstoffmengen des "National Defence Stockpile" an den Markt abgegeben. Auch Frankreich, Großbritannien, Japan und Russland unterhielten in der Vergangenheit strategische Bestände an einzelnen Legierungsmetallen. | ||
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| Tabelle 1 |
Welt-Chromerz- und -Ferrochromproduktion nach Ländern und Regionen
in 1000 t
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1960 1970 1980
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
Deutschland - 60,0 - 114,9 - 58,0
Frankreich - 59,9 - 102,4 - 88,7
Griechenland 34,9 0,0 26,3 0,0 41,7 -
Italien - 20,5 - 36,4 - 41,2
EG-Länder 34,9 140,5 26,3 253,7 41,7 187,9
Finnland - - 120,7 33,0 362,2 52,7
Schweden - 39,3 - 63,7 - 144,1
Spanien - 0,4 - 9,0 - 16,5
EU-Länder 34,9 180,2 147,0 359,4 403,9 401,2
Albanien 289,1 0,0 468,1 0,0 760,0 12,0
DDR - 0,0 - 0,0 - 19,0
Jugoslawien (1) 100,6 10,0 40,8 15,9 0,9 68,6
Norwegen - 45,6 - 35,6 - 11,7
Polen - 0,0 - 0,0 - 47,0
Rumänien - 0,0 - 0,0 - 34,0
Tschechoslowakei (2) - 0,0 - 0,0 - 28,2
UdSSR / GUS 1 490,0 140,0 2 660,0 280,0 2 900,0 630,0
Türkei 481,4 0,0 518,9 9,5 383,1 46,0
Europa (6) 2 410,2 375,7 3 868,4 700,4 4 464,3 1 297,6
VR China - 0,0 - 0,0 - 100,0
Indien 100,1 0,0 271,2 13,3 321,3 16,5
Iran 68,0 0,0 199,6 0,0 81,6 0,0
Japan 67,5 80,4 32,7 361,8 13,6 403,0
Philippinen 734,4 0,0 566,1 0,0 496,1 10,0
Übrige Länder 37,8 61,0 12,1 33,8 86,9 130,7
Asien 1 007,8 80,4 1 130,6 375,2 924,7 529,5
Rep. Südafrika 771,9 9,0 1 427,0 123,4 3 414,4 754,9
Simbabwe 606,4 9,0 362,9 80,0 553,5 194,6
Übrige Länder 5,8 177,8 171,9 135,5 148,5 134,8
Afrika 1 384,1 18,0 1 967,7 203,4 4 139,8 949,5
Brasilien 5,7 1,7 34,0 3,3 313,1 93,4
Chile - 0,0 - 0,0 - 0,0
Mexiko - 0,3 - 1,7 - 0,0
USA 97,1 175,8 0,0 251,9 0,0 167,3
Amerika (7) 132,5 177,8 64,0 262,0 (4) 341,1 260,7
Australien (8) 39,7 0,6 0,0 2,2 3,9 0,0
Welt insgesamt 4 974,3 652,6 7 030,7 1 543,1 9 873,8 3 037,3
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1990 1995 1998 (3)
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
Deutschland - 37,5 - 21,7 - 20,9
Frankreich - 24,9 - - - -
Griechenland 22,4 30,3 - - - -
Italien - 53,1 - 51,0 - 11,5
EG-Länder 22,4 145,8 0,0 72,7 0,0 32,4
Finnland 461,3 155,5 597,7 243,8 498,1 230,9
Schweden - 110,9 - 130,2 - 124,0
Spanien - 15,0 - 1,3 - 1,1
EU-Länder 483,7 427,3 597,7 448,0 498,1 388,4
Albanien 917,0 23,0 245,8 43,0 159,1 30,0
DDR - 17,6 - 0,0 - 0,0
Jugoslawien (1) 10,8 82,7 5,0 53,1 - 24,7
Norwegen - 60,0 - 148,0 - 174,7
Polen - 13,7 - 18,3 - 3,6
Rumänien - 20,6 - 15,1 - 0,9
Tschechoslowakei (2) - 37,5 - 65,3 - 9,4
UdSSR / GUS 3 350,0 857,0 2 415,0 795,3 1 950,0 599,1
Türkei 1 089,9 62,4 1 662,2 94,3 1 350,0 110,2
Europa (6) 5 851,4 1 601,7 4 925,7 1 680,3 3 957,2 1 340,8
VR China 25,0 341,0 198,0 500,0 59,5 423,8
Indien 916,4 185,5 1 536,4 360,1 1 311,3 321,3
Iran 77,2 0,0 371,1 11,9 211,6 13,7
Japan 8,1 303,8 - 221,4 - 140,0
Philippinen 183,0 55,7 80,1 50,5 53,9 -
Übrige Länder
Asien 1 243,5 886,0 2 272,5 1 143,9 1 767,0 898,9
Rep. Südafrika 4 618,0 1 022,0 5 086,1 1 386,4 6 995,8 2 185,0
Simbabwe 573,1 204,1 570,4 254,1 638,5 240,7
Übrige Länder
Afrika 5 326,6 1 226,2 5805.0 1640,5 7 769,1 2 425,7
Brasilien 257,4 83,8 448,0 95,8 440,5 86,0
Chile - 1,9 - 2,7 - -
Mexiko - 0,3 - - - -
USA 0,0 108,9 (5) 0,0 72,5 (5) 0,0 30,0
Amerika (7) 307,4 194,8 478,7 171,0 489,5 116,0
Australien (8) 6,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Welt insgesamt 12 735,1 3 908,8 13 481,9 4 635,8 13 982,8 4 781,4
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Nach 1990 Nachfolgestaaten.
(2) Nach 1990 Slowakei.
(3) Vorläufige Angaben.
(4) Einschl. Kanada.
(5) Einschl. Silicochrom und Chrommetall.
(6) Bis 1980 einschl. Zypern.
(7) Einschl. Kuba.
(8) Einschl. Neukaledonien.
Quellen: British Geological Survey: World Mineral Statistics 1970-74 bis
1993-97. Keyworth, Nottinghamshire, 1978 bis 1999; Institute of Geological
Sciences Overseas Division: Statistical Summary of the Mineral Industry.
London. (Jg 1960 bis 1971).
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| Tabelle 2 |
Welt-Chromerz- und Ferrochromexport nach Ländern und Regionen
in 1000 t
-------------------------------------------------------------------------------
1960 1970 1980
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
BR Deutschland 0,5 . 2,9 33,1 5,4 33,5
Finnland . . 4,4 29,5 206,5 16,6
Schweden 0,0 15,8 0,0 20,8 . 92,3
Übrige Länder 29,6 26,4 29,7 24,0 55,9 28,5
EU-Länder 30,1 42,2 37,0 107,4 267,9 170,9
Albanien 248,5 . 452,0 534,0 3,0
Jugoslawien (1) 20,0 9,0 11,3 10,2 11,5 50,1
UdSSR / GUS 427,0 22,1 1 180,0 44,8 567,0 13,6
Türkei 386,2 . 546,1 7,5 334,6 27,5
Übrige Länder 14,2 34,6 31,2 33,9 6,9 15,8
Europa 1 126,1 107,9 2 257,7 203,8 1 721,8 280,9
VR China . . . . 2,1 .
Indien 30,3 . 117,6 8,6 130,0 0,6
Iran 37,4 . 222,5 . 10,0 .
Philippinen 795,9 . 596,0 . 484,1 .
Übrige Länder 11,1 14,8 51,5 2,0 5,7 9,6
Asien 874,7 14,8 987,5 10,6 631,9 10,1
Rep. Südafrika 755,7 15,0 879,4 87,8 1 237,2 596,8
Simbabwe 490,4 9,4 27,0 78,0 14,8 231,1
Übrige Länder 15,0 0,0 160,2 0,0 134,5 0,0
Afrika 1 261,1 24,4 1 066,7 165,8 1 386,6 828,0
Brasilien . . 0,2 2,3 . 45,9
USA 4,7 14,1 37,1 25,7 45,0 29,8
Übrige Länder 24,8 4,2 17,7 0,0 34,8 0,0
Amerika 29,5 18,3 54,9 28,1 79,8 75,7
Welt insgesamt (2) 3 336,3 165,4 4 366,9 408,3 3 827,3 1 194,8
-------------------------------------------------------------------------------
-------------------------------------------------------------------------------
1990 1995 1997 (3)
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
BR Deutschland 13,5 53,4 8,0 50,5 9,4 51,4
Finnland 9,1 105,2 1,0 112,0 0,7 105,5
Schweden 19,1 93,3 0,0 80,2 0,0 50,0
Übrige Länder 64,8 71,3 67,4 103,5 86,0 106,6
EU-Länder 106,4 323,2 76,3 346,2 96,0 313,5
Albanien 468,8 31,3 92,3 35,2 55,6 13,4
Jugoslawien (1) 0,0 78,4 0,0 42,9 0,0 32,6
UdSSR / GUS 587,0 129,0 1 035,4 771,1 584,1 618,6
Türkei 676,5 64,5 1 032,8 72,1 623,9 94,4
Übrige Länder 0,0 89,7 0,9 242,5 0,0 171,6
Europa 1 838,7 716,1 2 237,8 1 510,0 1 359,7 1 244,2
VR China 2,4 11,5 4,0 321,0 12,8 98,1
Indien 179,6 72,1 347,7 161,7 494,8 208,0
Iran 30,7 . 357,5 . 164,6 .
Philippinen 198,4 . 99,0 24,8 131,1 5,9
Übrige Länder 48,8 6,3 96,3 1,5 102,0 1,3
Asien 459,9 89,8 904,5 509,0 905,3 313,2
Rep. Südafrika 1 200,9 907,1 1 147,9 1 257,8 1 276,0 1 360,0
Simbabwe . 195,7 5,4 258,6 0,0 277,9
Übrige Länder 139,7 0,0 150,7 0,0 142,8 0,0
Afrika 1 340,6 1 102,8 1 304,1 1 516,5 1 418,8 1 637,9
Brasilien 35,0 16,5 78,4 24,3 87,0 16,4
USA 10,4 10,4 19,5 20,1 25,9 9,2
Übrige Länder 10,1 0,7 9,0 2,6 7,0 1,1
Amerika 55,5 27,6 106,9 47,0 119,9 26,6
Welt insgesamt (2) 3 708,3 1 936,2 4 553,2 3 582,5 3 819,4 3 221,9
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Seit 1995 Nachfolgestaaten.
(2) Einschl. Australien/Ozeanien.
(3) Zum Teil geschätzt.
Quellen: British Geological Survey: World Mineral Statistics 1970-74 bis
1993-97. Keyworth, Nottinghamshire, 1978 bis 1999; Institute of Geological
Sciences Overseas Division: Statistical Summary of the Mineral Industry.
London. (Jg 1960 bis 1971); UNCTAD: Handbook of World Mineral Trade Statistics
1990-1995 bis 1992-1997. New York und Genf, 1996 bis 1998.
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-------------------------------------------------------------------------------
| ||
| Tabelle 3 |
Welt-Chromerz- und -Ferrochromimport nach Ländern und Regionen
in 1000 t
-------------------------------------------------------------------------------
1960 1970 1980
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
BR Deutschland 361,6 . 491,5 54,1 328,8 301,0
Frankreich 188,6 0,3 421,4 10,2 278,8 113,9
Großbritannien 296,8 51,0 164,5 78,6 92,6 43,4
Italien 71,0 15,3 142,8 30,8 171,0 86,9
Niederlande 1,3 0,5 5,6 2,6 27,2 9,0
Schweden 140,9 13,4 196,9 21,1 332,5 27,8
Spanien 16,5 0,6 58,9 3,6 84,6 31,4
Übrige Länder 60,5 20,4 101,1 37,0 86,7 58,1
EU-Länder 1 137,3 101,51 582,6 238,1 1 402,2 671,5
Jugoslawien (1) 23,1 . 70,0 . 278,8 0,1
Norwegen 83,8 . 78,6 . 0,3 .
Polen 100,7 . 141,5 . 198,0 .
Tschechoslowakei (1) . . 180,0 . 182,0 .
Übrige Länder 84,3 2,3 147,1 8,3 106,6 7,7
Europa 1 429,2 103,82 199,8 246,4 2 167,8 679,2
VR China . . . . 50,0 .
Japan 279,1 0,0 1 149,6 25,5 950,0 257,2
Korea, Rep. . . . . 5,3 2,6
Taiwan . . 1,0 0,1 6,4 0,6
Übrige Länder 4,9 0,4 0,0 0,0 19,0 1,2
Asien 284,0 0,4 1 150,6 25,7 1 030,7 261,5
Afrika 0,0 0,0 22,0 1,9 7,4 9,3
Brasilien 8,2 0,6 8,2 1,7 31,4 0,2
Kanada 118,3 . 61,0 20,8 91,6 41,4
USA 1257,9 44,8 1 275,1 37,5 892,3 269,6
Übrige Länder 0,0 0,0 37,2 2,2 55,2 2,6
Amerika 1 384,4 45,4 1 381,5 62,2 1 070,6 313,9
Australien (2) 21,6 5,8 13,4 14,0 15,5 16,0
Welt insgesamt 3119,2 155,5 4 767,3 350,1 4 292,0 1 280,0
-------------------------------------------------------------------------------
-------------------------------------------------------------------------------
1990 1995 1997
Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr Cr-Erz FeCr
BR Deutschland 245,5 327,3 159,7 444,4 180,3 396,7
Frankreich 88,1 218,4 29,7 260,1 27,6 266,3
Großbritannien 154,9 69,8 166,6 135,1 157,9 118,9
Italien 179,7 96,7 204,3 225,8 105,0 230,0
Niederlande 54,1 8,1 47,7 200,2 57,6 150,8
Schweden 190,3 46,1 294,6 79,4 300,0 71,1
Spanien 54,7 100,4 5,0 150,8 4,5 188,8
Übrige Länder 127,4 135,3 68,2 150,9 88,9 145,9
EU-Länder 1 094,8 1 001,9 976,0 1 646,7 921,8 1 568,5
Jugoslawien (1) 283,5 3,0 81,8 13,0 101,2 1,0
Norwegen 159,5 0,9 108,0 0,9 100,0 0,7
Polen 147,4 2,5 84,1 12,0 31,9 8,3
Tschechoslowakei 170,0 0,5 107,4 38,2 53,3 28,6
Übrige Länder 112,6 30,4 798,7 25,7 645,3 14,3
Europa 1 967,8 1 039,2 2 156,0 1 736,4 1 853,5 1 621,4
VR China 641,3 . 1 380,9 0,9 894,0 0,6
Japan 789,2 441,7 607,3 825,7 577,4 811,6
Korea, Rep. 0,5 76,9 0,5 187,3 0,4 299,3
Taiwan 4,5 35,2 10,0 192,6 8,9 285,7
Übrige Länder 28,6 2,5 50,1 19,1 8,5 19,3
Asien 1 464,1 556,3 2 048,8 1 225,6 1 489,1 1 416,4
Afrika 0,0 3,2 0,0 1,8 0,0 0,5
Brasilien 6,6 11,2 48,0 6,1 14,2 6,8
Kanada 21,3 43,2 37,0 62,7 33,7 58,3
USA 305,5 415,9 251,4 499,2 303,6 388,9
Übrige Länder 60,8 10,9 75,7 11,4 59,9 16,6
Amerika 394,2 481,2 412,1 579,4 411,3 470,6
Australien (2) 5,7 4,8 12,9 11,8 9,6 11,8
Welt insgesamt 3 831,7 2 084,8 4 629,8 3 555,0 3 763,6 3 520,7
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Seit 1995 Nachfolgestaaten.
(2) Seit 1990 einschl. Neuseeland.
Quellen: British Geological Survey: World Mineral Statistics 1970-74 bis
1993-97. Keyworth, Nottinghamshire, 1978 bis 1999; Institute of Geological
Sciences Overseas Division: Statistical Summary of the Mineral Industry.
London. (Jg 1960 bis 1971); UNCTAD: Handbook of World Mineral Trade Statistics
1990-1995 bis 1992-1997. New York und Genf, 1996 bis 1998.
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| Tabelle 4 |
Konzentration der Importe Deutschlands, der USA und Japans
von Chromerz und Ferrochrom auf Lieferländer
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Herfindahl-Index (1) der Importanteile (2) Prozentanteil des größten
Lieferlandes Republik Süd-
afrika an den Importen von
Deutschland USA Japan Deutschland USA Japan
Chromerz
1986 0,46 0,53 0,36 66 70 57
1990 0,31 0,74 0,48 49 85 68
1996 0,59 0,94 0,31 53 94 26
Ferrochrom
1986 0,29 0,39 0,43 44 35 40
1990 0,28 0,22 0,41 49 41 62
1996 0,25 0,17 0,32 46 30 52
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Der Herfindahl-Index der Konzentration errechnet sich nach der Formel
H = Summe (Si hoch 2), mit Summe Si = 1
wobei Si die Anteile der einzelnen Lieferländer an den gesamten
Chromgesamtimporten eines Verbraucherlandes sind. H kann maximal gleich 1
werden (ein Lieferant mit 100 % Marktanteil) und geht für größere Zahl der
Lieferanten mit annähernd gleichen Marktanteilen gegen
1/n (bei 10 Lieferanten mit einem Marktanteil von jeweils 0,10 erhält man
beispielsweise H = 0,10). Konzentrationen von H < 0,1 gelten als schwach, bei
Werten von 0,1 < H < 0,18 spricht man von mittlerer, bei H > 0,18 spricht man
von starker Konzentration. Mit Ausnahme des Wertes für die Ferrochromimporte
der USA 1996 drücken daher alle H-Werte eine starke Konzentration aus.
(2) Gemessen als Summe der quadrierten Importanteile.
Quelle: Berechnungen des DIW.
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| © DIW Berlin Wochenbericht 23/00 | |||

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